Ok, nachdem ich bisher nur gelesen habe, was an dem dargestellten Schriftstück kritisiert wurde, habe ich mir das mal selber durchgelesen.

Ich frage mich, ob diese extreme Überzeichnung der Klischees und ihr extremer Einsatz Absicht sein soll; ehrlich gesagt finde ich das als den größten Negativpunkt in deiner Geschichte. Auch wenn es eine Satiere sein soll, aber ein "Perverser", der einen Knacks im Kopf hat und entsprechend denkt, dass alle Frauen nackt auf der Straße rumlaufen und er sich deswegen einen von der Palme wedeln muss; eine lesbische Frau, die nicht lesbisch ist, weil sie die Frauen als Liebhaber besser findet, sondern weil sie einfach nur einen abgrundtiefen und komplett überzogenen Hass auf Männer hat (und der sie eigentlich für die Kastration in den Knast hätte bringen müssen) und natürlich die Frau, die in eine Gruppentherapie geschickt wird, weil sie Gruppentherapien hasst...
Es ist nichts dagegen einzuwenden, mit Klischees zu spielen und sie gezielt als satierisches Mittel einzusetzen, aber sie gleich so extrem zu überzeichnen und damit der eigentlichen Kurzgeschichte die Luft zum Atmen zu nehmen, ist ein schriftstellerischer Knieschuss.
Damit nimmst du dem Ganzen in meinen Augen die Chance, ernst genommen zu werden; ich habe mich - um ehrlich zu sein - bereits ab den Auftritt des Perversen durch die Geschichte gequält.
Hinzu kommt der eher langweillige Erzählstil, vom dem der Ich-Erzähler bis auf ein paar Einwürfe nicht viel rüber kam, weder stimmungstechnisch noch in der Form, dass man Einblick in die Gedanken erhalten könnte.
Und dann das in meinen Augen lieblos und vollkommen unpassend hingeklatschte Ende, was sich eigentlich gar nicht so richtig in den Gesamtkontext einfügen mag. Ein radikaler Schnitt, Drei Schüsse, ein - in meinen Augen - pseudo-cooler Kommentar und aus die Maus. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Ich würde die Geschichte nochmal überarbeiten an deiner Stelle und versuchen - auch wenn es sie in die Länge zieht - die Klischees nicht mehr so dick aufzutragen, den Ich-Erzähler öfter einzubringen (der scheint ja schließlich der Haupcharakter zu sein) und das Ende ein wenig passender zu gestalten. Den Erzählstil kannst du gerne beibehalten, nur sollten die Dialoge nicht so langweillig und emotionslos rüberkommen. Ein paar mehr beschreibende Details über Tonlage und Gesichtsausdruck wäre nett, zumal der Therapeut in dieser Hinsicht komplett auf der Strecke geblieben ist, wie mir auffällt.

Und zum Schluss würde ich dir raten, nicht gleich jede Kritik an deinen Schriften auf deine Person zu beziehen oder zu jedem Kritikpunkt Stellung zu beziehen oder dich zu rechtfertigen. Du stellst hier deine Werke vor, also rechne auch damit, dass es nicht jedem gefällt und dir der Eine oder Andere das auch sagen wird. Wenn du damit nicht zurecht kommst solltest du dir überlegen, ob du weiterhin hier noch Werke veröffentlichen willst.

DJ n