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Thema: Gargoyles - A New Dawn - DER ROLLENSPIELTHREAD

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  1. #1
    Die Sachsen , wie konnte er sie vergessen ...nein vergessen hatte er sie nicht und doch wurde es ihm im Chaos der Schlacht nicht gewahr das diese noch garnicht am Kampfgeschehen teilnahmen , bis jetzt." Bein Odin , ich alter Thor..... die Sachsen," der Alte hätte sich wohl an den Kopf geschlagen , wenn den die Zeit dafür gewessen wäre, " Arminius ..ihr überrascht mich , das ihr es geschafft habt die Sachsen solang zurück zu halten," respektvoll verneigte sich der Alte mit einem kurzen Nicken aus der Ferne zu Arminius rufend und in der gleichen Bewegung einen Römer den SChädel zu spalten , als dieser versuchte mit seinen Gladius Ahnenschattens Rede grob zu unterbrechen," Sagt Rabitz er soll versuchen die SChildkröten zu knacken , sonst beißen sich die Sachsen an ihnen die Zähne aus ..," knurrte der Alte als er einige Einheiten der Südländer sah die sich versuchten neu zu formieren.

  2. #2
    "Meinetwegen sofort", sagte der Blaue, richtete sich leicht auf, ließ sich nach hinten über die Brüstung fallen und stieß sich von der Steilwand ab, während er seine Schwingen ausbreitete. Von außen hatten sie ein finsteres Dunkelblau, die Innenseiten jedoch, auf die der Wind blies, hatten einen sanften Violettton.
    Der Blaue glitt in weite Ferne, hielt sich dabei aber merklich links und beschrieb so einen großen Bogen um die Burg und ihr umliegendes Gelände. Er bekam einen Schrecken, als plötzlich zwei Gargoyles zu seiner Linken erschienen, beruhigte sich aber sofort wieder, als er erkannte, dass es nur seine Freundinnen waren. Die Weiße flog neben ihm, während die Rote etwas abseits links von ihr flog, als wäre sie nicht mehr als eine neutrale Beobachterin.
    Als sie lange Zeit schwiegen - die Burg, die nun weit links von ihnen lag, verkleinerte sich merklich - sagte die Weiße plötzlich: "Meinst du, das wird funktionieren?"
    Nachdem der Blaue verstanden hatte, dass sie seinen Plan meinte, entgegnete er: "Nein. Aber es wird klappen."
    Er war sich selbst nicht ganz sicher, ob er das verstanden hatte, aber er war sich sicher, dass seine Freundin wusste, was er meinte.

  3. #3
    Der blaue Gargoylejunge und seine beiden Begleiterinnen brauchten eine knappe Viertelstunde, bis sie die Burg hinter sich gelassen hatten und fast eine weitere, bis sie die ersten Anzeichen der Schlacht in einiger Entfernung vor sich ausmachen konnten - die Schlacht tobte wild unter ihnen, und die Schlachtschreie der Krieger drangen auch aus dieser Höhe an ihre Ohren. Über dem Kampfgetümmel schossen die Gargoylekrieger wild umher, verteilten Prankenschläge, packten Römer und warfen sie durch die Luft.
    "Ach du meine Güte", flüsterte die Rote lauter, als sie wollte.
    "Also gut", rief der Blaue, drehte im Flug um und umrundete kurz seine Freundinnen, "ich will dann mal. Wenn ihr unseren tapferen Soldaten seht", - er meinte den Grünen - "dann sagt ihm, ich bin der Gargoyle, der die meisten Römer auf links gezogen hat!" Lachend zog er die Flügel ein und stürzte sich in die Schlacht.
    Kurz dachten die Weiße und die Grüne, ihr Freund wäre abgestürzt, aber als er kurz über dem Boden seine Schwingen wieder ausbreitete und wie eine Windböe über den Köpfen der Menschen hinwegschoss, wussten sie, dass er nur Spaß gemacht hatte. Dann mussten sie sich ja keine Sorgen mehr um ihn machen - zumindest nicht für die nächsten zwei Sekunden, denn soeben hatte sich der Blaue einen Römer rausgepickt, den er in einen Nahkampf verwickeln wollte.

  4. #4
    Das Unwetter über Los Angeles war untypisch für diese Jahreszeit und zudem schien es ein besonders heftiges zu werden. Dem Jungen, der durch die Seitenstraßen schlenderte, war vollkommen klar, dass er genau bei diesem Sturm unterwegs war. Alles andere wäre ein glücklicher Zufall gewesen, und wenn es um so etwas ging, war Glück nicht gerade seine Stärke.
    "Das hätte nicht sein gemusst...", meinte er resigniert, als sich eine Taube auf seinem Haarschopf niederließ und begann, an dem länglichen Ohr zu zupfen.
    "Verschwinde!", knurrte er den Vogel an und stülpte die Kapuze seines Pullovers über den Kopf. Trotz der Dunkelheit und dem Regen, der die Sicht noch weiter einschränkte, konnte der Junge die Straßen bei Nacht genau so gut erkennen wie bei Sonnenlicht. Und er hatte längst bemerkt, dass er verfolgt wurde. Zwei Gestalten, wie er sie schon oft gesehen hatte, in dunklen Anzügen und dem physischen Erscheinungsbild eines Wandschrankes, kämpften sich hinter ihm durch die Menge. Claudius, wie der Junge hieß, fand seinen Weg durch die Menschen, indem er die Kapuze ins Gesicht gezogen hielt und unauffällig blieb. Seine Verfolger erreichten das Gleiche, indem sie möglichst viel Aufmerksamkeit erregten und die Leute zur Seite weichen ließen. Auf kurz oder lang würden sie ihn eingeholt haben.
    "Ich hasse es...", meinte er noch einmal mit einem genervten Blick, dann hechtete Claudius in eine Seitengasse und rannte an einigen Obdachlosen vorbei. Das Grollen des Donners wurde immer ohrenbetäubender, als er sich in einer scheinbaren Sackgasse wiederfand. Die Männer kamen langsam näher und grinsten ihn schmierig an, im Regen hangen ihnen die Haare wie Blut von den Köpfen.
    Der Junge vertrieb dieses Bild und überwand so den Instinkt, seine Widersacher einfach mit einem lauten Grollen anzuspringen. Seine klauenbewehrten Hände umfassten ein Geländer und er schwang sich unter verwirrten Blicken eine etwa 6 Meter hohe Wand hinab. Die Verfolger des Jungens warfen sich nur fragende Blicke zu und machten kehrt, nachdem sie die kleinen Risse im Beton gesehen hatten, die ihr Ziel bei dem Sprung nach unten hinterlassen hatte.

