Die Hyäne hatte nun das Atrium betreten. Er trug seinen Namen wohl zurecht, er war sehr knochig und dürr, sein Kopf gesenkt un den Rücken durchgebeugt. Sein Gesicht, welches unter einem Hut versteckt war, ließ List und Tücke erahnen. Er schlich langsam auf Vilmer und Rolyle zu. "Was liegt an?", hauchte er mit kratziger Raucherstimme.
"Wir werden uns einen Gast etwas genauer ansehen!", antwortete Vilmer knapp. "Zimmer 608, es muss schnell gehen!"
Das Grinsen im Gesicht der Hyäne ließ bemerken, dass sein Jagdinstinkt geweckt war. 'Hoffentlich geht das gut mit dem Kerl.', dachte Vilmer und bedeutete den noch immer Notizen machenden Rolyle, ihm zu folgen. Bereits der Gang vom Zimmertrakt 1 hatte längst nicht mehr die edle Ästhetik der Eingangshalle und je höher die Zimmernummern waren, desto schäbiger wurden die Zimmer hinter der edlen Fassade. In Zimmertrakt 6 schließlich konnte man förmlich den Asbesth an den Wänden riechen. Der Teppichboden war cremig und die Tapete der Wand mit Kaffeeflecken besudelt. Kal Vilmer hätte sich nicht gewundert, wenn hinter der nächsten Ecke ein Lustmädchen mit Zigarette im Mund gestanden wäre um auf Kundschaft zu warten.
"Hier, Zimmer 608. Kannst du mit sowas umgehen?", fragte Vilmer und deutete auf das Schloss an der Zimmertüre. Die Hyäne zeigte fies ihre Zähne, bevor sie einen Schlüsselbund mit metallenen und grotesk verbogenen Karten zog und diese zwischen Schloss und Rahmen schob. Nach kurzer Zeit war ein kurzes Bersten zu hören, der Riegel musste gebrochen sein. Einen weiteren Schub später schwang die Türe mit einem leichten klicken auf. Eilig liefen die drei in das Zimmer und nahmen es unter die Lupe...