ich erinner mich da auch noch dran. war zwar erst 4, aber n bisschen was is schon haengen geblieben. bilder hab ich keine davon gesehn, nur "gehoert", bzw die auswirkungen mitgekriegt.

am deutlichsten seh ich meine mutter vor mir, die heulend im flur im kreis laeuft (ich und mein bruder immer hinter ihr her, total verstoert) und verzweifelt telefonisch versucht, meinen vater auf der arbeit zu erreichen. wir wohnen in baden wuerttemberg, und bekanntlich ist die "radioaktive wolke" am staerksten ueber sueddeutschland ruebergezogen. meine mutter hat da echt nen panikanfall gekriegt und wohl gedacht, dass wir alle sterben oder so.
jedenfalls wars ne weile aus damit, im garten zu spielen und so und auch wochen danach hiess es noch "und steckt euch bloss nix von draussen in den mund".
was genau dort passiert war, hab ich nich kapiert, wohl aber, dass jetz alles draussen "giftig" ist. haben noch jahre spaeter so ne art fangen gespielt, bei dem man sich mit gras bewerfen musste, und wer vom gras erwischt wurde, musste sich ne weile tot stellen.

paar jahre spaeter dann hat mein vater uns die geschichte genauer erklaert. haengen geblieben davon ist aber eigentlich am meisten mein vorgestelltes bild von nem gluehenden "irgendwas", wo ein riesenhaufen beton drueber gegossen wurde, das war fuer mich immer eine dieser "mythischen angstgeschichten" - ein berg aus beton mit was gluehendem, boesen drunter.

tschernobyl war DIE katastrophe meiner kindheit, die uns direkt betroffen hat und die noch heute nicht vergessen ist.

die letzten jahre hab ich insofern was damit zu tun gehabt, dass bei uns in der gegend ein paar gemeinden jedes jahr fuer 2-3 wochen kinder aus der strahlenbelasteten gegend um tschernobyl aufnimmt (zur "erholung") und denen die gegend und so zeigt.
auch bei meinem verein (bin segelfliegerin) kommen die "tschernobylkinder" dann mal vorbei und jeder der will, darf mal bei uns im flugzeug mitfliegen.