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Thema: Quests: Alte Lasten, Kagrenacs Artefakte, Das Dunkle Volk

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    Malukhat runzelte die Stirn. Solche Schriftzeichen hatte er erst einmal in seinem Leben zu Gesicht bekommen. Eine Aneinanderreihung von geraden Strichen... Wo hatte er das schon einmal gesehen? Es war ein Buch gewesen, soweit kam er immer noch. Und es hatte ihn einige Jahre seines Lebens gekostet, es zu übersetzen.
    Hm... er legte den Finger unter eines der Schriftzeichen und den seiner anderen Hand unter sein Kinn. Es war so verdammt lange her, dass er dennoch Mühe hatte, genau zu bestimmen, was dort stand.
    "Kommt zu mir...", begann er langsam und begann mit der nächsten Reihe, "die Zeit des Ruhens ist vorbei. Erwache, mein dunkles Volk, und bestreite mit mir den Krieg gegen alles Leben."
    Meine Güte!, dachte Malukhat, als ihm wieder einfiel, woher die Schriftzeichen stammten. Dwemerische Schriftzeichen. Aber das war doch vollkommen unmöglich! Die Dwemer waren doch längst vom Angesicht der Welt verschwunden, damals, im ersten Krieg des großen Rates. Der Dwemer Dumac war ihr Herr gewesen, aber sein Name konnte auch anders gelautet haben, der Erzmagier wusste es nicht mehr genau.
    Sollte es tatsächlich sein, dass die Vampire sich dieser Schrift bemächtigt hatten, um Nachrichten überbringen zu können, bei denen sicher war, dass kein anderer sie lesen konnte? Das musste dann aber auch ein verdammt ausgeklügeltes System sein, welches sie sich da angeeignet hatten. Und was auf dem Zettel geschrieben stand, den Zareg mitgebracht hatte, war höchst beunruhigend. Konnte es denn sein, dass eine Vampirarmee sich sammelte, um einen Krieg gegen alle Lebewesen Morrowinds zu bestreiten? War dies der Grund für die blutleeren, qualvoll verendeten Lebewesen, die sich so sehr an ihr letztes bisschen Leben geklammert hatten?
    Aber was genau auch immer gemeint sein sollte - nichts Gutes wurde hier im Schilde geführt, das war vollkommen klar.
    "Ich weiß nicht", meinte Malukhat und wandte sich immer noch auf das Stück Papier starrend zu den beiden Telvanni um. "Das klingt in meinen Ohren höchst -"
    Irgendetwas schleuderte ihn mit geballter Kraft auf den Boden, so unerwartet, dass er nicht einmal den Schmerz in seinem Kopf verspürte, als er damit am Rand eines anderen Tisches aufschlug.
    "Verdammte scheiße!", brüllte er dann, als er auffuhr - und in die milchigweißen Augen eines etwas schmächtigen, schwarzhaarigen Nords starrte.
    "Du kleiner Mistkerl!", brüllte er ihn an. "Dir werde ich schon noch zeigen, was es heißt, mich einfach so ohne Vorwarnung umzurennen!"

  2. #2

    Sadrith Mora / Taverne

    Es war wieder dieses boshafte lächeln, das Lestat immer benutzte wenn er merkte, dass Personen genauso reagierten, wie er sie eingeschätzt hatte. Dies war einer dieser Menschen, bei denen er eigendlich nicht lange rumfackelte und ihnen sofort die Eingeweide aus dem Leib riss. Doch wollte er ja seinen Spaß haben...
    "Es tut mir leid großer Krieger... ich wollte euch nicht zu Boden reißen, als ich mir meinen Weg durch die Leute hier bahnte...." sein leises aber gut verständliches Flüstern, das er immer benutzte erreichte nur die person, für die es bestimmt war.
    Dann schließlich verneigte er sich ziemlich gespielt vor seinem Gegenüber.
    "Es wird sicherlich auch niewieder vorkommen..." schließlich fixierte er aus seinem Instinkt die Halsschlagader der prügelfreudigen Person vor ihm an doch unterlies er dies auch wieder schnell und versuchte das Gespräch von der kleinen Streitigkeit wegzuführen.
    "Ich hörte ihr unterhaltet euch über Vampire meine Herren... nun... ich hörte von den Morden... interessant ist es ja.. interessant. Ich weiß ein wenig über Vampire... doch darf ich erfahren ob ihr wisst nach was ihr jagt ehrenwerte Herren?"
    Er sah die Personen, die sich eben noch mit dem Raufbolden, mit dem er zusammengestoßen war unterhalten hatten an und sein Blick blieb wieder bei dem Streithahn stehen, der ihn immernoch wutentbrannt ansah.
    "Nun... es war sicherlich nicht meine Absicht euch zu verärgern, doch werde ich mich nicht wehren, wenn ihr euch an mir auslassen wollt.. wenn ihr euch dann besser fühlt." Ich werde euch aufschlitzen.. wie all meine anderen Opfer.. dann werde ich von eurem Blut kosten wärend ihr mich noch Angsterfüllt anseht.. fügte er noch in Gedanken hinzu. Doch sah er weiterhin den Fremden an und wartete auf dessen Reaktion.

  3. #3

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    Was ein kleines, verschlagenes Aas, was ihm da gegenüber stand und so überheblich anlächelte. Am Liebsten hätte er diesem Kerl die Prügel seines Lebens gegeben, ihm anschließend bei lebendigem Leibe mit einem Dolch die Haut vom Gesicht geschält - doch ein Blick Dravens reichte aus, ihn wieder ein wenig abzukühlen. Der Blick hatte so viel ausgesagt, wie: Regt Euch nicht auf, Erzmagier, der ist es nicht wert und außerdem haben wir Wichtigeres zu tun.
    Schon merkwürdig, dass der junge Bretone es derart schaffte, seine Wut zu mildern. Aber inzwischen hatten er auch eine hohe Meinung von dem Erzmagister der Telvanni. Und das, obwohl jener sich allem Anschein nach glücklich in der vom Verwesungsgestank befreiten Luft geradezu rekelte, was ihn hätte in Malukhats Ansehen sinken lassen müssen. Aber das tat es seltsamerweise nicht im Geringsten, sondern führte ihm bloß die Menschlichkeit des anderen vor Augen, was auch nicht weiter schlimm war.
    Er schätzte den Erzmagister individuell ein - und er war wohl der einzige, der dieses Privileg genoss.
    Dennoch: Dieser Nord hatte ihm alleine mit seinem Blick und seiner offensichtlichen Demut gezeigt, wie kindisch das Verhalten des Erzmagiers in seinen Augen wirkte.
    "Du weißt gar nicht, kleiner Nord, wie gern ich dir deine hässliche, kleine Visage polieren würde - aber belassen wir es dabei."
    Dann wandte er sich noch einmal zu Zareg und Draven um, sah beiden einzelnen tief und durchdringend in die Augen. In diesem Falle betrachtete er sogar den bretonische Rotzlöffel als einen Gleichberechtigten, aber das lag wohl nur daran, dass dieser Nord sich in Dinge einmischte, die ihn gewiss nichts angingen.
    "Ich denke nicht, dass unsere Angelegenheit dich in irgendeiner Weise etwas angehen. Wie seht Ihr das, Draven?"
    Er schickte dem Erzmagister einen Blick, der ihm zeigen sollte, was er von dem Nord hielt - und das war noch nicht einmal darauf bezogen, wie wütend jener den Ermagier gemacht hatte. Eine zwielichte Gestalt. Malukhat traute ihm nicht über den Weg.

