Zitat
Es ist nur eine Frage von Jahren, irgendwann werde ich sehen, wie niemand mehr unfrei wird, irgendwann werde ich die letzte auf diese Art gefesselte sein. Und möglicherweise nichteinmal das, es gibt noch eine sehr kleine Hoffnung: Den hohen Herrn und den Schwertverwahrer.«
Marak erblaßte. »Was meinst du damit?« fragte er, versuchte seine Nervosität zu überspielen. An Chandras Blick sah er, es war ihm nicht gelungen.
»Warum so persönlich betroffen?« fragte sie mißtrauisch. »Der hohe Herr war ein sehr weiser Mensch, der wandernd durchs Land zog und sein Heim bei den Goldelfen hatte. Er sagte zu mir, wenn ich den Schwertverwahrer finde und verhindere, daß ihm seine Waffe abgenommen wird, wird sich eines Tages der Weg zeigen, durch den ich meine Fesseln abschütteln kann. Das liegt nun über drei Jahrhundert zurück, aber bisher ist jede andere Prophezeiung dieses Wahrsagers in Erfüllung gegangen. Sein Name war niemanden bekannt, er nannte sich überall nur Inar'y und war zudem ein Elementarmagus, hatte Macht über Licht und Feuer. Mich wundert bis heute, warum er in meinem damaligen Zustand überhaupt mit mir gesprochen hat. Außerdem hat er gesagt, das Zeitalter dieser Unterdrückung würde enden, sobald die Schwertverwahrer auftauchen. Fragt sich bloß, wem ich helfen soll und was dieser Begriff bedeutet. Ich habe zumindest sehr viel Zeit, das herauszufinden. Jedenfalls, vielleicht hat ja Danain von ihm gehört?«
»Ich habe nie etwas von ihm gehört, noch irgendwelche Prophezeiungen.« antwortete Danain. »Es ist wirklich nur eine sehr geringe Hoffnung, du bist ja nichteinmal mehr auf Thyræ. Der Schwertverwahrer ist auch so eine Sache, alleine wenn ich die Stadtwachen in einer beliebigen Stadt angucke, sehe ich sehr viele Schwertträger!«
»Danain, ich rieche deine Anspannung. Irgendetwas versucht ihr mit allen Mitteln zu verschweigen. Was ist hier los?« fragte Chandra.
»Ich bin der Schwertverwahrer!« sagte Marak. »Früher oder später hättest du es eh herausgefunden. Wenn du das irgendwem außerhalb dieses Raumes erzählst, werde ich alles tun, um dich zu vernichten. Stell keine weiteren Fragen, niemand wird sie dir beantworten. Nicht, bevor du wirklich deine Loyalität bewiesen hast. Haben wir uns verstanden?«
»Leider ja. Und ausgerechnet du! Außerdem glaube ich nicht daran, gerade in dir die Ma-, den Mann gefunden zu haben, der vorausgesagt wurde.« antwortete Chandra.
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