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Sadrith Mora / Taverne
"Ich weiß auch nicht so recht...", konnte Malukhat Dravens Worten nur noch hinzufügen. In der Tat. Er wusste nicht so recht. Der Erzmagier selbst war nicht wütend darüber, dass dieser Mann vor ihnen Erfolg gehabt hatte, das war ihm egal. Eigentlich wäre er richtig sauer gewesen, insbesondere sauer auf sich selbst, dass er und seine beiden Begleiter nicht schon früher auf eine ertragreiche Fährte gelangt waren, doch unter diesen Umständen... Er kaufte es dem Nord nicht recht ab, dass er erstmal ein bisschen abwartet, bis - wie aus dem Nichts! - ein Vampir auftauchte, den er dann hatte töten können. Das war alles ziemlich weit her geholt.
"Setzen wir uns erst einmal hin und spielen die Beobachter. Das interessiert mich schon. Ich kann ihn nicht leiden, ebenso wenig wie ich ihn vorher leiden konnte."
Draven zeigte sich mit dem Vorschlag einverstanden und die beiden Männer machten sich auf den Weg zu einem freien Tisch in einer abgelegenen Ecke. Das Hauptgeschehen spielte sich ohnehin in der Mitte um den Fremden ab, der in selbst verherrlichender Geste seine Füße hochgelegt hatte. Als er Draven und Malukhat sah, hob er seinen Becher angefüllt mit cyrodoiilischem Weinbrand und prostete ihnen zu, dabei ein breites, siegreiches Grinsen nicht vergessend.
Und dennoch... Immer noch stieg keine Wut in dem Erzmagier auf. Es war einfach zu... zu... Ach, es lag wohl einfach an Dravens ruhiger, sachlicher Art, die den Erzmagier dazu gebracht hatte, ab und an selbst einen klaren Kopf zu behalten. So auch in diesem Moment. Er sah die Dinge objektiv. Hier ging es doch nicht darum, dass einer den anderen ausstach, sondern eher darum, dass diese Stadt wieder in Sicherheit weilte.
Aber irgendwie... Das war doch nicht richtig so, dass dieser aufgeblasene, kleine, verdammte Sack ihnen die Schau stahl, oder wie?!
Halt! Wut! Keine Wut! Denk an Dravens Blick, Malukhat, immer an diesen Blick denken, vielleicht hilft das ja, vielleicht... auch nicht.
Ein lautes Krachen ertönte, als der Erzmagier seine rechte Faust auf die Tischplatte nieder sausen ließ. Doch keiner der Umstehenden außer Draven kümmerte sich darum. Nur der Nord wahrscheinlich, der würde sich eins grinsen vor Genugtuung.
"Sagt einmal, Draven", wandte er sich mit wutverzerrtem Gesicht an den Erzmagister. "Würde Ihr den auch so gerne mal richtig zusammen schlagen?"
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
Unwohl war ihm gewesen, als sich die Blicke der beiden Magier mit denen des triumphierend dreinblickenden anderen trafen. Er war innerlich stinksauer, schon allein wegen des breiten Grinsens, aber wenn er bei den Telvanni eins gelernt hatte, dann ein ausdrucksloses Gesicht zu wahren und gelangweilt auszusehen. Bei den meisten Telvanni jedoch war es keine Schauspielerei, bei ihm gelegentlich - wie in diesem Moment - aber schon. Er hatte zwar die allgemeine Telvannimentalität angenommen, aber trotzdem war er niemals so emotionslos und uninteressiert wie einige andere Vertreter seines Fürstenhauses. Deshalb war ja auch Aryon sein Mentor gewesen, einer der wenigen sympathischen Vertreter des Hauses.
Zur Überraschung des Erzmagisters verhielt sich der neben ihm hergehende Malukhat ebenso ruhig, obwohl er ihn schon als sehr aufbrausend erlebt hatte. Also entweder schauspielerte er ebenfalls gerade recht gut oder ihm war das ganze wirklich egal. Als sie schon längst am Tisch saßen, dachte der Bretone immer noch darüber nach und fragte sich, wie er dieses Verhalten Malukhats einzuschätzen hatte. Es war auf jeden Fall in seinen Augen das richtige und dafür achtete er den Erzmagier ein weiteres Mal, aber kostete ihn diese Maskerade wirklich Mühe oder war es wirklich keine? Ein lautes Krachen holte ihn abrupt aus seinen Gedanken, Malukhat hatte seine Faust auf den Tisch knallen lassen. Gut, damit hätte sich die Sache auch geklärt, hätte er sich nur die ganzen Gedanken gespart und einfach abgewartet.
"Würdet Ihr den auch so gerne mal richtig zusammen schlagen?"
Welch interessante Frage aus dem Munde des Erzmagiers. Würde er? Hmmm, ja, würde er verdammt gerne. Aber er musste sein Gesicht wahren und so müsste seine Antwort ausfallen.
"Also ich bitte Euch, auf so ein Niveau sollten wir uns nicht begeben, werter Erzmagier."
Aber eigentlich, warum denn nicht? Kurz die Szene vor Augen habend, wie er und Malukhat gemeinsam in das triumphierend breite Grinsen des Nordmannes schlugen, fühlte er sich eigentlich ziemlich gut. Dummerweise konnte er sich das als Erzmagister nicht erlauben, na ja, zumindest nicht öffentlich in einer Taverne. Aber sonst... Ach Mist, warum nicht mal ehrlich zu ihm sein, Malukhat war's ja auch gerade. Er beugte sich leicht nach vorne und sprach etwas leiser als noch zuvor.
"Aber eigentlich habt Ihr Recht, er hätte Schläge verdient. Und ich würde mich wohl fühlen, ihn zusammen mit Euch verprügeln zu dürfen, zumindest in meiner momentanen Stimmung."
Sieh an, das war doch gar nicht so schwer gewesen und außer Malukhat sollte diese Worte auch niemand mitbekommen haben. Das war einfach unmöglich bei dem Trubel, der sich immer noch in der Taverne abspielte. Es grenzte tatsächlich an ein Wunder, dass Zareg immer noch nicht aufgewacht war, immerhin war es kontinuierlich lauter geworden. "Und die Leute betrunkener", dachte er seufzend hinterher, während er einen unfreiwillig auf ihn zutorkelnden Dunmer mit seinem rechten Arm "abwehrte" und vorsichtig in eine andere Richtung schob. Gut, er hatte Malukhat etwas nettes gesagt, beinahe sogar ein Kompliment. Skoomaduft oder sonstige Rauschmittel roch er auch nicht zu viel in der Luft, also wird es schon richtig gewesen sein. Immerhin hatten sie einen gemeinsamen "Feind"... Wieder blickte er zu dem arroganten Nord an dem anderen Tisch.
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen"
Wir benehmen uns wie die Kleinkinder, dachte Malukhat und musste grinsen, als er sich auf den Stuhl setzte. Beinahe wäre das Grinsen sogar in ein lautes Lachen ausgebrochen, aber immerhin konnte er sich in dieser Hinsicht zurück halten. Plötzlich schlang jemand die Arme um seinen Hals, eine Skooma-Fahne wehte ihm beinahe Übelkeit erregend ins Gesicht. Ein Dunmer hatte sich an ihn „ran geschmissen“, wie man so schön sagte, aber irgendwie mochte dem Erzmagier das nicht recht gefallen. Immerhin war der Dunmer ja kein Mädchen. Wenn er wenigstens hübsch gewesen wäre…
Nein, er als Erzmagier hatte einen Ruf zu verteidigen, da konnte er sich doch nicht von einem der eher homosexuell veranlagten Truppe antatschen lassen!
„Ähm, Bro?“ Malukhat tippte ihm angebiedert auf die Schulter, aber der Mann ließ ihn nicht los. Alles in allem war die Umgebung eher untypisch für ein solches Verhalten. Besonders für das Verhalten eines Magiers. Auch Draven schaute ein wenig verwirrt aus der Wäsche. Nun, war ja auch nicht zu übersehen, dass hier etwas vor sich ging, was ohne Alkoholeinfluss wohl kaum in dieser Weise zustande gekommen wäre.
„Beten wir zu Malacath“, sprach der fremde Betrunkene aus vollem Halse, dass es dem belästigten Dunmer schon fast in den Ohren wehtat.
„Ach, tust du?“, war Malukhat einzige, verwunderte Antwort, während er irgendwie versuchte, den Kopf des anderen ein wenig von sich weg zuschieben.
„Ja, tu ich! Nur er allein kann uns in dieser misslichen Lage noch helfen!“
„Ach, kann er das?“ Dem Erzmagier fiel einfach nichts besseres darauf hin ein. Es war schon ein wenig merkwürdig, dass hier noch jemand zu Malacath betete, besoffen oder nicht besoffen, das machte keinen Unterschied. Und man pflegt ja zu sagen, dass Saufköppe und Kinder generell immer die Wahrheit sagen.
„Ja, das kann er!“ Der Betrunkene schwenkte seinen Becher, wobei die Hälfte des Inhalts über den Rand schwappte und auf den Tisch klatschte. Malukhat sah langsam auf die Flüssigkeit, die im Licht der dämmrigen Beleuchtung schwach schimmerte, dann neigte er seinen Kopf hinüber zu Draven, der einfach nur den Kopf schüttelte und mit den Schultern zuckte, und schlussendlich betrachtete der Erzmagier dann den Fremden, der einfach immer weiter sprach: „Und ob! Und er ist der schönste und größte Daedra weit und breit! Er hat rabenschwarzes, blond gelocktes Haar! Diese grünen, blauen Augen und dieser sinnliche Mu-„
Patsch! Malukhat hatte seine Hand hinter den Kopf des Dunmers erhoben und ihm am Hinterkopf schwungvoll auf die nasse Fläche des Tisches gedrückt. Mit vollkommen ausdruckslosen Augen, die in Richtung des Norden starrten, der sich immer noch glänzend amüsierte. Dann machte er so komische Schrubbbewegungen, als wollte er den Kopf seines betrunkenen Opfers als Wischlappen nutzen.
„Vielleicht solltet Ihr das lassen, Erzmagier“, schaltete Draven sich ein und wies mit dem Zeigefinger seiner rechten behandschuhten Hand auf den Kopf des Dunmers. Verwundert sah Malukhat ihn an. Irgendwie war er grad nicht so ganz da, das merkte er inzwischen selbst, und als er hinab auf den sch wehrenden Mann sah, ließ er nur ein pikiertes: „Ooops“, vernehmen.
„Ich bin wohl nicht ganz bei der Sache heute, muss ich eingestehen, aber ich denke die ganze Zeit über eine bestimmte Sache nach…“
Draven machte einen Gesichtsausdruck, der nicht etwa fragend war sondern eher aussagte: „Ähm… Und was? Sprecht schon!“
„Nun… In der Nähe des Aschlandes gibt es doch auch einige… He!“ Der Besoffene ließ einfach nicht locker! Was dachte der sich eigentlich dabei?! Und da –
Malukhat fasste sich an seine rechte Wange, natürlich mit weit aufgerissenen Augen. Der… Der Typ… Er hatte ihm eine gepfeffert! Mitten ins Gesicht… Konnte doch nicht wahr sein.