    Claudius hielt erst wieder, als er das Ufer erreichte und einen Blick auf die Wolkenkratzer von Los Angeles hatte. Wie oft in letzter Zeit hatte er seltsame Träume, wie er sein Gesicht dort oben vom Wind streicheln ließ und dann hinabsprang - und jedes Mal wohl behütet unten ankam. Lächelnd ergriff er einen kleinen Würfelbeutel, der am Gürtel seiner langen Wollhose hing und wollte damit herumspielen, als ein Blitz den Nachthimmel erhellte. Die Würfel fielen zu Boden, und der Regen schlug weiter unabdinglich auf das Wasser.
    "Was zur Hölle...?"
    Claudius war sich sicher, einen Moment lang Gestalten auf der Brücke gesehen zu haben und sein Atem ging heftig. Er ließ sich ins Gras fallen und schüttelte den Kopf. Der Junge mit mit den Klauen wollte gar nicht wissen, ob es eine Halluzination gewesen war, denn alles andere wäre mit zahlreichen Problemen verbunden, die weit über seine Betrügerei und seinen gelinde ausgedrückt seltsamen Körper hinausgingen.
    Probleme waren etwas, das er nur zu gern anderen überließ.

    Geändert von La Cipolla (11.05.2006 um 06:17 Uhr)

  5. #5
    Was war das für eine Hexerei , der Alte begriff es nicht ....sah den Plan der Götter in diesen Spiel nicht , war es übehaupt ein Akt der Götter ?
    Sein Pferde scheute und schlug wild mit seinen Vorderhufen als die Blitze niedergingen, der Alte hatte es schwer sich auf den Rücken des Pferdes zu halten , " Bei Odin.....halte still du dummes Vieh!" Sich an den Zügeln festkrallend bekam er nicht viel mit von seiner Umgebung und merkte nur aus den Augenwinkel heraus das sich die Umgebung um ihn verdunkelte und verzehren begann. Gesichter verschwammen , Stimmen formten sich grotesken Lauten.

    Instinktiv ging sein Blick nach oben , seine Augen begannen zu leuchten als der Helle Strahl auf ihn zugerasst kam und ehe er sich gewahr wurde was geschah schlug der Blitz schon in sein Körper. Ein gehlender Schrei fuhr über das SChlachtfeld als sich der Alte mit samt sein Pferd unter der Energie des Blitzes auflöste und ins Nichts überging.

  6. #6
    Zielsicher schoss der Blaue auf den Römer zu, den er sich inmitten des Schlachtgetümmels herausgesucht hatte. Als plötzlich ein greller Blitz das Schlachtfeld erleuchtete, heller, als der Blaue es sich je hätte vorstellen können, riss er, ohne den Kurs von seinem Ziel abzuwenden, die Arme vors Gesicht. Der Römer schrie etwas unverständliches und fuchtelte etwas unbeholfen mit der Lanze, aber im entscheidenen Moment verfehlte er seinen Gegner, und der Blaue stieß mit dem Krieger zusammen.
    Der junge Gargoyle überschlug sich auf dem Boden, riss die Flügel zusammen und warf sich, vom Schwung mitgerissen, schnell hoch, um in die Hocke zu kommen und agieren zu können. Allerdings hatte der Zusammenstoß den Römer, den der Blaue eigentlich in einem wilden Kampf besiegen wollte, bewusstlos geschlagen. Er lag mit geschlossenen Augen auf dem Rücken, den Speer wie ein Kuscheltier an sich gepresst und sah beinahe lächerlich aus.
    Der Blaue warf die Schwingen um seinen Oberkörper und verhakte die spitzen, verwinkelten oberen Enden ineinander, um die Schwingen auf natürliche Art wie einen schützenden Mantel zu nutzen. Dann sprang er eher unbeholfen herum, um sich einen neuen Gegner zu suchen.
    Er musste nicht lange suchen - ein Römer tippte einen Gefährten an, der gerade einen Gegner besiegt hatte, und deutete auf den blauen Gargoyle. Gemeinsam griffen die beiden Römer ihn an.