  4. #4

    Sadrith Mora - Taverne

    Der Blick von Malukhat war eindeutig, er konnte diesen Nord nicht leiden und wahrscheinlich spielte der Erzmagier schon in Gedanken durch, wie er ihn mit irgendeiner spitzen Waffe durchbohrte. Er schien schon leicht reizbar zu sein, ein ziemlicher Unterschied zu seiner sachlich kompetenten Art, die er bisher am Tage gezeigt hatte. Aber dies wiederum schien zu seiner Art vom Vortag zu passen. Egal, er war ja nach seiner Meinung gefragt worden und die nun entstehende Pause durfte nicht zu lang werden. Was hielt er also von dem Nord? Kenntnisse über Vampire konnte für sie nützlich sein, sollte er sie wirklich haben. Aber andererseits kam ihm diese Person irgendwie suspekt vor, einfach nicht vertrauenswürdig. Kam ihm überhaupt jemals jemand sofort vertrauenswürdig vor? Nun, eigentlich nicht, aber bei diesem bleichen Kerlchen war das noch schlimmer als normalerweise, irgendwie schienen ihm alle Sinne davon abzuraten, sich mit der Person einzulassen und der Erzmagister wusste nicht einmal, warum dem so war. Außerdem schien er irgendwie zu neugierig zu sein. Nein, Malukhats Kenntnisse waren groß genug, da musste man sich nicht auch noch mit einem zwielichtig erscheinendem Nord einlassen, das erhöhte nur ein ein eventuelles Risiko in seinen Augen. Damit war seine Entscheidung gefällt, und sofort danach machte sich sein Geist daran zu verdrängen, dass er dem Erzmagier also doch schon mehr vertraute, als es ihm lieb war. Stattdessen antwortete er diesem in seiner üblich knappen Art.
    "Ich stimme dem vollkommen zu, Malukhat."

  5. #5

    Sadrith Mora - Taverne

    Es war eine komische Situation, in der sich Zareg befand. Einerseits ging ihm diese Klugscheißerei Malukhats auf die Nerven. Andererseits war er froh darüber, neue Informationen bekommen zu können und nun mischte sich dieser von Schleim triefende ekelhafte Nord ein, der umherkroch und komisch umherwisperte. Der Typ war Zareg nicht geheuer und dem Blick Malukhats zu Draven nach, wollten diese auch nichts mit der Person zu tun haben.
    Lange dauerte es bis Draven endlich die Antwort gab, dass er auch der Meinung war, dass sich der Nord nicht einmischen solle. Zareg blickte auf Malukhat. Dessen Gesicht war wie zwigespalten. Einerseits schaute er düster auf den Nord herab, doch anderseits zeigte er auch einen triumphalen Gesichtsausdruck, als würde er sagen:“ So, nun brauchst du nur noch etwas sagen, kleiner Nord. Dann kann ich dir zeigen, was es heißt, einen Erzmagier zu reizen.“ Zareg musste direkt ein wenig grinsen. Malukhat sah das, sagte aber nichts dazu. Zareg hätte dies gewundert, wenn er nicht den Blick des Nords gesehen hätte, der noch immer da stand und einen Blick drauf hatte als würde er gierig auf einen Streit warten. Zareg meinte:“ Verschwinde Nord, oder müssen wir dir noch Beine machen?“ Der Blick, den er zurückgeworfen kam, triefte nur so von Hass und es dauerte nur einen kurzen Moment, da zeigte der Nord wieder seinen alten Gesichtsausdruck. Zareg schauderte, während der Nord wieder seinen Nichtssagenden Blick aufgesetzt hatte.

  6. #6

    Sadrith Mora - Taverne

    "Nun... wenn die Herren weiterhin plump im Dunkeln umherstapfen wollen..." bei dem Wort plumt sah er herausfordernd wieder den Streitsüchtigen an und richtete seinen Blick schließlich wieder den anderen zu, die wie es schien genauso wenig mit ihm zu tun haben wollten. "dann werde ich nun alleine meinen Spuren nachgehen... die Toten sind nur ein Vorreiter... die Quarra spielen nicht mit ihren Opfern.. sie töten sie ohen zu zögern. Es werden mehr tote folgen."
    Schließlich lächelte er wieder verstohlen und antwortete noch auf die Blicke derer, die ihn anstarrten, wie einen schleimigen Wurm.
    "Nun.. ich sehe nicht so oft das Tageslicht.. ich suche im Dunklen... und finde auch meist das was ich suche.. ich bin ein Sucher... ein suchender Sucher..." er lachte leise und fügte in gedanken noch bei Und wenn die Zeit gekommen ist findet der Suche und tötet... ich werde all euer Blut trinken und mit euren Köpfen jonglieren.. dann werde ich euch in eurer blutleeres Gesicht sehen und lachen.. ich werde lachen..."
    Dann drehte er sich um und nahm noch einen Schluck aus der Weinflasche. Er wollte, dass sie dachten, dass er ein Vampir ist.. Sie sollten ihn testen... vieleicht würden sie nach Bisswunden suchen, die der geborene Vampir nicht besaß.. oder vieleicht würden sie ihm der Sonne aussetzen... vieleicht hatte das seinen Vater getötet.. doch die Quarra waren stärker geworden.. sie konnten dem Sonnenlicht stand halten... denn sie waren die perfekten Wesen.
    Lestat würde versuchen diese dummen Personen, die sich mit ihm anlegen wollten die fünf Rebellen zu erledigen, die sich hier irgendwo versteckten.. sie hatten sich gegen den Führer der Quarra aufgelegt und sind geflohen... sie waren Verräter.. und Verräter verdienten den Tod!
    Doch.. wieso sollte er sich die FInger schmutzig machen, wenn er andere für sich arbeiten lassen konnte... wieder lachte er leise und drehte sich noch ein letztes mal um.
    "Wir sehen uns bei ihrem Versteck.. ich werde dort auf euch warten.. ich weiß vieleicht nicht viel.. doch weiß ich wo sie sind..." mit den Worten verließ er die Taverne und schloss die Tür hinter sich. Dann blieb er stehen und wartete, was passieren würde...

  7. #7

    Sadrith Mora - Taverne

    Draven blickte dem komischen Typen unsicher hinterher. War er ein einfacher Spinner oder verfolgte er tatsächlich dasselbe Ziel wie die Gruppe? Fragend schaute er zuerst Malukhat und dann Zareg an, wobei ihn selbst die Reihenfolge ein wenig verwunderte. Aber so langsam hatte er sich daran gewöhnt, dass er Malukhat mehr achtete als ihm eigentlich Recht gewesen war. Er müsste es ja nicht unbedingt merken, aber irgendwie war es so. Zudem war Zareg ohne ein Wörtchen verschwunden am gestrigen Tage, so dass ihm Malukhat in der bisherigen Situation einfach irgendwie näher stand. Trotzdem war er über jeden seiner Begleiter erfreut, es wäre schlimm gewesen, allein vor dieser schlimmen Situation zu stehen. So hatte er zwei Leute, mit denen er sich über das weitere Vorgehen beraten kommte. Und genau dies hatte er jetzt vor.
    "Was meint ihr zu ihm?", fragte er die beiden Gefährten, "Irgendwie macht er keinen vertrauenswürdigen Eindruck auf mich und hat eine düstere Aura, die ihn zu umgeben scheint. Sollen wir ihm nachgehen und uns das angebliche Versteck zeigen lassen oder ignorieren wir ihn und forschen auf eigene Faust weiter? Ich denke, keiner von uns mag ihn und ich kann auch nicht ausschließen, dass es sich bei ihm womöglich um einen der Vampire handeln könnte, der uns als seine Jäger erkannt hat und in die Höhle des Löwen locken will."

