Ergebnis 1 bis 20 von 32

Thema: Innovation - Allheilmittel oder Selbstzweck?

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Zitat Zitat
    Und ich finde es eigentlich schon ein wenig schade, dass hier imo viel zu viel versucht wird, die Strategien der kommerziellen Branche zu imitieren anstatt mit einer neuen Idee vielleicht auch einmal etwas zu riskieren. Und Spiele wie "Chemical Crisis" finde ich eigentlich schon innovativ, da das Szenario und die Idee dieses Spielprinzip auf dem Maker umzusetzen neu sind.
    Es lohnt sich, so ein Risiko einzugehen, wenn man von so einer Idee überzeugt ist. Aber wenn jemand so eine Idee hätte - die obendrein auch spielbar ist - dann würde es doch auch schon solche Spiele geben, oder nicht? Als Makerspiel alleine gesehen ist Chemical Crisis etwas neues, das stimmt, aber so was ist dann mMn eben nur eine Innvation im Detail, da man das schon mit der Allgemeinheit der Spiele vergleichen muss, ähnlich wie Hobbywerke im Film- oder Literaturbereich ( man muss deswegen aber nicht die gleichen Ansprüche daran haben ).

    Chemical Crisis ist aber auch in der Hinsicht eine Ausnahme, da es sich um ein völlig anderes Genre ( im weitesten Sinne ein Denk- und Knobelspiel ) handelt; also keines der sonst auf dem Maker üblichen Genres. Deswegen wirkt es natürlich innovativer als die vielen Vorstellungen von RPG's.

    Nehmen wir mal an, Person X mag besonders gerne RPG's. Person X möchte dann eben ein Spiel entwickeln, dass an die eigenen Lieblingsspiele angelehnt ist, ob nun VD, FF oder welches auch immer. So jemand wird ja nicht einfach sagen: "Ach, pfeif ich auf meine Ideale, mach ich mal nen ganz anderes Spiel der Innovativität wegen". Deswegen kann es dann allerhöchstens Innovativität im bevorzugtem Genre geben.

    Zitat Zitat
    Btw, warum wird hier eigentlich so oft Tecnik mit ck gschrieben? Ist das irgendwie neue Rechtschreibung oder so? o_O
    Nein, auch dort wird das nur mit k geschrieben. ^^

  2. #2
    Zitat Zitat von Kelven
    Es lohnt sich, so ein Risiko einzugehen, wenn man von so einer Idee überzeugt ist. Aber wenn jemand so eine Idee hätte - die obendrein auch spielbar ist - dann würde es doch auch schon solche Spiele geben, oder nicht? Als Makerspiel alleine gesehen ist Chemical Crisis etwas neues, das stimmt, aber so was ist dann mMn eben nur eine Innvation im Detail, da man das schon mit der Allgemeinheit der Spiele vergleichen muss, ähnlich wie Hobbywerke im Film- oder Literaturbereich ( man muss deswegen aber nicht die gleichen Ansprüche daran haben ).
    Also imo muss man die verschiedenen Bereiche schon bis zu einem gewissen Grad getrennt betrachten, da verschiedene Medien auch unterschiedliche Möglichkeiten haben. Ein Schachspiel auf dem Maker wäre zum Beispiel nun wirklich eine technische Innovation - aber natürlich ist die Idee nicht neu, Schach als Computerspiel umzusetzen.

