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Veteran
Geisterpforte
Maya wollte zwar nicht unbedingt ein Verhör, aber doch hatte sie sich darauf vorbereitet:
"Ich hörte von euch, als ich in einem Auftrag der Kriegergilde in die Festung der Mondfalter-Legion musste. Dort erzählte man sich unteren den Legionären, dass es eine Gruppe "Ausreißer" gibt, die querfeldein durch das Land flüchten. Aus anderer Quelle, die ich nicht nennen will, erfuhr ich dann eure ungefähre Lage. Nur so viel sei gesagt, es handelt sich um einen anderen Waldläufer (Anm.d.A.: NPC). Ich kam, weil ich dachte, ihr hättet die Meldung erhalten und mir wurde sogar positiv geantwortet, unter eines gewissen Revan(s) Namen. Ich dachte mir also, dass einer aus eurer Gruppe wohl Revan heißt. Ich will mich anschließen, da ich eine Waldläuferin bin und damit verbindet man Freiheit und Natur. Die Aufgaben in der Kriegergilde interessieren mich nicht so sehr wie die freie Wildnis. Daum möchte ich mich euch anschließen und durch die Wildnis streifen."
Maya war stolz auf sich. Das hörte sich alles sehr plausibel an. Das training bei den Verhörmeistern der Imperialen hatte wohl genützt, obwohl es sehr hart und unangenehm war, denn sie war mit ihren ausführungen sehr zufrieden. Dort hatte sie auch gelernt, Leute einzuschätzen und den großen Dunmer, der vor ihr standt, schätzte sie als starken Mann mit klarem Ziel ein, der sehr sorgfältig, vorsichtig und sehr wissbegierig ist.
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Geisterpforte
Irgendwie ging Ninièl das Ganze mittlerweile auf die Nerven. Waren denn alle verrückt geworden? Dieser Echozar schien eine absolute Begabung dafür zu besitzen, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und die falschen Schläge abzubekommen und hatte es glorreich geschafft, beide Seiten gegen sich aufzubringen. Und von beiden Seiten eins auf die Nase zu bekommen. "Pech oder Volltrottel?", fragte Ninièl sich seufzend. Und diese seltsame Dunmerin, die schon wieder vor Revan aufgetaucht war. Natürlich vor Revan. Ihr Adoptivvater schien eine Anziehungskraft auf Dunmerinnen zu besitzen und es war eh ein Wunder, dass diese neue Erscheinung hier nicht auch gleich wieder vor ihm in Ohnmacht gefallen war.
Ninièl selbst hatte es geschafft, sich aus den Kämpfen weitestgehend herauszuhalten, indem sie einfach ihr Schwert mit drohendem Gesichtsausdruck vor sich hielt, von sich aus aber keinen Angriff startete, sondern den anderen nur mittels Blickkontakt zu verstehen gab: "Lasst mich in Ruhe. wer näher kommt, ist tot!" Ein Corprus-Opfer in den eigenen Reihen also war der Grund gewesen. Warum schleiften sie den nicht einfach ins Corprusarium nach Tel Fyr? Dann wären beide Seiten zufrieden, obwohl sie selbst der Meinung war, eine schnelle Erlösung durch das Schwert wäre besser für das Opfer. Warum man diese Krankheit eine "heilige" nannte, entzog sich der pragmatischen Hochelfin. An einer Krankheit war ihrer Meinung nach nichts heilig. Man war halt einfach nur ... krank. Und in diesem Falle: unheilbar. Es sei denn, der berühmte Diavath Fyr hätte mittlerweile ein Wunder wirken können, woran sie aber zweifelte. Diese Kurenai war auch wieder aufgetaucht und wenn sie erneut wagen würde, nach Ninièl zu schlagen, könnte sie sich leichter als Cliffracer-Futter wiederfinden, als ihr lieb wäre. Und wenn Lenne diese neuerliche Dunmerin jetzt erlösen würde, hätte sie - Ninièl - auch nichts dagegen. Das nur teilweise mitgehörte Gespräch zwischen der und Revan machte sie stutzig. Das fehlte auch noch gerade, dass die Imperialen womöglich eine Spionin hinterhergeschickt hätten. Kurzum: Ninièl hatte eindeutig schlechte Laune und wenn sie schlechte Laune hatte, endete dies zumeist mit ein paar toten Nords. Leider war die Nord tatsächlich schon enteilt. Wohin auch immer, sie hatte es in dem Getümmel nicht so mitbekommen. Nun ja, er würde hoffentlich bald wiederkommen.
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Veteran
Geisterpforte
Nachdem Maya nun erfahren hatte, dass der gesuchte Revan nicht unter dieser Gruppe weilt, wusste sie nicht was sie tun sollte? "Revan ist also nicht unter euch?" fragte sie Zaknafein Oblodora und dieser versicherte ihr nochmals "Nein, ganz sicher nicht". "Troztdem danke und ich entschuldige mich für die Umstände, die ich euch bereitet habe." und damit verließ Maya das Zentrum des Turms der Abenddämmerung und ging mit gesenktem Haupt nach draußen. Als sich ein Kriegswappenträger sich ihr in den Weg stellte, zog sie nicht einmal ihr Schwert, sondern verpasste ihm nur mit dem Schild einen ordentlichen Hieb gegen die Brust. Er stolperte zurück und Maya ging weiter "Verdammt, wie konnte das passieren. Hatte sich der Waldläufer getäuscht, bin ich ganz blöd, hab ich den falschen Turm erwischt, haben mich alle belogen..." dachte Maya und war nahe am Verzweifeln. Sie merkte nicht, dass ihr der Kriegswappenträger folgte. Er stach dann plötzlich mit einem Dolch zu und traf Maya in die linke Schulter zwischen 2 Rüstungsplatten. Maya zuckte zusammen und konnte gerade noch einen Schmerzensschrei unterdrücken. Sie wirbelte herum, zog ihr Schwert und in ihrer Wut konnte sie den Schwung nicht mehr bremsen, sodass der linke Arm des Kriegswappenträgers zu Boden fiel. Dieser sackte zusammen, ging auf die Knie und hielt sich wimmernd den Arm. Maya konnte das nicht mitansehen und weil ihr Gewissen ihr Schwierigkeiten bereitet, gab sie dem Mann einen Heilungstrank. Dieser bedankte sich kleinlaut und dann ging Maya weiter.
Damit sie eine Möglichkeit streichen konnte ging sie in den Turm der Morgendämmerung und versicherte sich, dass dort keine Gruppe von Kämpfer und kein Revan ist. Danach war sie noch trauriger und deprimiert. Sie entfernte sich etwas vom Eingang der Geisterpforte und schlug ihr Lager zwischen ein paar windschützenden Steinen auf.
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Geisterpforte
"Aha, mal wieder so ein selbstaufopfernder heldenhafter männlicher Gedanke, der letztlich wahrscheinlich dem "Helden" lediglich den Tod brachte", dachte Ninièl. Und von "post mortem-Ruhm hat auch keiner was, aber das haben diese Helden noch nie bedacht", folgerte sie zynisch weiter. Dann sah sie auf und ihren Adoptivvater an. "Die Tatsache, dass dann auch mittlerweile die Gesichter aller Leute dieser Gruppe bekannt sein dürften, wurde in diese Überlegungen aber wohl nicht einbezogen. Natürlich muss erst wieder eine Frau kommen, um die praktischen Dinge des Lebens zu erläutern", grinste sie und fügte hinzu: "Und im übrigen habe ich etwas gegen Helden und Heldentode, den tot ist letztlich tot und gemeinsam tot ist unsere Chance einfach größer. Ihr könnt natürlich versuchen , liebster Revan", sagte sie süffisant mit Betonung auf dem Wort "versuchen", "Euch bei Nacht und Nebel heldenhaft davonzuschleichen, aber seid gewiss, ich werde schlichtweg hinterherschleichen. Schon um sicherzugehen, dass nicht wieder irgendwelche Dunmerinnen es vorziehen, bei Eurem Anblick in Ohnmacht zu fallen". Mit ihrem Spott versuchte sie, ihre Sorge um ihren Vater zu verbergen und hoffte nur, dass ihr dies gelungen war. Auf jeden Fall war sie entschlossen, ihn keinesfalls allein ziehen zu lassen. Der Anführer der Morag Tong konnte nicht spurlos verschwinden. Irgendwer würde eine Berühmtheit aus dem Haus Redoran immer erkennen und da standen die Chancen alleine nun einmal schlecht. Sie verschränkte die Arme und starrte Revan an, während sie hoffte, dass der Rest ihrer Truppe sich auch äußern würde.
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Geisterpforte
"Oh nein, so einfach kommst Du mir nicht davon, lieber Vater", dachte Ninièl und starrte ihn weiter mit verschränkten Armen an. "Tja, nachforschen und unerkannt bleiben, dürfte wirklich sehr schwierig werden", sprach sie dann langsam und ruhig. "Und außerdem, wer schafft es wohl, eine nachschleichende Elfin vom Nachschleichen abzuhalten? Also können wir uns das Nachschleichen auch gleich ersparen und ich komme so mit. Und wie ich bereits erwähnte, dürften unsere Gesichter mittlerweile auch bekannt sein. Es wäre also so oder so besser, wie verschwinden von hier erstmal gemeinsam an einen sichereren Ort. Dort können wir immer noch Pläne über unser weiteres Vorgehen schmieden. Wenn uns die Imperialen nämlich draußen auflauern sollten, dann stehen unsere Chancen ohne Euch verdammt schlecht, Revan", sagte sie, jetzt ernst geworden. "Echozar lässt sich von allen Seiten die Nase polieren. Diese Kurenai ist verletzt und hat zudem die Begabung, die eigenen Leute anzugreifen, dem Nord traue ich nicht weiter, als ich ihn werfen kann und das wäre gar nicht und dann noch Lenne. Nun, Lenne hat sich zwar bisher als verläßlich und auf unserer Seite stehend erwiesen, aber Lenne und ich schaffen es im Notfall auch nicht alleine. Schon gar nicht, falls Kurenai wieder auf die Idee kommt, uns dann noch von hinten anzugreifen. Scheint irgend wie nicht ganz dicht zu sein, die Gute", seufzte sie. Ihre Gruppe war wirklich merkwürdig zusammengewürfelt. Ein ungeschickter Kämpfer, zwei weitere, die nicht ganz richtig im Kopf schienen und somit unberechenbar waren, eine seltsame Dunmerin, die aus dem Nichts aufgetaucht war und sicherlich irgendwo dort draußen wartete und womöglich mit einer ganzen Armee von Imperialen und jetzt wollte Revan hier verschwinden. Wenn er das wirklich vorhatte, würde sie, Ninièl, ebenfalls verschwinden. Letztlich band sie nichts an diese Gruppe Fremder, aber sehr viel an ihren Adoptivvater. Schweigend wartete sie seine Reaktion ab.
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Kämpfer
Ghostgate
Lenne sah diesen Tarador misstrauisch an. Ihr Misstrauen verflog jedoch teilweise, als sie erkannte, das die Fremde und er sich tatsächlich kannten. Dennoch blieb sie wachsam. Dieser Ort, so in Chaos versunken, barg mit Sicherheit noch andere Gefahren. „Könntet Ihr vielleicht mit uns kommen?“ Die Worte des Rothwardonen kamen überraschend. Lenne staunte nicht schlecht, es kam immerhin selten genug vor, das ein Mann, dem Mann mit der Klinge gedroht hatte, einen aufforderte mitzukommen. Andererseits, wenn wieder so ein bekloppter wie der Nord vorhin beschloss, Lenne oder die Fremde wären für die Coprus-Krankheit verantwortlich, wäre Lenne wohl in der Lage sich einigermaßen zu verteidigen. Bei Kurenai zweifelte sie da ein bischen. Sie wollte grade Nicken, als ihr einfiel, mit wem sie überhaupt da war. "Oh Mann, jetzt hab ich meine eigenen Verbündeten vergessen", fluchte sie leise. "Wie bitte?" Tarador sah sie fragend an. "Nichts Nichts...", Lenne machte eine abfällige Geste. Tarador fragte nicht weiter nach. Sie sah sich um. Revan unterhielt sich mit Niniel. "Die beiden würden also nichtmal merken, das ich weg bin. Und Echozar, hm... ach gott, wen kümmert Echozar..." Lenne schnaubte und wandte sich an Tarador, der immer noch Kurenai auf dem Arm hielt, "Ist in Ordnung, geh nur vorraus...." Tarador machte eine zustimmende Geste mit dem Kopf und ging vorraus, sonderlich weit war der Weg nicht. Sie betraten ein kleines Krankenzimmer. Es waren grade mal zwei Betten und dazwischen eine kleine Kommode aufgestellt. "So, da wären wir..." er legte Kurenai auf ein Bett. Dann fing er an, sein Kurenais Wunden weiter zu begutachten. "Dann wollen wir mal sehen, was ich für dich tun kann, K... K..." Er versuchte auch diesen versuch, sich ihres Namens zu entsinnen. Lnne wandte sich an ihn. "Braucht ihr Hilfe? Ich helfe gerne, aber wenn ihr alleine klarkommt, könnte ich dann etwas eurer Materialen haben...? Ich tausche auch was dafür ein, wenns sein muss... Ich bin selbst... etwas... lädiert..." Wieder begutachtete Tarador die für Lenne Fremde. "Nein", entgegnete er shließlich, ich muss klar kommen... Kümmert euch um euch selbst, ich werde kurz alles holen, was man braucht, ich werde genug für die Versorgung beider Damen mitbringen...". Dann ging er kurz in einen kleinen Nebenraum, Lenne hörte, wie er anfang, Sachen zusammenzuräumen. "Ihr wolltet deswegen hierher, oder?" Lenne setzte sich auf das andere Bett, "Ihr wolltet zu ihm, damit er euch versorgt?" Es kam keine Reaktion ihres gegenübers. Wie auch immer, ich heiße Lenne, falls du es noch nicht aufgeschnappt hast in unseren bisherigen Begegnung.... Es tut mir wirklich leid, das ich dich in deine jetzige Situation gebracht habe..." Wieder kam keine für Lenne offensichtliche Reaktion. Lenne seufzte. "Vermutlich hasst sie mich, egal, was ich mache..." dachte sie. Für weitere Kommunikationsversuche blieb keine Zeit, da Tarador wieder hereinkam. "Dann wollen wir uns mal um unseren Patienten kümmern..." Er stellte eine Kiste mit allerlei Heilmitteln vor die Komode. "Ihr könnt euch selbst bedienen...", fügte er an Lenne gewandt noch hinzu. Lenne richtete sich etwas weiter auf. Als erstes legte sie den in Pelagiad gekauften Umhang ab. Obwohl noch relativ neu, war er doch, nicht zuletzt durch einige provisorische Verbände für Kurenai, ziemlich mitgenommen. Dann legte sie, etwas vorsichtiger, ihre Rüstung ab. Auch diese war mitgenommen, allerdings deutlich älter als der Umhang. Darunter trug sie ein normales Stoffhemd. "Dann ist unter all dem Schwarz also dochnoch ein bischen weiß versteckt?" Tarador warf ihr einen Blick zu. Es war eindeutig eine Anspielung auf die dunkle Farbe ihrer Rüstung und er hellen Farbe ihres Hemdes. "Ja, aber ist dieses "Weiß" auch nur eine kleine Schicht über dem wahren Dunklen..." Lenne war nicht wirklich in der Laune eine Diskussion über ihre Gesinnung zu führen. Ihr Gegenüber, der den Blick wieder auf seine Aufgabe, der Versorgung Kurenais, richtete, entging das nicht. Einige Zeit wurde still gearbeitet. Lenne war, auch wenn es nicht den Anschein hatte, ziemlich fertig. Der Rothwardon in Pelagiad, die Orks in der Deadraruine, und immer wurden ihre Wunden nur oberflächlih versorgt. Plötzlich riss ein Wortschwall sie aus ihren Gedanken. "Was?" Tarador lächelte. "Ich habe gefragt, wie es kommt, das ihr meiner Freundin helft und ihr beschützt..." Lenne sah ihn verwundert an: "Warum sollte ich nicht?" "Sie ist ein Mischling, für die meisten Dunkelelfen ist das Grund genug..." "So?", entgegnete Lenne, "bisher hatte ich keine Zeit, mich mit dem Gedanken ihrer Herkunft zu beschäftigenn... Ich brauch es auch nicht... es spielt keine Rolle... Sie kann schließlich nichts für ihre Eltern... Außerdem... Spielt es keine Rolle, was der Gegenüber für eine Rasse hat... Ob mir ein Ork, ein Nord oder ein Rothwardon den Kopf einschlägt, ist im Endeffekt egal... Und wenn man es so sieht... Die Mischlinge sind bisher die einzigen, die noch nicht versucht haben, mich umzubringen..." "Ihr habt... eine merkwürdige Einstellung..." Lenne grinste förmlich, "Und wenn schon... bisher habe ich mit dieser Einstellung überlebt..." Tarador entgegnete darauf nichts. Sie schwiegen...
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Abenteurer
Geisterpforte
Inzwischen hatte sich die Situation innerhalb der Geisterpforte ein wenig beruhigt, trotzdem schmerzte seine etwas angeschlagene Nase noch leicht. Warum musste ausgerechnet er diesen Schlag abgekommen und nicht beispielsweise Revan, die Damen ließ er nun mal außen vor. Natürlich waren auch sie gefürchtete Kämpfer, ohne Zweifel, aber trotzdem würde er keiner von ihnen zumuten wollen, in so einen Faustschlag hineinzulaufen, wie er ihn vorhin abbekommen hatte.
Echozar sah sich um, ganz ruhig war es immer noch nicht und es wurde lautstark diskutiert, aber wenigstens konnte er keinen in der unmittelbaren Nähe ausmachen, der mit seinen Fäusten um sich schlug. Ein paar der Tempelpriester hatten es dank ihres rhetorischen Geschicks tatsächlich geschafft, den aufgebrachten Mob zu beruhigen und eine Diskussion anzuregen. Na gut, es war nicht nur ihr rednerisches Geschick gewesen, denn ein paar Mal hatte er einige der in Roben gekleideten Priester dabei beobachten können, wie sie besonders aufgebrachte und aggressive Leute mit einem Charm-Zauber zur Ruhe brachten. Ja, die Schule der Illusion hatte auch was für sich, auch wenn der Waldläufer mit Zaubern so viel am Hut hatte wie mit den Adeligen des Landes.
Lenne war irgendwie verschwunden und auch diese Frau von Dagon Fel damals war nirgends auszumachen. Blieben von der Gruppe also nur noch Revan und Ninièl, welche am Rande der Szenerie standen und irgendetwas zu besprechen schienen.
Plötzlich spürte er ein starkes Gewicht auf seiner Schulter und fuhr reflexartig um. Ein großer Nord stand neben ihm und hatte sich auf seine Schulter gelehnt. Er blickte leicht benebelt und hatte eine Alkoholfahne bis zum anderen Raumende. Auf Echozars leicht angewiderten Blick wurde sein Blick ein wenig klarer und er begann... versuchte zu sprechen.
"W...w...was guckst'n so, blöda Älf?"
"Faß mich nicht an", sagte Echozar knapp, aber der Nord ließ nicht locker.
"Du machst mich nisch, oda? Egal, ich woll' dir sowieso eine reinhau'n, weil mir dein G'sicht nisch passt."
Warum mussten manche Leute nur immer aggressiv vom Alkohol werden? Kurz erinnerte der Dunmer sich an sein Saufgelage in der Taverne Pelagiads. Er war bescheuert gewesen und hatte sich lächerlich gemacht, aber er war harmlos. Diesem Nord bekam der Alkohol scheinbar nicht gut. Er verdiente echt eine Abreibung. Wo war Ninièl, wenn man sie brauchte? Na ja, er würde auch allein mit dem Knilch, der einen Kopf größer und breiter gebaut als er war, fertigwerden. Ein kurzer grünlicher Schein umgab den Nord, was war das denn nun?
"Oh, habsch disch beleidigt? Wollt' ich gar nich', komm in meine Arme mein Freund", sagte der Nord plötzlich, während Echozar geistig schon zu "Wolkenbiss" gegriffen hatte. Der Hüne packte ihn und drückte ihn an sich, ein Kämpf wäre dem Waldläufer lieber gewesen als diese Umarmung. Dann ließ der Nord von ihm ab, lallte noch etwas, das entfernt wie "Entschuldigung nochmal" klang und wandte sich ab von ihm. Einer der Tempelpriester in Echozars Nähe grinste ihn breit an, während dieser überlegte, ob er nun Charm-Zauber mochte oder hasste.
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Abenteurer
Geisterpforte
Kurenai blickte genervt hin und her, als die beiden Personen sich ’unterhielten’ und war noch beunruhigter, als Tarador, sich plötzlich voll und ganz auf die andere Elfe konzentrierte und versuchte, den Kopf der Mischlingsfrau mit weißem Leinen zu umwickeln. Als er den Mund bereits verdeckte, klopfte Kurenai ihm auf die Schulter und blickte ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
„Oh, ja. Äh, tut mir Leid, K...“ Er war anscheinend immer ein wenig... durcheinander. Wenigstens entwickelte er den wohl unwichtigsten Teil ihres Körpers wieder von dem Verband. „Wollt Ihr mir Euren Namen denn nicht sagen?“, fügte er noch hinzu, als er sich der Platzwunde über ihrem Auge zuwandte. Puh... Kurenai antwortete nicht. Wer hatte auch irgendetwas anderes erwartet? Die Elfe dort, die sich selbst versorgte, hatte bei ihrer Kontaktaufnahme mit Kurenai wahrscheinlich an Unfreundlichkeit des Mischlings geglaubt, aber Tarador... sollte eigentlich um ihre Lage wissen. Immerhin hatte er sie schon einmal versorgt, nachdem sie ihm das Leben gerettet hatte. „Oh ja“, meinte er letztlich dann auch. „Äh, okay. Hatte ich ganz vergessen, tut mir Leid... Hier trifft man nicht oft Leute, die... hm... na ja. Was soll’s.“ Ja, was soll’s...
Als er mit Kurenais Verarztung fertig war, bat er Lenne, noch ein wenig bei Kurenai zu bleiben, dass dies der Grund gewesen sei, warum er sie gebeten hatte, mitzukommen, denn er musste zu den anderen Tempelpriestern und versuchen, die Situation zu entschärfen; und alleine lassen hatte er sie nicht wollen, vielleicht kam irgendein überreizter Wachposten hier an und war absolut nicht einverstanden mit der Anwesenheit einer weiteren Kranken. Als er gegangen war, schloss Kurenai die Augen und dachte nach. Es würde doch nichts ausmachen, der Frau mit dem schönen, weißen Haar zu offenbaren, dass sie stumm war. Der Rothwardon, seines Zeichens Oberhaupt der Kriegergilde, hatte es immerhin auch sehr schnell heraus bekommen. Außerdem war es wohl unvorteilhaft, wenn irgendwer davon ausging, dass sie sprechen konnte. Vorsichtig legte sie Lenne die Hand auf die Schulter, damit diese ihr die volle Aufmerksamkeit schenkte. Die Elfe drehte ihr den Kopf zu und sah sie mit einem leichten Hauch von Erwartung an. Tarador hatte Kurenai ihrer Rüstung entledigt, also musste sie nur noch den Hemdkragen etwas herunter ziehen, um die breiten, gezackten Narben zu offenbaren, die sie sich selbst zugefügt hatte, damals, als...
Der Mischling formte ein magisches Wort in Gedanken.
„Stumm...“ Es würde nur mehr ein Flüstern im Kopf der anderen sein. Aber ihrem Blick nach zu urteilen, hatte sie verstanden. Und da es unhöflich war, sich nicht vorzustellen, wenn jemand anderes einem den Namen genannt hatte, versuchte sie unter größter Kraftaufbringung, der anderen das Wort „Kurenai“ zu senden und zeigte dabei auf sich selbst. Die einzige Art der Kommunikationsmöglichkeit, kraftfressend, nervenraubend. Manchmal dachte sie, sie hätte sich die Stimmbänder nicht rausschneiden sollen, doch dann... sie hatte ein solch umständliches, einsames Leben schlichtweg verdient, daran gab es nichts zu deuteln. Jetzt jedenfalls musste sie erst einmal gesund werden. Tarador würde ihr schon ein paar Heiltränke verabreichen und sie würde in ein, zwei Tagen wieder fit sein. Das war es jedenfalls, was sie von ihm erwartete; dass er sie mit Heiltränken bis oben hin abfüllte, damit sie schon bald wieder auf den Beinen war. Wie wahrscheinlich der Rothwardon, um den sie sich noch zu kümmern hatte. Das elende Dreckstück musste sterben, koste es, was es wolle. Und wenn sie dabei ihr eigenes Leben verlieren sollte, das war es allemal Wert, ihn nach Oblivion zu schicken.
Dann musste sie nicht allein dorthin reisen...
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Geisterpforte
Ninièl seufzte ebenfalls. Offenbar würde Revan sich nicht umstimmen lassen, sondern war gewillt, ins Hauptquartier der Morag Tong zu enteilen. Was hoffte er da zu erfahren? Wie auch immer, sie kannte ihren Adoptivvater gut genug. Wenn dieser olle Sturkopp sich etwas in den Kopf setzte, dann würde bestensfallls ein Vorschlaghammer ihn davon abbringen. Leider trug sie keinen bei sich. Also würde sie ihn wohl ziehen lassen müssen. Mit einer Duldermiene, die Frauen seit Anbeginn der Zeiten Männern gegenüber beherrschen, sah sie ihn an und meinte leise: "Tut, was Ihr nicht lassen könnt. Wo immer wir auch landen werden, ich bin sicher, Ihr werdet uns finden". Damit ließ sie ihn stehen und sah sich nach
den anderen um. Keiner zu sehen, außer Echozar, der gerade von einem Nord umarmt wurde. Von einem Nord umarmt? Ninièl glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Automatisch fuhr ihre Hand zum Schwertknauf, während sie raschen Schrittes in Richtung der beiden ging. Doch dann ließ sie das Schwert los. Der Nord schien reichlich betrunken zu sein und es war unter ihrer - Ninièls - Würde, einen Betrunkenen zu töten, selbst wenn es sich hierbei um einen Nord handelte.
Bevor sie die beiden erreichte, sah Ninièl auch schon, dass der Nord Echozar wieder losließ, hörte ihn irgendetwas lallen und sah ihn davonschwanken. Und Echozar machte ein reichlich genervtes Gesicht. Die Altmerin grinste breit. Der Typ schien die Extreme anzuziehen wie kein anderer. Zuerst ließ er sich von jedem Vorübergehenden die Nase polieren, um gleich darauf von einem Nord abgeknutscht zu werden. Als sie vor ihm stand, bemerkte sie eine ungeheure Anziehungskraft, die von dem anderen ausging. "Aha", dachte Ninièl. Er hatte wohl irgendeinen Charme-Zauber benutzt, um seine Nase zu schützen. Nun ja, der hatte sich auch irgendwie als Boomerang erwiesen. Sie feixte frech und meinte: "Nun Echozar. Was immer ihr heute anfangt, es scheint kein gutes Ende zu nehmen. Wenn das eine Glückssträhne bei Euch sein sollte, möchte ich lieber nicht erst Eure Pechsträhnen kennenlernen. Wo sind eigentlich die anderen hin?" Noch immer schmunzelnd beobachtete sie den Dunmer, der irgendwie verlegen wirkte.
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Abenteurer
Geisterpforte
Der Dunmer atmete erleichtert tief durch, was ihm vorher durch den heftigen Druck zweier starker Nordarme vergönnt war. Endlich war dieser Schrank davonspaziert und Echozar wünschte sich, dass er auf einen großen grünen Ogrim treffen möge, welcher ihn ebenso sehr drückt. Ein leichtes Grinsen umspielte seine Lippen, während er sich das bildhaft vorstellte. Ninièl, die Altmerdame der Gefährtengruppe, holte ihn mit ihren Worten aus seinen Rachephantasien wieder in die Realität zurück.
"Die anderen?", antwortete er zögernd und sah sich in dem mit Personen prall gefüllten Raum um. "Nun, Lenne und diese schwer verletzte Dame kann ich nirgends ausmachen. Weiß der Cliffracer, wo die hingegangen sind. Hoffentlich sind sie nicht in einen Kampf geraten und ihnen ist was zugestoßen..."
Lenne konnte sich gut verteidigen, aber die andere war schwer verletzt gewesen, wie unschwer zu erkennen war. Da half es dann auch nicht mehr, dass sie eine grandiose Kämpferin war. Aber da es allgemein ruhiger geworden war, konnte der Waldläufer sich nicht vorstellen, dass die beiden in ernsthafte Gefahr geraten sein konnten. Viel wahrscheinlich war es sogar noch, dass sich einer der Priester um die Damen kümmerte, die ja beide ein wenig oder auch ein wenig mehr angeschlagen waren.
"Aber wo ist denn Revan?", fragte Echozar, nachdem ihm auffiel, dass er diesen genau so wenig unter den Anwesenden ausmachen konnte. "Hat der nicht eben noch bei Euch gestanden und sich mit Euch unterhalten? Sind denn jetzt alle weg außer wir zwei oder verteilt hier jemand gratis Unsichtbarkeitstränke?"
Irgendwie wurde ihm unwohl bei dem Gedanken an seine fehlenden Gefährten Lenne und Revan, so unlogisch das auch war. Gerade ihm, der seit Jahrzehnten ein totaler Einzelgänger ohne engere Kontakte war. Konnte man sich wirklich so schnell an Gesellschaft gewöhnen? Anscheinend war dem so, denn anders ließe sich sein momentanes Empfinden nicht erklären. Vielleicht lag es auch daran, dass man engeren Kontakt zu anderen eher schätzte, wenn man eben so lange Zeit keinen gehabt mehr hat. Ein näheres Betrachten des hochelfischen Gesichts verriet ihm, dass Ninièl immer noch ein wenig schmunzelte. Dies konnte er ihr aber auch nicht verdenken, es muss wirklich mehr als nur merkwürdig ausgesehen haben, als der Nord ihn umarmt und gedrückt, oder eher fast zerdrückt, hatte. Dies war bisher wirklich nicht sein Glückstag, wobei sein letzter vollkommen glücklicher Tag sowieso schon eine lange Zeit her war...
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Abenteurer
Geisterpforte / Krankenzimmer
Kurenai blickte verwundert auf, als Tarador das Krankenzimmer breit grinsend wieder betrat. Was, bitte, war an der Gesamtsituation hier so komisch? Nun, immerhin wusste er bereits wieder, dass sie stumm war, und würde wahrscheinlich gleich losplappern wie ein Wasserfall. Er ging zum Bett hinüber, grinste Kurenai vergnügt an, und machte sich an die weitere Versorgung ihrer Wunden. Dann stand er auf, ging zu einem Schrank und holte ein, zwei Heiltränke heraus.
„Ich nehme an, Ihr wollt so schnell wie möglich wieder gesund werden“, quietschte er freudig, „ohne Markenreklame machen zu wollen, ich habe hier zwei Tränke, die Euch dabei sicherlich helfen werden. Euer Magierhaushalt wird hiermit“ – er hob einen der Tränke in der blaue Flasche an – „innerhalb einer Stunde wieder vollkommen hergestellt sein. Mit Eurer Gesundheit sieht es noch ein wenig anders aus. Ich kann schließlich auch nicht zaubern.“ Tarador lachte über seinen eigenen Witz. Kurenai sah ihn genervt an. „Ja, ja... schon gut. Der Trank hier in der grünen Flasche wird Euch innerhalb eines Tages soweit wiederhergestellt haben, dass Ihr normal gehen und sogar kämpfen könnt. Ganz gesund seid Ihr dann aber noch nicht, seht Euch vor. Auch wenn Eure Verletzungen äußerlich nicht mehr zu erkennen sind, hat es Euch innerhalb Eures Körpers schwer erwischt. Eine Woche lang müsst Ihr noch vorsichtig sein, die Wunden können leicht wieder aufbrechen.“ Er sprach ohne Punkt und Komma. „Das beste Zeug auf dem Markt. Ein Alchemist aus Gramfeste hat die beiden auf meine Anfrage hin hergestellt. Für den Notfall, wisst Ihr? War nicht sehr billig, ich habe ein Vermögen bezahlt. Aber was tut man nicht alles, um für den Notfall gerüstet zu sein und diese Ausrüstung dann an jemanden zu verschwenden, der es einfach nur eilig habt?“ Hätte Kurenai gekonnt, sie hätte ihn angemurrt. Konnte er nicht endlich mal die Klappe halten? Oder ihr noch eben erzählen, was denn verdammt noch mal so komisch war, dass er von einem Ohrläppchen zum anderen grinste?
„Ach ja – was ich noch sagen wollte. Die Situation drüben hat sich entspannt. Die Priester sind auf die tolle Idee gekommen, die Leute so zu verzaubern, dass sie sich gern haben. Mit anderen Worten: Gruppenkuscheln statt Köpfe einschlagen. Nett, oder? Ich hab auch so einem Dunkelelfen das Leben gerettet. Haha! Das hättet Ihr sehen sollen. Einfach herrlich, wie der riesige, besoffene Gris den armen kleinen Burschen so richtig gedrückt hat. Es gibt also doch eine Möglichkeit, aschgraue Dunmergesichter blau zu kriegen!“ Er machte eine Pause. Eine sehr kurze Pause. Vielleicht wollte er selbst erstmal Luft holen, bevor sein braunes Rothwardonengesicht blau anlief... „Diese Altmer – gehört die zu euch beiden? Mensch, die guckt ja böse. Ich wollte sie mit der „Gris knuddelt Dunkelelfen“-Geschichte etwas aufmuntern, aber uh – von dem grimmigen Gesicht krieg ich heute Nacht bestimmt Alpträume!“
Altmer? Grimmiger Gesichtsausdruck? Ja, die kannte Kurenai sehr wohl. Wieso musste eigentlich jeder sie daran erinnern, dass diese Frau versucht hatte, ihr das Leben zu retten und Kurenai das nicht gestattet hatte? Sie war nicht sehr nett gewesen, das musste sie irgendwann wieder gutmachen. Die Elfe hatte nur zu helfen versucht. Hoffentlich war sie nicht mehr wütend auf den Mischling. Man darf es nicht falsch verstehen, Kurenai war gewiss nicht auf die Meinung und die Güte anderer angewiesen, aber manche Dinge schlauchten sie schon. Sie wollte einfach nur alleine sein und in Ruhe gelassen werden. Stattdessen stolperte sie in diese oder jene Probleme und konnte nicht mehr weg, bevor sie nicht alles ins Reine gebracht hatte. Es würde erst vorbei sein, wenn völlige Neutralität vorherrschte, wenn der Moment Einzug hielt, indem alles erschien, als wäre es nie passiert.
Dort musste sie hinarbeiten.
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Geisterpforte
Ninièl grinste bei Echozars Worten über die Unsichtbarkeitstränke und dachte einen Moment lang darüber nach, ob sie mit ernsthaftem Gesicht diese Vermutung bejahen solle, überlegte es sich dann aber anders. Sie war müde, der Tag war zum Abend geworden, die Kämpfe und das daraus resultierende Durcheinander einfach nur nervig gewesen und sie wollte eigentlich nur noch schlafen.
"Revan musste etwas erledigen und hat sich vorübergehend zurückgezogen", erwiderte sie daher, wobei das "zurückgezogen" offen ließ, ob innerhalb der Geisterpforte oder außerhalb, ja sogar die Geisterpforte selbst nahelegte, was ihr nur recht war. Wohin auch immer die anderen waren, es interessierte sie nicht. Schlaf war alles was sie wollte und so schnappte sie Echozar einfach am Arm und zog ihn mit sich, wobei sie anmerkte, dass sie versuchen würde, in den redoransichen Quartieren eine Unterkunft für die Nacht zu bekommen. Als Adoptivtochter Revans würde man es ihr sicher nicht verwehren.
Taten die Redoraner, ehrenhaft wie sie waren, auch nicht. Eine kurze Erklärung seitens Ninièls und sie bekamen zwei Schlafräume zugewiesen.
"Gute Nacht Echozar", sagte sie und verschwand blitzschnell in ihrem Zimmer, wo sie die Tür hinter sich schloss. Der Dunmer würde den Weg in seinen eigenen Raum auch ohne sie finden, zumal dieser genau neben ihrem lag. Aufseufzend ließ sie sich aufs Bett fallen. Sie schaffte es nicht einmal, die Waffen abzulegen, als ihr auch schon die Augen zufielen.
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Mythos
Ort: Geisterpforte, Turm der Abenddämmerung
Maya. Waldläuferin. Gespeichert.
Ihr hörtet von unserer Gruppe? Unsere Gruppe existiert seit einer gewissen Zeit... Aber sicherlich nicht lange genug, um bereits einen solchen Ruf zu haben.
Dass er mit seiner Gruppe bereits so bekannt sein sollte, behagte Revan überhaupt nicht. Irgendwelche Fanclubs, die ihnen hinterherrennen konnte er echt nicht gebrauchen. Verdammt nochmal, seine Gilde stand am Rande des Abgrunds und nun kommt eine wildfremde Frau dahergelaufen, die ihn kontaktiert haben sollte. Eine Attentäterin der dunklen Bruderschaft? Kaum.
Aber wenn er bereits von irgendwelchen Leuten gesucht wurde, dauerte es vermutlich nicht mehr lange, bis seine Identität überall bekannt war.
Wieso wollt Ihr uns anschliessen? Weshalb kommt Ihr aufgrund irgendeiner Meldung zu uns? Was wisst Ihr von uns? Woher wisst Ihr von uns?
Kontaktiert wurde ich in letzter Zeit gewiss nicht.
Phase zwei der revanschen Gesprächstaktik: Den Gegenüber ausfragen und mit möglichst vielen Fragen überrumpeln. Ob diese Taktik wie schon oft in der Vergangenheit Erfolg hatte?
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Mythos
Ort: Geisterpforte, Turm der Abenddämmerung
Innerlich leicht beunruhigt, äusserlich völlig emotionslos dachte Revan einen kurzen Moment nach. Wenn diese Maya in einer kaiserlichen Festung erfahren hat, dass er bei der gesuchten Gruppe aus Pelagiad dabei war, dann war dies kein gutes Zeichen. Die andere, geheime Informationsquelle war dem Dunmer zudem leicht suspekt.
Wenn die kaiserlichen informiert waren, dass sich ein Dunmer namens Revan bei den Gesuchten befand, könnte das ausgesprochen unangehem werden. Kam diese Information an die falsche Stelle, war es möglich - wenn auch unwahrscheinlich - dass seine Identität als Grossmeister der Morag Tong ans Licht kam.
Mit einem typischen, nichtssagenden Gesichtsausdruck musterte der Indoril die Dunmerin.
Das erklärt natürlich einiges. Als Maya ihn nur fragend ansah, fuhr Revan fort. Warum ich nicht über euch informiert bin. Mein Name ist Zaknafein Oblodora. Ein Revan befindet sich nicht in unserer Gruppe. Ich wünsche Euch Glück, dass Ihr ihn noch findet.
Und dass er nicht in dem Getümmel hier untergekommen ist. fügte er mit einem freundlichen Grinsen hinzu.
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Mythos
Ort: Geisterpforte, Turm der Abenddämmerung
Nachdem Revan die dunmerische Waldläuferin losgeworden war, wandte er sich mit einem besorgten Gesichtsausdruck an seine Ziehtochter. Ninièl blickte finsterer drein, als es bei ihr üblich war, woraus der Grossmeister schloss, dass sie das Gespräch teilweise mitbekommen haben musste.
Das gefällt mir überhaupt nicht. Die Imperialen scheinen zu wissen, wo wir sind, und noch viel schlimmer: Wer ich bin. Das bedeutet, dass ihre namenlose "Mördertruppe" nun ein Gesicht hat. Wenn diese Maya von den Kaiserlichen erfahren hat, wo wir sind, dann bringt meine Anwesenheit die Gruppe in Gefahr.
Revan schwieg für einen Augenblick. Als Ninièl nichts entgegnete, fuhr er fort. Ich sollte die Gruppe für einige Zeit verlassen und nach dem Mörder von Venims Vater suchen. Habe ich das erst geschafft, sollte auch der Zwischenfall in Pelagiad aus der Welt zu schaffen sein.
Solange der Mob aber das Ende meiner Gilde fordert, und die Imperialen mich für einen Mörder halten...
Revan sprach den Satz nicht zu Ende, sondern wartete auf eine Reaktion der Altmerin, die er seit Jahren kannte und aufgezogen hatte.
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Mythos
Ort: Geisterpforte, Turm der Abenddämmerung
Mit dem Ausdruck tiefster Zuneigung blickte Revan seine Ziehtochter an. Genau wie sie, wusste er, dass es mit seinem Morag-Tong-HQ-Teleport-Amulett kein Problem wäre, zu verschwinden. Als Grossmeister der Assassinengilde war er auch darin geschult, unerkannt zu operieren. In einem Punkt hatte sie allerdings recht: Nachforschungen anstellen und dabei unerkannt zu bleiben, was äusserst schwierig.
Ihre wahre Botschaft jedoch rührte den mächtigen Dunmer. Sie hielt zu ihm, und wollte ihm, im Endeffekt natürlich auch sich selber, helfen.
Ob gemeinsam oder alleine sterben, macht eigentlich keinen allzu grossen Unterschied... Als er diesen Satz aussprach, erinnerte sich Revan an die Situation in der Zitadelle Vemynal, wo er dem Tod ins Angesicht geblickt hatte und schalt sich innerlich für diese unüberlegte Aussage.
Jedenfalls halte ich es nach wie vor für klüger, alleine nachzuforschen. Alleine kann ich meine Möglichkeiten voll ausnutzen, und ohne Rücksicht auf Andere arbeiten. Ausserdem bin ich relativ geschickt darin, dem Tod zu entgehen und einfach zu verschwinden. Doch was bei einer Person alleine klappt, funktioniert nicht auch gleichzeitig bei drei anderen...
Er wollte doch nur seine geliebte Ziehtochter aus dem Schlamassel heraushalten, in das er sie letztendlich gebracht hatte. Trotzdem wusste er, dass sie ihn nicht einfach gehen lassen würde.
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Mythos
Ort: Geisterpforte, Turm der Abenddämmerung
Das Problem ist, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt. Wenn diese Dunmerin uns durch Hinweise der Imperialen gefunden hat, dauert es nicht mehr lange, und sie finden uns selbst.
Ich könnte jetzt verschwinden, und in wenigen Minuten ein Gespräch mit dem Morag Tong-Kontaktmann des Kaiserreichs führen und versuchen, die Sache zu klären.
Der Kontaktmann, dessen Identität beinahe ebenso unbekannt war, wie die des Grossmeisters, war ein äusserst intelligenter Mann. Vielleicht würde Revan mit ihm eine Lösung des Problems finden. Obwohl der Kontaktmann nicht wusste, wer der Grossmeister als Person war, kannte er ihn mittlerweile relativ gut. Seit 37 Jahren war es nun derselbe.
Revan sprach nun ganz leise, damit ihn nur Ninièl verstehen konnte.
Die Gespräche finden immer in unserem Hauptquartier statt. Ninièl wusste, dass der Ort des Hauptquartiers der Morag Tong ein streng gehütetes Geheimnis war, in das ausser den Tong-Mitgliedern niemand eingeweiht war. Auch die engsten Vertrauten des Grossmeisters nicht.
Es war ein Dilemma für Revan. Einerseits wollte er seine Tochter nicht im Stich lassen, oder einer Gefahr aussetzen, anderseits musste er die Sache mit seiner Gilde so schnell wie möglich aus der Welt schaffen - wenn es dazu nicht schon zu spät war.
Schon immer war Revan ein Mann gewesen, der seine Entscheidungen mit dem Kopf getroffen hatte. Wäre das zu diesem Zeitpunkt genauso gewesen, hätte er seine Wahl längst getroffen.
Zudem wusste er, dass er die Gruppe einer Gefahr aussetzte, wenn er ging. Eine Gefahr, die sie sicher teilweise ihm selbst zu verdanken hatten.
Revan seufzte. Er wusste, dass Ninièl ihn kannte, und dass es ihr klar war, was ihn belastete.
Die ganze Zeit auf der Flucht, oder die Chance, alle Probleme aus der Welt zu räumen. So sieht es aus.
Leider war die Situation nicht so einfach, wie er sagte. Erneut seufzte der Grossmeister. Allerdings tat er dies eher aus Angewohnheit, als wegen seinen Sorgen. Schon immer hatte er darauf geachtet, seine Gefühle nicht nach aussen zu zeigen. Dies wäre ein Schwachpunkt, den er sich nicht erlauben konnte. Nie.
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Mythos
Ort: Geisterpforte - Morag Tong HQ
Nachdem sich Ninièl abgewandt hatte, entfernte sich Revan ein paar Schritte von der Gruppe. Während er seinen Blick ein vorerst letztes Mal über seine Gefährten schweifen liess, fiel ihm Echozar ins Auge der... na ja, die übliche Schlägerei eben. Moment mal... Der umarmte den Nord ja!? Er schien sowieso irgendwie ein bisschen plemplem zu sein. Kopfschüttelnd bewegte sich Revan weiter. Kaum war er ausser Sichtweite, zog er das Amulett, welches ihn direkt zum Hauptquartier der Morag Tong zu bringen pflegte, aus seinem Umhang hervor. Ein prüfender Blick, ob sein Abgang irgendwelche neugierigen Leute anlocken würde, war das letzte, was Revan in der Geisterpforte tat.
Der Raum zog sich auseinander, Sterne schienen um ihn herum zu tanzen, sein Körper wurde gestreckt und gepresst...Nur Sekunden später fand sich der Grossmeister in der vertrauten Umgebung seines Gildenhauptquartiers wieder.
Als seine Anwesenheit zur Kenntnis genommen wurde, stürmten sofort zwei Boten auf Revan zu. Mit einer Handbewegung bedeutete der Indoril dem einen Dunmer zu sprechen.
Grossmeister, gut dass Ihr wieder hier seid. Der Meister der Tong in Ald’ruhn berichtet, dass die dortige Filiale bis auf weiteres geschlossen wurde. Der Mob demonstriert davor und versuchte, in die Gildenhalle selbst einzudringen. Das konnte bisher zum Glück vermieden werden.
Revan nickte als Zeichen, dass er die Nachricht zur Kenntnis genommen hatte. War eigentlich nicht anders zu erwarten. Der zweite Dunmer war nun an der Reihe, seine Neuigkeiten an den Mann zu bringen.
Grossmeister, es wurde vor einigen Tagen die Leiche eines Dunmers in Vivec gefunden. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass der Tote niemand anderes war, als Euer Freund Jarlaxle Bregan’d’aerthe. Nähere Informationen sind zur Zeit nicht verfügbar.
Der Indoril schluckte, um den Schmerz über den Tod seines Freundes zu verdrängen. Wichtige Dinge erforderten seine Aufmerksamkeit. Seine Emotionen durften ihm nicht im Wege stehen.
Da ist noch etwas, Grossmeister...
Ein höheres Mitglied der Gilde sprach Revan nun von hinten an. Als sich der Grossmeister umdrehte, fuhr er fort.
Die Sache in Pelagiad... Ihr wurdet von einem Angehörigen des Hauses Redoran erkannt. Die kaiserliche Legion nahm die Fahndung nach Euch und Euren Begleitern auf.
Informationen waren doch wirklich die halbe Miete. Für die Imperialen bestand also noch überhaupt kein Zusammenhang zwischen der Morag Tong und Revan Baenre, dem Unruhestifter aus Pelagiad.
Wenigstens ein kleiner Lichtblick: Wenn das nur ein simpler Zwischenfall war, konnte die Angelegenheit vermutlich mit einer Bestechung aus der Welt geschafft werden.
Die andere Sache war jedoch immer noch akut. Ich will mich in kürzester Zeit mit IHM treffen. Bitte arrangiert das sofort.
Es war das Signal. Der Dunkelelf Dinin griff zu dem Amulett, dass für genau diese Situationen auf dem kleinen runden Tisch lag und steckte es ein. Das zweite Amulett legte er um und verschwand kurz darauf.
Von der heimeligen Atmosphäre des Morag Tong HQs direkt in die kalten Hallen der Burg Ebenherz. Eine Tür. Dinin klopfte vier Mal, legte eine Pause ein und klopfte danach fünf Mal. Die Tür ging auf und ein älterer Mann trat heraus. Wortlos, wie er es schon seit Dekaden immer wieder tat, streckte er die Hand aus, nahm das Amulett und legte es um. Gleich kam dieses seltsame Gefühl, wenn man durch die Dimensionen reiste. Einen kurzen Augenblick später stand der Mann in einem kleinen Raum, dessen Wände dem Innenraum eines redoranischen Hauses ähnlich waren. Gaius hatte keine Ahnung, wo er sich befand. In Ebenherz? Vivec? Balmora? Dagon Fel vielleicht? Diese Art, sich zu treffen, garantierte, dass niemand ausserhalb der Gilde vom Standort des Hauptquartiers erfuhr.
Der Raum war spärlich beleuchtet, doch der Imperiale hätte den Weg auch im Dunkeln gefunden. Wie immer lag ein angenehm frischer Geruch in der Luft, der dem älteren Mann zusagte. Durch eine runde Tür betrat er ein grösseres Zimmer, indem sich nur ein langer Tisch befand, an dessen Enden jeweils ein Stuhl stand.
Der weiter entfernte Stuhl war wie immer durch eine in einen Umhang verhüllte Figur besetzt. Kurz darauf war auch der andere Stuhl besetzt.
Es freut mich, dass Ihr gleich kommen konntet, Gaius Julius.
Es ist auch dringend nötig, Grossmeister.
Nicht selten begannen diese Gespräche mit genau diesen Worten. Revan, dessen Gesicht mit einem Umhang verborgen war, verspürte eine gewisse Zuneigung zu seinem Gegenüber. Seit 37 Jahren war Gaius Julius nun die Kontaktperson, die die Beziehungen zwischen der Morag Tong und dem Kaiserreich pflegte. Gaius war, gemessen am Standart der Menschen, schon relativ alt. Doch die Jahre hatten diesem Mann nicht geschadet: Er besass einen wachen Verstand und war ausserordentlich intelligent.
Ich nehme an, Ihr wisst, worüber ich mit Euch sprechen will, Gaius.
Mit einer unverbindlichen Miene antwortete dieser, wie Revan es sich gewohnt war. Nämlich gar nicht. Gaius wartete darauf, dass Revan das Gespräch begann.
Die Gilde der Morag Tong hat mit dem Vorfall in Ald’ruhn nichts zu tun.
Gaius schwieg einen Augenblick, während er die Augen leicht schloss.
Davon gehe ich auch aus. Ich kenne Euch nun lange genug. Ich weiss, wie Ihr arbeitet, wie Ihr denkt, wie Ihr handelt, Grossmeister.Der Mord an Venim trägt weder Eure Handschrift, noch die der Morag Tong.
Ausserdem sehe ich kein Motiv hinter der Tat. Der Vorfall ist äusserst destruktiv für Eure Gilde, Grossmeister.
Revan dachte einen Augenblick nach.
Ich kann davon ausgehen, dass das Kaiserreich keine Ermittlungen in diese Richtung durchführt?
Euer Problem, Grossmeister, ist nicht das Kaiserreich. Euer Problem ist das Volk. Es herrscht ein Aufruhr, der Mob beschuldigt Euch. Wir können nicht eingreifen, das gäbe Krieg.
Revan kannte Gaius mittlerweile gut genug, um auch sein Verhalten zu kennen. Nun würde er den Cliffracer gleich aus dem Sack lassen.
Es wäre auch für unsere Sache förderlich, wenn Eure Gilde wieder frei von irgendwelchen Anschuldigungen wäre.
Ich schlage deshalb vor, öffentlich die Gefangennahme von Venims Mörder zu verkünden. Es war ein Mitglied der dunklen Bruderschaft, den Auftrag zum Mord hatte er bei sich. Er wurde getötet und kann deshalb nicht dem Mob überantwortet werden.
Revan staunte nicht schlecht. Damit wäre seine Gilde nicht nur aus dem Schneider, nein, sie gewänne gar noch an Sympathie, wenn die dunkle Bruderschaft diskreditiert würde. Wieder einmal staunte Revan ob der Gerissenheit Gaius’.
Was mich an der Idee stört, ist die Tatsache, dass der Mörder nach wie vor frei herumläuft. Sollte er, oder sie, darauf aus sein, die Morag Tong zu diskreditieren, wird er nicht locker lassen.
Gaius schien einen Moment zu überlegen, doch Revan wusste es besser. Gaius brauchte nicht zu überlegen, was zu tun sei, sondern wie er am besten antworten sollte.
Nun, ausschliessen kann ich das natürlich nicht, aber vorerst scheint es mir wichtiger zu sein, die Gilde zu entlasten. Alles weitere wird kommen, wie es kommen muss.
Durch einen plötzlichen Einfall wechselte der Grossmeister das Thema.
Ach Gaius, wenn Ihr vielleicht dafür sorgen könntet, dass die Untersuchungen gegen Revan Baenre und seinen Gefährten zu einem Ende kommen?
Gaius legte seine Stirn in Falten und hob eine Augenbraue. Ein Signal für Revan, dass er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen durfte.
Sagen wir es mal so, ich habe kein Interesse daran, dass diese Personen weiterhin vom Kaiserreich verfolgt werden.
Da müsst Ihr schon etwas genauer werden, Grossmeister. Diese Leute haben eine Gaststätte verwüstet und einen kaiserlichen Soldaten getötet. So was lässt sich nicht einfach übergehen. Es sei denn, Ihr habt einen triftigen Grund.
Sein Gehirn lief auf Hochtouren, als sich Revan eine Antwort überlegte.
Erstens haben ich und meine Gilde ein persönliches Interesse daran. Und zweitens: Revan Baenre ist, wenn er auch eines Verbrechens bezichtigt wird, ein hohes Mitglied des Hauses Redoran.
Der Grossmeister wusste, dass er nicht weitersprechen musste, um Gaius zum nachdenken zu bringen. Sollte in Kürze ein weiteres, nicht unbeliebtes, Mitglied der Redoraner in die Schlagzeilen geraten, gäbe es weitere Probleme. Wenn der Redoraner dann auch noch von den Imperialen verhaftet wurde, wurde die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung sich gegen das Kaiserreich wenden. Was dann passieren würde.... Revan wollte es sich nicht vorstellen.
Gut, diese Erklärung ist einleuchtend. Auch wenn mir Euer persönlicher Beweggrund weiterhin unklar ist.
Gaius wusste, dass er nicht weiter darauf eingehen durfte. Der Grossmeister hatte klar gemacht, dass er darüber nicht sprechen würde. Gaius sollte auch nicht nachhaken, wollte er sich selbst nicht in Gefahr begeben. Er würde auf jeden Fall nach einer Verbindung zwischen Revan Baenre und der Morag Tong suchen. Er würde also wieder einmal die Klingen beschäftigen können.
Ihm gegenüber sass die vermummte Gestalt, die unter dem Umhang grinste. Revan wusste, was in Gaius Kopf vor sich ging. Was er hingegen nicht wusste, war, dass die Morag Tong die Klingen bereits seit etwa 10 Jahren unterwandert hatte.
Ich werde schauen, was sich machen lässt. Ihr könnt davon ausgehen, dass gleich morgen in Ald’ruhn eine Affiche aushängen wird. Ich werde ausserdem schauen, ob ich die kaiserliche Legion besänftigen kann.
Gut, habt Dank, Gaius.
Für das Kaiserreich.
Für die Morag Tong.
Die beiden Sätze beendeten jede Unterhaltung des Kontaktmanns und des Grossmeisters. Wie einem strengen Protokoll folgend verliess Gaius den Raum und erhielt ein Amulett von Dinin. Wenige Sekunden später standen sie wieder in Burg Ebenherz, wo Dinin das Artefakt wieder an sich nahm, nur um einen Augenblick später wieder unterhalb der Arena in Vivec, im Hauptquartier der Tong zu sein.
Revan hatte sich währenddessen bereits aus dem grossen Zimmer entfernt, dass ein wenig von den übrigen Räumlichkeiten der Gilde abgeschottet war. Seinen Bogen hatte er dem Schmied der Gilde ausgehändigt, der ihn mit einem skeptischen Blick entgegen nahm.
Der versammelten Gemeinschaft erklärte er Morgen wird sich die Sache in Ald’ruhn hoffentlich erledigt haben. Ich werde nun nach Ald’ruhn selbst gehen und... eine geschäftliche Verhandlung führen...
Eine herrenlose Söldnerbande, wie die der Bregan D’aerthe konnte man schliesslich nicht einfach dahin vegetieren lassen. Ein zweites Informationsnetzwerk war sicher kein Nachteil.
Mit gemischten Gefühlen zabuerte Revan einen „Rückkehr" Zauber. Wie sich Sekunden später herausstellte, war seine persönliche Markierung noch immer in Balmora. Die Freude, über das gelöste Problem liess ihn leichtfüssig zur Magiergilde schlendern. Doch wie ein dunkler Schatten folgte ihm die Befürchtung, der wahre Mörder könnte dem Plan einen Strich durch die Rechnung machen.
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Abenteurer
Balmora / Tempel
„Weglaufen, ja?“, schickte Kurenai ihm einen letzten Gedanken. „So gut, wie du das machst, hast du das bestimmt schon immer gut drauf gehabt. Wie wir beide wissen, sind deine animalischen Instinkte in jeder Hinsicht besser ausgereift als dein dagegen minderwertiger Verstand.“ Der Mischling hoffte, die Worte würden ihn treffen, seinen Stolz ankratzen. Vielleicht taten sie das auch, aber die Worte waren von ihr gesprochen worden. Blieb also abzuwarten, welche Wirkung sie hatten. Vielleicht würde sie es auch niemals heraus finden. Aber das war jawohl egal, oder? Dass er jetzt schon wieder humpeln konnte, ließ Kurenai den Schluss ziehen, dass er die bestmögliche Behandlung genossen hatte. Das wiederum musste bedeuten, dass er Geld hatte. Und wenn er Geld hatte, dann konnte es ihr schnuppe sein, dass er einfach so vor ihr davon lief. Sie würde ihn eh finden. Reiche Leute fand man auf irgendeine Weise immer wieder, denn im Mund des gemeinen Volkes war immer das ein oder andere Gerücht zu finden.
Verwirrt blickte der Tempelpriester zu ihr hinüber und zuckte mit den Schultern, als hätte er keine Ahnung, was tun. „Hol mich aus dem Bett!“, wollte Kurenai schreien. Wenn sie ihm jetzt folgte, wäre das besser, als ihn suchen zu müssen. Aber sie besann sich eines Besseren. Bei ihm sein würde sie immer. Und sie würde ihn spüren lassen, dass sie ihm auf den Fersen war. Ein bisschen Angst – das hatte er einfach verdient. Sie winkte mit einer Geste ab, die so viel bedeutet, dass sie sich in ihrem Krankenbett recht wohl fühle und auch nicht vorhatte, es sobald zu verlassen. Wieder zuckte der Priester mit den Schultern und schickte scheinbar seine Diener, dem Humpelnden zu helfen. Den Anblick hätte Kurenai gerne gesehen, wie der von Schmerz, Angst und Verzweiflung gebeutelte Rothwardon halbwegs aus dem Tempel kroch, um ihr zu entgehen. Das musste ein Anblick sein.
Kurenai blieb still liegen und wartete ab, was passierte. Dann kam der Tempelpriester zu ihr rein.
„Entschuldigt bitte... ich verstehe nicht ganz...“, setzte er dann, hielt aber inne. Er hatte die Frau untersucht und ihm war sehr wohl bewusst, dass sie nicht sprechen konnte. Irgendwelche Erklärungen zu fordern war daher völlig sinnlos. „Also... Euer Begleiter hat sich kurzerhand... abgesetzt, möchte ich fast sagen.“
Als er sah, dass die Frau ihm eine Frage stellen wurde, ließ er Zettel, Feder und Tintenglas heran schaffen und es ihr in die Hand drücken. Sie schrieb ein paar Worte darauf und zeigte es ihm: Wer war dieser Mann?
Der Priester verstand nicht. Nun, er hatte sie auch für die Begleiterin des Rothwardonen gehalten, woher konnte er da wissen, dass sie dessen Identität nicht bewusst war? Er grübelte kurz nach, entschloss sich dann aber, einfach zu antworten und die Sache nicht länger so schwer zu nehmen.
„Deregar Ragnar, der Gildenmeister der Kriegergilde. Also, meine Dame – Ihr müsst doch von ihm gehört haben!“
Der Name brannte sich in Kurenais Gehirn. Was der Mann hier nicht sagte – ein Gildenmeister war dieser Irre also. Das kam überraschend. Wie konnte solch ein Tier eine Gilde führen? Das war schon verwunderlich. Aber, in Ordnung... Kriegergilde. Deregar war ein Krieger, das war nicht zu verhehlen. So, wie er es geschafft hatte, sie zu zurichten, auch ein ziemlich guter. Dennoch wollte der Gedanke einfach nicht in das Hirn des Mischlings. So wie sie Deregar kennen gelernt hatte, besaß er keines Falls die Geschmeidigkeit und Eleganz eines überragenden Mitgliedes der Kriegergilde, sodass es ihm möglich sein konnte, Gildenmeister zu sein. Kurenai brachte seine Art zu Kämpfen eher mit der Wucht eines Schlachtschiffes in Verbindung.
Die Welt war schon ein merkwürdiger Ort...
Nachdem der Priester sie allein gelassen hatte, lag Kurenai noch eine Weile so herum, bevor sie eine Entscheidung ins Auge fasste. Sie wollte nicht länger hier bleiben, das war verschwendete Zeit. Jeden Tag hatte sie am Bett Deregars gesessen und manchmal auch nur aus dem Grund, ihm beim Schlafen zu beobachten. Das waren die einzigen Momente, in denen sie zu zweifeln begonnen hatte. Der Mann – in ihren Augen eigentlich ein Monster – hatte so unschuldig ausgesehen, so hilflos und zerbrechlich. Aber auch nur im Schlaf. Der Ausdruck in seinen Augen, wenn er aufgewacht war und sie entdeckt und erkannte hatte, war Gold wert gewesen. Er konnte sich nicht bewegen, sie schon. Das war ihr Vorteil gewesen. Und das war ihm augenscheinlich auch nicht entgangen. Der gehetzte Blick... es hatte die Mischlingsfrau amüsiert. Doch noch etwas anderes hatte aus seinen Augen gesprochen. Sie konnte es nicht genau beschreiben, doch wenn er nur mit den Lidern gezuckt hatte, hatte sie sofort wieder gewusst, dass dieser Mann getötet werden musste.
Kurenai erhob sich schwerfällig und nahm sich selbst die Verbände ab. Auf dem Körper zeichnete sich die Erinnerung an den Kampf mit Deregar ab. Kleine Kratzer, Platzwunden, aufgescheuerte, rote Stellen, Schnitte... aber die verheilten. Ebenso wie ihr Gesicht heilen würden. Die Haut um das rechte Auge war noch angeschwollen, sie konnte kaum da durch gucken. In der Unterlippe war ein Ziehen, sie war aufgesprungen. Oh man... wie hatte sie sich nur zu einem solch vernichtenden Kampf hinreißen lassen können? Das war doch verrückt.
Mit vorsichtigen Schritten tapste sie zu dem Spiegel, den man erst vor kurzem hier aufgestellt hatte, nahm einen der übrig gebliebenen Pfeile zur Hand und fragte sich nun, wieso sie nicht einfach aus der Ferne auf ihn geschossen hatte, anstatt hinterher zu rennen und sich direkt mit ihm anzulegen. Die Frau brach ein ganzes Stück ab, bis sie nur noch den eisernen Kopf des Pfeils an einem Hölzchen in der Hand hielt. Damit fuhr sie zu ihrem Auge und schnitt vorsichtig die Schwellung auf. Es blutete und brannte wie Feuer, doch sie machte weiter, bis das letzte bisschen Flüssigkeit den Weg durch die kleine Schnittwunde gefunden hatte. Eine andere Art, eine Schwellung „abzuheilen“, wenn man gerade weniger Zeit hatte und beide Augen brauchte. Hoffentlich eiterte die Wunde nicht allzu sehr...
Kurenai entledigte sich des leichten Gewandes, welches man ihr statt ihrer Rüstung und der üblichen Kleidung übergezogen hatte. Sie suchte ihre eigenen Sachen heraus, zog sie über und zog die schwarze Kapuze des Umhanges tief in ihre Stirn.
Die Rüstung war schwer. Die Frau konnte gar nicht fassen, dass sie mit diesem Ding überhaupt hatte gerade stehen können. Ein weiterer Schritt zur körperlichen Heilung: Das Geschehene akzeptieren, es als gegeben hinnehmen, und so bald wie möglich in die Realität zurückkehren. Und dabei war es vollkommen egal, dass Deregar verschwunden war. Ihre Wege würden sich abermals kreuzen. Aber vorerst musste sie fachgerechte Heilung erfahren.
Sie hatte einen Freund bei der Geisterpforte... dort wollte sie hingehen.
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Kämpfer
Pelagiad - Halfway Tavern
Sein Verlangen, seine Gier hielten ihn Gefangen; er war Sklave seiner Selbst geworden. Doch er fing langsam wieder an den Schmerz zu spüren. Seine Erschöpfung bat verzweifelt seinem Verstand um Hilfe. Er wollte nicht mehr...nein, er wollte mehr. Er befand sich in einem Zwiespalt. Als sich Zwei einen Körper teilten. Seine Wut schwand, sein Hass jedoch verblieb. Er hatte sich an allem und nichts genährt. Er hasste alles was um ihn herum geschah, doch hasste er auch lediglich um des Hasses Willen.
Hass, Trauer, Schmerz waren die Auslöser seiner Wut. Wut verlieh dem Menschen ungeahnte Kräfte. Wut raubte dem Menschen den Verstand. Wut ließ den Menschen überleben. Er sehnte sich nach ihr...der Wut. Er sehnte sich danach, eins mit ihr zu sein. Er wollte die Wut selbst sein. Kein Mensch, kein Lebewesen, sondern die Verkörperung eines einzelnen Gedankens, eines Gefühls.
Doch wollte er, nein, konnte er all das für das er bisher gelebt hatte aufs Spiel setzen, allein des Kampfes Willen? All seine Wünsche, seine Träume…ja sein Leben.
"Ja..."
Es war der Wille der Redguards; des Redguards. Ihr Rausch, der des eines Nords gleich kam, war die Hoffnung und der Untergang ihres Volkes zugleich. Einmal von der bittersüßen Frucht genascht und der Krieger verfiel dem Blutrausch, der selbst den Imperialen das Fürchten lehrte. War ihm das Schicksal gnädig, so versiegten der Hass und die Wut ehe sie seinen Verstand vollends vereinnahmt. Der Geschwächte Geist und Körper war somit zwar meist der Gnade seines Gegners ausgeliefert, doch falls er sich in seinem Rausch ertrank...war sein Tod unwiderruflich.
Das Übermaß an Adrenalin, der Unkontrollierte Einsatz seiner Muskeln durch den fehlenden Schmerz...kam der Organismus einmal zur Ruhe, so konnte er sich seines Todes sicher sein. Allerdings endete das Toben des Kriegers erst dann, wenn sein Durst gestillt war und all seine Feinde sich in einer Blutlache vor ihm erstreckten oder sie vor ihm flohen und ihn seinen Wahnsinn überließen.
Deregar hatte sich schon zu sehr auf seinen Rausch verlassen. Ihm dürstete nach mehr...mehr Lust, mehr Leidenschaft, mehr Hass, mehr Wut, mehr Blut...doch würde er sich nicht augenblicklich zurückziehen würde er sein Leben in den Händen der Götter legen.
Er atmete schwer und laut. Sein starrer, trüber Blick lag auf dem Gesicht der Frau die sich ihn gegenüberstellte. Sie war...merkwürdig, in vielerlei Hinsicht. Und dabei sollte er es auch belassen. Eingekesselt von Wachen und Meuchelmördern, in einen engen Gang einer Taverne in einem abgelegenen Imperialen Dorf, stellte er sich einem entstellten Mischling...in diesen, zugegebenermaßen ungewöhnlichen, Umständen war sie sogar würdig...würdig den Rausch der Redguards zu erleben, würdig durch sein Schwert zu sterben...würdig ihn zu töten.
Ein letzter Hilfeschrei durchfuhr seinen Geist. Er hatte eine hiesige Verantwortung seinem Land, seinem Volk und sich selbst zu tragen…doch war es vergebens. Im Kampf zählte lediglich die Entschlossenheit eine Waffe zu führen und diese in die Eingeweide seines Feindes zu stoßen. Mut, Ehre, Verantwortung, Furcht, Wünsche, Hoffnung Liebe, Vorsicht, Vergebung...all dies hatte nichts auf einem Schlachtfeld zu suchen.
Sein Mund öffnete sich immer weiter, doch kamen keine Worte hervor. Sein Röcheln erzitterte unter seiner innerlichen, sowie äußerlichen Anspannung. Das Zittern übergriff seinen gesamten Körper. Jede Muskelfaser, jedes auch so kleine Haar vibrierte. Er konnte spüren wie sein Hass ihm langsam all seine Sinne nahm. Er machte ihn Blind. Nur die schweigende Frau konnte er noch vage erkennen. Doch seine Wut war verschwommen und schwach geworden. Sie wiederzuerlangen benötigte einiges an Selbstüberwindung. Doch die Furcht im Gesicht der Mischlingsfrau würde er wahrlich genießen.
Langsam streckte er seinen linken Arm aus und setzte das bebende Schwert zum Schnitt an. Von Oberarm bis Zeigefinger durchfuhr er in einem Zug sein Fleisch und hinterließ einen leicht verzerrten, aber tiefen, Schnitt. Während sein brennendes Herz seinen Körper in Flammen aufgehen ließ und sein kochendes Blut seinen Arm überflutete wiederholte er das ganze an seinem anderen Arm und hielt schließlich sein Schwert weit über sein Haupt. Sein Blut rann ihm den Armen, den Rücken und der Brust hinunter bis es schließlich auch seine Beinlinge durchtränkte. Doch neben alle dem floss ein kleiner Fluss aus roter Flüssigkeit an der Spitze der Klinge beginnend, Griff und Knauf entlang, direkt in den weit geöffneten Mund des Redguards. Benommen vom eigenen Blut war der Blut-Rausch des Mannes nicht mehr entgegenzuwirken.
Die Hitze verdrängte den Schmerz, der Hass den Verstand und die Wut das Leben.
"Fear...me...Hate...me...Kill...me..."
Seine vom Blut rot gefärbten Zähne ragten weit empor, während er sich in Kampfposition brachte. Die Elfenfrau jedoch blieb stur. Dort wo hunderttausende an Männern der verschiedensten Völker in Furcht erstarrten oder sich angewidert dessen Blick entzogen, blieb ihre Miene ausdruckslos. Es fehlte ihm leider die Einsicht in ihr Inneres und so konnte er sich nicht sicher sein, ob sie wahrlich so Gefühllos war wie sie es vorgab. Dann erstarrte er für einen Moment; die Kälte, der Hass, die Wut war aus ihm gewichen.
"Feed meeee!"
Mit weit aufgerissen Augen, gefletschten Zähnen und einem markerschütternden Schrei stürzte er sich blindlings auf den Elfenmischling. Wenige Meter vor ihr sprang er empor und setzte für einen Schlag von oben auf den ungeschützten Kopf an, den sie jedoch mühselig mit dem Ebenerzschwert blockte. Von seiner Wucht erfasst, zwang es sie in die Knie und sie musste zur Seite ausweichen um den Folgeschlag auszuweichen. Wieder und wieder schlug er auf sie ein, wie ein Sturm aus Klingengeschwirr. Das Holz, die Rüstung sowie das Schwert seines Kontrahenten erlitten heftigen Schaden unter dem Wütend des Söldners. Doch den entscheidenden Schlag konnte er ihr nicht zufügen. Sie war begabt, nein, mehr als nur begabt um ein zu Mensch gewordenes Monster derart furchtlos entgegenzutreten und dabei auch noch ihr Leben zu wahren.
Der Klang von Klingengeschwirr erfüllte den Gang. Wie ein Klagelied, das den Tod einer der beiden anpries. Er ergötzte sich bei jedem erneuten aufeinander treffen der beiden Klingen an dem kleinen Funkenmeer. Sein wahnsinniges Grinsen breitete sich immer weiter über sein Gesicht aus. Er war in Ekstase. In einer Ekstase, die mit keinem anderen Gefühlshoch auch nur im Geringsten verglichen werden konnte. Wahnsinn, Leidenschaft und Lust verzerrten seinen Geist und er ging unter in einem Meer aus Flammen.
Blut bedeckte den Boden, ihn und die Rüstung der Elfe...sein Blut. Es war unklar, wie lange er noch mit einem solchen Blutverlust durchstehen würde. Zumindest sah man es dem Wilden nicht an. Das Geplänkel hielt an. Ihm entzog sich jedwedes Zeitgefühl und so war er sich nicht sicher wie lange sie schon die Schwerter kreuzten, ehe er sie schließlich gegen eine Wand drängen konnte. Er hielt kurz Inne, gab ihr die Gelegenheit einige letzte Worte zu sprechen, doch sie schwieg. Er verstand nicht, doch würde es ihm so oder so Recht sein, solange ihr Blut an seinem Schwert kleben würde…
Ein letztes Mal schlug er von oben herab auf den Kopf der Frau ein. Ihre Furchtlosigkeit hatte sie bis zuletzt gewahrt, ehe sie blitzschnell ihre Klinge anhob und den Hieb abblockte. Die Wucht presste sie gegen die Wand. Ein lautes Klirren und ein Meer aus Funken bedeckten den kleinen Gang. In seiner Schwerthand trug der Söldner nun mehr nur noch Schaft und Ansatz seines Schwertes. Das silberne Langschwert war im Angesicht der Ebenerzklinge zerbrochen. Der wilde und unkontrollierte Umgang mit der schlecht verarbeiteten Waffe war ihm zum Verhängnis geworden.
Sein Feind reagierte rasch und hielt ihm erneut die Klinge an die Kehle. Es war ihm als wollte sie etwas sagen, doch sie schwieg. Sie zögerte einige Sekunden lang, tötete ihn nicht. Lange genug um die Klinge mit einem gewaltigen Hieb seines Schwertstumpfes zu Boden zu stoßen. Eine leichte Schnittwunde durchfuhr seine Kehle, die erneute Hitzewellen in seinem Körper ausweitete. Rasch sprang er zur Seite, hob die abgebrochen Klinge auf und distanzierte sich ein wenig von dem Mischling.
Wild schnaubend und verzerrt Lächelnd stand er ihr gegenüber. Zwei Mal hatte sie es verpasst ihn zu töten. Ein drittes Mal würde er ihr nicht die Gelegenheit dafür geben. Mit dem Griff in der rechten und die Klinge in der linken Hand schritt er langsam auf sie zu.
"Come...Come...Fight me...Fight meeee!"
Sein Blut quoll aus seinen Wunden als er ein letztes Mal auf die Mischlingsfrau stürzte.
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