    Wow, hatte er grad so viel gesprochen? Dies passte eigentlich weniger zu seiner sonst recht knappen Art, aber er wollte alle seine Eindrücke loswerden und ebenfalls die von den anderen erfahren. Seiner Ansicht nach war dieser Nord aufreizend langsam davongegangen und hoffte scheinbar darauf, dass sie ihm noch hinterherkommen würden. Also sollten sie eigentlich Zeit haben. Natürlich durften sie sich auch nicht zu viel Zeit lassen, aber bevor sie möglicherweise blindlings in eine Falle liefen, sollten sie erst einmal die weiteren Optionen gemeinsam durchgehen. Draven selbst war sich momentan unschlüssig, auch eine eher seltene Situation. Aber dies war wohl auch dadurch bedingt, dass für das Haus Telvanni viel auf dem Spiel stand. Vielleicht war der Erzmagier objektiver in seiner Meinungsbildung, weil er mit dem Fürstenhaus nichts zu tun hatte.

  8. #8

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    "Ich denke", begann Malukhat zu sprechen, nachdem er seinen Becher angefüllt mit Skooma an die Lippen gesetzt und den letzten Schluck getrunken hatte, "dass wir ihm nicht folgen sollten. Er könnte, wie Ihr bereits treffend bemerkt habt, Erzmagister Draven, einer der gesuchten Vampire sein. Frage: Wieso folgen wir ihm dann nicht und töten ihn? Antwort: Weil wir uns nicht sicher sein können. Frage: Wie können wir uns Sicherheit verschaffen? Antwort: Gar nicht."
    Die beiden Bretonen sahen ihn verwirrt an, scheinbar wissbegierig darauf, was er zu sagen hatte. Wahrscheinlich waren sie auch nur so interessiert an seinen Worten, weil sie ihn für bekloppt hielten, da man Vampire normalerweise an den Bissspuren an ihrem Hals erkennen konnte, durch die sie ja erst zu Untoten geworden waren. Aber zwangsläufig, das wusste Malukhat, musste dies nicht sein.
    Trotzdem beschäftigte den Erzmagier gerade eine vollkommen andere Sache. Hatte er den Erzmagister gerade „Draven“ genannt? Ja, schon klar, war ja auch sein Name, aber… Gnaa… Er hatte ihn tatsächlich mit seinem Namen genannt! Und das nicht einmal in süffisanter Art und Weise! Er hatte den Namen „Draven“ ausgesprochen, wie für ein gleichwertiges Individuum bestimmt, ein Wesen, welches mit ihm selbst auf einer Wellenlänge schwamm. Oh Lorkhan… Dieser Mann verdrehte ihm das Hirn, schickte ihm kranke Gedanken und Wertvorstellungen.
    „Ich muss zum Arzt“, meinte Malukhat und fasste sich an die Stirn. „Na ja! Auf jeden Fall: Man kann Vampire manchmal auch nicht erkennen. Die Quarra können auch bei Sonnenlicht rum rennen, das kratzt die gar nicht. Sie sind die ultimative Vampirrasse. Das macht es schon einmal schwer, sie zu erkennen. Vampire können weder Kinder zeugen noch bekommen, aber es gibt bestimmte, so gut wie einmalige Vampire, die es doch können. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Vampire männlicher und weiblicher Spezies dieser besonderen Fähigkeit aufeinander treffen, aber es ist nicht ausgeschlossen. Somit haben die Vampire, die daraus entstehen, keine offensichtlichen äußeren Merkmale. Es kann auch sein, dass aus einem lebenden Wesen und ein Vampir ein Kind entsteht, welches dann den Erbanlagen nach selbige Fähigkeiten besitzt. Solche Kinder sind meist mit außerordentlichen Fähigkeiten gesegnet oder verflucht, wie man es nimmt. Um dem Kerl eben“ – Malukhat schaute noch einmal in Richtung Eingangsbereich – „traue ich in dieser Hinsicht keinesfalls über den Weg. Ich kann mich auch irren, aber ich habe so ein ungutes Gefühl bei ihm. Auch, wenn er etwas weiß, sollten wir uns meiner Meinung nach auf nichts Derartiges einlassen. Es ist einfach zu gefährlich.“
    Und, wieso zur Hölle, hatte er den Erzmagister bei seinem Vornamen genannt? Nun ja, egal. Wahrscheinlich würde ihm so was noch öfters herausrutschen, da konnte der Erzmagier wohl nichts machen. Bei diesem Gedanken lag ein finsterer Schatten über seinen Augen, seine Stirn war gerunzelt. Und in der Tat, der dachte auch angestrengt über dieses Problem nach.
    Doch, er konnte etwas dagegen unternehmen!
    Er konnte seine Zunge verfluchen! Wieso war er da nicht gleich drauf gekommen? Ein einziger, kleiner Fluch und dann wäre die Sache gegessen! Aber gab es denn überhaupt so einen Zauber? Hm… Nur „Stille“ war ihm geläufig, dann konnte er ja gar nicht mehr sprechen… Hm… nein, das wäre einfach zu blöd. So bescheuert war nicht einmal er. Den Zauber konnte er dann ja nicht einmal mehr aufheben, weil er ja nicht mehr sprechen konnte. Schön, er konnte die Handzeichen vollziehen, aber welcher Trottel belegte sich schon selbst mit einem Fluch, der die Stimmbänder lähmte?
    Echt hohl…

  9. #9

    Sadrith Mora - Taverne

    Der Erzmagier stimmte also mit ihm überein, das beruhigte Draven ein wenig. Oder war dies nicht doch eher erschreckend? Nein, zur Zeit nicht, wenn er genauer darüber nachdachte. Aber so ganz sicher schien sich der Erzmagier auch nicht zu sein, denn nun sah er immer noch sehr angestrengt nachdenkend aus. Merkwürdig eigentlich, wo er doch grad seine Meinung klar und deutlich gesagt hatte und keinerlei Zweifel daran aus seiner Stimme zu hören war. Oder dachte er nun über etwas ganz anderes nach, was mit der Sache nichts zu tun hatte? Irgendwie ungewöhnlich, aber es könnte Dravens Meinung nach zu dem Erzmagier passen, der ihn eben so überraschend würdevoll angesprochen hatte, was Draven ein weiteres Mal erstaunte. Wie schaffte er es nur immer wieder, den Erzmagister ein ums andere Mal so zu verblüffen?
    "Also das mit der Sonnenimmunität beunruhigt mich ziemlich, werter Malukhat", sagte Draven und wünschte sich im selben Moment, die letzten beiden Worte weggelassen zu haben. Sowas dämliches, aber immerhin hatte der andere damit angefangen, so dass Draven unbewusst mitgezogen hatte. Nun ja, es war nun zu spät, außer er könnte mit irgendeinem Zauber die Zeit etwas zurückdrehen. Nur gab es sowas nicht und irgendwie wäre es wohl auch übertrieben.
    "Das eindeutige Zeichen sind wohl immer noch die spitzen Eckzähne, zumindest habe ich bisher noch nichts davon gehört, dass sich diese verbergen ließen außer durch geschickte Mundbewegungen. Und wenn man sie abschleift oder ähnliches, hat man sicher als Vampir Probleme bei der Nahrungsbeschaffung. Ich denke übrigens nicht unbedingt, dass jeder Quarra gleich immun gegen das Sonnenlicht wird, sondern dass das dämonische Blut mit der Zeit stärker wird und sich bei den älteren Exemplaren eine Immunität einstellt. Aber das ist eher eine Theorie als genaues Wissen, muss ich zugeben. Aber genug davon, ich würde vorschlagen, wir holen uns als nächstes die Karte aus Tel Naga und schauen, ob wir daraus neue Erkenntnisse gewinnen können. Dabei ist mir auch wohler, als mit dem düsteren Typen von eben rumzuziehen..."

