Er war unter Wasser. Weit über ihm brach die Sonne durch die Wasseroberfläche, aber ihre Strahlen erreichten die schwarzen Tiefen in denen Tar'Chirr schwamm nicht. Eine eiskalte Hand zog an dem Bein des Argoniers und trieb ihn tiefer in die lichtlose Welt. Das letze Licht verschwamm nun, und er hörte nur noch ein schrilles Quicken.

Ein Schmerz durchfuhr sein Bein und Tar'Chirr schlug die Augen auf. Die untere Hälfte seines Körpers lag im Wasser, und sein Gewand bauschte sich im Wasser auf. Dies war allerdings teilweise auf den schwarzen Schatten im Wasser zurückzuführen, der sich am Bein des Assassinen festgebissen hatte. Mit einem Ruck zog er sein Bein zum Körper. Die Schlammkrabbe wurde durch die Luft geschleudert und blieb strampelnd auf dem Rücken im warmen Sand liegen. Tar'Chirr rollte zur Seite und hinterließ eine tropfenartige Blutspur im Sand. Der Dolch zuckte aus einer Falte seines Gewandes hervor und bohrte sich in die ungepanzerte Seite der Krabbe. Nach einigen krampfartigen Zuckungen blieb der Leib des Tieres regungslos liegen.

Stöhnend kam Tar'Chirr auf die Beine. Die Fangzähne der Krabbe hatten eine blutende Wunde in sein linkes Bein gerissend, als sein Angreifer ihn ins Meer ziehen wollte. Vorsichtig kroch er unter dem Steg, zwischen dessen Pfählen er sein Nachtlager errichtet hatte, hervor und humpelte zur Rückwand eines der wenigen Häuser in Seyda Neen. Der Raum hinter den Erdgeschossfenster war leer, aber der Geruch von gebratenen Fisch zeigte, dass im oberen Stockwerk gerade das Mittagessen zubereitet wurde. Nach einem letzten Blick zog Tar'Chirr sich auf die Fensterbank und von dort aus ins Haus. So gut es ging schlich er quer durch den Raum bis er den Schrank erreichte. Als er die schweren Türen öffnete stöhnte ein lang gezogenes Knarren durch das Haus. Der Argonier holte geräuschlos seinen Dolch hervor und wartete, aber die Person im oberen Stockwerk schien nichts gehört zu haben, keine Schritte kamen die Treppe herab. Tar'Chirrs suchende Hand ertastete ein Stück Stoff hinter den, einen spaltbreit geöffneten, Schranktüren. Es war ein schlichtes und schlecht vernähtes Hemd aus hellgrauen Stoff, passend für Tar'Chirrs Zwecke.

Als er wieder draußen war riss er einen Streifen aus dem Hemd und verband damit die immer noch blutende Wunde. Humpeld begab er sich wieder zur Schlickschreiterplattform, der Führer musterte interessiert den blutgetränkten Verband.