    Zitat Zitat von Kelven
    Chemical Crisis ist aber auch in der Hinsicht eine Ausnahme, da es sich um ein völlig anderes Genre ( im weitesten Sinne ein Denk- und Knobelspiel ) handelt; also keines der sonst auf dem Maker üblichen Genres. Deswegen wirkt es natürlich innovativer als die vielen Vorstellungen von RPG's.
    Es ist mit Sicherheit auch möglich innovative RPGs zu machen, alleine schon dadurch, dass man bestimmte "Regeln" umgeht. Es ist doch so, dass man leicht 10 Vorgaben finden könnte, von denen viele Spiele hier die meisten übernommen haben. Da könnte man zum Beispiel bestimmte Personengruppen nennen (den Abenteurer, den Mysteriösen, den Nervigen Quirligen, die Heilerin, die emanzipierte Powerfrau). Bestimmte Örtlichkeiten (das fröhliche Dorf, die dunkle Burg, der Wald voller Monster). Technische Aspekte. Und so weiter. In irgendwelchen dieser kleinen Details sind sich die Spiele immer unterschiedlich (zB mal außergewöhliche Helden), das ich für mich Innovation im Detail. Weitreichende Innovation wäre ein Spiel das sich von diesen Vorgaben loslöst, oder etwas kreativer damit spielt. Man kann mit Klischees schließlich auch wunderbar spielen und etwas Neues schaffen (siehe Klischee-Thread).

    Zitat Zitat von Kelven
    Nehmen wir mal an, Person X mag besonders gerne RPG's. Person X möchte dann eben ein Spiel entwickeln, dass an die eigenen Lieblingsspiele angelehnt ist, ob nun VD, FF oder welches auch immer. So jemand wird ja nicht einfach sagen: "Ach, pfeif ich auf meine Ideale, mach ich mal nen ganz anderes Spiel der Innovativität wegen". Deswegen kann es dann allerhöchstens Innovativität im bevorzugtem Genre geben.
    Trotzem glaub ich dass das bei vielen nicht der Fall ist. Die sehen dass VD Erfolg hat, also muss ich auch so ein spiel machen. Das finde ich einfach ziemlich engstirnig, an neue Ideen wird doch gar nicht gedacht - außer im Detail. Ich will es ja auch niemandem aufdrängen, innovativ zu sein, der davon nicht überzeugt ist. Ich finde es nur persönlich kreativer und befriedigender, eine Welt, eine Spielidee zu schaffen bei der ich weiß es ist meine.

  3. #3
    Also ich glaube auch dass wir irgendwie ne andere Grenze zwischen "großer" Innovation und Innovation im Detail haben. Ich denke komplett neue Ideen, die nicht irgendwo anders schon mal in irgendeiner Form da waren oder auf irgendein Grundprinzip zurückgehen kann man zumindest im Reich der Spieleerstellung eh vergessen, das wurde ja schon oft genug gesagt.
    Wenn dir das definitionsmäßig besser gefällt, vermisse ich halt mehr kleine Innovationen bei Makerspielen. Allerdings glaube ich dass, wie ich dich kenne ( ), du unter kleinen Innovationen kleinere verstehst als ich. ^^

  4. #4
    @Jeez: Ich finde nicht, dass Microsoft innovativ ist, wenn sie das machen, was du da beschrieben hast (mit Unix und so ^^). Vielleicht ist es innerhalb der Firma innovativ, weil sie es für sich neu entdecken, und da viele Unix nicht kennen, erscheint es innovativ. Aber es war schon vorher da, sie sind nicht innovativ, sondern kreativ. Der Beschreibung von Kelven folgend, was innovativ und was kreativ ist.

    Was RPG-Maker Spiele betrifft, kann ich mir Innovation nur in Besonderheiten vorstellen, wie schon gesagt. Ein Spiel ist für mich innovativ, wenn es ein nie dagewesenes Kampfsystem benutzt, da müssen die Charaktere nicht auch noch völlig unkonventionell sein. Es reicht eine Besonderheit.
    Es wäre auch innovativ, wenn ein stinknormales RPG wie VD oder so anstatt den gewöhnlichen Farben negative oder vertauschte Farben benutzen würde. Da hell, wo dieser dunkle Ball am Himmel nicht hinscheint. Sowas würde mir gefallen, aber es wäre wohl auch ein typisches Beispiel dafür, dass Innovation der Masse meistens nicht gefällt; ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die ersten Reaktionen auf das Spiel erstmal Posts wären wie "so, erstmal die Farben der Chipsets verändert, war ja grauenhaft ^^".
    Menschen sind einfach zu konservativ.