  10. #10

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    Was... war... das?
    Nein...
    Malukhat hatte sich bestimmt verhört...
    Hm...
    Werter Malukhat...
    Draven war also auch krank...
    Die beiden mussten zu einem Arzt, ganz bestimmt sogar...
    Also nee...
    Ging jawohl nicht an, das Ganze...
    "Ich denke, die Karte besorgen wir uns lieber morgen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir nach einem solch anstrengenden Tag noch ein wenig hier in der Taverne sitzen und und entspannen würden" Und noch ordentlich einen hinter die Binde kippen, damit ich nicht gleich explodier, dachte er, empfand es aber als intelligenter, dies nicht so offen zu sagen. In der Tat, er hatte sich zurück halten können. Er hatte es nicht laut gesagt. Wow. Der Tag wurde immer merkwürdiger.
    Danke, man, dachte er dann in Richtung des Erzmagisters. Und es war ihm nicht einmal peinlich, sich in Gedanken bei dem jungen Bretonen zu bedanken. Endlich war sein Wissen mal zu etwas gut und wurde nicht in den hintersten Ecken seines Gehirns at akta gelegt. Und das hatte er Draven zu verdanken.
    Irgendwie aber doch ein Armutsbezeugnis, dass er sich bei einem wohl fünfhundert Jahre jüngeren Mann innerlich bedankte. Aber Draven schien mit ihm in der Tat auf einer Wellenlängen zu sein.
    Das war einfach krank.
    Waren sie denn... Nein, Malukhat mochte gar nicht daran denken... befreundet?!
    Ach du heilige...
    Aber der Erzmagier musste es sich eingestehen, so sehr er dieses Gefühl auch hasste: Er mochte den Bretonen. Er verlangte ihm sein Wissen ab, sie konnten gut zusammen arbeiten. Und dass sie sich ab und an fetzten und für bescheuert hielten gab der Sache nur noch die entsprechende Würze.
    So denn bestellte Malukhat sich noch ein Skooma und gab Draven einen cyrodiilischen Weinbrand aus. Der Rotznase mit am Tisch natürlich nicht, vor dem hatte er immer noch keinen Respekt.

  11. #11

    Sadrith Mora - Taverne

    Eigentlich war nach Ansicht des Erzmagisters Eile geboten, aber andererseits hatten sie heute wirklich schon genug geleistet und auch auch er hatte eigentlich nichts gegen etwas gemütliche Zeit in der Taverne einzuwenden. Nach dieser Leichenbeschau war das nur gerecht, außerdem würde die Anfertigung der Karte sicher auch einige Zeit in Anspruch nehmen, immerhin mussten einige Berichte durchstöbert werden, um die Fundorte der Leichen möglichst genau nachvollziehen zu können. Dies könnte sich ohne weiteres bis in den frühen Abend hinziehen und dann wäre es leichtsinnig, auf Vampirjagd zu gehen. Selbst, wenn einige Quarra auch bei Sonnenlicht umherwandeln konnten, wäre es in der Nacht zu gefährlich. Die Straßen waren leerer und dass Vampire den Schutz der Nacht besser ausnutzen konnten, war ebenfalls klar. Das Fazit seiner Gedanken kam dann aus seinem Munde.
    "Ja, Ihr habt Recht. Das mit der Karte wird sowieso noch eben dauern und sonst können wir nichts machen, also sollten wir den Tag genießen. Die nächsten werden sicher anstrengend genug."
    Und dann etwas später passierte das Unmögliche, das was Draven eigentlich für unmöglich hielt, zumindest gestern. Heute war er sich nicht mehr wirklich sicher, was wahrscheinlich und was unmöglich war. Auf jeden Fall bestellte Malukhat ihm einen cyrodiilischen Brandy und der Erzmagister hatte allergrößte Mühe, seine Verblüffung über diese Tat nicht preiszugeben und einen "normalen" Gesichtsausdruck zu wahren. Er hatte eher erwartet, dass ein Vampir in die Taverne käme und mit ihnen sprach, als dass der Erzmagier Vvardenfells ihm ein Getränk spendierte. Zareg bekam jedoch nichts und daraus schloss Draven spontan, dass Malukhat ihn lieber mochte. Ihn lieber mochte? Ihn? Er mochte ihn doch auch nicht. Na ja, eigentlich schon etwas, auch wenn er jetzt schon seit Stunden versuchte, sich das selbst auszureden. Was war nur los mit ihm? Vielleicht war er geistig verwirrt durch diese Vampirsache, so dass er nicht mehr klar denken konnte und Malukhat ebenfalls. Eine neue Theorie, Irgendsowas musste es einfach sein.

    Als eine langhaarige Dunmerin den Männern ihre Getränke brachte, bestellte Draven gleich noch etwas für Zareg, immerhin gehörte er zu seinem Fürstenhaus und hatte auch etwas an Erkenntnissen beigetragen. Was aber noch lange nicht entschuldigte, dass er einfach zu abgehauen war, das mussten sie wirklich noch bei Gelegenheit besprechen.

  12. #12

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    Malukhat und Draven hatten sich noch ein wenig unterhalten. Über dieses und jenes. Draven hatte gefragt, Malukhat hatte geantwortet; Malukhat hatte gefragt, Draven hatte geantwortet.
    Fazit: Das entspannte Beisammensein war ein einziger Krampf gewesen.
    Das mochte daran liegen, dass Malukhat seit seiner bestürzenden Erkenntnis keine Ahnung mehr hatte, wie genau er mit dem Erzmagister umgehen sollte. Doch, die hatte er, aber natürlich musste er nun peinilch genau auf jedes Wort achten. Es war, als würde er es mental auf ein Stück Papier schreiben, noch mal alles genau durchlesen, einige Dinge korrigieren und die Worte dann erst aussprechen.
    Natürlich dauerte das so seine Zeit, weshalb der Erzmagister ihn gegebenfalls nun für leicht debil und dumm halten mochte, aber das war ja egal, so lange Malukhat das Richtige sagte.
    Das war auch gar nicht mal so einfach. Dem Erzmagister schienen die Antworten leichter über die Lippen zu kommen, aber er war nun einmal ein Diplomat - er musste so gefasst sein und immer die richtigen Worte finden.
    Malukhat hingegen nicht. Er machte einfach keinen Hehl daraus, dass die Situation ihm langsam unbehaglich wurde. Es war ein merkwürdiges Gefühl des Verständnisses, welches er gegenüber Draven empfand.
    Der Erzmagier hatte so etwas noch nie gefühlt. Es war schon merkwürdig, dass dieser Mann, den er erst gestern noch so verabscheut hatte, ihm plötzlich einige Gründe gab, ihn zu mögen. Das war einfach nur krank... absurd... total verdreht.
    Wahrscheinlich war dies auch der Grund, warum er den Bretonen so sehr verabscheute. Aber er zeigte ihm eher die andere, freundliche Seite momentan. Ändern konnte er daran auch nichts.
    Er erhob sich und trank noch schnell sein Skooma leer. Dann stellte er den Becher vor sich auf den Tisch und hob mit einem leicht angeheiterten Lächeln seine rechte Hand zu einem knappen Abschiedsgruß.
    "Ich hau mich dann mal hin, der Tag war lang genug", sagte er knapp. "Gute Nacht, Ladys."
    Und so verschwand er dann auch in Richtung seines Schlafzimmers.

