-
General
Wie Wahnfried zum Vampir wurde weiß ich selbst nicht, wahrscheinlich weiß er es selbst nicht mehr genau, da er schon ein paar hundert Jahre auf dem Buckel hatte, bevor die Spieler ihm die Rübe eindengeln durften. Es gibt ein paar Dinge die in UiD nicht angesprochen wurden, weil ich Wahnfrieds Charakter lieber etwas im Dunkeln lassen wollte.
Bis zu der Sache mit dem "weißen Fieber" lebte Wahnfried bekanntermaßen in Königsberg auf dem Düsterbrocken. Er hatte eine Gefährtin und sich mit seinem Vampir-Dasein arrangiert. Die beiden verhielten sich recht unauffällig und taten auch niemandem wirklich weh. So hätte es weiter gehen können, bis die Zeit gekommen wäre, die Stadt zu wechseln, um den Umstand zu vertuschen, dass die beiden nicht altern.
Dummerweise kam davor eine Horde dahergelaufener Blutsäufer an, und ließ in Königsberg so richtig die Sau raus. Wahnfried versuchte im Geheimen, den Kerlen das Handwerk zu legen, aber bevor er die Sache bereinigen konnte, kam es zu der im Spiel angesprochenen Vampirhatz, bei der die Tarnung Wahnfrieds aufflog. Seine Gefährtin fiel dem Mob zum Opfer, Wahnfried selbst jedoch gelang die Flucht und er wandte sich nach Osten, um den Mann zur Rechenschaft zu ziehen, der für die Aktion verantwortlich war: Good ole' Dengelbrack.
Nachdem er Dankwart abgesägt hatte (wobei es ihm wichtig war, das dieser ein ähnliches Schicksal erleiden musste, wie er selbst), ging er daran, seine Position zu festigen. Er wollte nie wieder in die gleiche Situation geraten, wie in Königsberg. Was folgte waren die Ergebnisse diese Strebens nach immer mehr Sicherheit (durch Macht) und der zunehmenden Abscheu gegenüber den Menschen, denen er kollektiv die Schuld für sein Schicksal gab.
Wie verträgt sich dieser Hintergrund, mit der angeblich so schwarzen Seele, die sogar Malthur aus der Fassung bringt?
Nach 20 Jahren Hass, Paranoia und Selbstmitleid ist von dem netten Vamp von nebenan leider nicht mehr viel übrig geblieben.
Und warum zum Geier wurde das nicht eingebaut?
Weil das Süpiel aus der Sicht Grandys und seiner Kumpels geschildert wird, die über keine dieser Informationen verfügen und Wahnfried nur nach seinen Handlungen bewerten. Woher sollten die Informationen auch kommen - und wenn sie die Geschichte erführen - was dann? Bloch konsultieren, damit er den Massenmörder therapiert?
Ich persönlich bevorzuge Schurken, deren Motivation im Dunkeln bleibt. Copollas Dracula-Verfilmung ist für mich z.B. der komplette Reinfall gewesen, weil er der Vorlage zwar über weite Strecken treu bleibt, seinen Antagonisten aber völlig verwässert und auf diese Weise der stärksten Szene des Romans - der "Vergewaltung" Minas - komplett die Wirkung nimmt.
In dem Zusammenhang möchte ich noch darauf hinweisen, dass Dankwart, Malthur und Wahnfried ähnliches durchleben mussten, und ihre Reaktion darauf zumindest im Ansatz die gleiche war: EIn Abkehr von ihrem bisherigen Leben.
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
-
Foren-Regeln