  7. #7
    Es klopfte die Tür und eine kleine lilliputanische Gestallt mit kurzgeschnittenen und gepflegten Vollbart schob sein Kopf durch die Türspalte in den dunklen , nur vom Kaminfeuer beleuchteten Raum," Ihr habt nach mir schicken lassen , Sire ?"
    "Ja , Hedwig ," erklang eine Stimme eines in den Jahren gekommenen Mannes , welcher sichan einer Pfeife paffend in seinem Ohresessel vor dem Kamin gemütlich gemacht hatte," ...ich werde nochmal ausgehen, bringst du mir bitte mein Mantel , die Stiefel und mein Hut ?"
    "Ihr wollt bei diesem Wetter hinaus," fragend betratt der Lilliputaner den Raum und zog die schweren Vorhänge eines der großen Fenster zur Seite. Er blickte über den Fluss auf die Stadt, Los Angeles," seht euch diesen Sturm an , Sire ....er ist nicht von dieser Welt und da wollt ihr hinaus ..um diese Uhrzeit ?"
    Der ältere Herr paffte kurz an seine Pfeife, " ...Wir bekommen Gäste!"
    "Gäste , Sire," der Lilliputaner drehte sich fragend um ," soll ich die Gästezimmer vorbereiten?"
    "Nein , ich denk das wird nicht nötig sein," grinsend nahm er die Pfeife aus dem Mund und stellte sie in den Aschenbecher ab. " Wenn wir Gäste bekommen , dann müßen sie doch irgendwo schlafen ."
    " Sicher und darum sagst du den Angestellten, das sie aufs Dach steigen sollen und die Steinstauen von den Podesten stossen sollen," antwortete der Alte mit ruhiger Stimme.
    "Sire , aber ....welch ein Sinn soll dies haben. Ihr selber habt diese Figuren doch einst aus dem Stein gehauen und nun wollt ihr sie zerstören ," skeptisch blickte der Lilliputaner seinen Herrn an .
    "Du sagtest selber das unsere Gäste ein Platz zum schlafen brauchen, Hedwig!"
    Langsam schien dem Lilliputaner ein Licht aufzugehen ," Ihr meint....."
    De Alte nickte , " ja ..es ist soweit."
    " Oh Mann , Oh Mann ...ja Sire , ich werde alles nötige veranlassen ..oh mann oh mann ," wie ein kleines Kind eilte der Lilliputaner aufgeregt zur Tür.
    "Hedwig ?"
    " ...äh ja Sire ?"
    " Vergess mir nicht meine Sachen zubringen ....ich seh du hättest es nun sicher verbummelt," grinste der Alte seinen Diener an.
    "Eure Sachen ....jaja ..sicher , eure Sachen ..der Hut , die Stiefel und den Mantel. Ich werde sie euch sofort bringen , Sire," auf aufregung kaum klar denken können, bestätigte der Lilliputaner die Bitte des Alten , verbeugte sich und verlies den Raum.

    Geändert von Wohan (13.05.2006 um 16:44 Uhr)

  8. #8
    Der Alte , auch wenn er so alt noch nicht schien , vielleicht anfang mitte 50 stand etwas abseits des Getümmels. Sein Auto , ein alter schwarzer Benz hatte er an den Seitenstreifen gefahren und schlenderte nun , sein schwarzen ledernen Schlapphut vorm Regen schützend weit ins Gesicht gezogen und sein ebenfalls ledernen Kutschermantel bis zum Hals zugeknöpft auf die verirrten Seelen zu , die sich inmitten des Feierabendverkehres befanden und noch immer ihren längst vergangenen Kampf fochten.
    Er war nun kaum 3 meter vom Geschehen entfernt, wartend ...geduldig stellte sein Gehstock, mit dem silbernen Rabenkopf als Griff vor sich und blickte die Gargoleys mit einen versteckten grinsen an ," Ihr habt euch verspätet und ungebetene Gäste scheint ihr auch mitgebracht zuhaben," alles anderes als angetan davon das er Römer zu Gesicht bekam zog er an dem Rabenkopf seines Stockes und offenbarte das wahre innere dieser Gehhilfe , es war ein Stockdegen. Mit der gezogenen Klinge schritt er , trotz des wilden hupens der Autos durch den immer mehr stockenden Strassenverker, auf die Römer zu um sich jenen anzunehmen die es wagten noch zu leben. Es brauchte nicht viel Aufwand um die verwirrten Männer mit kurzen Hieben seiner Diamantenstahlklinge in die Knie zu zwingen.
    "Rabitz , pack deine Freunde zusammen und seh zu das ihr hier wegkommt ....ich hoffe ihr könnt fliegen. Auf der anderen Seite der Brücke ist ein großes Anwesen auf dem Hügel in den Bergen, dort seit ihr Sicher ....stellt keine Fragen , FLIEGT ," fast schon gelangweilt vom dahin metzeln des Feindes versuchte er Rabitz zu zusprechen , sicher wußte er wie verwirrend es für die Gargoleys sein musste und doch war keine Zeit für erkärungen. Die Gargoleys mussten weg, weg von der Strasse, weg von der Brücke und vorallem weg vom Verkehr ..weg von den Menschen. Sie konnten alles andere gebrauchen , nur niemanden der Fotos machte und damit an die Presse ging ....auch wenn es nun eh schon zuspät war, Zeugen gab es ja zugenüge und die toten Römer taten ihr übriges.
    " Warum HIER , Gottverdammt ......," knurrte der Alte als er einen der nun noch stehenden Römer die Klinge zwischen die Rippen bohrte und mit hilfe eines Trittes wieder herauszog.
    "Steht nicht so da wie Wassserspeier ....FLIEGT , macht euch von der Strasse weg , ihr närrischen Gargoleys !"

    Geändert von Wohan (13.05.2006 um 18:54 Uhr)

  9. #9
    [FONT="Century Gothic"]Die Schlacht vom Teutoburger Wald - Anno 804

    Mit verschränkten Armen stand der rabenähliche Gargoyle vor dem alten Mann, während all jene restlichen Gargoyles, die in kürze in die Schlacht ziehen würden, die letzten Vorkehrungen trafen. Die Alten, jene die nicht mehr dazu im Stande waren zu Kämpfen und ebenso die Jungen, welche noch nicht das Erwachsenenstadium erreicht hatten, zogen sich allmählich auf Rabitz’ Geheiß in die Burtkammern zurück. Einzig einige Späher auf den Zinnen würden die Nacht über außerhalb der Burg verbringen.