  13. #13

    Sadrith Mora - Taverne

    Nachdem Malukhat in Richtung seines Raumes verschwunden war, hatte auch Draven bemerkt, dass er ziemlich müde und geschafft war. Nicht sehr viel später nach dem Erzmagier begab er sich also in seinen Raum, um ebenfalls etwas Ruhe zu finden. Während er sich seiner Rüstung entledigte dachte er an die letzten Stunden in der Taverne zurück, irgendwie vermochte er immer noch nicht zu sagen, welches Verhältnis er jetzt zu Malukhat hatte. Beide achteten sich mittlerweile, ganz anders als es noch bei ihrem Aufeinandertreffen gewesen war, wo sie sich beide gegenseitig für Idioten gehalten hatten. Aber dennoch wurden sie einfach nicht wirklich warm miteinander, ihre Gespräche wirkten auf eine seltsame Art abgehackt und der Erzmagier antwortete langsamer als man es von ihm gewohnt war. Nach dem gestrigen Stande hätte Draven es als Dummheit ausgelegt, aber es schien eher so, als dachte Malukhat länger über seine Worte nach, bevor sie seinen Mund verließen, womöglich, um "Ausrutscher" zu vermeiden, die ja gelegentlich bei ihm vorkamen. Der Erzmagister hatte sich gefreut, von Malukhat ein Getränk spendiert bekommen zu haben, aber ihr Verhältnis wurde einfach nicht entspannter im darauffolgenden Gespräch, trotz dieser Voraussetzungen. Na ja, mal sehen wie es sich weiterhin entwickeln würde, dass die beiden sich zumindest sachlich gut ergänzten, stand für den Bretonen fest. Mit diesen Gedanken schlief er dann ein in seinem Bett. Er versank in einen tiefen Schlaf, welcher leider immer wieder durch Albträume gestört wurde, in denen er die Gesichter der Toten vor sich sah. Dann erstanden diese urplötzlich auf und hatten spitze Zähne, verfolgten ihn durch eine karge Felsenlandschaft, während ein heftiger Sturm ihm entgegenblies und ihn so verlangsamte. Kurz bevor die sehr viel schnelleren Vampire ihn erreichen konnten, wachte er zumeist schweißgebadet auf.

    Gerade wollte er sich nach einem weiteren dieser Albträume wieder umdrehen und sein Glück aufs Neue versuchen, als er vor der Taverne einen Tumult hörte, denn so dick waren die Wände des Pilzhauses nicht. Ein Schlafender wäre vielleicht nicht davon aufgewacht, aber für ihn war es gut zu hören. Es ging um Vampire, nur um was genau es sich handelte, konnte der Erzmagister nicht sagen. Sofort begann er damit, sich seine Rüstung wieder anzuziehen, was einiges an Zeit in Anspruch nahm, obwohl er sie inzwischen schon recht gut kannte und andere sicherlich länger dafür gebraucht hätten. Als er sich seine daedrischen Handschuhe überzog, war zu hören, dass der Tumult sich von vor der Taverne inzwischen in die Taverne selbst verlagert hatte. Und immer wieder hörte er Worte wie "Vampir" oder auch "Vampirtöter" aus den vielen Stimmen heraus. Was mochte nur geschehen sein? Zeit, das herauszufinden, aber warum auch immer - Draven konnte sich dies nicht wirklich erklären - führte sein erster Weg ihn zum Zimmer des Erzmagiers, an welches er heftig klopfte.

    "Malukhat, wacht auf! Irgendetwas ist hier vonstatten gegangen, bitte beeilt Euch."
    Sofort danach ging er zum Zimmer Zaregs herüber und klopfte ebenfalls dort heftig an, um ihn zu wecken.
    Seine Neugier befahl ihm geradezu, sofort nach unten zu stürmen und nachzusehen, was passiert sein konnte, aber seine Vernunft riet ihm dazu, auf die anderen beiden zu warten. Er wußte nicht genau, warum, aber es erschien ihm einfach sinnvoller als sofort auf eigene Faust zu handeln. Außerdem würde dieser Tumult noch einige Zeit andauern, wie man offensichtlich bemerken konnte, also war auch keine übermäßige Eile geboten.

  14. #14

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne / Malukhats Kämmerlein

    Als Malukhat erwachte, rieb er sich mit dem rechten Unterarm über die Augen. Als er das harte Metall seiner rechten Armschiene spürte, blickte er diese verwundert an. War er nicht im Wirtshaus in Sadrith Mora schlafen gegangen? Er hatte sich doch seine Rüstung ausgezogen. Im fahlen Schein des Massah erkannte er etwas Rötliches darauf schimmern. Erschrocken betrachtete er seine gesamte Hand: Es war Blut!
    "Was...", kam nur zwischen seinen Lippen hervor, mehr konnte er nicht sagen. Sein Hals schmerzte, seine Kehle war wie ausgetrocknet. Schwungvoll wuchtete er seinen Körper in eine, man sollte meinen "bequemere" Lage, doch sofort raste ein stechender Schmerz durch seinen gesamten Körper. Trotz des spontanen Aufschreies verließ nur ein gequältes Röcheln seine Kehle. Mit beiden Armen umfasste er seinen gesamten, von Schmerz gepeinigten Körper.
    Als jene Pein langsam verebbte, sah er an sich hinab. Sein Drachenschuppenkürass war ebenso rot von Blut, die einzelnen Platten waren rissig, an den spitzen Stellen teils sogar abgebrochen. Was war hier nur geschehen? Wie war er hier her gekommen.
    Seine Umgebung war nur schwach beleuchtet, aber es reichte aus, um die Leichen zu sehen, die um ihn herum lagen.
    Vampirleichen?!
    Eine karge Felslandschaft... Ein eisiger, scharfer Wind pfiff durch die Ritzen in den Steinen, und erst jetzt merkte Malukhat, wie kalt ihm war.
    Und er merkte auch, das er verletzt war.
    Tödlich verletzt.
    Ohne Tränke konnte er sich nicht heilen, sein Mana reichte dafür nicht aus. Insgesamt waren seine Kräfte bis aufs Äußerste erschöpft. Er wollte nicht sterben. Nein, noch nicht, dafür hatte er noch zu wenig erreicht. Was hatte er in seinem Leben denn geschafft? Er war Erzmagier geworden, aber was war das schon im Angesicht der Welt?
    Als er sich auf den Bauch drehte, um besser aufstehen zu können, explodierte eine Woge von Schmerzen in seinem Kopf, ließ ihn taumeln und niedersinken. Doch aufhalten konnte es ihn nicht. Er setzte alles daran, sich zu erheben.
    Seine Hand griff auf den Boden, doch statt diesen als selbigen zwischen die Finger zu bekommen, spürte er kalte Haut. Es war Zareg... tot.
    Der Erzmagier, dem Tode geweiht, erkannte die Klinge, die aus dem Rücken des Bretonen ragte, da kniete sich vor ihm die Person nieder, die er auch erwartet hatte. Mit einem grausamen, erfreuten Lächeln hockte er vor dem Dunmer.
    "Überrascht?", fragte Draven und grinste breit, wobei zwei lange Eckzähne zum Vorschein kamen.


