@Liferipper: Welche Form des Gegenspielers man vorzieht, ist sicherlich Geschmackssache, und hängt darüber hinaus damit zusammen, welche Wirkung man erzielen will. Ich habe hier eine Liste ausgegraben, die sicher deinem Geschmack entspricht.
Auf der anderen Seite gibt's dann solche Gestalten wie Fagin, Dracula, Fu Manchu, Goldfinger (stellvertretend für alle Bond-Gegenspieler), Hannibal Lecter, Dr. Moriarty oder Darth Vader (zumindest in den ersten beiden Filmen).
Das "reine Böse" ist dabei ein akademisches Konstrukt; Wahnfried unterscheidet sich insoweit von den meisten anderen Böslingen in UiD, dass er seine Position klar definieren kann, was wiederum darauf zurückzuführen ist, dass er die "andere Seite" kennt.
Sein selbstreflektierendes "Ich bin böse" ist übrigens doppeldeutig und neben der offensichtlichen Botschaft ein Gag, den nun wirklich niemand verstehen kann, der den Hintergrund nicht kennt: Er bezieht sich darauf, dass die englische Aussage, irgendjemand sei "bad" vor allem in Filmsynchronisationen gerne mit "böse" übersetzt wird, auch wenn häufig eher "megacool" gemeint ist. Das macht in dem Zusammenhang auch Sinn, da Wahnfried bis zu diesem Zeitpunkt eher der Hampel ist, dem man halt eins auf die Mütze geben muss. Wahnfried wirkt so lächerlich, dass viele Spieler nach der dritten Demo davon ausgegangen sind, dass er als Oberschurke ausgedient hat und durch Malthur ersetzt wird. In dieser Szene soll klar werden, dass Wahnfried mehr auf dem Kasten hat, als ein bisschen den Fiesling zu spielen, weil sonst gerade keiner greifbar ist.
Was Malthur dann von den Socken haut, ist einerseits der Plan, den Dunklen Gott himself auf die Bühne zu befördern, vor allem aber das dies im völligen Bewusstsein um die Schritte geschieht, die dabei unternommen werden müssen: Jemand, der kleine Kinder (*schnüff*) opfert, weil er gewissenloser Geselle ist, hat irgendwo ein Ego-Problem (oder er tut es, weil er keine Wahl hat/zu haben scheint; siehe Malthur und der Dunkle Gott) - Wahnfried hingegen ist sich der Konsequenzen seiner Handlungen voll bewusst, weil er beide Seiten kennt.
Ich habe den Hintergrund unter anderem deshalb nicht reingebracht, weil es genau so verstanden werden könnte. Wahnfried hat vielleicht einen tragischen Hintergrund, aber der reicht nicht aus, seine Handlungen zu rechtfertigen.Zitat