    „Wir werden sehen, alter Mann. Viel zu oft wurden Versprechungen durch eure Rasse gebrochen. Und die Sachsen sind wohl die letzten, denen ich mein Vertrauen schenke,“ der pechschwarze Gargoyle wandte sich von dem Alten ab und hob die Hände in die Luft – er hatte einige Details über den geplanten Verlauf verschwiegen, ebenso wie die Tatsache das der Stamm der Sachsen Seite an Seite mit den Gargoyles kämpfen würde. Man merkte die Spannung, die in der Luft lag, als ihr Alpha ihnen auch die letzten Details des Planes offenbarte. Jeder Gargoyle würde wachsam über seine Schulter schauen, so er einen Sachsen im Rücken haben würde…

    Währendessen tobte bereits die blutige Schlacht der Nordmänner ums Überleben. Die Zahl der Römer war sehr viel größer als angenommen – der geplante Hinterhalt bereits ob der schieren Anzahl des Feindes geplatzt, doch die Germanen hatten immer noch einen entscheidenden Vorteil auf ihrem Terrain. Arminius führte seine Mannen selbst in die Schlacht – mit einem lauten Kriegsschrei stürmte der Anführer dieses losen Stammesbundes den Abhang des Berges hinunter, sein aschblonder Bart mit Blut durchtränkt.
    „Treibt diese Bastarde zurück!,“ Thorwald hieb mit seiner Axt wie ein Berserker auf die herannahenden Feinde ein. Einer nach dem anderen ging röchelnd zu Boden, als seine gewaltige Schneide wie durch Butter durch die bronzenen Rüstungen der römischen Soldaten glitt. Olaf rammte sein Breitschwert in den Torso seines Feindes, der ihm sofort einen Blutschwall entgegenschickte: „Für Odin! Für meine gefallenen Brüder!“. Der Römer ließ ungläubig seinen Gladius fallen, als Olaf seinen Fuß auf die Schulter des knieenden Soldaten setzte, um in einem gewaltigen Ruck die blutbefleckte Klinge aus dem Körper seines Feindes zu befreien. Dem Römer blieb, ob der schieren Gewalt des Barbaren, die Luft weg als er röchelnd zu Boden sank. Dunkelheit umschloss ihn im nächsten Moment und sollte ihn nie wieder freigeben…

    Seite an Seite schlugen sich die Germanen nun durch die Reihen des Feindes. Überall hörte man das Stöhnen einzelner Männer, die um ihr Leben rangen. Abgeschlagene Körperteile und blutige Lachen bildeten sich rasch, als die Schlacht inzwischen im vollen Gange war. Und zu allem Überfluss konnte man nur schwer erkennen, ob man gerade gegen Freund oder Feind die Klinge erhob, so wolkenverhangen war der Himmel.
    „ARMINIUS, UNSERE LEUTE WERDEN AN DER WESTFRONT AUFGERIEBEN – WO BLEIBT DIE VERSTÄRKUNG,“ Olaf schrie mit voller Kraft über das gesamte Schlachtfeld, in der Hoffnung das ihn sein Häuptling hören würde und tatsächlich – selbst Arminius konnte das gewaltige Stimmorgan seines Gefährten nicht überhören, als seine Axt gerade den Kopf eines unglücklichen Römers spaltete. „Verdammt, wenn das so weitergeht, werden wir zwischen den Fronten aufgerieben – Ich hoffe du kommst nicht zu spät, mein Freund,“ doch Arminius hatte gar keine Gelegenheit, sich weitere Gedanken zu machen, denn schon im nächsten Moment sah er sich drei Gegnern gegenüber.„Na kommt nur, ich kann es kaum erwarten …“
    [/font]

    [FONT="Century Gothic"]Indes am Hort der Gargoyles:

    „Habukóz,“ Rabitz packte seinen Stellvertreter an der Schulter, eher aus einer freundschaftlichen Geste und nickte ihm zu, „du führst die zweite Gruppe, sammle deine Leute auf den Zinnen, wir brechen sofort auf.“ „Wird gemacht, doch wir müssen und beeilen, Bruder, die Menschen werden nicht mehr lange durchhalten können,“ der Falke spreizte seine Schwingen und bohrte die Klauen in den maroden Fels der Burg, als er nach und nach die Wand erklomm – und mit ihm gut 30 andere Gargoyles…

    Die Zeit war gekommen: Es war Krieg!


    [/FONT]

  10. #10
    Auf der Spitze eines der höchsten Türme der alten Burgruine hockten zwei weitere Gargoyles, die die Ankunft der Menschen interessiert beobachteten. Beide trugen nicht mehr als einen einfachen Lendenschurz, unterschieden sich jedoch in ihrem Aussehen. Der eine war an die ein Meter achtzig groß, hatte hellblaue Haut, violette Haare und dunkelblaue Schwingen. Mit großen Augen hockte er auf einer der wenigen intakten Zinnen des Turmes und beschaute sich das Treiben im Burghof.
    Der andere Gargoyle war korallengrün und überstieg den anderen um über einen Kopf. Er hatte einen kurzen Schnabel, ähnlich einem Raubvogel, und lehnte an einer anderen Zinne. Ein Lächeln lag auf seinem Mund, ihn schienen die Menschen mehr zu amüsieren als alles andere.
    "Oh, sieh nur", meinte der Blaue und deutete auf Rabitz, der gerade vor den Menschen gelandet war. "Da ist Rabitz. Ob er mit den Menschen sprechen will?"
    "Darauf kannst du an", entgegnete der Grüne, trat einen Schritt auf seinen Freund zu und spähte über die Brüstung. Das interessierte ihn jetzt nämlich doch. "Die Menschen werden ja irgendetwas von uns wollen, wenn sie schon hierher kommen."
    "Ob wieder unsere Hilfe vonnöten ist?" Der Blaue beugte sich noch weiter nach vorne. Hätte sein Freund ihn von hinten angestupst, wäre er vermutlich kopfüber vom Turm gefallen.
    "Bestimmt. Sie wollen ja doch nie was anderes, als unsere Unterstützung im Kampf." Der Grüne beugte sich ebenfalls etwas vor und drehte leicht den Kopf, in der Hoffnung, so etwas von dem Gespräch zu verstehen, das im Burghof geführt wurde. Aber so gut das Gehör eines Gargoyles auch war, sie waren zu hoch auf dem Turm.
    Während die Freunde da hockten und das Treffen beobachteten, merkten sie nicht, wie direkt hinter ihnen ein weiterer Gargoyle nahezu lautlos auf dem Turm landete, der sich von hinten an die beiden heranschlich und sie mit einem lauten "Was geht denn hier vor sich?" beinahe zu Tode erschreckte.
    Das Gargoyle-Mädchen, das hinzugekommen war, war rot, hatte schulterblattlange, schwarze Haare und glich dem Grünen in vielerlei Hinsicht, was verständlich war, da die beiden mehr waren als Bruthöhlengeschwister. Sie waren Zwillinge.
    "Da sind Menschen gekommen", meinte der Blaue und machte einen kleinen Satz nach links, um der Roten Platz zu machen, damit sie auch etwas sehen konnte. Er hatte bei vielen weiblichen Gargoyles Probleme, einen halbwegs verständlichen Satz über die Lippen zu bringen, weil er in der Beziehung sehr schüchtern war, aber bei der Zwillingsschwester seines grünen Freundes war das etwas anderes. Sie waren Kumpels.
    "Ah, Menschen", meinte die Rote und gesellte sich zu den beiden Beobachtern hinzu.

