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Drachentöter
22
Nell öffnete ihre Augen. Ihre Kleidung klatschnass vom kalten Schweiß. Sie blickte um sich und erkannte ihre Umgebung zwar als Teil des Traktes, in dem sie sich schon seit geraumer Zeit befand an, hatte aber keine Ahnung wo sie sich tatsächlich befand. Nach einigem Wundern stand sie schließlich auf und bewegte sich in Richtung Tür.
Ihre Hand drückte die Klinke herunter, doch sie öffnete sich nicht. Vincent hatte sie verschlossen. Sie war eingesperrt in einem fremden Zimmer und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung wer sie hierher gebracht hatte und was von ihr wollte.
Ihr erster Gedanke war, dass es nicht jemand von den Menschen sein konnte, die sie in diese Zelle gesteckt hatten, dann hätte er sie dort wieder hingebracht oder in eine andere Zelle.
Der Gedanke beruhigte ihre Nerven und ließ sie Hoffnung schöpfen. Wenigstens ein kleines bisschen. Vielleicht würde sie doch noch hier herauskommen, und zu ihrer Familie zurückehren..... Nell fiel zu Boden und schluchzte, sie hatte keine Familie mehr. Sie war nun ganz alleine. Was sollte sie nur tun? Was hatte sie denn schon? Einen Matrazauber... sie tastete in ihrer Tasche und fand die gelbe Kugel. Die Inschrift war noch da. Dicke Tränen kullerten auf die Substanz. Nell fasste wieder Mut, ihre Eltern würden nicht wollen, dass sie hier so sitzt. Sie stand auf, setzte sich in den Stuhl vor dem Schreibtisch und dachte nach. Sofort sprang sie wieder auf und rannte auf die andere Seite des Büromöbels. Ruckartig öffnete sie eine Schublade und durchwühlte deren Inhalt. Es waren eine Menge leerer Blätter Papier.....eine kleine Kiste mit Metallpolitur......ein Foto! Es war eine hübsche junge Frau. Nell drehte das Foto um und las „Wieso ziehst du den Verrückten dem Unterwürfigen vor?“. Für Nell ergab es keinen Sinn, sie steckte es aber trotzdem ein. Nächste Schublade: Papier, Papier, Papier... . So hatte sie nun schon die eine Seite des Tisches durchwühlt und ging nun auf die andere Seite. In der ersten Schublade lagen erstaunlicherweise nur 3 dünne Ordner. Nell nahm einen schwarzen heraus und öffnete ihn. Auf der ersten Seite stand geschrieben: „Projekt M“. Ansonsten war sie leer. Die nächste war bis auf die Überschrift „Ingenium O“ auch vollkommen leer. Erst die nächste Seite war mehr beschrieben. Ein Foto von einem jungen Mann mit kurzem blonden Haar und muskulösem Körperbau war ganz oben eingeklebt.
Name: Brodi Seclude
Alter: Unbekannt
Geschlecht: Männlich
Herkunft: Midgar
Sicherheit: 100%
Kontakt: Anonym (sesshaft in Midgar, „enge“ Beziehung zu Ingenium O, letzter Kontakt bevor Ingenium O Midgar verließ, dannach keine Informationen mehr von Anonym)
Der Rest war nur noch irgendwelches Fachgesimpeltes, das Nell nicht verstand sie blätterte weiter. Die restlichen Seiten trugen alle die Aufschrift: „Beschreibung des Versuchs“.
Sie schloss den Ordner und widmete sich dem nächsten. Er war rot. Die erste Seite war gleich derer des schwarzen Ordners gestaltet. Auf den ersten Blick würde man sagen, dass es auf die zweite Seite auch zutreffen würde, es stand allerdings nicht Ingenium O sondern Ingenium P.
Der Steckbrief zeigte zu Nells Überraschung ein Foto von einem Chocobo.
Name: Boco
Alter: Unbekannt
Geschlecht: Männlich
Sicherheit: 100%
Kontakt: Rondo Triben (sesshaft um Mideel, „sehr enge“ Beziehung zu Ingenium P, letzter Kontakt bevor Rondo Triben seinen Körper der Wissenschaft überließ, Gehalt ist zu streichen)
Der Rest glich dem anderen Ordner. Schließlich nahm sie sich den letzten Ordner. „Ingenium S“, las sie auf der zweiten Seite. Was sie dannach sah ließ sie aufschreien. Ein kleines Mädchen lächlete auf dem Foto.
Name: Nell Severin
Alter: 12
Geschlecht: Weiblich
Sicherheit: 100%
Kontakt: Rosa Severin (Verwandt mit Ingenium S, verstorben, Gehalt streichen)
Eine Träne fiel auf die Zeile „Name:“ und verschmierte die mit Tinte geschriebene Schrift. Nell schluchzte und bemerkte sofort, dass sie einen schwerwiegenden Fehler begangen hatte. Sie durfte doch nicht schreien! Schnell packte sie die Akten zurück in die Schublade, entschloss sich dann aber doch sie mitzunehmen und steckte sie unter ihr Hemd. Sie kroch unter das Bett und wartete auf ihr Schicksal. Nach einiger Zeit kroch sie wieder vor und lehnte den Kopf gegen die Tür um vielleicht etwas zu hören... sie hörte nichts. Bemerkte aber schnell das Wippen des Fußbodens. Doch sie hörte nichts. Es mussten ein Dutzend Menschen sein, die da an ihrer Tür vorbeigingen. Doch sie hörte nichts. Sie stand auf und blickte auf die Tür. Es war ein Schild daran befestigt „Schalldicht“. Nell sank vor Erleichterung zu Boden und holte erneut die Akte heraus.
Was ist ein Ingenium, was haben die Buchstaben zu bedeuten? Und wer waren die anderen beiden?
Die zuvor geschöpfte Hoffnung verschwand leise und langsam im Dunkeln des Ungewissen.
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