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Waldläufer
4 Jahre nachdem Xeno sich der Organisation angeschlossen hatte (Anm.: damals war er 10, jetzt also 14 wie im Chara-Thread vermerkt) , es war früher Morgen und er befand sich auf dem Weg nach Unruhstadt. Er hatte seinen Auftrag erhalten und war Willens, ihn korrekt auszuführen. Es sollte eigentlich keine Probleme geben, er hatte seinen Langdolch und auch die magische Schriftrolle, welche ihm Isabella gegeben hatte, dabei. Er musste nur ein Dokument stehlen, keine grosse Sache also. Wie hiess der Kerl denn nochmal? Aronn oder so... Er wohnte im Westteil der Stadt...
Die Reise ging reibungslos vonstatten, um elf Uhr war er ihn Westunruh angelangt. Es herrschte reger Betrieb, was auch gar nicht anders zu erwarten war. Perfekte Bedingungen also für einen Einbruch. Niemand beachtete denn kleinen Deku der sich da seinen Weg durch die Menge bahnte, auf der Suche nach dem richtigen Haus. Er stoppte vor einem Haus, welches auf die Beschreibung Isabellas passte und schaute sich um. Es schien ihn auch weiterhin niemand zu beachten. Das war gut so. Er kramte die Schriftrolle aus seiner Tasche hervor und las schnell die darauf geschriebenen Worte herunter. Zuerst spürte er nichts, dann wurde es kurz etwas kälter; das Zeichen, dass der Zauber funktioniert hatte. Er sollte jetzt beinahe vollständig unsichtbar sein. Er schaute auf seine Hände, sah aber nur sehr schwache Umrisse. Es hatte also tatsächlich funktioniert, ehrlich gesagt hatte er nicht viel Vertrauen in Magie. Schnell drehte er sich zur Haustür um und öffnete sie vorsichtig. Er schlüpfte schnell hinein und schloss die Türe wieder.
Stille. Das Haus schien verlassen. Alles war kaputt und durcheinander. War dies das falsche Haus? Nein, das konnte nicht sein. Die Beschreibung passte nur zu diesem Haus, er konnte sich nicht geirrt haben. Er beschloss sich erstmal etwas umzusehen. Doch es sah in allen Räumen gleich aus: Alles kaputt und durcheinander. Naja, vielleicht war das Dokument ja doch noch irgendwo zufinden. Er durchsuchte das ganze Erdgeschoss, fand aber nichts als ein paar Alltagsgegenstände. Als nächstes kam das Obergeschoss dran. Oben war es wie unten: Einfach nur Chaos! Er suchte weiter. Plötzlich bemerkte er ein schwaches Licht, welches aus einem Raum kam, denn er noch nicht erforscht hatte. Vorsichtig näherte er sich der offenen Tür. Er konnte ein schwaches Atmen hören. Zur Vorsicht zog er den Langdolch, er hatte einfach zu wenig Vertrauen in den Unsichtbarkeitszauber. Wer weiss, dieser Jemand oder dieses Etwas konnte ja womöglich dieser Aronn sein. Mit einer schnellen Seitwärtsbewegung war er drinnen. Seine Augen weiteten sich, er trat einen Schritt zurück und schluckte einmal leer. Mit dem hatte er nicht gerechnet.
Vor ihm lagen vier Personen, drei anscheinend tot, eine schwer verletzt. Er kannte keinen der vier, aber der Lebende passte auf Isabellas Beschreibung Aronns. Er war ein Mensch, mitte vierzig, braune Haare, welch hinten zusammengenommen waren, durchwegs blaue Kleidung mit braunen Stiefeln und Handschuhen. Dieser schaute ihn indessen unverwandt an. Er starrte ihn an? Das konnte nicht sein... Er war immer noch unsichtbar, oder? Ein Blick auf seine Hände bestätigte es.
„Eh du, kannst mir helfen, nich? Hast bestimmt irgend n‘ heilendes Wässerchen dabei? Für den armen Aronn ja?“
Er war fassungslos. Konnte der Kerl ihn tatsächlich sehen? Er schaute Aronn mit hochgezogenen Augen an worauf dieser es ihm gleichtat.
„Na, haste etwa geglaubt ich sei tot? Tja, hat der Rest dieser Kerle (er zeigte auf die Toten) auch gedacht und mich einfach liegen gelassen. Elende Kerle, kamen einfach hier rein, schlugen alles kurz und klein, mich halbtot und klauten meine Dokumente... Na, willst du mir jetzt helfn oder nich? Oder was wills du sonst von mir? Siehst nich wie n‘ Dieb oder so aus, und wenn, dann wärs du wohl längst nich mehr hier.“
Xeno dämmerte es langsam. Es war ihm offensichtlich schon jemand zuvorgekommen. Er überlegte. Wenn es nach Isabella gegangen wäre, hätte man Aronn hier und jetzt getötet und sich einer anderen Sache zugewandt. Xeno allerdings war kein Mörder und wollte auch zu keinem werden. Er kramte in seinen Taschen, zog eine Phiole mit Elixier heraus und reichte sie Aronn. Dieser nahm dankbar an und während Xeno wieder zurückwich fiel ihm etwas ins Auge. Die drei anderen trugen ein Wappen. Doch nicht irgendeines, nein, es war Isabellas Wappen. Xeno war verwirrt. Wieso schickte sie ihn auf eine Mission, welche bereits abgeschlossen war? Irgendetwas war faul daran. Vorsichtig fragte er Aronn, ob die Diebe auch wirklich alle Dokumente gestohlen hatten. Er antwortete mit ja. Xeno fragte ihn nach dem Dokument „Nr.19“. Aronn sah ihn misstrauisch an und fragte, wieso er das wissen wollte. Darauf fand Xeno keine Antwort und streckte ihm stattdessen den Langdolch mit der Spitze vorann vors Gesicht und fragte noch einmal. Dieser sah ihn mit überraschtem Gesichtsausdruck an, wartete aber mit seiner Antwort. Schliesslich antwortete er:
„Na, steckst wohl mit denen unter einer Decke, he? Bist wohl die Nachhut, von der sie gesprochen haben... Aber wieso fragst du? Du solltest es doch eigentlich wissen, hm? Es sei denn...“
...dies sollte sein letzter Auftrag sein…. Nein… Das konnte nicht sein... Was hatte er denn falsch gemacht? Langsam senkte er den Dolch, liess ihn schliesslich fallen.
„Wollten dich wohl aus irgendeinem Grund los haben, he? Aber sei nich traurig, jetzt biste ja frei, kannst machen waste willst, hm? Kannste zum Beispiel zurück zur Familie... (Kopfschütteln von Xeno)...na, dann eben nicht…“
Xenos Augen füllten sich mit Tränen, als Aronn seine Familie erwähnte. Er wusste es jetzt, mit Bestimmtheit; alles, was Isabella ihm über Verschwörungen und Freilassung, wenn er artig sei gesagt hatte, war eine Lüge. Letztendlich wollte sie ihn doch aus dem Weg haben…
Doch wie sollte es jetzt weitergehen? Er hatte keine Bleibe, keine Freunde, nichts! Und doch wollte er jetzt endlich die Wahrheit erfahren…aber wie?
Aronn brach schliesslich das Schweigen…
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