Ist das ein niederer Beweggrund? Sollte für einen selbst nicht das eigene Wohl an höchster Stelle stehen?Zitat von Mahorca
Oder ist es verwerflich (was ich mit "niederen" Beweggründen in Verbindung bringe), nach eigenem Wohl zu streben?
Natürlich sind Gut und Böse Dinge, die allesamt von der eigenen Einstellung abhängen. Jedoch werden die meisten Vorfälle, in denen man dies entscheidet, verallgemeinert, und je allgemeiner man dies fasst, desto mehr finden sich, die dem zustimmen können. Und eben diese Entwicklung stört mich. Man macht sich nicht mehr die Mühe, und differenziert in jedem Fall aufs neue, sondern hällt sich an die groben Regeln, und urteilt demnach anhand der Fassade, ohne sich darüber zu informieren, was darunter liegt, nur damit der Großteil, dem diese bequeme Vorgehensweise lieber ist, einem zustimmt. Dadurch ergibt sich, dass viele Dinge viel zu schnell allgemein als gut oder böse angesehen werden, ganz egal was der Umstand ist. Sicher gibt es immer wieder welche, die sich gerne mit den Details befassen, aber diese sind meistens in der Minderheit.Zitat
Das ist ein gutes Beispiel. Die meisten sagen hier, es ist böse, oder pervers oder was auch immer, schlicht etwas, dass sie an sich in ihrer Umgebung nicht dulden würden, oder zumindest umgehen würden. Die Tatsache, dass all dies eine spezielle Neigung (teilweise psychisch bedingt) ist, die eigentlich nicht weniger aborm als jede andere ist, die würde niemand akzeptieren wollen, weil dies zu den Dingen gehört, die nach dem offziellen Auffassen schlecht sind.Zitat
Damit will ich nicht sagen, dass deine Sichtweise beschränkt ist oder ähnliches (weder würde ich mir das anmaßen, noch wäre es zutreffend). Ich finde es vielmehr lobenswert, dass du zumindest diese Tatsache als nicht böse bezeichnest. Es gibt viele, die das nicht so sehen bzw. können.
Letzendlich muss man zwar jede Entscheidung vor sich selbst verantworten können, aber das heißt nicht, dass man sich automatisch schlecht fühlt, nur weil man jemandem seine Hilfe verweigert, oder etwas zum Leiden eines anderen macht. Und es ist meiner Meinung nach auch nicht so, dass man jede Entscheidung nur im eigenen Wohle trifft.Zitat von Benny
Manchmal ist es so, dass man die Auffassung hat, es ist besser, jemand anderes mit seinen Problemen alleine zu lassen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. In diesem Moment ist diese Entscheidung aber auch gefallen, und wenigstens einen Schritt weiter gedacht zu haben, hebt das schlechte Gewissen auf, denn man ist davon überzeugt, im Nachhinein das Richtige getan zu haben. Allerdings denkt man in diesem Augenblick nicht über das eigene Wohl nach, sondern auch über das eines anderen. Man handelt in dem Moment nicht in diesem egoistischen Schema, sondern überdenkt die Situation und trifft eine Entscheidung für das Wohl aller Beteiligten, weil man sich teilweise verantworlich fühlt. Da sucht man nicht nach der für einen selbst insgesamt bequemsten Lösung, sondern nach der, die für zwei oder mehr Personen insgesamt die beste ist.
Ganz generell denke ich auch, dass es nicht immer die eigene Erleichterung ist, die uns dazu bewegt, anderen zu helfen. Sicher, jemanden mitleidig anzusehen, und diesem ohne zögern zu helfen, lässt einen zwar wohlfühlen, aber ich glaube nicht, dass dies ein Beweggrund ist. Auch nicht die Möglichkeit, sich beim Unterlassen schlecht zu fühlen. Vielleicht geschieht es ganz unterbewusst, so dass man nichts davon realisiert, aber der eigentliche Beweggrund ist für mich immer noch das Mitleid, und das Bedürfnis, jemandem helfen zu wollen, denn jeder, der selbst weis, was es heißt, hilflos zu sein und zu leiden, und der ein Herz hat, hat auch die Bereitschaft jemandem zu helfen, mit dem Wunsch, diesem die Hilfe anzubieten, die einem selbst verwehrt oder gegeben wurde. Generell strebt man, meiner Auffassung danach, jemand anderem das Leben zu erleichtern. Vielleicht auch deswegen, um sich selbst als besserer Mensch zu sehen, allerdings würde das ja vorraussetzen, dass man frühere Dinge bereut. Oder man will generell nett sein. Aber wieso sollte man das wollen? Ein Gewissen entwickelt sich ja auch, und demnach müsste man entweder mit sich selbst unzufrieden sein, oder man will einfach ein guter Mensch sein, und das sicherlich nicht nur für sich selbst, denn das wäre herzlos. Würde man aber kein Herz haben, würde man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die Hilfe verwehrt.
Bin mir nich sicher, ob das jetz jemand verstanden hat, bin eben etwas müd.

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