Ninièl grinste innerlich, als sie das etwas verblüffte Grinsen Revans bemerkte. Eigentlich sollte dieser mittlerweile wissen, dass ihre Ahnungen fast immer richtig waren. Zudem lag die Vermutung nahe, dass ihr Adoptivvater in Ald-ruhn war. "So sieht man sich wieder", sagte sie leise und fügte hinzu: "Ald-ruhn hat sich in den reinsten Hexenkessel aus wildgewordenem Pöbel verwandelt. Dabei sind die Redoraner doch sonst so ehrenvoll. Aber kaum kratzt man ein bißchen an der äußeren Schale ...". Sie liess den Satz unbeendet, da sie durch einen Neuankömmling, welcher gerade die Taverne betreten hatte, aufgeschreckt wurde. Unauffällig musterte sie den Mann, einen Dunmer. So unauffälig, wie dieser auch erscheinen wollte, so wenig konnte die elegante Geschmeidigkeit seiner Bewegungen und eine gewisse Arroganz in seinem Auftreten ihrem geübten Blick verborgen bleiben. "Assassine", entschied die Hochelfin im Stillen und fragte sich, ob dieser wohl der Mörder Venims sei. Doch irgendwie glaubte sie nicht recht daran. Wäre das der Fall, dann wäre der Mann längst aus Ald-ruhn verschwunden. Unauffällig trat sie Revan unter dem Tisch vor's Schienbein und deutete mit einer leichten Kopfbewegung in Richtung des Neuankömmlings, um ihren Vater auf diesen aufmerksam zu machen.