  11. #11
    "Och, die gehen ja schon wieder", meinte das rote Gargoyle-Mädchen, das die Besucher vom Turm aus beobachtet hatte, enttäuscht. Sie rümpfte beleidigt die Nase und wandte sich ab, während ihr grüner Zwillingsbruder und dessen blauer Freund weiterhin interessiert auf den Innenhof hinab sahen.
    "Rabitz verschwindet mit den Menschen", kommentierte der Grüne das Geschehen, und tatsächlich: Der schwarze Anführer des Klans, der seinem Namen dem Raben verdankte, erklomm die Zinnen des höchsten Turmes und machte Anstalten wegzufliegen.
    "Mann", sagte der Blaue in der Hocke und legte sein Gesicht in die Handflächen, während er seine Arme auf den Oberschenkeln abstützte, "und ich dachte, wir fliegen jetzt alle direkt mit und mischen ein paar Römer oder Banditen auf! Ich will kämpfen, die Angst in den Augen meiner Feinde sehen, sie in die Flucht schlagen …"
    Der Grüne ging hinter seinen Freund und zog ihm von hinten an den Schwingen. Er verlor den Halt und kippte nach hintenüber auf den steinigen Boden des Turms. "Wenn du nur halb so gut kämpfen könntest wie du schwätzt", feixte er grinsend, "könntest du das Römische Reich im Alleingang zu Fall bringen. Etwas weniger lesen, etwas mehr mitkämpfen, das würde dir gut tun, sehr gut sogar."
    "Lass ihn in Ruhe", maßregelte die Rote ihren Bruder, "wenigstens kann er lesen. Du könntest dir ruhig eine Scheibe von ihm abschneiden, liebstes Bruderherz."
    "Besser nicht", lachte der Grüne und schwang sich über die Zinnen in Richtung Innenhof. "Von ihm ist ja jetzt schon nicht genug da!" Zweifelsohne ein Witz über die geringe Körpergröße des Blauen. Verständlich, selbst die Rote überstieg ihn um einen guten Kopf, und das war ihm, dem Blauen, irgendwie unangenehm. Er wusste zwar, dass der Grüne es nicht so meinte, und dass das alles nur ein Spaß war, wie sie ihn Nacht für Nacht machten, aber mit der Zeit hatte er was dagegen.
    "Heda!" rief die Rote und tippte ihn mit dem Fuß an. "Willst du da auf dem Fußboden versteinern?"

  12. #12
    Als die Germanen die Burg betraten, befand sich eine junge Gargoyle unter den Schaulustigen. Wenn man denn bei ihrem Volk bei so einem Begriff überhaupt verwenden konnte, dachte sie insgeheim bei sich, als sie die Mienen ihrer Brüder und Schwestern betrachtete.
    Sie war dabei gewesen aus einigen Steinen kleine Figuren zu formen, die sie den Jünglingen zum spielen geben wollte. Ein, zwei Stück waren auch für die Menschenkinder gedacht, die ihr letztens Blumen hingelegt hatten, als sie versteinert gewesen war.
    Beunruhigt stand sie auf und trat heran, um zu sehen wer aus dem Dorf geschickt worden war.
    "Hamadar also. Das hätte ich mir auch denken können." tadelte sie sich leise. Sie suchte den Innenhof nach ihren Freunden ab, fand sie jedoch schließlich auf einem der Türme.
    Dann wandte sie ihre ganze Aufmerksamkeit jedoch wieder der Unterredung von Hamadar und Rabitz zu.
    Mit einem flauen Gefühl im Magen sah sie schließlich zu wie ihr Anführer den Menschen folgte. 'Werden wir wieder kämpfen müssen? Natürlich, was für eine dumme Frage. Es läuft doch immer auf Blutvergießen hinaus.'
    Nachdem sie zugesehen hatte wie Rabitz davon glitt, eilte sie zu ihrer kleinen Nische zurück, um die Figuren hinter einer losen Steinmauer zu verstecken. Darauf kletterte sie die Wand hoch und spreizte ihre Flügel, als sie ihre Krallen aus dem Stein löste.
    Kurz schloss sie die Augen und atmete einmal tief ein, bevor sie hoch zum Turm gleitete.
    Ihre rote Brutschwester war gerade dabei den kleinen blauen Gargoyle mit dem Fuß anzustupsen, als sie landete.
    "Na, was macht ihr beiden denn da wieder?" fragte sie, als sie ihre Flügel um sich legte.
    Bevor die beiden ihr jedoch eine Antwort darauf geben konnten, fuhr sie fort: "Rabitz hat befohlen das alle sich im Innenhof versammeln sollen."

