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Abenteurer
Balmora - Richtung Geisterpforte
Kurenai hatte sich und ihre Rüstung durch das kleine Fenster über dem Bett hinaus gedrängt und befand sich nun wieder in der Wildnis. Eine beruhigende Stille, gerade einmal unterbrochen vom Zwitschern der Vögel und einem Windhauch, welcher durch das Blätterdach der Bäume fuhr... Kurenai hatte es vermisst. Das unaufhaltsame Geplapper von Anyala, die ganzen Menschen und lauten Geräusche in Pelagiad, der herum brüllende Deregar Ragner - all das hatte an ihren Nerven gezerrt und sie hatte es nicht einmal offen zur Kenntnis nehmen wollen. Nun musste sie es sich wohl oder übel eingestehen, obgleich diese Tatsache ihr weiß Gott nicht gefiel.
Was war nur los gewesen die letzten Tage? Eine verrückte, aber durchaus sympathische Dunmer hatte ihr das Leben gerettet vor diesem total abgedrehten und ganz bestimmt nicht sympathischen Rothwardonen. Eine Frau mit wunderschönem, silbernem Haar war ihr begegnet. Sie hatte diesen merkwürdigen, zerlumpten Dunmer wieder gesehen. Und noch einen Mann, den sie in keine Sparte einordnen konnte. Es war eine Menge geschehen - insbesondere ihre schmerzenden Glieder bewiesen das - und doch... Irgendwie hatte sie sich ganz in ihrem Element gefühlt. Als wäre ihr Versteckspiel, ihr Fernhalten von den Menschen, nur eine einzige Farce gewesen. Sie hatte sich selbst getäuscht. Ihr ganzes Leben über hatte die Mischlingsfrau sich entweder versteckt oder andere Menschen getötet...
Der letzte, der durch ihre Klinge den Tod gefunden hatte, war dieser Mistkerl in Balmora gewesen. So ein - sie mochte gar nicht daran denken. Beleidigt hatte er sie, vollkommen grundlos war er mit Worten auf sie losgegangen.
Und dabei hatte sie ihn nur fragen wollen, wo sie Malukhat finden konnte. Er sollte angeblich eine hohe Stellung hier einnehmen, so viel war ihr immerhin bewusst gewesen. Und Menschen, die hohe Stellungen einnehmen, die kennen andere Menschen, die ebenso hohe Stellungen einnehmen (auch wenn diese - zugegeben - nicht unbedingt die nobelsten sein mögen, was den Charakter angeht). Geantwortet hatte er ihr nicht, also musste sie weitersuchen. Mehr konnte sie jetzt auch nicht tun.
Vielleicht wusste Tarador Bescheid. Er hatte noch eine offene Schuld bei ihr zu begleichen, das musste doch ausgenutzt werden. Damals, er hatte sich wohl beim Geisterwall verlaufen, hatte sie ihm das Leben gerettet. Nun durfte er das ihre... nun, nicht retten, aber immerhin in körperlicher Hinsicht wieder auf die Beine bringen. Mehr erwartete sie ja gar nicht von ihm.
Die Frau war so in Gedanken vertieft, dass sie gar nicht merkte, dass die schöne Landschaft sich längst in karges Felsland verwandelt hatte. Sie kannte den Weg so ziemlich in- und auswendig. Ab jetzt musste sie nur noch gerade ausgehen. Und wenn sie ihr letztes bisschen Magie verbrauchte, konnte sie sich für eine ganze Weile schneller bewegen. Ein kleines Stücklein konnte sie wohl auch rennend hinter sich bringen, doch dabei gab es keine Garantie, dass sie nicht zusammen brechen würde. Also doch lieber gehen und den Schnelligkeits-Zauber verwenden.
Das sollte vielleicht eine halbe Tagesreise in Anspruch nehmen.
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