Egoistisches Handeln ist doch mehr oder weniger ein bewusster Akt; wenn man jemanden hilft ohne es bewusst zu machen, ist es dann egoistisch?Ich glaube man sollte hier mehr die Handlungsintentionen und bewusst und unbewusst behandeln. Sagt man sich selber bevor man jemanden hilft "Super, jetzt kann ich mir eine emotionale Befriedigung holen" oder hat man nachdem man jemaden geholfen hat, dieses angenehme Gefühl? Vielleicht ist im zweiten Fall der Akt des Helfens bewusst, kann man dabei aber davon ausgehen, dass die emotionale Befriedigung bewusst hervorgerufen wurde?
Ich glaube nicht und das ist genau der springende Punkt, egoistisches Handeln zeichnet sich dadurch aus, dass dem Handeln egoistische Tendenzen zugrunde liegen, auch wenn es augenscheinlich nicht egoistisch ist und dass dieses egoistische Handeln bewusst hervorgerufen wurde. Egoitische Tendenzen sind für mich bereits Gedanken daran, dass man sich bereits einen Wert für sich selbst sich verschaffen kann. Das äußert sich z.B darin, dass man, nachdem man jemanden geholfen hat, wenigstens Lob bekommt oder soziales Ansehen. Die Intention des Handelns sehe ich hier im sozialen Ansehen verborgen und dieses erhalten zu wollen, würde ich bereits als egoistisch orientiertes Verhalten bezeichnen, wenn nun diese Handlung bewusst kognitiv vorher geplant war und die egoistische Absicht bewusst war, ist sie für mich eine egoistische Handlung.
Dem egoistischen Handeln liegen für mich zwei Grundkomponenten zugrunde, die Intention egoistisch zu handeln und dass dieses Handeln bewusst abläuft. Bewusst heißt für mich, dass es geplant ist oder sonst irgendwie durchdacht wurde. Beim unbewussten egoistischen Handeln, das ich eher als egoistisches Verhalten bezeichnen würde, fehlt diese Komponente; egoistisches Verhalten kann unter Umständen seinen Ursprung in der Erziehung haben, aber auch Ereignisse, die das Leben prägen, können es hervorrufen. Jedoch wird egoistisches Verhalten mehr von außen definiert, als von der Person selbst, da es ja unbewusst abläuft.
Im Bezug zur Augenscheinlichkeit ist es für einen Menschen, der nicht in das Innere eines anderen schauen kann, schwer zu beurteilen, ob eine Handlung egoistisch war oder mehr altruistisch orientiert ist, aber man kann diese Unterscheidung ja bei sich persönlich machen und für sich entscheiden, ob eine Handlung egoistisch war oder nicht.
Im Prinzip sehe ich aber auch diese Unterscheidung als reine Definitionssache und kann individuell ausgelegt werden. Ich glaube man kann jede Handlung egoistisch deuten, aber ich weiß nicht, ob man jede Handlung altruistisch auslegen kann.
wie äußert sich das? und ist evolutionstechnisch nicht wiederum eine menschliche Definition und behaupten wir Menschen nun nicht, dass wir der Evolution entgegenarbeiten? Man könnte doch auch sagen, dass wir mit der Evolution arbeiten, was spricht dafür, was dagegen? Ich glaube nämlich an ein höheres Prinzip, das sich der Evolution annimmt und dieses steuert auch den Menschen. Wenn der Mensch sich nun selbst auslöscht, mag das für ihn evolutionstechnisch nicht gut sein, aber im allgemeinen könnte es immer weiter in eine Richtung gehen, die wir jedoch nicht zu bestimmen vermagen, höchstens Hypothesen aufstellen. Und auch wenn die menschliche Existenz Zufall sein sollte, so glaube ich nicht, dass der Zufall zufällig war; was ich damit sagen will ist, dass man hinter allem einen Sinn sehen kann und auch wiederum nicht.Zitat
das habe ich oben zu erläutern versuchtZitat
wie kann man sich als Ganzes, Einheit sehen?Zitat
Und Konkurrenzkampf ist ein natürliches Verhalten und dient IMO der Entwicklung, jedoch sollte der Konkurrenzkampf ebenfalls Anteil an der Entwicklung haben und jetzt meine ich nicht dabei bei der Entwicklung der Waffen, sondern der psychischen Entwicklung und vielleicht ausgeprägtere Formen von Sublimierung hervorbringen und nicht so wahnwitzige Methoden wie eine Atombombe und auch nicht den Stress, den wir uns auflegen, sehe ich als "gute" Sublimierung von Konkurrenzverhalten. Natürlich steht meine Behauptung, dass jene Beispiele wirklich eine Sublimierung sind, auf wackligen Beinen, aber wir schlagen uns nicht mehr die Schädel gegenseitig mit Keulen ein, also müssen wir wohl oder übel auf andere Formen zurückgegriffen haben und die Beispiele glaube ich, sind ein Teil dieser.
Ich glaube man sollte hier die Unterscheidung zwischen prosozialen Verhalten und empathischen altruistischen Verhalten machen. Prosoziales Verhalten sehe ich mehr als Ursprung von lerntheoretischen Prozessen, während altrustisches ich mehr als Gefühlsübertragung und die darauffolgende Hilfeleistung von Gefühlen abhängig sehe, aber auch der Umgang mit Gefühlen wird meist gelernt. Als Beispiel möchte ich jedoch Tiere wie Hunde erwähen, die ihrem Herrchen helfen auf welche Weise nun auch immer; und eben dieses Verhalten glaube ich liegt auch dem Menschen zugrunde, der auf sein inneres Gefühlserleben zurückgreifen kann.Zitat
naja so unglaubwürdig ist Psychologie nicht und besonders die biologische Psychologie sehe ich als interessante Methode das menschliche Gehirn zu entschlüsseln.Zitat
hast du schon einmal von Handlungen im Affekt gehört? Und laufen bei dir selbst Gewohnheiten bewusst ab? Ich bezweifle, dass der Mensch genau weiß, was er tut.Zitat
warum findest du das wundervoll? hat der Mensch einen natürlichen Drang anderen Menschen zu helfen?Zitat