  13. #13
    "Hallo!" meinte die Rote freudig, als sich ihre weiße Freundin zu ihnen auf den Turm gesellt hatte. Damit hatte sich die vierte im Quartett eingefunden. Die beiden Gargoyle-Mädchen sowie der Blaue und der Grüne waren die allerbesten Freunde und fast unzertrennlich.
    "Wigesdir?" fragte der Blaue vom Boden aus, der die Weiße gerade von unten und auf Kopf sah. Obwohl er und die Weiße Bruthöhlengeschwister waren, hatte er selbst bei ihr Probleme, einen vernünftigen Satz auf die Reihe zu kriegen. Das fand er seltsam, bei der Roten war das nicht so schwierig. Die Rote war halt ein echter Kumpel.
    "Er fragt, wie's dir geht", übersetzte die Rote lächelnd und ließ sich auf der Brüstung nieder. Dann fügte sie hinzu: "Glaube ich." Nachdem einen Moment lang keiner etwas gesagt hatte und der Blaue eh gerade damit zugange war, sich aufzurappeln, hing sie noch an: "Also alle im Hof treffen? Jetzt sofort? Ich find's immer wieder toll, wenn einem diese Menschen die ganze Nachtplanung durcheinander werfen. Also geht's mal wieder gegen die Römer, oder was?"
    "Ich hab' mal einen Römer verprügelt!" warf der Blaue ein, der mittlerweile wieder auf beiden Beinen stand.
    Die Weiße und die Rote sahen ihn einen Moment perplex an, dann fragte die Rote abwechselnd an ihre Freunde gewandt: "Wollen wir dann jetzt?"
    Der Blaue nickte, während er sich innerlich die Hand vor die Stirn schlug. Ich hab' mal einen Römer verprügelt! Wie konnte er nur in einer einzigen Nacht so viel Stuss reden?

  14. #14
    Sie konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen, als der Blaue sich mal wieder verhaspelte. Kurz beugte sie sich über ihn und winkte ihm zu, bevor sie sich zu ihrer Freundin auf die Brüstung gesellte.
    "Danke für die Übersetzung." meinte sie augenzwinkernd. Obwohl sie mittlerweile meist auch verstand was ihr Freund sagten wollte, wenn sie in der Nähe war, hatte es sich über die Jahre einfach so eingebürgert das die Rote oder ihr Zwillingsbruder für sie dolmetschten.
    Sie drehte ihren Oberkörper leicht zu Seite, damit sie zurück schauen konnte, während sie sagte: "Mir geht es gut, danke der Nachfrage."
    Schweigend beobachtete sie den Blauen dabei wie er sich aufrappelte. Es war schon komisch, obwohl sie sich bereits schon so lange kannten und eigentlich die besten Freunden waren, sprachen sie nie wirklich miteinander. Ihre ganze Kommunikation lief über die Zwillinge, was in Anbetracht seiner scheinbaren Sprachschwierigkeit nicht weiter verwunderlich war.
    Bevor sie jedoch weiter großartig den Gedanken nachhängen konnte, sprach die Rote.
    Sie nickte nur und blickten dann traurig runter in den Hof, wo sich schon die ersten versammelt hatten.
    'Wie viele werden diesesmal sterben? Und wer wird die Leidtragenden trösten, wenn sie um ihre Familie trauern?'
    "Ich hab' mal einen Römer verprügelt!" sagte der Blaue plötzlich und riss sie damit aus ihern Gedanken. Verwirrt sah sie zur Roten und wollte eigentlich noch etwas erwidern, doch da fragte ihre Freundin schon ob sie los wollten.
    Also nickte sie nur und breitete ihre Flügel aus um kurz darauf vom Dach zu springen und gen Innenhof zu gleiten.
    Unten erwartete sie bereits der Zwillingsbruder von der Roten. "Ich hab mich schon gewundert wo du bist." begrüßte sie ihn und lächelte.

  15. #15
    [FONT="Century Gothic"]Das Treffen mit Arminius

    Schnell würden die Viere feststellen, das sich der Innenhof allmählich zu füllen begann, jedoch trieben sich weiterhin eine Vielzahl der Gargoyles in und um den Burgfried herum.
    Rabitz würde ohne Zweifel noch länger fort bleiben und so schien für die meisten Gargoyles kein Grund zur Eile…

    Unterdessen scherte der Gargoyle in einem gewagten Tempo zur Seite aus. Er hatte Hamadar schon vor einiger Zeit überholt und nahm direkten Kurs auf das Dorf der Chauken.
    „Mh, mich durchdringt ein ungutes Gefühl bei der Sache,“ die Stimme des Raben klang nachdenklich, während er den Blick stets nach vorn gerichtet hielt.
    Ohne Zweifel würde es zu kämpferischen Auseinandersetzungen kommen. Mehrere Jahre waren der Klan der Gargoyles und der Stamm von Arminius in einer regelrechten Patt-Situation, denn egal wie oft sie die Südländer in die Flucht schlugen – sie kamen immer wieder, reicher an der Zahl und ruchloser den je. Rabitz kannte ihre Ziele – es waren dieselben wie vor vielen Jahren, damals …

    Die Mimik des Gargoyles verhärtete sich. Nicht das es etwas ausmachen würde, denn man konnte ohnehin kaum eine Gefühlsregung im Gesicht des Alpha erkennen. Zu groß war die Bürde und das Erbe, was er angetreten hatte. Vielleicht, ja vielleicht hätte er sich damals seinem Schicksal fügen sollen.

    „Unsinn, ich habe das richtige getan! Das einzig Richtige,“ Rabitz schüttelte die wirren Gedanken von sich und atmete tief durch. Er brauchte einen klaren Kopf für das Treffen mit Arminius, denn jede Fehlentscheidung würde bitterliche Konsequenzen haben, dessen war er sich voll und ganz bewusst.

