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Kämpfer
Pelagiad - Halfway Tavern
Sein breit gezogenes Grinsen entblößte der Elfe den größten Teil seiner etwas gelblich verfärbten Zähne, während er langsam wieder sein Gleichgewicht fand. In seinem Rausch war ihm entgangen, das sein Gegner nicht der üblichen Kriegersparte entsprach. Schon allein die leichte Rüstung und der Dolch zeugten von einem Dieb oder einer Assasine. Die Wendigkeit jedoch war das ausschlaggebende für einen Meuchelmörder und so musste er mit bedacht vorgehen, wollte er sich seinem Sieg gewiss sein.
Doch das wollte er nicht.
Er war im Begriff sich zu amüsieren und da konnte er nichts mit genauen Bewegungsanalysen und Taktiken anfangen. Er wollte sein Schwert hören, wie es singend durch die Lüfte preschte, er wollte dem Klirren aufeinander prallender Metalle lauschen, die dabei entstehende Funken sehen, ehe der Tanz mit einem Fluss aus rotem Blut beendet wurde.
Nichtsdestotrotz konnte er froh sein einen Krieger vor sich zu haben, der sich weniger auf seine Kraft oder Rüstung, sondern mehr auf seine Schnelligkeit und Präzision verließ. Eine schwer bewaffnete Wache war ein leichtes Spiel für diese Art von Kämpfern. Er jedoch besaß weder seine Ebonyrüstung, noch sein Schild, das ihn behindern könnte.
Ihm bot sich also seit sehr langer Zeit wieder einmal die Möglichkeit eine alte Zeremonial Kampfkunst der Crowns anzuwenden. Weder Rüstung noch Schild, nur ein Krummsäbel blieb dem Krieger, um einen Disput zwischen Adeligen ein und für alle mal zu beenden. Zwar hatte er in diesem Fall ein Schwert des Westens in der Hand, doch war es eine Tugend des geschickten Kriegers sich den Umständen stets anzupassen.
Die rechte Schwerthand hielt er weit oberhalb seines Kopf, das Schwert den Gegner anvisierend, während er leicht in die Knie ging. Von oben konnte er schon immer schneller zu schlagen und exakt das sollte ihn auch zum Sieg führen. Eine schnelle kombinierte Schlagfolge, genau das was der Rausch eines Redguards verlangte.
"Stirb mir nicht allzu schnell...Lass uns Spaß haben!"
Mehr oder wenig leichtfüßig verkürzte er den Abstand zur Elfe in wenigen Sprüngen auf ein Minimum, ehe er sein Schwert nach unten schnellen ließ. Doch die Elfe wich gerade noch rechtzeitig zur Seite, zog ihren Dolch und blockte den leicht abgeschwächten Folgeschlag am Griff des Schwertes, wobei sie um ein Haar der Hand des Redguards einige Finger abschnitt. Verwundert, dass der Dolch beim Aufschlag nicht zerbarst, kam er kurzzeitig zur Ruhe und gab der Elfe somit Gelegenheit einen Gegenangriff zu starten. Rasch bückte sie sich unter dem Schwert des Söldners hindurch und war im Begriff die Sehnen eines seiner Fußgelenke zerschneiden.
Ein Stoß mit dem Knauf des imperialen Langschwertes gegen deren Schulterblatt jedoch ließ ihren Schnitt ungenau werden und so hinterließ er lediglich einen Schlitz in seiner zerfledderten, braunen Hose. Erneut hob er das Schwert und hieb auf die kniende Assasine ein. Erneut verfehlte sein Schlag den Schädel der Frau, als sie sich gekonnt zur Seite abrollte.
Wutentbrannt schleifte der Söldner die Schwertspitze am Holzboden des Gangs entlang, ehe er seinen Gegner erreichte und die Klinge horizontal in die Höhe schnellen ließ, um sie seinem Gegner darauf sofort wieder diagonal entgegenzuschleudern. Zwei tiefe Kratzer in der Rüstung der Dunmerin waren die Konsequenz seines Angriffs.
Mit der Schwertspitze noch immer auf den Holzboden deutend, ließ er eine breite Angriffsfläche für die Assasine offen, die sie auch sogleich nutzte indem sie ihren Ellbogen in das Brustbein des Redguards stieß, um gleich darauf ihre Elle nach vorne schnellen zu lassen und den ihm somit ihren Dolch durch den Hals zu rammen.
Sein Blut kochte vor frohlocken, als ihn ein Schub von Adrenalin beinahe überwältigte. Mit einer neu gewonnen Kraft beugte er sein Rückrad so weit wie nur möglich nach hinten und entfloh somit seiner drohenden Niederlage um Haaresbreite. Der Dolch verfehlte sein Ziel und durchbohrte nur leere Luft.
Die Balance nicht mehr aufrechterhalten könnend, ließ er sich während seiner Schwertbewegung der Elfe entgegen zu Boden fallen. Die Klinge traf die Hand der Meuchlerin unglücklicherweise nur mit der ungeschärften Fläche. Der Dolch flog ihr durch die Wucht des Schlags aus der Hand und der Söldner lag auf den Holzbrettern. Sie entschied sich innerhalb weniger Sekunden dafür ihre Waffe wieder aufzunehmen, anstatt einen weiteren Angriff gegen den mehr oder weniger wehrlosen Söldner zu starten, und gab ihm somit genügend Zeit um sich wieder aufzurichten.
Leicht schnaufend standen sich die beiden Kontrahenten gegenüber, als er von unten aus der Taverne dumpfe Kampfesgeräusche hörte. Ihm lief die Zeit davon. Sein Herz raste. Er wollte mehr, mehr kämpfen.
"Jetzt bloß nicht aufhören...der Spaß fängt gerade erst an..."
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