Voting ist zwar schon vorbei, aber egal .
Ich schließe mich einigen Vorgängern an: Babylon 5 empfinde ich ebenfalls einfach nur als eine der besten SciFi-Serien schlechthin. Der Reiz dieser Serie liegt, wie schon zuvor angedeutet, darin, das der gesamte Handlungsstrang aus einer Feder kam.
Was mir so imponiert hatte, war, dass die Probleme der Menschen in dieser Serie fast die gleichen sind wie heute: Armut, Intrigen, Rassismus/Fremdenhass und der daraus resultierende Plot zu einem autoritären Überwachungsregime. Auch allgemeine Probleme einer auf Kompromissen beruhenden Demokratie, die nötigen Winkelzüge, bürokratische und wirtschaftliche Probleme der Station etc. Von der Entwicklung der menschen her gesehen erschien mir das alles sehr plausibel.
Faszinierend war nicht nur die charakterliche Weiterentwicklung der Charas über die sechs jahre, sondern auch ihre äußere. Ist man bei anderen SiFi-Serien bemüht gewesen, möglichst kaum aüßerliche, altersbedingte Entwicklungen zu verbergen/ in den Hintergrung zu stellen, spielt es bei babylon fünf eine zentrale Rolle. Man muß nur mal das Äußere der Charaktere der ersten mit ihrem Aussehen in der dritten bzw. vierten Staffel anschauen.
Jeder Charakter ringt immer wieder mit seinen eigenen Schattenseiten und trifft Entscheidungen, die einen Schlucken lassen (wie in allen Konflikten verschwimmt hier die Grenze zwischen Gut und Böse ... soweit man diesen einfachen Maßstab überhaupt anwenden kann). Das heißt, kaum ein Charakter stellt bezüglich seiner Einstellung/Weltanschauung eine feste Konstante dar. Sie alle befinden sich im Fluß, beeinflußt durch die Umgebung und durch ihre eigenen Ziele.
Desweiteren Intrigen und Konflikte, die sich über mehrere Jahre hinziehen, vor sich hinschwelen, langsam zu einem Flächenbrand werden oder erst sehr spät ihre gefährlichen Früchte zeigen.
Gut gemacht war auch, dass die Serien oftmals aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen waren: Aus der von einfachen Dockarbeitern, aus der Sicht einer regimeloyalen Organisation, wie der zeitliche Abriss in einem Geschichtsbuch, aus der Sicht verschiedener Hauptpersonen. Und immer wieder die Querverbindungen auf Folgen aus anderen Staffeln, die für Aha-Effekte sorgte oder zum "Ach-jetzt-versteh'-ich"-Ereigniss.
Leider kamen die insgesamt fünf Kinofilme immer völlig losgelöst von der Serie und kaum angekündigt zu Zeiten, wo man normalerweise schläft. Schade, denn auch die Kinofilme vertiefen bzw. erweitern die Staffeln...