    Ein lautes Klopfen und Rufen riss Malukhat aus seinem Schlaf. Als er die Stimme einwandfrei als die Dravens identifizierte, zuckte er leicht zusammen. Seine Hände griffen tief in die weiche Decke.
    Es war nur ein Traum.
    Innerlich musste der Dunmer über sich selbst lachen, dieses Geschehnis für bare Münze gehalten zu haben. Was man sich doch alles zusammen träumte, wenn die Nacht lang war. War die Nacht denn überhaupt so lang gewesen? Egal...
    Draven jedenfalls hatte sich aufgeregt angehört, demzufolge war es also schlauer, Eile walten zu lassen statt über Raum und Zeit zu philosophieren.
    So schnell er konnte, streifte er sich seine Schlafhose von den Hüften und zog sein schwarzes Hemd und seine Hose an.
    "Oh-oh", entfuhr es ihm mit großen Augen, als er das Gleichgewicht verlor und gegen den Schrank krachte.
    "Gnaa!" Aber er machte sofort weiter, betrachtete noch eben sinnend die Schuppen auf seinem Drachenschuppenkürass und war glücklich, sie alle so vorzufinden, wie sie des Abends noch gewesen waren.
    Gerade noch dabei, sich mit einer Hand den rechten Stiefel überzustreifen, öffnete er mit der anderen die Tür und stolperte hinaus in den Flur, wo Draven bereits neben dem Zimmer Zaregs auf ihn wartete.
    "Was ist denn so wichtig?", fragte Malukhat und lehnte sich gegen die gegenüberliegende Wand, immer noch dabei, diesen vermaledeiten Stiefel endlich über den Fuß zu bekommen.

  15. #15

    Sadrith Mora - Taverne

    Sofort nach dem Klopfen hatte sich im Zimmer des Erzmagiers etwas gerührt, so viel konnte Draven mitbekommen. Sehr gut, bei Malukhat handelte es sich also nicht um einen Morgenmuffel. Zumindest hatte er nicht genervt murrend auf das Klopfen reagiert, sondern sich bewegt, was aber auch genau so gut heißen konnte, dass er sich nur umgedreht und das Kopfkissen über beide Ohren gezogen hatte. Aber dies passte nicht zu der ernsten und mit viel Wissen ausgestatteten Person Malukhats, welche der Erzmagister inzwischen schätzte. Dafür passte es aber irgendwie zu dem Rüpel Malukhat, den er in der Magiergilde getroffen hatte. Doch sehr viel mehr brauchte er nicht darüber nachzudenken, denn spätestens seit einem hörbaren "Oh-oh" und einem krachenden Geräusch war klar, dass der Erzmagier aufgestanden und wahrscheinlich grad mit dem Ankleiden oder dem Demolieren der Einrichtung oder beidem zugleich beschäftigt war. Und dass er wirklich in Eile handelte und deshalb wohl mit einem Einrichtungsgegenstand zusammengestoßen war. Kurz hatte Draven eine solche Szene vor seinem inneren Auge und genau so kurz schmunzelte er leicht, wohlwissend, dass er sich die Szene definitiv alberner vorgestellt hatte als sie jemals hätte sein können.

    Der Erzmagier war tatsächlich recht schnell gewesen und kam ebenso schnell in den Flur der Taverne gestolpert, immer noch damit beschäftigt, seinen Fuß in einen der seiner Stiefel zu zwängen. Ob sie in der Nacht wohl gewachsen waren? Nein, eher unwahrscheinlich, aber was interessierte Draven das auch? Eigentlich war er froh, dass Malukhat seine Rufe für wichtig erachtete und sich daher so beeilt hatte. Der Erzmagier musste zugeben, dass es schon ein wenig lustig aussah, wie Malukhat so mit seinen Stiefeln kämpfte und als er ihn fragte, was denn so wichtig gewesen sei, hatte der Erzmagister kurz überlegt, ob er nicht einen Scherz machen und einfach sowas wie "Och gar nichts, ich wollte nur mal testen, wie schnell Ihr aufstehen und Euch ankleiden könnt" sagen sollte, aber moment mal. Erstens, das ist der Erzmagier, den mochte er doch gar nicht und er ihn auch nicht. Womöglich würde er es auch noch ernst nehmen und die Situation wäre unnötig gespannt. Zweitens, warum sollte er scherzen mit dem Kerl? Was dachte er sich eigentlich dabei. Hatte er am Vorabend zu viel Brandy zu sich genommen? Nein, er bewahrte sein erstens Gesicht, obwohl er sich schon etwas Mühe geben musste, und antwortete in normalem Ton.

    "Achtet mal auf diesen Tumult in der Taverne, das ist für diese Zeit nicht normal. Und andauernd höre ich Worte wie 'Vampirjäger' und 'Vampir', es muss also etwas passiert sein. Was genau, sollten wir schnellstmöglich in Erfahrung bringen. Jedoch wollte ich Euch und Zareg lieber dabei haben."
    Musste dieser letzter Satz unbedingt sein? Na ja, nun hatte er ihn ausgesprochen und dies konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es war ja nun mal so und auch wenn er es nicht gesagt hätte, war es offensichtlich gewesen, denn sonst hätte er ja nicht seinen Weckruf an beiden Türen erschallen lassen. Aber warum hatte er Malukhat das ins Gesicht sagen müssen. Ach egal...
    Moment, was war das? Hatte Malukhat ihm eben beim Reden auf die Zähne geschaut? Hatte er dort noch Essensreste sitzen? Oder hatte er sich einfach nur getäuscht? Daraufhin klopfte er noch einmal an die Türe Zaregs und wünschte dem Erzmagier für seine Stiefel innerlich alles Gute.

  16. #16

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne

    Tatsache... Malukhat hatte es gleich gewusst. Warum war es ihm bloß zuerst nicht aufgefallen? Diese überaus unwichtige und nebensächliche Kleinigkeit? So was fiel ihm doch sonst immer auf. Draven machte ihn krank… Da musste ein Fieberthermometer her… Halt, nein, Mist, das war ja noch gar nicht erfunden.
    Innerlich fügte er seiner Aufgaben-Liste das Erfinden des Fieberthermometers hinzu und dachte weiter über diese Sinnlosigkeit nach. Da war es. Malukhat konnte es genau sehen, als Draven mit ihm gesprochen hatte. So ein winziges, kleines Dingens, nicht direkt identifizierbar, aber es saß zwischen den Zähnen des Erzmagisters. Und es saß allem Anschein nach fest.
    Vielleicht auch ein schwarzes Loch? Auweia… Gar nicht gut, gar nicht gut. Aber was Zahnpflege anging, hatten sie scheinbarer Weise den perfekten Grundlehrkurs vor der Tavernentür: Einen Vampir.
    Die hatten doch immer so strahlend weiße Zähne, oder irrte Malukhat sich da? Egal. Erstmal musste er seine gesamte Aufmerksamkeit auf den Tumult richten, der dort unten herrschte.
    „Danke, Draven, dass Ihr mich mit einbezogen habt“, waren seine einzigen Worte – und er hasste sich dafür. Aber was gesagt war, konnte man nicht ungeschehen machen, also beließ er es dabei und riss an dem Stiefel, an dem er – Tatsache! – immer noch arbeitete. Hatte Draven ihn vielleicht verflucht? Seinen Fuß über Nacht wachsen lassen? Wohl kaum…
    Ein leiser, aber bestimmter Gedanke keimte in dem Erzmagier auf – Zareg, oder besser. Die Rotznase. Klar, der hatte Malukhat noch nie abgekonnt, was natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruhte, ansonsten wäre Malukhat ja nicht Malukhat. Aber wenn der Kleine meinte, ihm dumm kommen zu müssen, indem er ihn verzauberte, dann war das ein ganz klarer Fall von falscher Ansage.
    „Da muss die Rotznase schon früher aufstehen, wenn sie mich ärgern will“, grummelte er in seinen nicht vorhandenen Bart hinein und wandte sich, als der Stiefel schlussendlich doch noch dem willen seines Meisters nachgegeben hatte, wandte er sich zu Draven um, der immer noch beharrlich vor Zaregs Türe stand und auf eine Antwort wartete. Kurzerhand hatte er den Erzmagister – viel, viel, viel zu höflich und sanft – beiseite gestoßen und hämmerte nun gegen die verschlossene Holztür.
    „Man, Rotznase!“, brüllte er und hämmerte weiter. „Beeil dich mal ein bisschen. Da unten ist was los – und wir können ja schlecht ohne dich gehen! Also beweg dich mal!“
    Da beendete er es dann schließlich auch und sah den Bretonen neben sich an. Mit einem Schulterzucken meinte er dann: „Also, wenn das nicht geholfen hat, dann weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr weiter.“
    Es war aber nicht nur um Zareg gegangen, sondern auch darum, endlich mal wieder ein wenig Luft zu machen. Seinen Traum hatte er schon so gut wie verdrängt, aber eben auch nur so gut wie. Das machte Draven aber immerhin ein wenig unheimlicher und autoritärer. Klang komisch, war aber so.

