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Geisterpforte
In der Abenddämmerung erreichten sie endlich die Geisterpforte. Rotgoldenes Licht, das zum Abschied des Tages noch einmal alles in ein friedliches Glühen legte, bevor die zwei Monde Vvardenfells sowie viele glitzernde Sterne den Platz der Sonne einnehmen würden. Friedlich?? Was - bei allen Deadras - waren das für Geräusche? Ninièl erstarrte und blieb stehen, während ihre Hand sofort zum Schwertgriff fuhr. Sie blickte ihre Gefährten an und sah, dass Revan ebenso ungläubig und fassungslos schaute wie sie selbst. Schreie und Kampfgeräusche aus den Türmen der Geisterpforte? Waren Feinde eingedrungen? Oder war die Hälfte der Turmbewohner von dem seltsamen Wahnsinn gepackt worden, der immer häufiger jetzt die verschiedensten Dunmer traf und welchen man dem Sechsten Haus zuschrieb? Oder waren die Imperialen mittlerweile so dreist, dass sie es tatsächlich gewagt hatten, in die Festung am Roten Berg einzudringen und Tempelangehörige sowie das Haus Redoran zugleich gegen sich aufbrachten. Fast hoffte Ninièl es, denn das würde den Untergang der Imperialen in Resdayn bedeuten. Ein solcher Fehler würde Fürstenhäuser und Bevölkerung auf einen Schlag vereinen und zu einem Aufstand herausfordern, den die Imperialen nicht mehr gewinnen konnten, zumal Gerüchte kursierten, dass es in deren Heimat und mit dem alten Kaiser nicht zum besten stand.
Sie seufzte. So dumm würden nicht mal die Menschen des Kaiserreichs sein. Leider. Aber was war dann da los? Sie sah noch einmal zu den Anderen. "Los", rief sie dann. "Wenn wir hier nur herumstehen, werden wir auch nicht rausfinden, was da vor sich geht". Kaum hatte sie diese Worte gesprochen, ging sie auch schon raschen Schrittes und ohne sich umzudrehen in Richtung der Geisterpforte. Eigentlich hätte sie vom Kämpfen erstmal genug gehabt, aber irgendwie schien das Leben niemals danach zu fragen, was sie wollte.
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