„Du wirst noch von meinem Anwalt hören!!“, brüllte er dem Mann nach, der wankend wieder zu seinen Saufkumpanen torkelte. Grummelnd lehnte sich der Erzmagier dann wieder in seinem Stuhl zurück. „Also… so was… Nun ja… Auf jeden Fall… Lasst uns bei der… bei der verdammten Sache bleiben, Lorkhan noch mal!“
Er brauchte wohl noch einen kurzen Moment, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
„Also… diese blöden Aschländer… Ich meine, da gibt’s doch auch ’ne Vampirburg oder desgleichen in der Nähe soweit ich weiß. Jedenfalls war sie mal von Vampiren bewohnt. Wie haben die es denn geschafft, sich vor ihnen zu schützen? Immerhin nutzen sie ja primitivere Mittel als wir.“
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
Was für eine skurrile Situation hatte sich da gerade vor den Augen des Erzmagisters abgespielt? Ein betrunkener Malacath-Anbeter war zu Malukhat getorkelt und hatte sich ihm regelrecht um den Hals geschmissen. Er hatte zwar auch dementsprechend reagiert, aber Draven fiel auf, dass der Erzmagier zunächst diplomatische Züge an den Tag gelegt hatte, anstatt gleich die Tischplatte mit dem Kopf des Betrunkenen zu wischen, dies beeindruckte ihn ein wenig, hatte er ihn doch immer noch grundsätzlich als impulsiven Hitzkopf eingeschätzt. Ein wenig überrascht war der Erzmagister dann über die Ohrfeige, am meisten daran verwunderte ihn wohl, dass der Betrunkene überhaupt hatte treffen können, denn eigentlich hätte er schätzungsweise fünf Malukhat-Köpfe zur Auswahl gehabt und hatte dennoch den richtigen erwischt. Aber auch das Verhalten des Erzmagiers in dieser Situation war wieder vorbildlich gewesen. Anstatt dem Betrunkenen den Kopf abzureißen und ihn durch das nächstbeste Fenster zu treten, war er ruhig geblieben und konzentrierte sich auf's wesentliche. Hatte er sich verändert? Hatte Draven nur andere Ansichten über ihn mittlerweile? Oder hatte er verschiedene Seiten und war zuweilen etwas launisch? Letzteres erschien dem Magier am wahrscheinlichsten, aber Malukhat richtig einschätzen vermochte er immer noch nicht, ein weiterer beeindruckender Zug. Aber bevor er jetzt vor dem Trebonius-Bezwinger in Ehrfurcht auf die Knie sinken würde, sollte auch er sich wieder auf das wesentliche konzentrieren und sich daran erinnern, dass er ihn immer noch nicht mochte...
"Ihr meint also, dass die Aschländer haben eine wirksame Waffe gegen Vampire entwickelt? Möglicherweise primitiv aber wirkungsvoller als 'herkömmliche' Waffen? Oder worauf wollt Ihr hinaus?", fragte Draven sein Gegenüber mit interessiertem Blick. Aber was sollte das schon groß sein? Was für eine Art Waffen konnten Aschländer mit ihren eher beschränkten Mitteln denn groß herstellen? Gründeten sie geheime Kulte und bewarfen angreifende Vampire mit geheiligter Asche, welche die Blutsauger zu selbiger macht? Hm, eher absurd.
"Oder...", er zögerte kurz, sprach dann aber weiter, "... sie haben ein Abkommen mit dem Aschländer-Clan geschlossen, wobei mich das auch sehr wundern würde, da mir kein plausibler Grund einfällt."
Er schüttelte seinen Kopf ein wenig. Warum sollten Vampire Aschländer in Ruhe lassen, wenn sie sie einfach töten konnten? Nein, eigentlich konnte es das nicht sein, Fakt ist aber, dass sie noch lebten. Vielleicht hatte Malukhat mal wieder Recht und sie hatten wirklich eine Art Schutz entwickelt?
"Eure Theorie mit dem Schutz ist wohl wahrscheinlicher, denke ich", sagte er noch knapp. Komischerweise machte es ihm inzwischen schon weniger Mühe und kostete weniger Überwindung, dem Erzmagier Recht zu geben. Eigentlich gefiel ihm dies weniger und war etwas beängstigend, wenn er ehrlich sein sollte.
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen"
"Ich denke nicht an Schutz... gewiss nicht...", dachte Malukhat laut und schaute seinen Gegenüber nicht einmal an. Dies war so seine Art, nachzudenken, ohne sich von irgendwelchen äußeren Einflüssen dabei stören zu lassen - und das passierte auch nur dann, wenn er wirklich haarscharf nachdachte. "Die Aschländer-Clans sehen es als ihr Recht an, andere Clans und auch Gebiete, die nicht von Aschländern eingenommen werden, zu plündern. Darin könnte, wie Ihr zu Recht vermutet, ein Bündnis zwischen Vampiren und Aschländern hervor gegangen sein. Wenn sie sich schon ein Gebiet teilen, dann können sie auch zusammen 'jagen'. Aber sicher bin ich mir natürlich nicht. Es kann auch so sein, dass sie sich einfach in Ruhe lassen. Wer weiß das schon?"
Letzteres war eine rein rhetorische Frage gewesen und darauf hin folgte eine bedrückte, nachdenkliche Stille, die nur von den langsam verebbenden Jubelrufen und unkenntlichen Lauten einiger letzter noch nicht gegangener oder bereits auf den Tischen schlafender Tavernen-Gäste unterbrochen wurde. Mit einem Blick auf den Nordmann war die Sache auf jeden Fall für Malukhat klar: Der Typ wusste etwas, was Draven und Malukhat nicht wussten. Nur wie den Mann dazu überreden, sie von seinem Wissen in Kenntnis zu setzen? Einfach hinüber gehen und fragen sollte wohl nicht viel bringen. Und ihm außerhalb der Taverne aufzulauern und zu vermöbeln schloss der Erzmagier ebenfalls kategorisch aus, da das wohl kaum mit Dravens eher diplomatisch gestimmten Gewissen zusammen passte.
Eigentlich verwunderlich. Draven, der Erzmagister des Hauses Telvanni, sollte eigentlich ebenso sein wie die anderen oberen Mitglieder dieses Hauses. So gesehen hätte dem Bretonen alles vollkommen egal sein sollen. Für ihre Kaltschnäuzigkeit waren die Telvanni doch bekannt, und es wunderte schon sehr, dass einer wie Draven es mit seiner Moral bis in die obersten Ränge geschafft hatte. Andererseits durfte man wohl ebenso über Malukhat denken: Wie konnte ein solch schwachsinniger Rüpel nur Erzmagier der Magiergilde werden? Gute Frage, wirklich gute Frage.
„Lasst mich Euch eine kleine Geschichte erzählen, Draven“, sagte Malukhat schließlich nach einer geraumen Weile des Schweigens, während der er sich nicht einmal ein Skooma bestellt sondern in der Tat einfach nur nachgedacht hatte. Dieser Bretone, Draven, brachte ihn auch dauerhaft zu solch für ihn untypischen Verhalten. „Ich kannte mal einen Dunmer – Echozar hatte er geheißen, ein im Fremdland geborener Dunmer, wie man namentlich unschwer erkennen kann – der ist verdammt stolz gewesen auf alles, was er sich erarbeitet hatte in seinem Leben. Stellt Euch vor, ein Abtrünniger Priester hatte es geschafft sich in den Tribunalstempel einzuschleichen. Hätte man ihn erwischt, man hätte ihn auf der Stelle getötet. Dieser Dunmer war von Balmora nach Vos gezogen, mitsamt seiner Frau und seinen beiden Kindern – einem Jungen und einem Mädchen. Er hatte ein wenig über die Aschländer aber auch über die Vampire in Erfahrung bringen wollen. Damals waren wieder die ersten Unbilden mit letzterer Rasse aufgetreten. Wie ich Euch ja bereits erklärt hatte, galten die Vampire eine gewisse Zeit als ausgestorben. So hatte Echozar sich zum Zainab-Lager der Aschländer aufgemacht, hatte dort einige Tage verweilt, bis er sich dann auf seine Suche nach den Vampiren konzentriert hatte. Zwischendurch war er noch einmal bei seiner Familie gewesen. Er war ein guter Mann, anders kann ich es nicht sagen, streng insbesondere zu seinem Sohn, aber kein wirklicher schlechter Elf. Als er allerdings sieben Monde nach seinem Verschwinden wieder aufgetaucht war, war er ein vollkommen anderer Mensch gewesen und über die Dinge, die er gesehen hatte, hatte er nichts berichtet. Andauernd hatte er gesagt, er hätte nichts gesehen…“
Malukhat machte eine kurze Pause, als die Bedienung sich dann schließlich doch zu ihnen hinüber bewegte um die Bestellungen aufzunehmen. Er selbst bestellte sich ein Skooma, und als Draven sich wahrscheinlich einen cyrodiilischen Brandy bestellen wollte, gebot Malukhat ihm mit einer einzigen Handbewegung Einhalt und gab dem Bretonen, dem einzigen Mann, der jemals seinen Respekt erhalten und auch verdient hatte, einen weiteren aus.
Der Erzmagier schwieg, bis sie endlich die Spirituosen vor sich stehen hatten, dann nahm er einen kräftigen Schluck und sprach weiter. Draven konnte nicht wissen, wie schwer ihm seine Worte fielen, er konnte nicht wessen, wer Echozar gewesen war. Zu Lebzeiten ein Mann von wahrlicher Größe, doch im letzten Abschnitt seines Lebens ein grausamer, hasserfüllter Sklaventreiber. Und der Erzmagister konnte ebenso wenig wissen, wer dessen Sohn gewesen war…
„Natürlich hatte keiner ihm geglaubt, ich am Wenigsten, aber ich habe nicht weiter nachgefragt, auch wenn es mir immer brennend unter den Nägeln gelegen hat. Doch Echozar hatte sich verändert. Er war nicht mehr der liebevolle, wissbegierige Familienvater, nein, ihm ist alles egal gewesen – von seiner Arbeit als Spion der Abtrünnigen Priester im Haus Hlaalu, über seine Frau bis zu seinen Kindern. Alles, was er geschaffen hatte, hatte er mit einem Male zerstört. Aber könnt Ihr Euch das vorstellen, Draven? Da wird ein Mann von den Aschländern als Freund akzeptiert, sucht nach den Vampiren, verschwindet über sieben Monde und ist dann wie ausgewechselt? Er ist kein Vampir gewesen, er hatte keinerlei Bissspuren gehabt… Nur etwa einundzwanzig Jahre später war er gestorben, als gebrochener alter Mann. Was er gesehen hatte, musste derart schrecklich gewesen sein, dass er nicht mehr hatte so leben können wie früher – und das musste unweigerlich mit den Vampiren in Kontakt gestanden haben! Und mit den Aschländern natürlich. Anders kann ich mir das nicht erklären, egal wie sehr ich darüber nachgegrübelt habe.“
Malukhat musste schmunzeln bei dem Gedanken, wie lange er bereits darüber nachdachte. Vierhundert Jahre? Bestimmt. Auch wenn man es ihm nicht ansah, er selbst war eben auch nur ein alter Mann, wahrscheinlich besonders in den Augen eines Bretonen, eines Menschen, die so kurzlebig waren, dass man sie entweder beneiden oder bemitleiden musste. Der Erzmagier fragte sich, was schlimmer sein konnte… Zu sterben, ohne seine Ziele erreicht zu haben oder lange zu leben und zu merken, dass man sie niemals erreichen wird. Aber das würde man wahrscheinlich erst wissen, wenn man auf dem Sterbebett lag.
„Die Aschländer im Zainab-Lager haben übrigens bis zum Ende hin bestritten, einen Mann, der Echozar auch nur entfernt ähnelte, je gesehen zu haben. Dort sei nie jemand vorbei gekommen. Und diese Aussage steht bist heute.“
Und wieder nahm Malukhat einen kräftigen Schluck von seinem Skooma, dann ließ er den leeren Becher krachend auf den Tisch sausen und wischte sich mit der rechten Hand über den Mund. „Was meint Ihr, Draven“, begann er noch ein letztes Mal, bevor er den anderen sprechen lassen wollte, einen Glanz in den Augen, der zum Fürchten war. „Sollten wir die Erinnerungen dieser Aschländer mal ein wenig auffrischen, uns dort umhören? Bedenkt nur eines: Ob dieses Unterfangen scheitern wird, liegt vollkommen bei Euch. Alles liegt in Euren Händen, Ihr habt eine gewaltige Last zu tragen. Ihr trefft hier die Entscheidungen, ich bin nur Euer mehr oder weniger aufgezwungener Ratgeber, mehr auch nicht. Natürlich hoffe ich, dass ich Euch in irgendeiner Weise behilflich sein kann, Erzmagister Draven, aber am Ende liegt es doch bei Euch. Doch wie Ihr auch entscheiden mögt, ich stehe da voll und ganz hinter Euch. Ihr wisst ja selbst, dass ich in dieser Runde der Draufgänger bin, ich hab nichts zu verlieren – Ihr seid der Diplomat!“
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Held
Sadrith Mora - Taverne
Langsam wurden ihm die Gespräche und die Lobungen dieser betrunkenen Affen satt. Auch sein Durst stieg wieder an. Er sah zu diesen beiden Gestalten rüber, die ihn schon die ganze Zeit beobachteten. Immernoch schienen sie nichts von ihm zu halten und sahen ihn auch genau mit diesen Blicken an. Lestat jedoch sah nachdänklich zu ihnen und wandte sich schließlich wieder ab.