  17. #17

    Sadrith Mora - Taverne

    Nun waren schon zwei weitere Stunden vergangen und die Sonne strahlte durch die kleinen Fenster der Taverne auf die immernoch feiernden. DOch plötzlich erhob sich der gefeierte Lestat und räusperte sich. Von der schleimigen Art, die er gern verwendete um andere Personen zu ärgern war nichts mehr da und er hatte eine herrische, tiefe Stimme, die man gut hören konnte. Auch sein Gesicht, das in dem Sonnenlicht nicht sehr blass wirkte strahlte. Natürlich lächelte er so, dass man nicht umbedingt seine beiden scharfen und etwas längeren Eckzähne sehen konnte. Doch hatte er mit der Zeit gelernt dies geschickt zu verbergen und trotzdem noch lächeln zu können.
    Was viele nicht wussten war, dass in seinem unteren Vorderkiefer noch zwei weitere scharfe Zähne waren, die bei Bedarf durch zwei kleine Muskel in seinem Kiefer hervorschossen und dieses sehr praktische Lämungsmittel, das auch gleichzeitig Blut verdünnte absonderte.
    Lestat benutzte diese Zähne kaum, nur wenn er ein Massaker an seinen opfern verüben wollte oder wenn sie sich zu sehr wehren kamen diese Zähne bei ihm zum Vorschein.

    Er hatte sich auf einen der vielen Tische gestellt und blickte nun auf die vieleicht 20 mehr oder weniger inzwischen angetrunkenen Personen herab, die mit ihm gefeiert hatten.
    "Ich danke euch für euer vertrauen! Es war einfach meine Pflicht dieses abscheuliche Wesen zu töten, bevor es noch weiteren Schaden hätte anrichten können!" In Gedanken lachte er über die leichtgläubigkeit und Dummheit der hier Anwesenden und fügte in gedanken hinzu: Natürlich habe ich ihn getötet.. er war ein kleines Opfer, das mich nun weit gebracht hat... ich werde mir nicht die Finger schmutzig machen mit diesen Verrätern, die sich nichtmal Quarra nennen dürfen.... ich werde die Richtigen für diesen Job noch finden...
    Dann erhob er wieder seine kraftvolle und herrische Stimme, die im gesammten Raum der Taverne wiederhallte und sagte weiterhin: "Doch ist die Gefahr noch nicht gebannt... noch weitere Vampire treiben sich hier herum und töten sinnlos. Bis diese Gefahr vorüber ist empfehe ich euch nachts in euren Häusern zu bleiben! Ihr habt gesehen.. nicht mal die Wachen sind sicher vor ihnen!" wieder fügte er in Gedanken hinzu Wer es doch wagt mir Nachts in die Quere zu kommen wird von mir gnadelloos abgeschlachtet...ein leises Murmeln ging durch die Personenmenge und sie sahen schließlich wieder alle gespannt zu Lestat, der sich wieder leicht räusperte
    "Ich werde mich natürlich dieser... Vampire... annehmen!" er verstellte sich gut, doch war es ihm auch leicht unangenehm.. er redete über sein Volk spöttisch.. naja.. lange würde er es ja nichtmehr machen.. Ihr werdet alle dafür büßen, dass ich euch dies erzählen musste damit ihr mir glaubt.. fügte er noch innerlich hinzu, doch lächelte er nach außen hin nun siegessicher und ein lauter Applaus mit Beifallsrufen ereilte auf seine letzten Worte.
    Dann wurde weitergefeiert, diesmal auf den Vampirjäger, der die Stadt vor der Plage retten würde... Lestat lachte sich weiterhin über diese tölpelhaften Bewohner dieser Stadt... sie waren ja so dumm....

  18. #18

    Sadrith Mora - Taverne

    Da war es wieder, diesmal war der Bretone sich sicher. Als er mit Malukhat sprach, hatte ihm dieser schon wieder auf die Zähne geschaut. Mist, da musste sich etwas befinden. Moment, war er etwa über Nacht zu einem Vampir geworden ohne es zu merken? Sofort fuhr er mit der Zunge im geschlossenen Mund über seine beiden Eckzähne und stellte innerlich aufatmend fest, dass sie die normale Größte hatten. Glück gehabt... Aber was war es dann? Es musste irgendwas sein, das konnte er sich einfach nicht einbilden. Als Malukhat wieder zu seinem Stiefel herabblickte, nutzte der Erzmagister den Augenblick und fuhr sich mit der Zunge über alle Zähne. Zwischendurch stoppte er sofort jedes Mal wieder, wenn er vermutete, dass der Erzmagier aufsehen würde. Immerhin würde es sicher lächerlich aussehen. Er könnte Malukhat ja auch einfach fragen, was denn mit seinen Zähnen war? Nein! Das würde er nicht tun... Er war nicht auf diesen Malukhat angewiesen. Nachdem er ein paar Mal neu ansetzen musste - warum schaute Malukhat nur immer nach oben, sollte er sich doch um seine Füße kümmern -, hatte er endlich den "Übeltäter" ausfindig gemacht. Er wußte nicht genau was es war, aber in einem günstigen Augenblick fischte er es mit dem rechten Zeigefinger heraus. Irgendwas schwarzes, wahrscheinlich vom gestrigen Abendessen. Gut, ein Problem hatte er nun mühevoll gelöst und das ließ ihn kurz innerlich stolz werden. Leider war das total nebensächlich, sie sollten so langsam wirklich mal heruntergehen und sich anschauen, was dort nun los ist.
    Inzwischen hatte der Erzmagier es tatsächlich geschafft, seinen Fuß in den Stiefel zu zwängen, wahrscheinlich unter Aufwendung all seiner Kraft. Für einen kurzen Moment schoss Draven ein absurder Gedanke in den Kopf, den aber höchst amüsant fand. Eigentlich wäre es ganz lustig, mal einen von Malukhats Füßen per Zauber oder Fluch zu vergrößern, um sich so eine Szene noch einmal ansehen zu dürfen. Gab es sowas eigentlich? Er sollte mal Nachforschungen anstellen... Moment, was für ein Schwachsinn war das? Er schüttelte kurz den Kopf über sich selbst und wurde dann von Malukhat leicht zur Seite geschubst. Scheinbar war nun auch seine Geduld am Ende und nun hämmerte er an die Türe Zaregs und rief einige Worte.