    „Tut gut…,“ murmelte der Alpha, als er die kühle Luft unter seinen Schwingen spürte, um gleich darauf vom Himmel hinab zu stoßen wie ein Habicht, der sich gerade auf seine Beute stürzte. Rabitz spielte mit dem Wind, schlug mit seinen Schwingen heftiger um sich Auftrieb zu verschaffen und erblickte in der Ferne ein schwaches Licht. „Dort, die Siedlung der Menschen…“
    Rasch näherte sich das Wesen der Nacht seinem Bestimmungsort, zog abschätzend seine Bahn über dem Menschendorf und ging dann schließlich in den Sinkflug über.

    „Heda, schaut! Da kommt Rabitz!,“ Thorwald, ein junger und unbändiger Krieger der Chauken kam gerade aus dem Langhaus spaziert, in dem sich noch vor wenigen Stunden sämtliche Krieger des Stammes eingefunden hatten.
    Leicht wie eine Feder setzte der drahtige Gargoyle auf dem Boden auf und schlang seine Schwingen eng um seinen Körper, als Thorwald ihm schon entgegen kam.
    „Grüß dich, Freund,“ der Germane streckte ihm höchst erfreut die Hand entgegen um ihn in Empfang zu nehmen – ein Brauch der Menschen, wie Rabitz vor vielen Jahren herausgefunden hatte. Vorsichtig schlug er in die Hand des Menschen ein, um ihn nicht zu verletzten. „Sei gegrüßt, junger Thorwald. Mir wurde Kunde gebracht über einen erneuten Angriff.“ – „Ah, dann hat Hamadar dich also gefunden, ich hatte mir schon ernsthafte Sorgen gemacht, aber dies ist nicht der richtige Ort. Komm, Arminius erwartet dich bereits…“
    [/font]

  16. #16
    Der Blaue sprang auf die Brüstung, warf sich mit einem Satz über die Brüstung und glitt seinen Freundinnen hinterher in Richtung Burghof, wo sich die meisten Erwachsenen versammelt hatten, viele von ihnen große Krieger. Das fand der Blaue toll. Seit er geschlüpft war, wollte er nichts anderes, als auch ein tapferer Krieger zu werden, ein mutiger Kämpfer, ein gefürchteter Feind.
    Und bald würde es soweit sein! Es war nun achtunddreißig Jahre her, dass er geschlüpft war, nach der Art der Gargoyles dauerte es noch zwei Menschenjahre, bis er das Mannesalter erreicht hatte und ein vollwertiger Gargoyle war. "Ein ganzer Kerl, von den Hörnern bis zur Schwanzspitze", sagte der Grüne immer.
    Als hätten seine Gedanken ihn gerufen, kam der Grüne ihnen im Burghof entgegen. Sofort sprach die Weiße ihn an, und er entgegnete etwas, dass er, der Blaue, nicht verstand, weil er zu weit weg stand. Es musste etwas Saukomisches gewesen sein, denn zumindest die Rote machte einen Gesichtsausdruck, als müsse sie sich unter größten Mühen ein schallendes Lachen verkneifen.
    Als sich der Blaue mit fragendem Blick näherte, waren die Nachwirkungen des bestimmten sehr lustigen Witzes seines Freundes schon verebbt, denn alle drei waren still, als er sich zu ihnen gesellte. Ob er es auch hinbekam, einen tollen Spruch zu machen? Ganz bestimmt. Ja, das machte er jetzt.
    "Also echt, wenn ich …"
    "Würden bitte alle mal herhören?"
    Weiter kam er nicht. Das war vielleicht auch gut so, denn er hätte eh nicht gewusst, was er als nächstes hätte sagen sollen, also schluckte er seinen Witz herunter, der bestimmt eh sehr schlecht geworden wäre. Niemand hätte gelacht, darauf verwettete er seinen Schweif. Ein großer, grüner Gargoyle hatte das Wort ergriffen. Er überragte selbst die größten unter seinen Brüdern, und das nicht nur körperlich. Schon seine Ausstrahlung schien von hoch oben zu kommen.
    "Ob mir jetzt bitte mal alle zuhören könnten!" rief der grüne Riese mit einem unglaublichen Sprachorgan, und augenblicklich waren alle still. "In Abwesenheit von Rabitz und Habukóz wollte ich nur eben melden, dass keinerlei Eile besteht, in keinster Weise. Und um eure Fragen zu beantworten: Ja, vermutlich brauchen uns die Menschen abermals für einen Kampf, aber auch das dauert noch. Ihr seid alle angehalten, weiterzuleben wie einher."
    Jeder wusste sofort, dass der Hüne nicht mehr sagen würde, denn das was er sagte, reichte vollkommen aus, um ein Raunen durch die Menge gehen zu lassen und für viel Gesprächsstoff zu sorgen.

  17. #17
    Mit zusammen gekniffenen Augen und verschränkten Armen hatte sie die kurze und knappe Rede des hühnenhaften Gargoyles verfolgt.
    Sie drehte sich in einer flüssigen Bewegung zu ihren Freunden um und fragte: "Dafür war jetzt die ganze Aufregung? So wie sich das bei Hamadar und Rabitz anhörte, dachte ich es wäre etwas weit ernsteres. Bei ihm hört sich das lediglich wie ein übliches Scharmützel mit den Römern an."
    Sie zuckte mit den Schultern. "Nun, mir soll es recht sein. Je weniger wir kämpfen müssen, umso besser." Leicht grinsend verschränkte sie die Arme hinter ihrem Kopf und sah ihre Freunde herausfordernd an: "Da wir ja angehalten sind, weiterzuleben wie einher könnten wir mit unserem normalen Nachtablauf weiter machen."
    In dem Moment spürte sie, wie jemand sie am Saum ihres Kleides zupfte. Überrascht sah sie nach unten und entdeckte ein kleines, rothäutiges Gargoylemädchen das mit großen Augen zu ihr hoch sah.
    "Na, was machst du denn schon wieder außerhalb des Horts?" fragte die Weiße und nahm das Mädchen auf den Arm. "Einer der Gargwelpen ist weg." antwortete diese nach einigem Zögern leise.
    "So, so. Du passt aber nicht sonderlich gut auf deine kleinen Zöglinge auf, oder? Das ist schon der dritte Abend an dem einer von ihnen verschwunden ist." sagte die Rote und zog dem Gargoylemädchen spielerisch an einem Ohr.
    "Da muss die Gargmama aber noch einiges lernen." fügte die Weiße hinzu und kitzelte den Bauch der kleinen Roten, bis diese lachen musste.
    "Nun, dann wissen wir ja was wir heute Nacht noch schönes machen können."

