Pff... wenn ihr das Original nochmal lesen wollt, da ist es!
Nach wenigen Stunden fiel Danain auf, Scharneims Gesicht sprach von Anstrengungen beim Blicken in weite Ferne, doch seine Augen waren geschlossen.
»Was siehst du?« fragte ihn Danain und durchbrach damit die Stille um sie, welcher auch die leisen Atemgeräusche nichts anhaben konnte.
»Ich sehe, was der Drache sieht, wenn er es mich sehen läßt. Gleiches gilt für alle anderen Sinne.« antwortete Scharneim stockend und langsam. »Derzeit sind es acht winzige, paarweise angeordnete Lichtpunkte, die sich schnell gen Süden bewegen. Er fliegt etwas niedriger, jetzt erkenne ich sie! Es müssen Elementarmagi sein, sie reiten auf Pferden. Ihre Roben sind wie Rüstungen, die Kapuzen werfen einen Schatten übers Gesicht und doch strahlen die Augen weißblau darunter hervor. Sie haben alle ihre Kräfte geweckt, eine unglaubliche Energie umgibt sie und geht von ihnen aus. Ich frage mich, wie lange sie das durchhalten. Jetzt erreichen sie auf der Straße einen mäßig steilen Aufstieg. Die Pferde tun sich schwer, aber sie treiben sie weiter an. Am Rand sind immer wieder hohe Felsen, jetzt halten sie zwischen einer handvoll von ihnen. Sie greifen die mehr als mannshohen Felsen an, vereisen oder zerschmettern sie! Einen nach dem anderen. Hinter den übrigen Felsen springen Leute hervor, wie wütende Tiere mit Waffen in den Händen greifen sie die Magi an. Oh nein, sie töten sie, strecken sie nieder mit Blitz und Eis! Ein grauenhafter Anblick, sie wurden alle von den Reitern vernichtet. Die Magi steigen von ihren Pferden und durchsuchen sie, stapeln sie übereinander und zünden sie an! Das Feuer brennt hoch und hell, ich kann ihre Roben erkennen: Tiefblau, etwas steif und mit Symbolen von Wasser und Luft übersäht. Von den Schultern herunter bis zu den Füßen erstreckt sich ein breites, dunkelgraues Band, das orangen schimmert und mit dem Rest verwachsen erscheint. Jetzt ist das Feuer schon wieder erloschen, nur Asche ist zurückgeblieben. Es muß magisch gewesen sein. Sie stehen im Kreis um ihren Anführer, der einen Brief hält, dem sie einen besonders kräftigen Mann abgenommen haben. Die Zeichen sind schlecht erkennbar, mir absolut unbekannt. Mit vielen Spitzen und Ecken verschnörkelt, abwechselnd dünne und dicke Striche. Sie diskutieren über irgendetwas, jetzt sitzen sie wieder auf und reiten in die Richtung davon, aus der sie kamen. Mit dem Brief. Ihre Energie schwindet, sie werden nichtmehr fühlbar. Mein Vertrauter fliegt zurück, ihnen zu folgen schafft er nichtmehr.«
Scharneim öffnete die Augen und holte aus seinem Gepäck Feder, Tinte und Papier heraus. Geistesgegenwärtig schrieb er die ihm unbekannten Zeichen auf. Marak und Nirimwé waren erwacht, der Donner war bis zu ihnen hörbar gewesen und Danain hatte ein kurzes Aufleuchten am Berg gesehen. Nirimwé schluckte.
»Das muß auf dem Weg gewesen sein, den ich zur Strerburg genommen habe.« sagte sie. »Die Straße, die neben der Verbindung zu Krajhaden im Osten am meisten genutzt wird. Fast alle Wanderer und Händler benutzen ihn, ihr auch, wenn ihr nicht den Küstenpaß gewählt hättet!«
Sie hörten Marak einen langgezogenen Entsetzenslaut abgeben, nachdem er auf den Zettel von Scharneim geschaut hatte. »Ich kenne diese Schrift.« keuchte er. »Bitte, sagt mir, daß sie hier ganz gewöhnlich ist! In meiner Heimat sprechen sie nurnoch wenige, eine Geheimsprache, die nurnoch von -, -, bestimmten Geistlichen und unseren alten Feinden zum Hohn benutzt wird. Das kann nicht sein, das darf nicht sein!«
»Ich kenne sie nicht.« sagte Danain. »Wenn es sie hier gibt, dann auch nur sehr, sehr selten. Was steht dort?«
»Was geht hier bloß vor?« fragte Marak, sichtlich erblaßt. »Soweit ich es verstehe und entziffere, steht dort:
Diener Kareth,
eines der großen Fünf ist wieder aufgetaucht, das spüre ich.
Findeth den Schwertträger, und füreth ihn in die Dunkelheit, und dann zu mir. Töteth ihn nicht, denketh an den Bann. Sollte er Begleitung haben, macheth mit ihnen, was ihr wolleth. Er befindeth im Osten, sucheth dort.
Nun seieth ihr auf euch allein gestelleth, erfülleth eure Aufgabe, und werdeth reich belohnth. Scheiterth, und sterbeth den endgültigen Tode.
D.
Hinzufügung: Meideth die Allan und die Elneran Ra'uth, wecketh nichts. Auch umgeheth die Magi um jeden Preis!
Ein Hinterhalt! Sie waren hinter uns her, hinter mir! Und sie wollten das Schwert!«
Nerestras: Der Elfenmagier mit der Chamäleonrobe, welcher zuerst in Kapitel 14 / Band 1 auftaucht, später noch bei der Versammlung und dann nochmals am Ende von Band 1. Er ist nicht besonders... nett, und überreicht Scharneim Münzen, die jeder für Eigentum des dunklen Magus hält.