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Wildnis, daedrische Ruine bei der Geisterpforte
"Weg! Endlich weg aus diesem Kaff namens Pelagiad", waren Ninièls Gedanken, als sie sich freigekämpft hatten. Fast teilnahmslos schlug sie mit den anderen den Fluchtweg ein, folgte Lenne, jedoch waren ihre Gedanken woanders. Echozar war ein Reinfall gewesen, na ja, nicht der Mann selbst, sondern der vermeintliche Mörder. Wie selbstverständlich hatte er sich dem Trupp angeschlossen, stellte sie nebenbei fest, jedoch: war ihm eine andere Wahl geblieben? Wohl kaum, wenn er nicht von den überlebenden Wachen in der Halfway Tavern hätte abgemetzelt werden wollen. Zwangsgemeinschaft wohl eher.
Tja, irgendwie war alles dumm gelaufen. Sie, die sie hatten die Jäger sein wollen, waren nun wahrscheinlich die Gejagten. Inwieweit hier der Einfluß ihres Adoptivvaters reichen würde, war Ninièl selbst unklar. Gut möglich, dass er jetzt ebenfalls auf der Liste der "Outlaws" stand. Immerhin hatte dieser verrückte Redguard Imperiale niedergemetztelt. Und nein, es gab leider nicht einen einzigen Ehrenhaften Erlaß, den man hätte für die Toten vorzeigen können. Und Notwehr zählte nicht, denn die verdammten Kaiserlichen waren die Besatzer und die Elfen selbst in ihrer eigenen Heimat nur die Unterdrückten.
Die Lage sah ausweglos aus, dennoch war Ninièl sich fast sicher, dass die Gruppe irgendeinen Weg finden würde. Einen Ausweg fand man immer, hatte sie ihre Vergangenheit als Kriegerin gelehrt.
Warum diese daedrische Ruine komplett verlassen war, an der sie jetzt rasteten, war ihr unklar, nichtsdestotrotz aber ziemlich egal. Die Hauptsache war, dass sie verlassen war und noch besser war es, dass Lenne plötzlich Klippenläufer-Eier anbrachte. Ninièl merkte erst jetzt, wie hungrig sie war. Und wie müde, merkte sie leider ebenfalls. erschöpft sank sie auf den Boden und lehnte den Kopf gegen eine zerfallende Mauer. Doch selbst in ihrer Erschöpfung ruhte ihre Hand unmerklich am schwertknauf. Kriegerin durch und durch, ließ die Wachsamkeit nie nach. Sie lauschte den abendlichen Geräuschen, die von überall aus der Wildnis her zu dringen schienen. Die Dunkelheit senkte sich über das Land. Die beiden Monde Vvardenfells leuchteten in friedlicher Schönheit und mit den glitzernden Sternen um die Wette. Wohin würde der Weg sie führen? Die Geisterpforte schien ihr persönlich ganz sicher kein geeignetes Ziel zu sein. Jedoch beschloss sie vorerst, die Entscheidung Revan zu überlassen und hoffte, dass auch dieser schweigsame Echozar sich mal zu Wort melden würde. Ob er wohl bei der Gruppe blieb?
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