  18. #18
    Der Blaue, der das ganze im Stillschweigen beobachtet hatte, wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Zuerst hieß es, dass sie die Römer vertreiben sollten, und jetzt waren sie Hundefänger. Sicher, er freute sich, dass sie weiterhin friedlich leben konnten und er Zeit mit seinen Brüdern und Schwestern verbringen durfte, aber auf diese Weise würde er es ja nie schaffen, sich vor den Älteren zu beweisen.
    "Wo hast du sie verloren, Schätzchen?" fragte die Rote das kleine Mädchen.
    "Und wer ist’s heute Abend überhaupt? Dieser grüne Wadenbeißer?" warf der Grüne ein.
    "Hey, er hat einen Namen! Spike heißt er, jawohl!" protestierte das Mädchen. "Aber ja, der ist es. Wir haben unten an den Toren gespielt, an den Ställen. Dann war Spike auf einmal weg, keine Ahnung, wie und wohin. Das Tor war jedenfalls die ganze Zeit zu."
    "Es sei denn", sagte der Blaue, "er ist hindurchgehuscht, als die Menschen gekommen oder gegangen sind." Er klopfte sich innerlich auf die Schulter für diese tolle, überhaupt nicht peinliche Schlussfolgerung.
    "Dann teilen wir uns auf, schlage ich vor", meinte die Rote. "Du, Schätzchen, gehst jetzt erstmal wieder in die Bruthöhle und siehst zu, dass du wenigstens die anderen beiden Welpen bei dir halten kannst. Wir suchen dann Spike."
    Das Mädchen nickte und lief weg, in Richtung Bruthöhle.
    "Du hast so eine wunderbare Art, mit Kindern umzugehen, Schwesterherz", sagte der Grüne. Es war schwer zu sagen, ob er das ernst meinte.

  19. #19
    "Nun, besser als du ist sie auf alle Fälle." meinte die Weiße und kniff ihm in die Wange. "Vor dir rennen ja alle Kinder weg. Seien es nun die von Menschen oder oder die von Gargoyles."
    Der Grüne rieb sie die Wange und wollte zu einer Gegenantwort ansetzen, doch seine Schwester unterbrach ihn schnell. "Also, wir sollten uns wie gesagt aufteilen. Wer übernimmt denn was?"
    "Wir müssen auf jeden Fall den Stall absuchen, dann die Umgebung in der Nähe vom Tor. Einmal außerhalb und dann noch innerhalb der Burg." sagte ihre Freundin während sie Ort einen Finger abtickte. "Und wenn wir damit fertig sind und nichts gefunden haben, sollten wir uns hier wieder versammeln." beendete der Grüne den Plan.
    "Gut, dann zurück zu unserer Anfangsfrage. Wer übernimmt denn was?" fragte die Weiße in die Runde.
    "Ich übernehme die Außenseite." rief der Grüne und war mit einem Winken verschwunden. "Dann ich die Innenseite." folgte prompt die Antwort der Roten.
    Verwundert sah die Weiße ihren Freunden nach. 'Warum haben die es denn auf einmal so eilig?' Schließlich drehte sie sich zum Blauen um und meinte: "Tja, dann übernehmen wir beide dann mal die Ställe."

  20. #20
    "Ja", antwortete der Blaue ihr. "Dann machen wir das mal." Pause. "Ja. Dann … ja."
    Die beiden gingen in Richtung der Ställe. Das heißt, die Weiße ging voraus. Der Blaue schlurfte ihr hinterher. Niemand nahm Notiz von den beiden, alles auf der Burg war wieder so wie vorher, als wären die Menschen niemals angekommen und Rabitz niemals mit ihnen abgereist. Ein paar Kinder tollten auf einer großen, rot behaarten Bestie herum, die laut schnaufend auf einem Heuhaufen neben einem umgekippten Karren lag. Dass die Kinder dem wolfsähnlichen Wesen gelegentlich über die Schultern krabbelten und ihm dann und wann ins Ohr kniffen, schien ihm nicht viel auszumachen, im Gegenteil. Es schien ihm zu gefallen.
    In der Nähe des Tors standen zwei ältere Gargoyles, die sich über irgendetwas angeregt unterhielten. Der Blaue konnte Gesprächsfetzen von Menschen und ihren Kampftaktiken aufschnappen, die laut Aussage des einen Gargoyles, einem bärbeißigen alten Veteranen mit schlohweißem Haar und einem Gesichtsausdruck wie ein Schaf, "vollkommen grenzdebil sind und darüber hinaus generalüberholt gehören. Einen solchen Schachzug, wie ihn Hamadar und seine Mannen planen, durchschaut doch sogar ein Blinder."
    Auf der Brüstung über dem Tor erkannte der Blaue zwei Liebende. Verlegen wandte er den Blick ab und lenkte sich gedanklich ab, indem er irgendeine Melodie summte, von der er nicht wusste, woher er sie kannte. Tell her to make me a cambric shirt, Parsley, sage, rosemary and thyme, sang er den Text in Gedanken mit. War das nicht irgendein Volkslied aus dem Norden?
    In seinen Gedanken wäre der Blaue beinahe in die Weiße rein gerannt, die bereits vor den Ställen stand, sich zu ihm umgedreht hatte und ihn mit erwartungsvollem Blick ansah.
    "Was ist? Hier scheint er nicht zu sein", sagte der Blaue und sah sich zu allen Seiten um. "Drinnen vielleicht?"

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