    "Ihr habt Recht, wir sollten endlich nachsehen, was Sache ist", sagte Draven, während er in Gedanken etwas belustigt hinzufügte: "Die Sache mit euren Stiefeln hat uns schon lange genug aufgehalten."

    "Vielleicht ist Zareg ja wieder verschwunden oder er schläft halt wirklich so fest, mehr können wir hier nicht tun."

  19. #19

    Katan Gast

    Sadrith Mora / Taverne "Zum Torbogen"

    "Der Junge mag eine Rotznase sein", meinte Malukhat und runzelte die Stirn, während er die verschlossene Tür zu Zaregs Zimmer betrachtete. "Aber einen gesunden Schlaf hat er, das muss ich ihm lassen. So denn!" Er wandte sich zu Draven um und blickte ihm in die Augen. "Wir sollten nun wirklich nach unten gehen, ansonsten verpassen wir noch alles - und eigentlich will ich mir das lieber nicht entgehen lassen."
    Draven schien noch einen kurzen Moment zu brauchen, es mit seinem zu vereinbaren, Zareg einfach so zurück zu lassen, aber schlussendlich besann er sich dem Anschein nach dann doch noch darauf, dass er es immerhin vorgeschlagen hatte, und gemeinsam verließen die beiden Magier den Südflügel der Taverne zum Torbogen. Die Taverne, Malukhat musste es sich einfach mal eingstehen, war einer der luxuriösesten Orte, die der Erzmagier in seinem Leben je zum Schlafen aufgesucht hatte. Es bestand aus mehrern Stockwerken, einem Süd- und einem Nordflügel. In den verschiedenen Flügeln befanden sich jeweils auch noch ein Aufenthaltsraum und - wer hätte es anders vermutet? - die Gästezimmer.
    Im untersten Stockwerk, wenn man es denn so nennen konnte, denn immerhin lag es direkt über dem großen Tor, von dem aus man entweder zu den Docks oder in die Stadt hinein gelangen konnte, befand sich die eigentliche Taverne - und umso näher die beiden Männer jenem kamen, umso lauter wurden die Geräusche von Feierlichkeiten.
    Malukhat drückte Draven vorsichtig zur Seite und starrte ein Stück die Treppe hinab in den großen Tavernensaal.
    "Lasst mich erst mal schauen", meinte er dann noch nachträglich. Natürlich wollte er damit nicht Draven Autorität oder dergleichen in Frage stellen, aber er musste auch nicht weiter darüber nachdenken, denn er war sich vollkommen sicher, dass der Erzmagister genau wusste, dass der Erzmagier von Natur aus neugierig veranlagt war.
    Und da erkannte Malukhat ihn, diesen schmierigen, kleinen Pseudo-Nachtmenschen, wie er dort in der Mitte an einem Tisch saß, mit einem überheblichen Lächeln im Gesicht in die Runde blickte. Nur dass er plötzlich gar nicht mehr so schmierig war, wie er sich zuerst gegeben hatte. Was ihn aber noch eher unheimlicher als vertrauenswürdiger erscheinen ließ.
    "Diese Augen", sagte Malukhat, blickte allerdings nicht in Richtung Dravens. "sind mir nicht geheuer."

  20. #20

    Sadrith Mora - Taverne

    Draven wurde innerlich ein wenig ärgerlich, als der Erzmagier ihn beiseite drückte. Was bildete der sich eigentlich ein? Ja, sicher war er neugierig, aber war Draven das nicht auch? Und hatte er nicht extra geduldig gewartet, bis Herr Klumpfuss selbigen in seinen Stiefel gequetscht hatte? Na ja, immerhin hatte er ihn vorsichtig zur Seite gedrückt und nicht rüpelhaft, also konnte der Erzmagister nicht wirklich sauer sein, zumal es ihn ja auch interessierte, was nun dort unten los war. Wieso konnte er auf den anderen eigentlich nicht mehr sauer sein, was war nur mit ihm los? Eigentlich sollte er es, aber darüber könnte er sich später Gedanken machen, dachte er innerlich seufzend. Er stellte sich neben Malukhat und sah sich ebenfalls in dem Tavernenbereich um. Und er sah ein bekanntes Gesicht, diesen zwielichtigen Typen von vorhin, dem keiner der drei über den Weg getraut hatte und der ihnen seine Hilfe angeboten hatte. Ein Angebot, das einstimmig ausgeschlagen wurde. Wie es schien, war diese Feier zu seinen Ehren abgehalten worden und nun änderte sich seine Miene, das breite zufriedene Lächeln schwand und er begann zu sprechen.
    "Ich danke euch für euer vertrauen! Es war einfach meine Pflicht dieses abscheuliche Wesen zu töten, bevor es noch weiteren Schaden hätte anrichten können!"
    Dann wurde die Stimme um einiges lauter und nahm einen herrischen Ton an.
    "Doch ist die Gefahr noch nicht gebannt... noch weitere Vampire treiben sich hier herum und töten sinnlos. Bis diese Gefahr vorüber ist empfehe ich euch nachts in euren Häusern zu bleiben! Ihr habt gesehen.. nicht mal die Wachen sind sicher vor ihnen! Ich werde mich natürlich dieser... Vampire... annehmen!"
    Vor allen Dingen dieser letzte Satz gefiel Draven nicht, was für ein Angeber dieser Kerl doch war. Dummerweise feierten ihn die Leute, also musste er was geleistet haben. Ist das Glück wirklich nur mit den Dummen? Sollten sie seine Hilfe doch noch in Anspruch nehmen? Irgendwie wirkte er immer noch kein Stück vertrauenswürdiger, nein, der Erzmagister mochte ihn immer noch nicht, eigentlich noch weniger als zuvor.
    Ohne seinen Blick von Draven abzuwenden, sagte Malukhat etwas zu ihm.

    "Diese Augen sind mir nicht geheuer."
    Stimmt, Malukhat war ja auch hier, eigentlich könnte er ja mal mit ihm reden, anstatt die ganze Zeit nur darüber nachzudenken. Er war da und er war schlau, also sprach absolut nichts dagegen, sich ein weiteres Mal mit ihm zu beraten.
    "Was meint Ihr dazu? Scheinbar wird der Knilch grad als Held gefeiert, während wir mit unseren Untersuchungen bisher noch nichts erreicht haben."
    Aus seiner Stimme klang trotz des Flüstertones ein wenig Ärger.
    "Aber das kann nur ein Glückstreffer gewesen sein, oder ein Trick. Es kann doch nicht sein, dass er einfach mal herkommt, einen Vampir findet und killt."
    Oder war er nur neidisch, weil ihnen das nicht so ohne weiteres gelungen war? Nein, na ja, doch, ein bißchen vielleicht. Aber wie in Lorkhans Namen hatte er das angestellt? Während er auf die Reaktion des Erzmagiers und auf das eventulle Eintreffen Zaregs wartete, sah er ebenfalls in die Augen des Mannes, der sich von der Menge feiern ließ und so hochnäsig daherredete. Malukhat hatte Recht, diese Augen waren ihm ebenfalls nicht geheuer.

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