Generell ist eine Kategorisierung schwierig.

Gerade solche allgemeinen Oberbegriffe wie Fantasy oder Sci-Fi beinhalten zuviel, als daß eine Kategorisierung mit ihnen Sinn macht.
Dennoch ist die Idee gut, die verschiedenen Settings in denen ein Spiel spielen kann, ein wenig zu durchleuchten was die Möglichkeiten angeht.

Hierbei beschränke ich mich explizit nur auf eine grobe Kategorisierung des Settings. Das bedeutet das generelle Ambiente der Spielwelt, wovon technologischer eventuelle Ideologien und Gesellschaftsstrukturen abhängen.

Medieval Fantasy / Mittelalterliche Fantasy
Oft wird diese Kategorie nur mit "Fantasy" benannt, oder auch klassischer Fantasy. Maßgeblich geprägt ist der Inhalt dieses Settings durch "Herr der Ringe". Zumeist auf einer eigenen fiktiven Welt angesiedelt, spiegelt die Welt in manchen Teilen unser Hochmittelalter wieder. Der technologische Stand ist vergleichbar niedrig (kein Schwarzpulver, keine Elektrizität). Typische Gesellschaftsform ist eine Kombination aus freien Städten und Monarchie. Selten wird das Feudalsystem, das im echten Mittelalter vorherrschte genommen. Die Hygiene ist meist etwas besser als im echten Mittelalter, Kläranlagen, nach römischem Vorbild, gehören ebenso zur typischen Fantasy-stadt wie einigermaßen gebildete Ärzte.
Der fantastische Teil des Namens wird vor allem dadurch deutlich, daß Magie, Sagengestalten und andere nicht-reale Kreaturen Teil dieser Welt sind.

Typische Storyelemente:
- Junger Protagonist mit unbekannter Vergangenheit, oder einer abgeschlossenen Vergangenheit (Tod der Eltern)
- Meist epische Geschichten, bei denen es am Ende um das Wohl der ganzen Welt geht
- Protagonist ist am Ende meist in einer gesellschaftlich besseren Position als am Anfang (König, Heiliger, lebende Legende etc..)

Vor- und Nachteile als Makerspiel:
Der größte Vorteil ist hier wohl die Menge an verfügbaren Ressourcen, die in dieses Setting passen. Ebenso ist ein ziemlich beliebtes Setting, was auch in Film und Fernsehn durch den Erfolg der "Herr der Ringe"-Filme zumindest etwas wie einen kleinen Aufschung erlebte. Demzufolge gibt es für dieses Setting eine großzahl an Fans.
Nachteile sind nicht unbedingt so offensichtlich wie die Vorteile. Tatsache ist, daß man im Bereich der Story selten von den klassischen Pfaden abweicht. Gerade dadurch, daß dieses Setting so beliebt ist und die Story in ihrem Grundkonzept meist gleich oder ähnlich bleibt, kommt bei vielen das Gefühl auf, daß sie nichts wirklich neues spielen, das sich alle Fantasyspiele irgendwie sehr stark ähneln.
Eine Mischung von Mittelalterlicher Fantasy als Setting und Fantasy-untypischer Story gibt es so gut wie gar nicht. Vermutlich ist die Verbindung von Setting und Storytyp in diesem Fall so stark, daß andere Mischungen auf die Leute seltsam wirken.

Postapokalypse
Dieses Setting basiert oft auf unserer Welt und ist angesiedelt nach einer Katastrophe, die das Anlitz der Welt total verändert hat. Oft muss ein nuklearer Krieg oder ein Metoriteneinschlag als Ursache für die Veränderung herhalten, aber auch andere Möglichkeiten sind denkbar.
Der technologische Stand ist ein Mix aus Mittelalterlicher bis Preindustrialisierung Technologie und postindustrieller bis eventuell High-Tech Technologie. Die Menschen leben zumeist versprengelt in kleinen Gruppen/Dörfern und wenigen etwas größeren Städten. Der Raum zwischen den Besiedelungen ist öde trostlose Wüste, die gestrotzt ist mit allerlei gefährlichem Getier.

Vor- und Nachteile als Makerspiel:
Ich bin ehrlich gesagt erstaunt wie wenig dieses Setting in Makerspielen verwendet wurde. Resourcentechnisch kann ein Mix aus Mittelalterwüsten-Sets und Moderne/High-Tech verwendet werden. Das Setting bietet problemlos konsistente Hintergründe für die Horden an Monstern, die ein RPG typischerweise beinhaltet.
Vielleicht liegt es daran, daß es hier kaum typische Storymuster gibt, an denen man sich entlang hangeln kann. Oder aber Endzeitsettings sind nicht so beliebt bei den Machern.