Ninièl konnte kaum glauben, was sie sah, so schnell ging alles. Erst der orkische Nekromant, dann Knochenläufer und ebenso häßliche Freunde des Nekromanten, wie dieser selbst war und während die Altmerin verzweifelt versuchte, sich dieses Abschaums zu erwehren, bemerkte sie aus den Augenwinkeln einen Zauber, der auf Echozar zuflog, hörte ihn irgendetwas röcheln und dann griff er im nächsten Augenblick ihren Adoptivvater an und schlug ihm mithilfe seines Schwertes den Bogen aus der Hand.

"Auch das noch", dachte die Hochelfin entnervt. "Lässt der Kerl sich doch glatt von irgendeinem Beherrschungszauber treffen und kämpft jetzt fröhlich auf der falschen Seite und weiß vermutlich nicht mal, was er da tut".

Bevor Revan unter Umständen dem verhexten Echozar noch auf irgendeine Weise den Todesstoß versetzen konnte oder Lenne wieder Gedanken an mögliches "Erlösen" durch den Kopf gehen könnten, rief Ninièl laut dazwischen: "Vorsicht. Echozar ist von irgendeinem Beherrschungszauber getroffen worden. Schlagt ihn bewußtlos, aber tötet ihn nich".

Feiner Ratschlag, nur: wie sollte man ihn beherzigen? Fiese Orks von allen Seiten und dazwischen ein Echozar, der nicht bei Sinnen war. Wie waren sie nur wieder in so eine elende Situation geraten, seufzte Ninièl innerlich. Dann stürmte sie auf den nächstbesten Ork zu und griff ihn an. "Ich übernehme diesen", schrie sie. "Lenne, kümmert Euch um den verdammten Nekromanten und Revan, hau endlich den durchgedrehten Echozar bewußtlos!" Soweit traute sie Lenne denn doch nicht, dass sie es dieser überließ. Wer weiß, eine von Lenne herbeigeführte Bewußtlosigkeit könnte unter Umständen die nächsten drei Jahrhunderte anhalten. Erbittert kämpfte sie mit den Ork vor sich. "Mundgeruch hat der Kerl auch noch", stöhnte sie und zischte ihn an: "Schon mal was von Hygiene gehört, Grünling? Seit Du das letzte Mal diese Ruine verlassen haben magst, sind diesbezüglich wirkliche Fortschritte erzielt worden." Sie hoffte, den anderen damit so wütend zu machen, dass er die Beherrschung verlor und wer weiß, vielleicht einen Fehler beging. Während sie die Schläge ihres Gegners parierte und selbst welche austeilte, hoffte sie, dass ihre Gefährten endlich zur Tat schreiten würden. Ein unberechenbarer Echozar im Nacken war ihr weitaus unangenehmer, als ehrliche Gegner von vorn.