War da nicht noch dieser dritte Gefärte gewesen, der sie schlussendlich in ihrer Meinung verstärkt hatte. Für Lestat sah er aus wie ein gewöhnlicher Dieb... vieleicht sollte er ja die Meinung, dass nun Lestat in dieser Stadt war verstärken?
Lestat rief in die Menge, dass er eine Runde auf seine Kosten aufgab und in dem Getummel verschwand er schließlich. Es war sicherlich leicht rauszufinden, wo er schlief. Beobachtet hatte er sie ja schon und er wusste in welchen Zimmern sie schliefen. Vileeicht würde er sich ja dort aufhalten? ALs er durch die Gänge schlich bildete sich wieder ein Grinsen auf seinem Gesicht und ein leises Lachen entwich seiner Kehle.
Es würde ganz schnell gehen und... ein Blutbad würde es werden.. diese Idioten sollten endlich merken das er es ernst meinte. Die Rebellen würden nicht ewig hier bleiben und wenn man sie überzeugen konnte, dass vieleicht einer der Rebellen Lestat war.. dann würden sie ihn um so intensiver jagen.
Schließlich war er vor der Tür stehengeblieben, aus der man unverkenntlich das Schnarchen einer Person hören konnte. Dies schien ihr dritter Gefährte zu sein. Lestat hoffte innerlich, dass sie ihn mochten.
Im nächsten Moment trat er mit einem kräftigem Tritt die Tür ein und überfiel ohne große Schwanken zu machen die aufgeschreckte Person. Diesmal ließ er alle vier Zähne in ihm versinken und trank gierig.
Man konnte beobachten, die der Angegriffene immer schlaffer wurde.. und immer blasser, bis schließlich nurnoch eine faltige Hülle übriggeblieben war.
Lestat ließ ihn zu Boden fallen, wo er nach einem dumpfen aufschlag liegen blieb. Durch die Einfuhr der zwei weiteren Zähne war nun überall an den Wänden und an der geöffneten Tür Blut. Es war für einen normalen bewohner sicherlich schrecklich anzusehen... doch lestat erfreute sich dieses kunstwerks und sagte sich, dass der vor entsetzen weit aufgerissene Mund und die starren, großen Augen sehr gut hineinpassen würden. Dann schließlich wischte er sich den Mund ab und nahm etwas Blut um es in form von Schriftzeichen auf der Tür, die er hinter sich schloss zu verteilen.
"Wer mutiger Natur ist trete ein,
doch wird es für den kein Vergügen sein.
Hier liegt ein Vampirjäger ausgesaugt und tot
jedem der seinigen das Selbige droht.
Lestat verweilte an diesem Ort,
Führer der Quarra und deren Lord..."
Die Schrift verlief noch ein bsschen und spielgelte wieder, was einen hinter der Tür erwartete.. Lestat, der sich vom Blut seines Opfers gesäubert hatte ging zurück in die Taverne, wo sein fehlen garnicht bemerkt wurde...
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen"
Irgendwas stimmte da nicht, sogar ganz und gar nicht. Malukhat wusste noch nicht, was es war, aber er hatte so ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Als wenn da was vorgefallen wäre, was verdammt Wichtiges. Es war, als hätte man ihm einen mentalen Tritt in sein Hinterteil versetzt, so angespannt war er in jenem Moment. Und auch ein säuerlicher Gallegeschmack entstieg seiner Kehle, setzte sich in seinem Rachen fest und rief eine schier unüberwindbare Übelkeit in dem Erzmagier hervor. Mit all seiner Kraft versuchte er seine Gedanken zu ordnen, den Brechreiz niederzuringen, und es gelang ihm auch ganz gut – aber auf das, was er eigentlich wissen wollte, kam er natürlich nicht. Wie auch? Es war ja immerhin eher ein Gefühl als ein Gedanke. Unbeschreiblich in seiner unendlichen Tiefe und der körperlichen Präsenz, die es hervor rief.
Nein, da stimmte was nicht. Es musste etwas geschehen sein, was so nicht geplant gewesen war. Natürlich nur „nicht geplant“ im Sinne von allem, was Draven, er selbst und Zareg besprochen hatten. Der Kopf des Dunmer ruckte auf, seine Augen waren weit aufgerissen und er schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn – Zareg! Wieso war er nicht früher darauf gekommen? So einen festen Schlaf konnte doch kein normaler Mensch haben, dass er es nicht hörte, wenn man lauthals nach ihm schrie.
Sofort war Malukhat auf den Beinen; der hinter ihm rasch umkippende Stuhl ließ ein polterndes Geräusch im Raume stehen, welches, unbeachtet von allen Beteiligten außer Draven, verebbte und gleich einem Schatten in tiefster Dunkelheit schließlich verschwand.
Die ersten drei Stufen in Richtung der Schlafgemächer, die sie bewohnten – Sofort…
Die nächsten Stufen – Keine Zeit…
Plötzlich stolperte der Erzmagier über seine eigenen Füße, direkt am obersten Treppenabsatz angekommen, und legte sich lang, mit dem Gesicht direkt auf die letzte, oben gelegene Stufe. Doch selbst die Tatsache, dass seine Nase zu bluten anfing, kleine Rinnsale der roten Flüssigkeit sich den Weg zu seinen Lippen suchten, sie feucht und warm benetzten, konnte ihn nicht aufhalten. Warum er so versessen darauf war, nachzusehen, ob es dem Bretonen dort oben in seinem Zimmer gut ging, das vermochte er nicht zu sagen. War eben wieder mal eine seiner Ahnungen, die er nicht beschreiben konnte.
Flugs rappelte er sich auf und stolperte mehr oder weniger zu Zaregs Zimmer. Die vorher noch verschlossene Tür war einen kleinen Spalt geöffnet. Malukhat riss sie auf und starrte in den dunklen Raum. Kein Licht brannte in der Finsternis.
„Zareg?“, fragte er in das Zimmer hinein. Keine Antwort. „Seid Ihr wach?“
Vorsichtig machte der Erzmagier einen Schritt nach vorn. Konnte ja immerhin niemand garantieren, dass sich nichts Bösartiges in der Dunkelheit verbarg. Er spürte nichts, aber dennoch wollte er in diesem Fall seinem Waghals einen Abbruch tun. Es war einfach zu gefährlich. Sein rechter Fuß schlitterte leicht, fast unmerklich, über den mit Holzbohlen verkleideten Boden. Malukhat neigte seinen Kopf gen Boden und erkannte im schwachen Licht der Flurbeleuchtung etwas bräunlich Rotes auf den Dielen schimmern. Von einer düsteren Ahnung beschlichen bückte er sich hernieder und strich mit Zeige- und Mittelfinger seiner rechten, behandschuhten Hand über die feuchte Stelle. Dann hob er die Finger direkt vor seine Augen, betrachtete sie mit der übertriebenen Genauigkeit eines Schulmeisters, bevor er seinen Mund leicht öffnete und die dickflüssige Seime probierte.
Geschockt zog er die Hand von seinem Gesicht weg, betrachtete die Flüssigkeit wohl wissend, dass seine Vermutung sich bestätigt hatte – es war Blut!
„Zareg?“ Malukhat wusste, es hatte keinen Sinn den Bretonen zu rufen. Außer seinem eigenen war kein astraler Körper, kein weiteres Bewusstsein auszumachen. Mit einer einzigen, weitreichenden Handbewegung entflammten sämtliche Leuchter in dem Raum, schwarze Schatten entsprangen den Wänden als kamen sie aus dem Nichts; sie zuckten durch das Zimmer wie unter Todesqualen; die Figuren, die aus ihnen entstanden, glichen den Bildern eines Rohrschachtests.
Das Bild, welches sich dem Erzmagier bot, war in seiner Schrecklichkeit kaum auszumalen. In seinem langen Leben hatte er bereits einige Schlachten geschlagen, hatte viele seiner Kampfkumpanen neben sich sterben sehen, der Anblick von Blut, die offensichtliche Anwesenheit des Todes war ihm mehr als bekannt. Generell machte es ihm nichts aus, doch der süßliche Geruch, der in der Luft lag, der Anblick des toten Zareg, der neben seinem Bett auf dem Boden lag, mit weit aufgerissenen Augen, ließen abermals eine überwältigende Übelkeit in ihm aufsteigen. Doch auch diese Woge konnte ihn nicht zu Boden reißen, stattdessen war er mit einem Satz bei dem Toten und kniete neben ihm nieder, betrachtete das aschfahle Gesicht des Todes, den leicht verzerrten Mund… Er musste sehr gelitten haben. Mit der linken Hand umfasste er den Hinterkopf des Bretonen, mit der anderen fuhr er sanft über dessen Augen.
Ein Schatten fiel von der Tür in das Gemach, füllten dessen Mitte fast vollkommen aus. Der Erzmagier schaute abrupt auf – und erkannte Draven.
„Der Kleine hat wirklich einen sehr, sehr festen Schlaf, mein Freund“, sprach er den Erzmagister bedauernd und freundschaftlich an. Schon merkwürdig, dass er langsam begann, sich für die Belange und Gefühle anderer Personen zu interessieren, aber so schlecht war das eigentlich nicht; jedenfalls nicht, solange solche Situationen nicht zur Norm wurden. An Draven hatte er sich bereits gewöhnt, begonnen ihn zu respektieren, daran ließ sich nun nichts mehr ändern und es schien tatsächlich so, als konnte sich zwischen den beiden eine Art Hass-Freundschaft entwickeln. Zareg hingegen hatte Malukhat nicht gemocht, wahrscheinlich aus dem Grund, dass er ihn nicht kannte. Aber auf eine solch bestialische Art getötet zu werden… Nein, das hatte der Bretone nicht verdient. Das war so einfach nicht richtig. Und es war nicht fair.
Der Dunmer konnte den Blick Dravens nicht einwandfrei deuten. Er war wie eine Wand aus Verwunderung, Schockierung und Gleichgültigkeit zugleich. Ein telvannisches Gesicht eben, welches nicht preisgeben wollte, welche Gefühle sich in Wirklichkeit dahinter verbargen. Draven mochte es vielleicht nicht gemerkt haben, aber in manchen Situationen war die „Is-mir-doch-latten“-Haltung der höheren Telvanni durchaus praktisch. Und Malukhat wusste auch, dass Draven auf gar keinen Fall wollte, dass der Erzmagier irgendetwas über sein Innenleben erfuhr. Sie waren sich eben viel zu ähnlich…
Ein lautes Röcheln uns Husten durchbrach die Stille, und als sich der „tote“ Körper Zaregs in Malukhats Händen vor Schmerz wand, fuhren der Erzmagier und der Erzmagister vor Schreck zusammen. Absolute Fassungslosigkeit vonseiten Malukhats, der auf den Bretonen hinabstarrte, dessen Leichenblässe immer noch nicht aus dem Gesicht weichen wollte.
„Kümmert Euch erstmal um ihn, Draven, ich hole die Heilmittel aus meinem Zimmer!“, rief Malukhat aufgeregt und wusste dabei nicht einmal, wo genau er anfangen, welche Kräuter und Tränke er nutzen sollte. Ein einfacher Heiltrank sollte einfach nicht genügen, da musste etwas Besseres, Stärkeres her – nur was?
Egal, darüber konnte er sich Gedanken machen, wenn er erst einmal alles an Heilmitteln zusammen hatte, was er brauchte. Nein, alles. Nicht nur das, was er brauchte, denn was er brauchte, das wusste er ja noch gar nicht. Gnaa…
Zuerst einmal Zareg vorsichtig auf die harten Bohle niederlegen und anschließend… anschließend… zur… zur... Tür...
Als Malukhat sich erhob, wurde ihm schwarz vor Augen, ein dunkler Nebel verschleierte seinen Verstand. Er schaffte nur ein paar Schritte in Richtung Dravens, langsame Schritte auf wackeligen Beinen. Seine rechte Hand hob er an seine Stirn, schloss die Augen um das Schwindelgefühl abzuschütteln, welches von seinem Körper Besitz ergriffen hatte.
„Draven… ich…“, stotterte er, bevor er ohnmächtig zusammen brach.
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
Draven hatte sich noch gewundert und gefragt, wo dieser dämliche Nordmann abgeblieben war, denn scheinbar hatte er die von ihm selbst ausgelöste Unruhe genutzt, um zu verschwinden. Oder er hatte ihn wirklich aus den Augen verloren. Nun, auf einmal war das alles egal, denn inzwischen war Malukhat plötzlich aufgestanden, hatte seinen Stuhl dabei umgestoßen und war wie ein Verrückter nach oben gerannt. Vorher hatte er sich noch mit der flachen Hand gegen die Stirn geschlagen, aber der Erzmagister vermochte diese Geste nicht zu deuten, gesagt hatte er Erzmagier nichts. Aber der Bretone war sich sicher, dass es etwas wichtiges zu bedeuten hatte, so gut konnte er - seiner Meinung nach - Malukhat inzwischen einschätzen. Also ging er ihm hinterher, wenn auch etwas langsam, dabei immer noch in die Menge blickend, um Ausschau nach dem selbsternannten Vampirkiller zu halten. Der Erzmagier hatte es so eilig, dass er sogar stürzte am oberen Absatz der Treppe. Was war nur los?
Ein paar Minuten später wußte Draven Bescheid und war überfordert mit der Situation. In der Mitte des Zimmers lag Zareg, sein bretonischer Begleiter und Ratsmitglied des Fürstenhauses Telvanni in einer Pfütze seines eigenen Blutes und genau vor ihm lag nun Malukhat, scheinbar ohne Grund soeben vor seinen Augen in sich zusammengesunken. Fassungslos starrte der Erzmagister in das kleine Zimmer, was sollte er nun tun? Zareg war nicht tot und brauchte Hilfe, sonst würde er sterben, der Erzmagier jedoch rührte sich im Gegensatz zu Zareg überhaupt nicht und hatte sein Bewußtsein verloren. Mist verdammter.
Der Telvanni kniete sich zum Erzmagier hinunter und rüttelte ihn, nachdem er den Puls des Dunmer kontrolliert hatte.
"Malukhat, wacht auf. Was ist los mit euch?"
Auch eine leichte Ohrfeige brachte nichts - in einer anderen Situation hätte er sich sicher darüber gefreut, Malukhat ohrfeigen zu können, aber nicht in dieser ernsthaften Lage -, also war er auf sich gestellt.
"Moment, Malukhat sprach von Heiltränken", erinnerte er sich, als die letzten Sekunden vor seinem geistigen Auge Revue passierten. Sofort stürmte Draven in das Zimmer des Erzmagiers und durchwühlte die dort stehende Tasche, um abgesehen von einem mit babygrünen Ahornblättchen bestickten Deckchen ein paar Flaschen vorzufinden, welche er leicht unbeholfen wirkend mit in das andere Zimmer trug. Nur um dort festzustellen, dass diese nicht gekennzeichnet waren und er keine Ahnung hatte, was nun ein Heiltrank und was womöglich ein giftiger Trank war. Innerlich über Malukhat und dessen nicht vorhandenen Ordnungssinn fluchend kam ihm nun erst jetzt eine offensichtliche Idee. Warum versuchte er es nicht einfach mit einem Heilzauber? Und warum zur Hölle hatte er nicht sofort daran gedacht? Egal, er kniete sich zunächst zu dem röchelnden Zareg und sprach im Geiste die Formel für einen Wiederherstellungszauber. Der andere Bretone brauchte Blut und auch die besten Heilzauber vermochten keine Wunder zu vollbringen, aber vielleicht würde ihn dies ein wenig stabilisieren. Die magischen Ströme sammelten sich an den Händen des Magiers und nahmen dort eine blau schimmernde Farbe an. Wie viele funkelnde Sterne wirkten sie, als sich die Magie von seinen Händen auf den anderen übertrug und ihm hoffentlich etwas helfen konnte.
"Haltet durch, Zareg", sagte er mit fester Stimme und ging dann wieder zum Erzmagier, um ihn ein weiteres Mal zu rütteln.
"Malukhat, ich brauche euch, nun wacht endlich auf."
Er war sich sicher, dass er sich für den soeben gesagten Satz sehr viel später wahrscheinlich ärgern würde, aber all dies war nun nebensächlich. Genau wie der scheinbar mit Blut geschmierte Satz an der Tür, den er soeben erblickte.
"Wer mutiger Natur ist trete ein,
doch wird es für den kein Vergügen sein.
Hier liegt ein Vampirjäger ausgesaugt und tot
jedem der seinigen das Selbige droht.
Lestat verweilte an diesem Ort,
Führer der Quarra und deren Lord..."
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Schwertmeister
Sadith Mora - Taverne
Langsam öffnete Zareg die Augen. Er fühlte sich elend. Nicht nur, dass er, ein Meister der Telvanni, einer der ranghöchsten Magier, im Schlaf von einer elenden Kreatur angefallen wurde, er wurde auch noch von dem Erzmagister dabei gesehen und musste die Scham ertragen, vor diesem seine völlige Niederlage, in Form eines fast totengleichen Zustands, zeigen. Er schwor sich, Rache an denjenigen zu nehmen, der ihn feige im Schlaf angegriffen hatte.
Er versuchte aufzustehen, aber er fiel gleich wieder auf den Boden. Der Mangel an Blut, machte es ihm unmöglich irgendwelche normalen Bewegungen auszuführen. Zareg war völlig hilflos. Liegend am Boden, betrachtete er sein Umfeld. Auch Malukhat lag am Boden und schein völlig fertig und ausgelaugt zu sein. Draven kniete dort und versuchte, den Erzmagier wach zu bekommen. Zareg versuchte Draven zu sagen, dass es ihm wieder gut ginge und er jetzt nur mehr Ruhe benötigte, doch nur ein heiseres Krächzen drang aus seiner Kehle und der Erzmagister schien dies nicht gemerkt zu haben.
Zareg sammelte eine geraume Zeit so viel Kraft, wie er nur konnte und versuchte mit einem Mal aufzustehen. Ihm wurde wieder schwarz vor Augen, er fiel zurück auf den Boden und zurück in eine tiefe erschöpfte Ohmacht.
Zareg wusste nicht, wie lange er hier nun schon wieder gelegen hatte, aber nun öffnete er erneut die Augen. Er fühlte sich ein wenig stärker. Draven hate anscheinend inzwischen irgendwelch Heiltränke geholt und tat bei Malukhat hektisch herum. Was genau er tat, konnte Zareg nicht feststellen. Als der Erzmagister dann sah, dass Zareg die Augen geöffnet hatte, fragte er:“ Wie geht’s dir?“ und stürmte zu ihm hin, um ihm einen Heiltrank einzufölößen. Zareg versuchte sich mit einer Antwort, jedoch geschah nicht besonders viel, außer das heiße Luft, aus seinem Mund drang. Stattdessen, machte er sich der Zeichensprache zu Nutzen und deutete mit der Hand, dass es ihm solala ginge. Dravens Meine erhellte sich ein wenig.
Einige Zeit war vergangen und nach und nach verbesserte sich Zaregs Zustand wieder. Draven half ihm immer wieder mit Wiederherstellungszauber und Tränken und als sich dann Malukhat auch schon langsam regenerierte, wurde die Situation immer besser. Geheilt war Zareg aber noch lange nicht. Erst wenn er endlich Rache an der elendigen Kreatur nehmen könnte, die sich an ihm vergriffen hatte, würde er sich wieder gut fühlen. Er würde das Biest finden.
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Held
Sadrith Mora / Taverne / Zaregs Zimmer
"Wer mutiger Natur ist trete ein,
doch wird es für den kein Vergügen sein.
Hier liegt ein Vampirjäger ausgesaugt und tot
jedem der seinigen das Selbige droht.
Lestat verweilte an diesem Ort,
Führer der Quarra und deren Lord..."
Lestat hatte sich an die Türschwelle gestellt und sagte das dort geschriebene so auf, damit es jeder von den im Zimmer befindenden Personen hören konnten, dann kam er unaufgefordert ins Zimmer und gesellte sich neben den auf dem Stuhl sitzenden.
Mit argwohn betrachtete er den sehr schlaff wirkenden Telvanni, der auf dem bett vor ihm lag und deutete schließlich mit gespielter neugierde auf den Hals des Opfers.
"Vier Bisswunden... ihr habt großes Glück gehabt mein junger Freund... vier Bisswunden bedeutete Schmerz... Massaker... Blutvergießen. Das Bedeutet, dass der Vampir, der euch das angetan hat nicht an eurem Blut interessiert war weil er Durst verspürte sondern weil er euch einfach töten wollte..."
In seinen Gedanken verfluchte sich Lestat.. er hatte noch nie solch einen Fehler gemacht... dieser Kerl schien doch zäher zu sein, als er dachte. Lestat setzte schließlich ein freundliches Lächeln auf und sah den Mann, der auf dem Stuhl saß mit seinen unverständlichen Augen an.
"Ihr solltet Personen nicht nach ihrem äußeren Beurteilen... nur weil ich aus einer Region komme, wo die Sonne uns nicht sehr oft beglückt bin ich noch lange kein schlechter Mensch..." dies hatte er gesagt, als er den Hass in den Augen der anderen erblickt hatte.
"Ich weiß wo das Versteck dieser Vampire ist, doch kann ich sie alleine nicht erledigen, da es glatter Selbstmord wäre... doch wenn gleich jeder wegen meines Aussehens Hass gegen mich verspürt bleibe ich allein auf meinem Wege, was mir nicht umbedigt hilft wisst ihr..." wieder sah er in die Runde.
Vieleicht würde die Falle ja dieses mal zuschnappen. Um es noch zu verdeutlichen, dass er in guter Absicht kam holte er etwas, was er einem getötetem Händer abgenommen hatte hervor. Es war ein Trank, der den verletzten schnell genesen lassen sollte. Er drückte ihn dem auf dem Stuhl sitzenden in die Hand und wartete ab.
"Es wird helfen..." sagte erund lächelte wieder freundlich. Irgendwie machte es Lestat Spaß freundlich zu sein. Noch nie hatte er es versucht.. doch waren die Boshaften Gedanken, die seine Vergangenheit in ihm ausgelöst hatten immernoch stärker und in seinen Gedanken malte er sich aus, wie er sein Werk diesmal richtig vollenden würde...
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
So vieles war passiert in den letzten Minuten und Draven war ganz klar etwas überfordert mit der Situation. Er hatte mit vielem gerechnet, als Malukhat auf einmal nach oben gestürmt war, aber dass sie Zareg fast tot vorfanden und der Erzmagier dann auch noch plötzlich in sich zusammensackt und ohnmächtig wird, konnte nun ja wirklich niemand auch nur im entferntesten erahnen. Immer wieder war er zwischen den beiden auf dem Boden liegenden hin- und hergeeilt. Zareg schien inzwischen ein wenig stabilisiert, so dass der Magier sich nun wieder um den Dunkelelfen sorgte, welchen er eigentlich nicht mochte, aber irgendwo doch inzwischen sehr respektierte.
Zu allem Überfluss tauchte nun auch noch dieser von Anfang an suspekt wirkende Nordmann auf und laberte ihn zu, was hatte er nur getan, um so bestraft zu werden? Aber immerhin schien dieser einen Trank zu haben, welcher dem verletzten Meister des Hauses Telvanni zur Genesung verhelfen sollte, und drückte Draven diesen in die Hand. Skeptisch öffnete der Erzmagister die Flasche, roch daran und probierte ein wenig von der Substanz mit dem Finger. Es schien sich wirklich um einen heilenden Trank zu handeln, zumindest soweit er das beurteilen konnte. Auf jeden Fall war er nicht giftig und Zaregs Situation war trotz allem kritisch, was hatte er also schon für eine Wahl? Er musste das Risiko mit dem Trank eingehen, alles andere wäre leichtsinnig und würde Zaregs Leben gefährden.
Er drückte dem Nord die Flasche zurück in die Hand und bedachte ihn mit einem strengen Blick, während er dessen Worte kurz bedachte.
"Dann verdient Euch mein Vertrauen und macht Euch nützlich. Kümmert euch um Zareg und verabreicht ihm den Trank, ich kümmere mich derweil weiter um Malukhat."
Sein Blick wurde noch erheblich strenger, als er noch einen Satz nachschob.
"Überflüssig zu sagen, dass Ihr dieses Zimmer nicht lebend verlassen werdet, wenn der Trank eine schlechte Wirkung haben sollte, oder?"
Dann wandte er den Blick wieder zu Malukhat. Hatte er wirklich gerade etwas aus seinem Mund gehört? Ein leises Röcheln? Das konnte er sich nicht eingebildet haben. Wieder rüttelte er den Erzmagier vorsichtig und ohrfeigte ihn leicht.
"Malukhat, kommt zu Euch!"
Der andere schien tatsächlich wieder zu sich zu kommen, jede weitere Sekunde schien dies zu bestätigen. "Endlich!", dachte Draven innerlich erleichtert und schob noch zwei etwas härtere Ohrfeigen nach, nur um sicherzugehen... Und na ja, ein wenig Spaß machte es auch, wenn er dabei an das erste Zusammentreffen der beiden in der Magiergilde Balmora dachte, aber das unterdrückte er, zumindest ein wenig.
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Held
Sadrith Mora / Taverne / Zaregs Zimmer
Lestat sah ihn ohne jegliche Gefühlsregung an. Von ihm würde er sich sicherlich nicht einschüchtern lassen, doch wollte er sich ja das nun anfänglich aufgebaute Vertrauen, was er weiter ausbreiten musste nicht wieder vernichten mit einem falschen Wort oder einer falschen Tat.... er lächelte den immernoch ziemlich Blutleeren Zareg, wie er zu hießen schien kurz an und flößte ihm die Flüssigkeit langsam ein. Sie ließ die Blutentstehung um einiges beschleunigen und fals er auchnoch Vampirblut in sich hatte dann würde es die Verwandlung etwas verlangsamen, so das man nicht sofort merkte, was passierte..
Er sah der Person, die er kurz zuvor noch aussaugen wollte ins Gesicht und bemerkte eine leicht Veränderung. Versuch nicht nicht dagegen zu wehren mein Freund.. es ist unaufhaltbar.. dachte der Führer der Quarra und sein Lächeln sah nun finster und boshaft aus. Doch als er sich wieder aufrichtete und die geleerte Flasche auf dem Nachttisch aufstellte hatte sein Lächeln wieder normale Züge angenommen und er sah wieder aus wie zuvor. Das Böse in sich konnte er verbergen...
"Der Biss ist tief und boshaft... vier Bisse... ein Quarre wie ich vermute. Er wollte ihn auf jeden Fall töten das ist klar.. ich hoffe für euch, dass er sich nicht verwandelt..." hinter seinem Blick lag etwas scheinheiliges... vieleicht erschien es für manche verblüffend, was er über die Vampire alles wusste, doch gab es auch Personen die sich auf soetwas spezialisierten und so machte er sich nicht weiter Gedanken über das was er soeben gesagt hatte. Er beugte sich über die Ohnmächtige Person und bemerkte schnipsig zu dem Betronen "Ihr mögt ihn nicht sonderlich.. liege ich dort richtig?" er grinste kurz und sah weiter auf den Ohnmächtigen Raufbolden, der kein Blut sehen konnte herab.
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen" / Zaregs Zimmer
Hm... Da war so ein dumpfer Schmerz zu beiden Seiten seines Gesichts, ein ohnmächtiges Stechen, welches schließlich in einem leisen Kribbeln verebbte. Was konnte das nur sein, was da so ganz plötzlich aufgetaucht war und ihn in einen leichten Dämmerschlaf gerissen hatte? Zack! Noch einmal - und nun war er wach! Aber hellwach, so richtig mit offenen Augen und so, was eben alles dazu gehörte, und über sich erkannte er das Gesicht Dravens, der ihn zwar besorgt, aber mit einem Hauch Belustigung in den Augen anblickte. Gerade holte der Bretone zu einem weiteren, schmerzhaften Schlag aus, als Malukhat sich ein Stück zurückwarf und mit der rechten den Arm des "Kontrahenten" packte.
"Ach, Ihr seid schon wach", meinte Draven und tat überrascht. Dieser mistige, kleine Erzmagister hatte doch längst gewusst, dass er aus seiner plötzlichen Ohnmacht wieder erwacht war. In gewisser Weise konnte der Erzmagier es ihm aber auch nicht verdenken: Er selbst hätte wahrscheinlich ebenso gehandelt.
"Also wirklich, Draven...", meinte er, als er von dem Bretonen abließ und sich lieber über seine von den Schlägen taub gewordenen Wangen strich. "Jemanden zu treten, der schon am Boden liegt. Verteilt Ihr auch Kopfnüsse an kleine Kinder?"
Schmeeeherz... Unerträglich. Sein Gesicht schien zu glühen wie ein Windlicht im Sandsturm Ald'ruhns. Manno Meter... Da hatte Draven aber wirklich kräftig zugeschlagen, das musste der Erzmagier ihm lassen. Der hatte schon was in den Armen, auch wenn man es ihm nicht so sehr ansah. Nun ja, seine daedrische Rüstung hatte schon Stil, das ist wahr, aber so wirklich dran war an dem ja nichts. An Malukhat selbst auch nicht, aber das war ja nicht so wichtig und auch gerade nicht Thema in seiner Gedankenwelt. Na ja, vielleicht sollte er doch schon darauf zurückgreifen, dass er wenigstens verdammt muskulös war. Krieger eben. Draven war eben eher der Diplomat. Aber Muskeln sagten ja nichts über die tatsächliche Kraft einer Person aus, wie der Erzmagier eben wieder zu spüren bekommen hatte.
Plötzlich stand ein Mann in der Tür, kreidebleich im Gesicht und abgefüllt bis oben hin. Aber dass der Raum voller Blut war, das konnte auch er gut erkennen. War ja auch nicht zu übersehen. Einen neuen Anstrich brauchte der Raum gar nicht mehr, der war in diesem bräunlichen Ton schon ganz gut tapeziert.
"Wa... was tut Ihr da?", wollte der Dunmer mit leicht zittriger Stimme und irgendwie dahin gelallten Worten wissen.
"Na was wohl?", entgegnete Malukhat und setzte sich auf. Mit einer weitschweifigen Geste seiner Arme bezog er den gesamten Raum in seine folgenden Worte mit ein: "Wir feiern Fleischnachten, das Fest der Auferstehung Nerevars, wo er sich einen künstlichen, weißen Bart anklebt, Kissen unter einen weiten, roten Mantel stopft und den Kindern mitten in der Nacht die Kekse wegfrisst, so als Vergütung dafür, dass er ihnen Geschenke und Naschis unter den Baum legt. Sieh dich doch mal um, Alter. Ist doch alles festlich, fleischnachtig geschmückt."
Malukhat war so verdammt ernst bei seinen Worten, dass sich das Gesicht des Betrunkenen aufhellte. Ein schiefes, makellos gelbes Grinsen war zu erkennen.
"Gudd, ddann macht mann weida sso", waren seine letzten Worte, bevor er auf dem Absatz kehrt machte und wieder im Gang verschwand.
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
"Ihr mögt ihn nicht sonderlich.. liege ich dort richtig?", sagte der angebliche Vampirjäger zu ihm.
Der Erzmagister schaute kurz wieder auf und seine Augen funkelten böse, während er Malukhat eine weitere sanfte Ohrfeige verpasste.
"Seht zu, dass ihr Euch um Zareg kümmert, anstatt Euch in Sachen einzumischen, die Euch nichts angehen!"
War er zu scharf gewesen? Nein, war er nicht. Diesem Typen vertraute er eigentlich immer noch kein Stück und am liebsten hätte er ihn sofort hinausgeschmissen, aber nun war er auf ihn angewiesen, wenn er Zaregs Leben retten wollte. Aber dass er zusätzlich auch noch das Gelaber von dem Nord ertragen musste und womöglich sogar noch antworten sollte, konnte nun wirklich keiner von ihm erwarten. Wieso musste die Situation nur so außer Kontrolle geraten, am Abend zuvor war abgesehen von dem Vampirproblem sogesehen noch alles in Ordnung gewesen. Und nun dieses Chaos. Egal, er musste sich nun wieder auf Malukhat konzentrieren und tatsächlich dauerte es nicht allzu lange, bis der Erzmagier endgültig erwacht war. Spätestens jetzt war es klar, denn der Erzmagier hielt seinen Arm fest, so dass Draven ihm keine weitere Ohrfeige mehr verpassen konnte. Na ja, vielleicht hatte er tatsächlich unterbewusst schon ein paar zu viel davon verteilt, musste er sich selbst eingestehen. Aber besser, er würde dies den Erzmagier nicht merken lassen, also galt es ein wenig überrascht zu tun.
"Ach, Ihr seid schon wach?"
"Also wirklich, Draven. Jemanden zu treten, der schon am Boden liegt. Verteilt Ihr auch Kopfnüsse an kleine Kinder?"
Kurz dachte Draven über die Frage nach, bis er feststellte, dass diese unmöglich ernst gemeint sein konnte und er das in diesem momentanen Stress gar nicht gemerkt hatte. Wie blöd von ihm, aber was musste Malukhat auch gleich sowas unsinniges reden. An der Stelle seiner Gedanken, wo er sich ein paar Kinder vorstellte, denen er Kopfnüsse verpasste, brach er ab und versuchte, wieder klar zu denken.
Gerade wollte er Malukhat etwas sagen, da hörte er jemanden hinter sich - offensichtlich betrunken - fragen, was denn hier los sei. Gerade wollte er diese Person wegen ihrer dämlichen Frage anschnauzen, da richtete sich Malukhat auf und tat dies. Zugegebenerweise auf eine noch bessere Art, als der Bretone dies hätte tun können. Eins musste man dem Erzmagier lassen, auf dämliche Fragen hatte er auf jeden Fall noch dämlichere Antworten parat. Sogesehen würde er eigentlich schon einen guten Telvanni abgeben, aber all das war nun nebensächlich.
Nachdem der Betrunkene zufrieden über die in seinen Augen scheinbar logische Antwort wieder verschwunden war, richtete Draven sich auf und reichte Malukhat die Hand, um ihm beim Aufstehen behilflich zu sein. Seine Augen jedoch hatte er auf diesen Nord gerichtet, dennoch sprach er zum Erzmagier.
"Schön, Euch wieder unter den Lebenden zu sehen. Was ist passiert?"
Sich innerlich mal wieder fragend, ob er nicht zu nett gewesen war und den ersten Satz nicht hätte vermeiden sollen, wandte er seinen Blick nun zu Malukhat und wartete geduldig auf eine Antwort.
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Schwertmeister
Sadrith Mora - Taverne
Zareg konnte wieder so halbwegs stehen. Diese Nord hatte ihm irgendeinen Trank eingeflösst. Er wusste nicht genau, was es war, aber das wollte er auch eigentlich gar nicht wissen. Im Moment hatte es zumindest geholfen. Der Nord starrte ihn an. “Will er ein Dankeschön von mir hören“, dachte er. Immer noch schaute ihn der eigenartige Typ an. Irgendwie legte er ein komisches Grinsen zutage, dass dem Meister der Telvanni nicht im geringsten Geheuer war. “Auf Dankesworte meinerseits kann der lang warten“, dachte er sich dann noch und schaute sich im Raum um.
Inzwischen war Malukhat auch schon auf den Beinen und schickte gerade so einen Trunkenbold weg, der das sonderbare Geschehen im Schlafgemach beobachtet hatte. Zareg fragte sich, wie einem Menschen und dazu noch einem Erzmagier so eine schnelle schwachsinnige Antwort einfallen konnte. Dann erblickte er erst, wie das Zimmer aussah. Überall an den Wänden war Blut und das Bett war sowieso total überzogen mit dem roten Zeugs. Wenn man so etwas noch nie gesehen hatte, würde das sicher für Unruhen im Magen sorgen, aber Zareg dachte sich, dass er schon mehr als oft genug Blut gesehen hatte.
Inzwischen hatte sich der Nord schon umgedreht, betrachtete ihn nicht mehr und schein etwas nachzudenken.
“Was will der noch immer hier“, ging es Zareg durch den Kopf. Ganz geheuer war ihm der Nord noch immer nicht, selbst wenn er ihm geholfen hatte, obzwar er sich eigenartig im Inneren fühlte. Irgendwie so, als würde er eine Verwandlung in ihm stattfinde und sein Blut und sein ganzer Körper wehrte sich dagegen. Plötzlich kam eine Ladung Blut in seine Kehle hinauf. Angewidert, spuckte er es aus und ekelte sich vor sich selbst. Die anderen hatte davon noch nicht wirklich Notiz von dem genommen. Man konnte sehen, dass alle ein wenig beschäftigt waren. Der Nord schien in Gedanken zu hängen, Draven wartete anscheinend gespannt auf eine Antwort von Malukhat auf seine Frage und der Erzmagier schein seine Gedanken in Worte fassen zu wollen.
Nun konnte er nichts anderes tun, als auf die Antwort Malukhats zu warten und dann selbst versuchen, ihnen seinen Zustand gewissermaßen zu erklären. Wieder fühlte er, wie sich ein wenig Blut die Kehle heraufdrängen zu versuchte. Zareg unterdrückte diesen Drang und fragte sich nicht zum ersten Mal, was los war.
Unwillkürlich wollte er sich an seinem Hals kratzen, der juckte, als er die zuerst nur zwei und dann vier Löcher in seiner Kehle bemerkte. “Verdammt, was ist das“, fragte er sich und erinnerte sich dann erst wieder daran, was der Grund für das ganze sein könnte. “Ein Vampir“, sagte er ein wenig lauter als beabsichtig und erschrak dieser Behauptung wegen. Zareg war von einem Vampir gebissen worden.
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen" / Zaregs Zimmer
Ja, was war denn geschehen?, fragte sich der Erzmagier, sich immer noch die Wangen reibend. Plötzlich war ihm schwindelig geworden, weiße Punkte hatten vor seinen Augen getanzt und dann war die Welt um ihn schwarz geworden, schwärzer als die Nacht und alles, was er bis dahin gesehen hatte. Es hatte seinen Körper beschlichen, von unten bis oben, seine Gliedmaßen geschwächt und dann… ja, dann war er einfach zusammen gebrochen. Er hatte wieder irgendeinen Traum gehabt, das wusste er noch, aber erinnern konnte er sich partout nicht daran. So denn brauchte es auch seine Zeit, bis er dem Erzmagister eine Antwort geben konnte. Nein, eine passende Antwort hatte er immer noch nicht parat, aber irgendetwas musste er ja sagen, ansonsten würde sich diese gespannte Stille weiter in dem Raum ausbreiten.
„Ähm… Falls ihr das noch nicht bemerkt habt: Ich bin umgekippt. Das nur mal so nebenbei. Eigentlich gibt es da auch nicht mehr zu sagen, ich war einfach weg.“
Aber es war schon merkwürdig, verdammt merkwürdig sogar. Noch nie in seinem langen Leben war so etwas passiert – und insbesondere nicht in einer solch folgenschweren und wichtigen Situation.
„He, was will der Typ denn hier?“, fragte er laut und wütend, als er den Nord erkannte. Jenen Nord, den man unten in der Taverne gefeiert hatte. Dieses schmierige Etwas, was sich plötzlich vollkommen anders gebärdet hatte, scheinbar zu einem Mann geworden war. Vielleicht hatte der Kerl sie mit seiner Art und Weise auch nur hinters Licht geführt. Aber was war denn in der Zwischenzeit geschehen? Der Nord wandte dem Dunmer sein Gesicht zu und lächelte irgendwie verschmitzt und wissend auf ihn hinab. Geradeso als wüsste er, was mit seinem Körper geschehen war. Aber das konnte der Erzmagier selbst nicht sagen, also würde der es ja wohl kaum wissen können.
An dem Blut, das an den Wänden und auf dem Boden verteilt war, konnte es nicht liegen. Malukhat war Zeit seines Lebens ein Totenbeschwörer gewesen, hatte Leichen von ihrer Haut befreit, um an ihre Knochen zu kommen, hatte sie mit einem Gemisch aus Natrium und Salz abgerieben und schließlich das Blut als Medium für die Beschwörung genutzt. Vielleicht war er weich geworden in den letzten Jahren, aber in gewisser Weise schloss er diese These vollkommen aus. Eher beschäftigte ihn der Gedanke, ob das alles vielleicht seinen Zusammenhang mit Zareg finden würde. Wie bereits erwähnt: Blut wird häufig als Medium benutzt. Ist ein lebender Mensch verflucht, kann es sein, dass der Fluch – wenn auch nur kurzzeitig – auf eine andere Person übergeht, die mit dessen Blut in Verbindung kommt.
Malukhat blickte sich zu dem Bretonen um, der total verwirrt an seinem Hals kratzte.
„Zareg?“, meinte er zu dem jungen Mann. „Geht es Euch gut?“
Als der Telvanni-Meister die Hand vor der juckenden Stelle nahm, erkannte der Erzmagier es zum wiederholten Male: Die vier leicht ovalen Male, mit denen er gezeichnet worden war. Nun, war wahrscheinlich in der Tat ein Grund, sich Sorgen zu machen.
Jeder weiß, was mit Mensch, Mer, Khajiit und Argonier geschieht, die von Vampiren gebissen werden. Zareg zeigte zwar noch nicht die äußeren Merkmale, aber wer konnte schon wissen, dass das nicht noch kommen würde? Wenn der Quarra nur vorgehabt hatte, ihn zu töten, konnte Zareg noch Glück gehabt haben, irgendwie jedenfalls.
„Sagt einmal, Draven… Ich hatte Euch den Vorschlag mit den Aschländern gemacht… Ihr allerdings habt mir noch nicht darauf geantwortet, wie mir gerade einfällt. Was haltet Ihr von dieser Idee? Immerhin sollten wir uns der Gefahr nun bewusst werden, denn die Vampire sind auf uns aufmerksam geworden und das verheißt nichts Gutes. Wenn die Aschländer irgendeinen Weg gefunden haben, die Vampire fern zu halten, dann sollten wir den nun auf jeden Fall kennen, bevor wir ein weiteres Mal angegriffen werden. Wie wir ja sehen bringt es nicht viel, sich des Nachts in irgendwelche öffentlichen Gebäuden nieder zu lassen. Wir sollte also dazu noch vorsichtiger sein als zuvor, damit das da“ – er wies mit dem Kopf auf Zareg – „nicht wieder passiert.“
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
"Bei Lorkhan, ich weiß, dass ihr einfach umgekippt seid", antwortete der Erzmagister zunächst ein wenig wütend auf die Aussage Malukhats hin. Diese Antwort war ihm einfach nicht ausreichend gewesen, immerhin hatte er sich Sorgen gemacht. Ob ihm sowas häufiger passierte? Das musste er doch wissen. Was wäre, wenn er mitten im Kampf gegen eine tausend Mann starke Vampirarmee einfach umkippte? Draven wäre allein mit Zareg aufgeschmissen. Na gut, gegen 1000 Vampire wären sie eh aufgeschmissen, aber egal. Nun gut, er war ja jetzt wieder auf dem Damm und hatte eigentlich auch nach einer ganz anderen Antwort von ihm verlangt, also sollte er sich zunächst darüber Gedanken machen. Über dieses Umkippen könnten sie auch später noch sprechen. Und das würden sie gewiss auch tun.
"Verzeiht, also zu den Aschländern..."
Kurz musste er stocken, wurde ihm doch doch nun durch die Worte Malukhats die gesamte Tragweite seiner Entscheidungen wieder richtig bewusst. Es lastete soviel Verantwortung auf seinen Schultern, dass er sie nur allzu gerne verdrängte, was ihm auch immer wieder für einige Zeit gelang. Natürlich war es nicht richtig, man muss sich eigentlich immer ständig seiner Verantwortung bewusst sein, aber Draven konnte Entscheidungen besser treffen, wenn er sich nicht so sehr unter Druck fühlte. Obwohl auch seine Funktion als Erzmagister des Hauses Telvanni wichtig und mit großer Verantwortung verbunden war, verdrängte er dies gelegentlich und traf dann seine Entscheidungen seiner Ansicht nach weiser. Zu viel Nachdenken behinderte, aber genau das tat er, wenn er sich... Moment, genau das tat er jetzt. Und Malukhat erwartete immer noch eine Antwort von ihm. Hoffentlich war die Pause jetzt nicht zu lang geworden.
"Wir haben keinerlei Anhaltspunkte und die Situation ist ernst", fuhr er fort, während er auf Zaregs Hals blickte. Hoffentlich hatte sich sein Blut nicht mit dem Dämonenblut vermischt. Ein Biss eines Vampires verwandelte niemanden, aber wenn das Opfer von dem Dämonenblut etwas abbekam, dann würde dies zu einer Verwandlung führen. Hoffentlich passierte dies nicht bei Zareg, aber das vermochte nur die Zeit zu zeigen.
"Ihr habt Recht, ich halte Euren Vorschlag für das momentan beste, was wir tun können. Wir müssen gerüstet sein, mit unseren normalen Waffen wird es gegen diese übernatürlich starken Gegner schwer, auch wenn man sie damit töten kann. Jeder Hinweis würde uns helfen und vielleicht hat Ihr Recht und die Aschländer wissen genaueres. Zudem wissen wir immer noch nicht, wo wir sonst mit unserer Suche beginnen sollten. Neloth könnte vielleicht noch ein paar Späher ausschicken, aber für uns ist es sinnlos, einfach so herumzusuchen und zu hoffen, dass wir sie finden, bevor sie uns ein zweites Mal aufsuchen."
"Was meint ihr?", wandte er sich an die anderen beiden. Na ja, an den Nord eigentlich gar nicht, sondern nur an Zareg. Er wollte lieber alle Optionen durchgegangen sein, bevor er wichtige Entscheidungen traf, die Verantwortung war einfach zu hoch.
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Schwertmeister
Sadrith Mora - Taverne
Ihm wurde es langsam zu wider, dass ihn jeder anblickte, als wäre er ein Monster, oder so was in der Art. Immer wieder diese versteckten Blicke und das heuchlerisch Umhergerede. Es ging ihm schrecklich auf die Nerven.
Die Frage Dravens überraschte ihn ein wenig. “Was soll ich jetzt davon wieder halten“, fragte er sich. “Nun werde ich auf einmal zu Rate gezogen!“ Naja, ihm sollte es recht sein. Diese beiden sollten nur vor ihm knien und um Vergebung winseln und “...dann werde ich ihre Köpfe vom Leib trennen, die Augen ausstechen und ihr verdammtes Blut aufsaugen. Hahahaha!!!“ Ein irrsinniges Lachen hallte in seinem Kopf wieder. Er fröstelte, ob der Gedanken, die ihm gerade durch seinen Kopf geschossen waren. Sie waren ihm total fremd gewesen und es hatte sicher auch nichts mit einem Wahn zu tun. Irgendwas war ihn der schrecklichen Nacht mit seinem Körper geschehen. Eine Veränderung fand statt, er konnte es spüren und fühlen. “Sollte es wirklich ein Vampir gewesen sein, der mich da in der Nacht angegriffen hatte.“, fragte er sich. Ein düsteres Bild flackerte durch seinen Kopf. Er sah sich selbst vor den Blutverschmierten entstellten Leiber der beiden Magier, Malukhat und Draven, stehen und konnte es auch noch schlimmer werden, musste er bei dem Gedanken auch noch grinsen. “Ihr werdet winseln......“ Der Anfall war wieder vorbei. Er war bisher kaltblütig und böse gewesen, doch dies übertraf all seine furchtbarsten Fantasien. “Niemals werde ich so enden, niemals...!!“
Zareg hatte schon jede Hoffnung darauf, etwas gegen die Veränderung, die in seinem Körper statt fand, zu machen, weggeschoben und verlor sich in leere Gedanken. Bis er plötzlich durch eine Stimme wieder in die Realität geschleudert wurde und all seine Ängste und kranken Phantasien wieder Realität wurden. Irgendjemand hatte ihm eine Frage gestellt. “War es Malukhat?“, fragte er sich.
“Ja, er war es“, kam er dann zum Schluss. Der Erzmagier schaute ihn mit purer Verachtung an und wiederholte anscheinend gereizt sein Anliegen:“ Der Erzmagister hat euch eine Frage gestellt! Was ist los mit euch? Seid Ihr euch inzwischen schon zuwider eine Antwort geben?“
Zareg gab nicht einmal einen Kommentar zurück, sondern dachte über die Frage nach, sagte daraufhin aber nur:“ Die Aschländer, ja? Wir sollten zu ihnen gehen!“
Die beiden Magier schauten ihn eigenartig an. “Sollen sie nur denken, was sie wollen. Ist mir doch egal.“, hörte er sich sagen. Eine leise Stimme meldete sich in seinem Kopf:“ Sie werden in ihrem Blut baden!!“ Auch die Stimme seines Wahnes schien sich wieder zu melden. Zareg wurde schlecht und übergab sich, doch es kam nicht viel heraus, außer Blut. “Sollen sie doch denken, was sie wollen....“, war das letzte was er sich noch dachte, bevor er auf den Boden sank und vergebens versuchte dem Schwächeanfall zu widerstehen. Jede Chance, auf die Heilung, seiner nun schon zwei Krankheiten, hatte er abgeschrieben. Er dachte sich nur noch “Nie wieder werde ich normal, Nie wieder...“ und versuchte nun schon gar nicht mehr aufzustehen.
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Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen"
Malukhat hatte reflexartig, aber viel zu langsam seinen Arm gehoben, als der Bretone vor seinen Füßen blutspuckend zusammenbrach. Mit einem Gesichtsausdruck, der von vollkommener Verwirrung sprach, betrachtete er den am Boden liegenden, der sich röchelnd in seinen Schmerzen wand. Demnach also unschlüssig, war er nun tun sollte, verharrte der Erzmagier an Ort und Stelle und betrachtete stumm den sich windenden Leib des Telvanni-Meisters. Draven schien es ebenso zu ergehen. Was sollte man auch in einer solchen Situation tun?
„Draven, ich muss Euch ehrlich sagen, Eure Heilkünste haben versagt“, waren seine Worte, als er den Bretonen von der Seite finster betrachtete. „Vielleicht hättet Ihr ihn auch ohrfeigen sollen, bei mir hats ja immerhin funktioniert.“
Mehr als eine hochgezogene Augenbraue hatte der Erzmagister den Worten des Dunmers wohl nicht beizumessen, aber das war auch nicht sehr verwunderlich. Dieser Tag hatte alle Beteiligten geschlaucht. Nun, dieser ominöse Nord, dieser „Vampir-Jäger“, fiel aus dieser Bezeichnung wohl aus, denn er stand nur in der Gegend herum und betrachtete das Geschehen schlichtweg mit einem süffisanten Lächeln.
„Lasst uns Zareg in mein Zimmer tragen, dort kann er diese Nacht schlafen“, schlug Malukhat vor und Draven stimmte – wie auch nicht anders zu erwarten gewesen war – zu. Allerdings zeigte sich auch dies als ein äußerst schwieriges Unterfangen, denn der von Schmerz gepeinigte Zareg machte keinerlei Anstalten, sich freiwillig und ohne jegliche Gegenwehr davon tragen zu lassen. Erst, als der Erzmagier ihm einen gezielten Schlag ins Gesicht versetzte, gab er Ruhe und ließ sich ohne weitere Störungen in das Zimmer Malukhats schaffen. In seiner momentanen Situation mochte dieser Schlag selbst dem Telvanni-Meister nur zu Gute gekommen sein, denn dieser hatte auf diese Art und Weise eine kurze Pause von seinen Schmerzen.“
„Nee, nee...“, sagte Malukhat, als Draven dazu ansetzte, den Ohnmächtigen auf dessen Bett niederzulegen. Erst einmal die Kuscheldecke und das Sonnenkopfkissen in Sicherheit bringen. Blut bekam man da so schwer wieder heraus, und wer konnte schon sagen, wie viel der Bretone diese Nacht noch davon verlieren würde?
Nach getaner Arbeit – Zareg ruhte in dem Bett, die weiße Klippenläuferdaunendecke bis zum Kinn hinaufgezogen, der Erzmagier hatte sich in dem daneben stehenden Stuhl niedergelassen und Draven hatte sich an die gegenüber liegende Wand gelehnt, den Beutel mit Malukhats Heilmitteln immer noch in den Händen – seufzte Malukhat und rieb sich den Schweiß von der Stirn. Der Erzmagister hatte seinen Vorschlag mit den Aschländern akzeptiert. Das alleine war schon einmal gut. Aber heute würden sie wohl nicht mehr los ziehen können, falls man überhaupt von heute sprechen konnte sondern nicht eher von gestern. Draven schien das ebenso zu sehen, wie er, denn auch er wirkte müde und ausgelaugt.
„Legt Euch schlafen und überlasst mir alles weitere. Ich werde mich schon um den Kleinen kümmern. Ihr braucht erst einmal Eure Ruhe.“ Wovon ich selbst allerdings auch so einiges gebrauchen könnte, dachte er im Stillen selbst. Das war alles so nicht geplant gewesen, das war nicht richtig so. Zareg war von einem Vampir gebissen und geradezu ausgeblutet, dem Tod immer noch näher als dem Leben. Nein, das hatte der Erzmagier sich anders vorgestellt. Sadrith Mora, die Stadt der Magier, galt als beliebtes Reiseziel für Touristen, aber davon hatte er noch nicht viel mitbekommen. Außer Leichen und Halb-Toten hatte er nichts davon zur Kenntnis genommen. Er war früher schon einmal hier gewesen, oft sogar, aber auch diese Insel Vvardenfells hatte sich nach so vielen Jahrhunderten verändert. Und sein letzter Besuch als gesuchter Mörder war ja auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei gewesen. In diesem Moment spürte er die Fremdartigkeit seiner Umgebung mehr als zuvor. Die Welt verfiel in einen stetigen Wandel, sie würde sich immer verändern und er sollte die Zeit überdauern, wie er es bereits getan hatte.
„Vielleicht sieht man es mir nicht an, Draven, aber ich bin bereits ein sehr alter Mann. Meine besten Jahre, so glaube ich, habe ich bereits hinter mir. Ihr seid noch jung, also lasst mich Euch einen gut gemeinten Rat geben: Lebt jeden Tag, als wenn es Euer letzter wäre, denn das Ende kommt schneller, als Ihr es Euch vorzustellen vermögt.“
So ernst war der Erzmagier, dass er selbst es kaum fassen konnte. Mit Draven hatte das ewige in den Tag hinein leben sein Ende gefunden. Und er musste zugeben, dass auch er sich verändert hatte in den letzten Tagen. Wahrscheinlich würde sich das ändern, wenn das alles erst einmal durchgestanden war, er wieder der so konnte, der er schon immer gewesen war. Dann konnte er wieder Ranis Athrys zur Weißglut treiben, seine Späße mit den hübschen Adeptinnen machen und in den ewigen Kreislauf des Erinnerns und Vergessens verfallen. Draven allerdings konnte er nicht streichen, er konnte ihn nicht einmal aus seiner zukünftigen Planung ausschließen. In gewisser Weise hatte er den Bretonen lieb gewonnen, wie man so schön zu sagen pflegte. Der Erzmagister forderte ihn, verlangte ihm alles ab, was er an Wissen zu bieten hatte. Doch so wirklich wussten sie nichts voneinander. Es freute den Erzmagier, dass er dem jungen Mann ein wenig unter die Arme greifen konnte, denn auch dieser hatte ein großes Maß an Erfahrung mit auf diese Reise genommen, die ihnen behilflich sein konnte. Also doch lieber „Respekt“ statt „lieb gewonnen“? Nun, zuerst musste sich nun um Zareg gekümmert werden. Blut musste her. Malukhat wusste auch schon, wo er es beschaffen sollte, allerdings durfte Draven davon nichts erfahren, ebenso wenig der verwundete Telvanni-Meister.
„Legt Euch nun schlafen. Ich werde hier schon zurecht kommen. Ich denke, ich kann mich momentan ein wenig besser um die Heilung kümmern, als ihr, da ich den Großteil meiner Kraftreserven aufgespart hatte, als hätte ich einen solchen Notstand erwartet.“
Der Bretone blickte ihn zweifelnd an. Nur widerwillig stimmte er letzten Endes zu, begab sich schon auf den Weg zur Tür, als er sich noch einmal umdrehte und das Täschchen mit den Arzneien auf dem Fußende des Bettes niederlegte. Kein weiteres Wort fiel zwischen den beiden Männern, doch der Dunmer wusste genau, dass Draven schon so eine Ahnung hatte. Nicht davon, dass Malukhat irgendwoher Blut beschaffen wollte, sondern eher, dass er etwas vorhatte, was nicht rechtens war. Seltsamerweise ließ er es dennoch zu, dass der Erzmagier sich um das Mitglied des Hauses Telvanni kümmerte. Ja – Draven erhob nicht einmal Einwände! Zwischen dem Erzmagier und dem Erzmagister war ein stummes Bündnis des gegenseitigen Einverständnisses geschlossen worden. Anfangs war es wohl beiden als vollkommen abwegig erschienen, dass sie sich noch einmal so gut verstehen würde, aber irgendwie ging und diesen wackeligen Frieden galt es aufrecht zu erhalten.
Unten in der Taverne war es still geworden, außer dem Schnarchen einiger Gäste war nicht zu vernehmen. Selbst der Wirt lag mit geröteten Wangen und noch leicht geöffneten Augen über dem Tresen und machte sich nichts aus seiner ungemütlichen Haltung. Das Feuer innerhalb des Kamins hatte das Holz vollständig gefressen, war erloschen und hatte alleine graue Asche und schwarze Kohlestücke zurück gelassen. Auch die Kerzen innerhalb der Lampen waren teils ausgegangen, da sie vollends runtergebrannt und nicht ausgewechselt worden waren. Inmitten dieser Rund verharrte der Erzmagier und musterte mit gerunzelter Stirn seine Umgebung und jede einzelne Person, die in diesen Hallen selig träumte. Schließlich entschied er sich für einen hoch aufgeschossenen, noch sehr jungen Bretonen. Mehr als siebzehn Winter sollte dieser noch nicht hinter sich gebracht haben – somit war er das perfekte Opfer für des Dunmers ungewöhnlichen Heilzauber.
„He, wacht auf“, sagte er zu dem mit dem Kopf auf dem Tisch liegenden Mann und schlug ihm vorsichtig mehrere Male auf den Hinterkopf. Der junge Bretone rührte sich murrend und stieß dabei die neben ihm stehende Flasche um, die Malukhat gekonnt aber in höchster Not vor dem Aufprall auf dem Boden auffing und vor dem sicheren Zerschellen rettete. Konnte ja Pfand drauf sein, den man dann später einholen konnte. Aber zuerst stellte er die Flasche wieder ab, allerdings weit entfernt aus der Reichweite des anderen Mannes, und packte diesen unter der rechten Schulter, legte den rechten Arm um dessen Taille und zog ihn hoch. Nur durch ein schwaches Grunzen ließ der Bretone vernehmen, dass er mit dieser Art Behandlung nicht einverstanden war. Aber ansonsten war er vollkommen hilflos und für den Erzmagier war es ein leichtes, ihn nach oben in das Zimmer zu schleppen, indem Zareg schlief. Vorsichtig platzierte er ihn auf dem neben dem Bett stehenden Stuhl und drückte ihn nach hinten, die Arme zu beiden Seiten abstehend, damit er nicht zur Seite umkippte und auf den Boden fiel. So denn begann er mit den Vorbereitungen für Zaregs Heilung. Zugegeben, seine Methoden waren recht unmoralisch, aber was sollte er sonst tun? Noch brauchten sie den Telvanni-Meister. Sein Verlust würde die Gruppe – ohnehin nur bestehend aus drei Personen – erheblich schwächen. Insbesondere Draven, der scheinbar stolz auf sein Fürstenhaus war, sollte ein solcher Umstand in der Tat ziemlich mitnehmen. Aber Malukhats Moralvorstellungen waren sowieso käuflich, somit also im Großen und Ganzen mehr als flexibel. Zu seinem Schwert hinüberschielend erkannte er, dass er diesmal wohl gezwungen war, sein eigenes Blut als Medium für den Zauber zu nutzen, und schnitt sich mit an der Klinge des Bloody Shine die Fläche seiner rechten Hand auf. Rotes Blut quoll aus der eher oberflächlichen Wunde. So hielt er es auch mit dem ohnmächtigen Zareg und dem volltrunkenen Bretonen, der in seinem Rauschzustand nicht mehr viel davon merkte. Es war ein Zauber, den er sich bei den Crecken abgeschaut hatte, die größten Totenbeschwörer der gesamten Welt, mochte man annehmen. Denn in ihrem Land war das Beschwören Untoter rechtlich gesehen erlaubt. Das Kaiservolk war damit zwar immer noch nicht einverstanden, und warm geworden waren die beiden Länder miteinander auch nicht, aber es musste sich damit abfinden, dass sein Einfluss sich gerade einmal auf die neun zugehörigen Länder des Kaiserreichs Tamriel beschränkte.
