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Abenteurer
Pelagiad/Halfway Tavern
Kurenai befand sich in einer Zwangslage. Die drei Wachen umzingelten sie. Aus ihren Gesichtern sprach grimmige Entschlossenheit, der Stummen den Kopf von den Schultern zu schlagen, sollte sie ihnen eine ausreichende Angriffsfläche dazu bieten. Und mit der Zeit würde dies wohl oder übel passieren, sollte Kurenai sich nicht doch dazu entschließen, mit voller Kraft um ihr Leben zu kämpfen, bereit, ihren Kontrahenten den Tod zu schenken. Ihre mit Blut besudelten Hände hatten so viel Schrecken über die Menschheit gebracht, aus welchem Grund nur hielt sie ihr Schwert zurück? Anyala... wenn sie aus der Taverne verschwand, wenn sie von hier fortging. Kurenai würde ein Blutbad anrichten. Sie würde alles töten, was ihr in die Quere kam, ob nun kaiserliche Wache oder einfacher Zivilist. Das Kind hatte Vertrauen zu ihr, dieser erwachsenen Frau, die so viel Stärke, aber auch Traurigkeit ausstrahlte. Welche Stärke?, fragte sich Kurenai. Nein, Kind, du idealisierst mich. Alles, was ich kann, ist Berge von Toten häufen; so sehr ist meine Seele bereits verrottet.
"Eine letzte Chance, Frau!", rief eine der Wachen ihr zu, "lasst Euer Schwert sinken und ergebt Euch. Dann werden wir Euer Leben verschonenen!" Dabei hielt er sein Schwert direkt auf sie gerichtet. Was für ein Leben ist dies denn, welches Ihr mir zu verschonen anbietet?, hätte Kurenai am liebsten gefragt. Seid Ihr Euch so sicher, dass dieses Leben verschont werden will? Als sie den Sinn eines Schwerthiebes in Gedanken durchdachte, durchbrach ein Ruf jegliches Geräusch in der Taverne.
"He! Da drüben kämpfen welche!" Eine Wache. Die Unaufmerksamkeit der drei Wachen war bemerkenswert, welche sich zu dem Rufer umwandten. Selbst Schuld. In nur wenigen Sekunden hatte sie eine der Wachen ihren Ellenbogen in den Magen gerammt, gerade während sie ihren verzierten Dolch aus ihrem Mantel fischte und ihm einer weiter in den Arm rammte. Der dritte Mann hatte derweil die Zeit gehabt, zu einem Schwertstreit auszuholen. Kurenai duckte sich darunter hindurch, ließ abermals ihren Dolch nach oben sausen und erwischte ihn damit in der Seite. Wie Butter durchschnitt die unscheinbare Waffe den Brustpanzer.
Ein plötzliches Geräusch ließ sie herum fahren und die Klinge der Wache, welcher sie den Ellenbogen in den Magen gerammt hatte, verfehlte ihr Gesicht so knapp, dass es ihr die Maske herunter riss. Schwein gehabt. Sie packte den Arm des Mannes und kassierte einen Faustschlag in den Magen. Die Stumme ließ nicht locker; er wusste nicht, was sie vorhatte.
Einen kurzen Zauberspruch später begann der Mann am ganzen Körper zu zittern, wurde blass und sackte schließlich in sich zusammen.
"Du entkommst uns nicht!", brüllte ein Mann, ebenfalls eine Wache, von der anderen Seite des Raumes aus und schickte ein paar Männer aus, sich vor der Tür zu positionieren, damit die Fremde auch bloß den Raum nicht verlassen konnte. Kurenai wandte sich um und blickte in die erschrockenen Augen Anyalas. Kurenai lächelte nur und hob die daedrische Maske vom Boden auf. So leere Augen hast du noch nie gesehen, nicht war? Sie sind tot, diese Augen. Endlich verstehst du, was ich wirklich bin.
Es ging schnell. Die Wachen hatten nicht den Hauch einer Chance. Sie hatte einen so unüblichen, unvorhersehbaren und unkoordinierten Angriff gestartet, dass die Männer gar nicht damit gerechnet hatten. Ohnehin hätten sie eine solche Aktion von dieser Frau nicht erwartet.
Doch all das, als was die Wachen diesen Angriff sahen, gingen Kurenai nicht durch den Kopf. Es war das einzig Sinnvolle gewesen, eine andere Option war ihr nicht geblieben, wenn sie niemanden töten wollte - abhauen. Ein, zwei Stühle und ein Tisch waren dabei zu Bruch gegangen, aber die Wirtin hatte sicherlich Geld. Die Preise hier waren der reinste Wucher.
Den eigentlichen Ausgang konnte sie nicht benutzen. Sie musste woanders lang. Nur wo? Nun, als Kind hatte sie großen Spaß daran gefunden, einen Raum unüblicherweise durch ein Fenster zu verlassen. Dieses Mal sollte es ihr auch gelingen. Sie verschwand durch eine kleine Tür am Ende einer Treppe, brachte dabei noch eine Wache zu Fall und ließ das Holz nach dem Eintreten hinter sich in den Rahmen krachen. Sie musste schnell machen, die Tür durch einen Zauber verriegeln, auf dass die Wachen ihr nicht folgen konnte. Jedenfalls nicht so schnell, dass es ihnen möglich war, einen Pfeil in ihrem Rücken als Abschiedsgeschenk zu hinterlassen. Gesagt, getan: Sie legte eine Hand auf das Schloss, kleine, leuchtende Kugeln stiegen in die Luft, der Zauber war gewirkt, die Tür verschlossen.
So, und jetzt wieder die Maske aufs... hm?
Eine Elfe und ein Redguard standen sich mit gezogenen Waffen gegenüber. Na toll. Nun hatte sie auch noch dieses kleine Tete a tete gestört. Als wenn ihr Tag nicht schon schlimm genug gewesen wäre...
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