Scarecrow: Ich finde den Text sehr gelungen. Vor allem der zweite Teil, nach der Inschrift, berührt.
Zitat Zitat von La Cipolla
Ich denke mal, man kann das nicht verallgemeinern. Und die Tatsache, dass alle immer überall einen Sinn suchen, kommt doch nur daher, dass beinahe alle Schreiber krampfhaft einen Sinn in ihre Werke packen wollen.
Das liegt tiefer, es kann keine Texte ohne Sinn geben, nicht, solange sie von Menschen verfasst werden. Der Mensch ist in seinen Grundzügen nach dem Sinn hinter den Dingen orientiert, dies lässt sich nicht ablegen. Ob er nun schreibt oder liest, konstruiert sich hinter dem Text immer ein Sinn.
Natürlich winkt der Sinn nicht immer wie bei Brecht oder so mit dem Zaunpfahl, das kann auch ganz subtil sein. Es macht gerade die Faszination von einem Autor wie Hemingway aus, dass sich der Sinn kaum ausdrücken, bloss erfühlen lässt.
Zitat Zitat von es
naja, warum sollte man sich auch von der geistigen leere eines autors beeinflussen lassen? ist doch viel toller wenn man darin etwas findet, waseinem etwas sagt, auch wenn derautor sich gar nichts dabei gedacht hat...ALLES ist interpretationssache...
Natürlich gebe ich dir insofern recht, dass jeder Leser dem Text bis zu einem gewissen Grad einen eigenen Sinn gibt und geben sollte, aber damit kann ich mich nicht zufrieden geben. Meiner Meinung nach sollte man sich bemühen, zu verstehen, was der tatsächlich beabsichtigte Sinn eines Textes ist; denn der Autor schreibt ja nicht nur für sich selbst, sondern versucht auch, dir als Leser etwas zu vermitteln. Sich darauf nicht einzulassen, hiesse, um sich selbst zu kreisen.
Dieses Vorgehen hat natürlich die Schattenseite, dass mir ein Text keine Ruhe lässt, bevor ich mir sicher bin, den tatsächlichen Sinn verstanden zu haben. Irgendwie entreisst man ihm so auch die Seele.