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  1. #1
    Zitat Zitat von Mahorca
    das er aus "niederen Beweggründen" etwas tut, indem du behauptest man mache das dann eben zur eigenen Selbstbestätigung
    Ist das ein niederer Beweggrund? Sollte für einen selbst nicht das eigene Wohl an höchster Stelle stehen?
    Oder ist es verwerflich (was ich mit "niederen" Beweggründen in Verbindung bringe), nach eigenem Wohl zu streben?

    Zitat Zitat
    Es gibt sicher kein "Böse" und kein "Gut" weil das alles Dinge sind, die von der individuellen Gesellschaftlichen // Persönlichen definition abhängig sind. Insofern empfindet jeder bestimmte Dinge anders und definiert für sich Gut und Böse dementsprechend anders.Zwar gibt es auch Dinge die allgemeinhin als negativ aufgefasst werden, wie Kriminalität, Kriegsverbrechen etc. pp. aber auch hier lassen sich genug Menschen finden, die diese allgemeine Definitionsweise nicht teilen und dies nicht unbedingt als "böse" werten würden.
    Natürlich sind Gut und Böse Dinge, die allesamt von der eigenen Einstellung abhängen. Jedoch werden die meisten Vorfälle, in denen man dies entscheidet, verallgemeinert, und je allgemeiner man dies fasst, desto mehr finden sich, die dem zustimmen können. Und eben diese Entwicklung stört mich. Man macht sich nicht mehr die Mühe, und differenziert in jedem Fall aufs neue, sondern hällt sich an die groben Regeln, und urteilt demnach anhand der Fassade, ohne sich darüber zu informieren, was darunter liegt, nur damit der Großteil, dem diese bequeme Vorgehensweise lieber ist, einem zustimmt. Dadurch ergibt sich, dass viele Dinge viel zu schnell allgemein als gut oder böse angesehen werden, ganz egal was der Umstand ist. Sicher gibt es immer wieder welche, die sich gerne mit den Details befassen, aber diese sind meistens in der Minderheit.

    Zitat Zitat
    Oder fragt mal einen Pedophilen ob er sich als "böser" Mensch sieht....
    und NEIN ich finde diese Leute NICHT "böse",, ich halte sie zwar für pervers (= fernab der Norm) und lehne ihr Verhalten ab, sehe sie deshalb aber nicht als böse.
    Das ist ein gutes Beispiel. Die meisten sagen hier, es ist böse, oder pervers oder was auch immer, schlicht etwas, dass sie an sich in ihrer Umgebung nicht dulden würden, oder zumindest umgehen würden. Die Tatsache, dass all dies eine spezielle Neigung (teilweise psychisch bedingt) ist, die eigentlich nicht weniger aborm als jede andere ist, die würde niemand akzeptieren wollen, weil dies zu den Dingen gehört, die nach dem offziellen Auffassen schlecht sind.

    Damit will ich nicht sagen, dass deine Sichtweise beschränkt ist oder ähnliches (weder würde ich mir das anmaßen, noch wäre es zutreffend). Ich finde es vielmehr lobenswert, dass du zumindest diese Tatsache als nicht böse bezeichnest. Es gibt viele, die das nicht so sehen bzw. können.
    Zitat Zitat von Benny
    Hast du schonmal irgendjemandem nicht geholfen, als dieser dringend Hilfe gebraucht hat? Dann wüsstest du, wie sehr einen das quälen kann, wenn man sich im Nachhinein Vorwürfe macht. Kein schönes Gefühl, das kannst du mir glauben. Sowas will man auf jeden Fall vermeiden: Und das geht natürlich mit in die Kosten-Nutzen-Rechnung mit ein.
    Letzendlich muss man zwar jede Entscheidung vor sich selbst verantworten können, aber das heißt nicht, dass man sich automatisch schlecht fühlt, nur weil man jemandem seine Hilfe verweigert, oder etwas zum Leiden eines anderen macht. Und es ist meiner Meinung nach auch nicht so, dass man jede Entscheidung nur im eigenen Wohle trifft.
    Manchmal ist es so, dass man die Auffassung hat, es ist besser, jemand anderes mit seinen Problemen alleine zu lassen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. In diesem Moment ist diese Entscheidung aber auch gefallen, und wenigstens einen Schritt weiter gedacht zu haben, hebt das schlechte Gewissen auf, denn man ist davon überzeugt, im Nachhinein das Richtige getan zu haben. Allerdings denkt man in diesem Augenblick nicht über das eigene Wohl nach, sondern auch über das eines anderen. Man handelt in dem Moment nicht in diesem egoistischen Schema, sondern überdenkt die Situation und trifft eine Entscheidung für das Wohl aller Beteiligten, weil man sich teilweise verantworlich fühlt. Da sucht man nicht nach der für einen selbst insgesamt bequemsten Lösung, sondern nach der, die für zwei oder mehr Personen insgesamt die beste ist.

    Ganz generell denke ich auch, dass es nicht immer die eigene Erleichterung ist, die uns dazu bewegt, anderen zu helfen. Sicher, jemanden mitleidig anzusehen, und diesem ohne zögern zu helfen, lässt einen zwar wohlfühlen, aber ich glaube nicht, dass dies ein Beweggrund ist. Auch nicht die Möglichkeit, sich beim Unterlassen schlecht zu fühlen. Vielleicht geschieht es ganz unterbewusst, so dass man nichts davon realisiert, aber der eigentliche Beweggrund ist für mich immer noch das Mitleid, und das Bedürfnis, jemandem helfen zu wollen, denn jeder, der selbst weis, was es heißt, hilflos zu sein und zu leiden, und der ein Herz hat, hat auch die Bereitschaft jemandem zu helfen, mit dem Wunsch, diesem die Hilfe anzubieten, die einem selbst verwehrt oder gegeben wurde. Generell strebt man, meiner Auffassung danach, jemand anderem das Leben zu erleichtern. Vielleicht auch deswegen, um sich selbst als besserer Mensch zu sehen, allerdings würde das ja vorraussetzen, dass man frühere Dinge bereut. Oder man will generell nett sein. Aber wieso sollte man das wollen? Ein Gewissen entwickelt sich ja auch, und demnach müsste man entweder mit sich selbst unzufrieden sein, oder man will einfach ein guter Mensch sein, und das sicherlich nicht nur für sich selbst, denn das wäre herzlos. Würde man aber kein Herz haben, würde man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die Hilfe verwehrt.

    Bin mir nich sicher, ob das jetz jemand verstanden hat, bin eben etwas müd.
    Geändert von Diomedes (03.08.2006 um 01:38 Uhr)

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