„Hm...“ Um als Medium zu fungieren sollte er die Hände der beiden in die seinen nehmen, was wiederrum erforderte, dass der Erzmagier sich auch die linke Handfläche aufschneiden musste. Der stechende Schmerz, als die Klinge in sein Fleisch fuhr, unbeachtet lassend, legte er das daedrische Dai-Katana beiseite und machte sich an die Vollführung des Heilungszaubers zugunsten des bewusstlosen Zareg. Der Dunmer nahm die verletzten Hände der beiden anderen in die seinen, sodass die Schnittwunden unmittelbar übereinander lagen, und murmelte einige fremdartige Worte vor sich hin. Er schloss die Augen, spürte die Macht des Zaubers in seinem Inneren aufsteigen, den letzten Rest seiner Energie verspeisen, fühlte, wie sich die astrale Kraft aus seinem Körper löst und die beiden Männer damit umfing. Malukhats Stimme wurde lauter, er merkte es zwar, konnte aber nichts daran ändern. Hauptsache Draven würde ihn nicht hören, Hauptsache kein anderer würde dies tun, Hauptsache der Betrunkene würde weiterhin nicht merken, was mit ihm geschah, Hauptsache Zareg blieb bewusstlos, solange der Zauber noch nicht vollendet war. Die Nutzung solcher Zauber war auf den Tod verboten, sollte ihn also jemand dabei erwischen, konnte dies das Ende seines Lebens bedeuten. Rotweißes Licht umspielte die Hände, flutete den gesamten Raum mit einem gleißend hellen Licht.
Stille.
Malukhats Worte waren verhallt, der Zauber vollführt. Zareg schlief immer noch selig und der andere Bretone war mit aschfahlem Gesicht auf seinem Stuhl zusammen gesunken. Der Atem des Dunmers ging schnell und abgehackt unter der vorherigen Kraftaufbringung. Und nun sollte er auch noch diesen jungen Bretonen zurück zur Taverne tragen, damit er am nächsten Tag nicht mehr wusste, was mit ihm geschehen war. Seine Energielosigkeit konnte er dann seinem zuvor erlebten Saufgelage zugrunde legen, Malukhat hatte ihm nur das Nötigste an Blut gestohlen, es an Zareg weitergeleitet, damit dieser schnell wieder auf die Beine kam. Aber der Erzmagier kam kaum mehr auf die Beine, so bleiern schwer waren seine Glieder geworden. So schnell es ging brachte er den seines Blutes bestohlenen Mann wieder nach unten, setzte ihn an den Tisch, an dem er zuvor auch gesessen hatte, und legte dessen Kopf seitlich auf den Tisch. Ein wenig Schlaf… Nur ein bisschen, mehr brauchte es nicht, dass er sich wieder erholte und sein Mana wieder voll zur Verfügung stand. In einigen Stunden konnte Draven ihn dann ruhig wecken, dagegen war nichts einzuwenden, und als Malukhat so darüber nachdachte, sich die geschwungene Treppe hinaufarbeitete, stand auch jener vor ihm, an den er gedacht hatte.
„Sehr unlautere Mittel, Malukhat“, meinte Draven und verschränkte die Arme vor der Brust.
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Evil Mastermind
Sadrith Mora - Taverne
Ein wenig verwundert blickte ihn der Dunmer aus großen Augen an, fasste sich aber sofort wieder. Draven musste zugeben, der Erzmagier hatte sich wirklich größte Mühe gegeben, seine Tat zu verschleiern. Und das musste er auch, hätte ihn irgendjemand bei diesem Ritual beobachtet, dann hätte er in des Teufels Küche kommen können, immerhin stand die Todesstrafe auf der Anwendung dieser nekromantischen Praktiken, über die der Erzmagister selbst bisher nur in Büchern gelesen hatte. Aber ihn schreckte sowas auch nicht ab, die Telvanni im Allgemeinen waren eigentlich für alles recht aufgeschlossen oder kümmerten sich bekannterweise um nichts. Natürlich hatten auch hier die Gesetze des Kaiserreiches eingehalten zu werden, aber wie sollte man schon prüfen können, was alles in den Kellern der großen Pilztürme gezaubert wurde. Aber hier waren sie nicht in einem Keller, sondern einer öffentlichen Taverne, eindeutig ein großes Risiko. Malukhat hätte definitiv ein Problem gehabt, wenn ihn ein Bürger eben beim Wirken dieses verbotenen Zaubers erwischt hätte und zu den Wachen gerannt wäre, die zu jeder Zeit in der Stadt patroullierten.
Aber der Großteil der in der Taverne Anwesenden schlief, wie um diese Zeit auch üblich. Und einen leicht angetrunkenen Reisenden hatte der Erzmagister unter einem Vorwand von Malukhats Tür weggelockt, als er bemerkte, wie der Dunmer in seinem Zimmer immer lauter wurde. Eigentlich wollte der Ork gerade in sein an diesem Abend gemietetes Zimmer gehen, welches sich weiter hinten im Gang an Malukhats Tür vorbei befand, aber Draven hatte ihm gesagt, dass er noch eben draußen warten müsste, bis die zahlreichen Ratten aus dem Zimmer vertrieben und die Läuse aus den Kissen geschüttelt waren, wie es hier in der Taverne üblich war. Merkwürdigerweise machte der Ork auf dem Absatz kehrt und verließ wutentbrannt die Taverne. Na ja, eigentlich hätte er sich auch was einfacheres ausdenken können, zum Beispiel, dass gerade viele bunte Sternschnuppen am Himmel zu sehen seien oder der kleinere der beiden Monde auf die Erde stürzt, aber der Effekt wäre derselbe gewesen und ihm fiel nichts besseres ein. Egal...
Trotz seiner vielen Gedanken war nichts wirkliches passiert, er stand immer noch vor dem Erzmagier, hatte die Arme in einer lässig wirkenden Pose verschränkt und ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
"Lasst uns in Euer Zimmer gehen, werter Erzmagier. Auch wenn gerade alles schläft, sollten wir unser Gespräch auf Euer Zimmer verschieben. Zudem würde ich auch gerne mal genau in Augenschein nehmen, wie ihr ... Zareg geholfen habt."
Fast hätte er zu viel gesagt, aber er verkniff es sich vorsichtshalber, das Thema war zu heikel. Er machte auf dem Absatz kehrt und ging voraus in das Zimmer des Erzmagiers, selbiger folgte ihm stumm.
Der Erzmagister war innerlich zutiefst beeindruckt, natürlich wollte er dies Malukhat mal wieder nicht wissen lassen, höchstens ansatzweise, aber auch das lieber nicht. Er hatte ihn fortgeschickt und nichts davon gesagt, man könnte es als Dreistigkeit bezeichnen, jedoch war es nicht so. Der Erzmagier hatte ein großes Risiko zur Rettung Zaregs auf sich genommen, für jemanden, den er überhaupt nicht leiden konnte. Draven und er mochten sich auch nicht wirklich, glaubte er zumindest, ganz so sicher war er sich nun schon lange nicht mehr. Aber die Abscheu Malukhats gegenüber dem anderen Bretonen in der Gruppe war offensichtlich gewesen und hatte sich niemals verändert. Er hatte Draven weggeschickt, damit dieser nichts von dem Ritual mitbekam, um ihn zu schützen möglicherweise? Fakt war auf jeden Fall, dass Malukhat sich für die Gruppe eingesetzt hatte, dass er verbotene Mittel angewandt hatte, war nicht von Relevanz. Nein, im Grunde hätte Draven ebenso gehandelt, hätte er so eine Art Zauber beherrscht. Durch diese Aktion achtete er den Dunkelelfen nur noch mehr als schon zuvor, immer wieder erwies er sich als weiser Ratgeber und Bereicherung für die Aktion. Ohne ihn hätte er allein in der 'Leichenhalle' gestanden, der Tipp mit den Aschländern kam auch von ihm und im Grunde genommen wollte Draven immer den Rat Malukhats bei wichtigen Entscheidungen. Erst in diesem Moment war ihm klar, was ihm bisher immer nur in kurzen Augenblicken durch den Geist geschossen war, er hoffte, auch nach dieser grässlichen Vampirsache mit Malukhat unterwegs zu sein. Wen hätte er sonst für Ratschläge, nette Streitgespräche und ... na ja, blöde Sprüche und Sticheleien. Malukhat mochte rau sein und manchmal etwas tölpelhaft wirken, aber er war genau so weise und ein treuer Gefährte, wie er unter Beweis gestellt hatte.
Im Zimmer angekommen, ging sein erster Blick zu Zareg, der wieder auf dem Bett lag. Sein Gesicht hatte tatsächlich etwas mehr Farbe bekommen. Man könnte fast meinen, Malukhat hätte die Gesichtsfarbe des jungen Trunkenboldes auf die Zaregs übertragen und umgekehrt. Oder zumindest beinahe, denn so ganz schlimm wie Zareg zuvor sah dieser angetrunkene Bretone auch nicht aus, den der Erzmagier mühsam und geschwächt vom Zauber zurück in die Taverne geschleppt hatte. Hm, eigentlich hätte Draven ihm schon zu dem Zeitpunkt beim Tragen helfen sollen, aber irgendwie war es auch nett anzusehen gewesen, wie Malukhat sich abgemüht hatte, wenn er ehrlich sein sollte.
Der Erzmagier hatte nach Betreten des Zimmers die Türe hinter ihnen geschlossen, was diese mit einem leichten Knarren quittierte. Als Draven seinen Blick von Zareg abwandte, ließ er ihn noch ein wenig durch den Raum schweifen, wobei er nicht das erste Mal hier war und sich seitdem nicht viel verändert hatte, abgesehen davon, dass Malukhats eher ungewöhnliche Ausrüstung - das Sonnenkissen und die niedliche Decke - nicht mehr auf dem Bett vorzufinden war, sicherlich verstaut an einem Ort, wo Zareg es nicht mit seinem herausgewürgten Blut erreichen konnte. Aber es war von diesem Blut nichts zu sehen, dennoch war es für ihn fraglich, ob das auch wirklich bis zum Morgengrauen so bleiben würde. "Morgengrauen... Grauen, das Wort beschreibt eigentlich den bisherigen Abend ziemlich gut", dachte er innerlich aufseufzend. Dann war sein Blick wieder auf Malukhat gerichtet und er begann zu sprechen, seine Worte so sorgfältig wählend, dass der andere nicht gleich bemerken würde bzw. bemerken sollte, wie viel Achtung ihm der Erzmagister für diese Tat entgegenbrachte.
"Ihr hattet Eure Tür verschlossen, aber ich hatte soetwas geahnt und deshalb gehorcht. Wisst Ihr eigentlich, was für ein Risiko Ihr da eingegangen seid? Wenn auch nur einer hereingeplatzt dann zu den Wachen gerannt wäre, könnte womöglich euer Kopf bald getrennt vom Körper auf Reisen gehen..."
Leichter Ärger schwang in seiner Stimmt mit, jedoch seufzte er nach einer kurzen Pause und ließ sich auf einem Stuhl nieder.
"Jedoch sieht Zareg sehr viel besser aus als zuvor, das muss ich Euch lassen. Eure Heilkünste haben im Gegensatz zu meinen herkömmlichen nicht versagt, dafür bin ich Euch wohl Dank schuldig."
Ein wenig unpassend erschien ihm die Frage, die ihm in den Geist schoss. Eigentlich hätte er ein großes Interesse an diesen verbotenen Zaubern, wenn er ehrlich sein sollte. Ob Malukhat ihm diese wohl jemals zeigen würde? Nun ja, er würde ihn bei Gelegenheit danach fragen.
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