  5. #5
    Zitat Zitat von Schattenläufer
    @Jeez: Ich finde nicht, dass Microsoft innovativ ist, wenn sie das machen, was du da beschrieben hast (mit Unix und so ^^). Vielleicht ist es innerhalb der Firma innovativ, weil sie es für sich neu entdecken, und da viele Unix nicht kennen, erscheint es innovativ. Aber es war schon vorher da, sie sind nicht innovativ, sondern kreativ. Der Beschreibung von Kelven folgend, was innovativ und was kreativ ist.
    Hier mal ein Beispiel: Bei Vista wird der Grafikkram nicht mehr direkt im Kernel (also dem innersten Betriebssystemkern) durchgeführt sondern als normaler Prozeß. Das ist seit Windows NT 3.5 nicht mehr so gewesen. Es ist innovativ - in den modernen Windowsen hat's das nicht gegeben. Es ist nicht kreativ - der Gedanke ist nicht neu und es wurde auch nichts wirklich neues geschaffen.
    Kreativität bedingt Schöpfung, Innovation bedingt nur, daß etwas (innerhalb des Kontextes) neuartig ist.

    Aber ja, Innovation hängt immer vom Betrachterstandpunkt ab. Für die Windows-Welt ist Vista unerhört revolutionär. Für die Unix-Welt (zu der OS X ja auch gehört) ist Vista zum größten Teil abgekupfert.
    Deshalb ist ein Spiel mit absolut unoriginellem Plot immer noch innovativ, solange es diesen Plot innerhalb der betrachteten Szene nicht gegeben hat. Beispiel "runde Charaktere": In den wenigsten Videospielen findet man Charaktere, die sich im Laufe der Geschichte verändern - meist gibt es gar keinen Raum für ernsthafte Charakterentfaltung. Wenn nun ein Spiel mit gut durchdachten, gut ausgearbeiteten, runden (= sich als Reaktion auf das Geschehene verändernden) Charakteren aufwartet ist das gewissermaßen eine Innovation (abhängig vom Genre; zumindest ist es aber originell). Weil das Konzept nicht oft genutzt wird. Bei einem Roman hingegen wäre das nicht annähernd innovativ oder originell.

  6. #6
    Du hast recht: Man hat kaum Zeit, sich einen Charakter rauszugreifen und ihn sich wirklich entwickeln zu lassen. Genau deshalb ist es ja zumindest originell, wenn man das tatsächlich macht: Es ist ungewöhnlich und es ist ein Mehrwert, der einiges an Aufwand erfordert.

    BTW, glaubwürdige Charaktere erfordern keine extreme storygebundenheit. Die Marathon-Serie erzählt die Story ausschließlich auf größtenteils optionalen Text-Terminals, die in den Leveln verstreut sind. Trotzdem kriegt sie es hin, die Charaktere gut darzustellen - die Leute, die die Termials geschrieben haben haben wirklich gute Arbeit geleistet. Was ein Spiel für wirklich gute Charaktere braucht sind viele Details im Kopf des Autors/der Autoren. Bei der Erstellung des Spiels müssen mehr Dinge berücksichtigt werden als der Spieler mitbekommt - auch deshalb, weil einige dieser Dinge nur für den Autor interessant sind. Beispielsweise, ob der Charakter das tun will, was er laut Story tun soll (und wie besonders P&P-Rollenspieler wissen dürften hat ein lebendiger Charakter manchmal einen eigenen Kopf und tut Sachen, die man als Spieler gar nicht will).

    BTW, daß in östlichen Spielen die Charaktere auf eine Dimension reduziert werden könnte einer der Gründe sein, warum ich der Meinung bin, daß die Stories der Final Fantasy-Spiele vernachlässigbar sind. Und warum ich von FFT so verdammt beeindruckt bin.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •