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Thema: Innovation - Allheilmittel oder Selbstzweck?

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  1. #27
    Ich antworte mal auf den ersten Post, weil ich mich mißverstanden fühle. (Ja, gleich kauf' ich mir eine Evanescence-CD und ein paar Rasierklingen.)
    Zitat Zitat von Kelven
    Jeez fordert im Misstände-Thread ja nach Trashspielen. Doch hat sich dieses "Genre" nicht auch schon selber überlebt - ähnlich wie Parodien im Filmbereich? Ich sehe in Trashspielen nichts innovatives, denn es gibt davon schon mehr als genug. Auch diese "Spiele" lassen sich auf simple Grundkonzepte reduzieren, die man in so gut wie jedem wiederfindet. Am Ende bleibt dann nicht mehr übrig, als eine Protestnote von ein paar Quärulanten.
    Ich fordere nicht mehr Trashgames, das ist nur ein Nebeneffekt von dem, was ich fordere. Ich fordere mehr Mut, einfach mal ein Spiel zu machen, das nur einem selber gefallen muß. Trashgames sind einfach nur Spiele, bei denen oft so gearbeitet wird - man steckt das, was man selber lustig findet in ein Spiel, auf Teufel komm' raus. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich von der Masse abhebt, weil es keinen Wert darauf legt, den erprobten Formeln zu folgen. (Anmerkung: Es folgt ihnen natürlich zu einem gewissen Grad, aber das Befolgen der Folgen ist dem Spielinhalt untergeordnet.)
    Es müssen keine Trashgames sein. Wie viele WiSims gibt es für den Maker? Das Genre ist problemlos umsetzbar (ich denke sogar darüber nach, auf der NATO eine kleine WiSim zu basteln). Wie viele rundenbasierte Strategiespiele gibt es? Begrenzt läßt sich auch dieses Genre umsetzen.

    Innovation kann auch bedeuten, daß man ein bekanntes Konzept in einem neuen Kontext anwendet. Beispielsweise, indem man ein Genre einführt, das auf dem Maker noch nicht vertreten war. Es muß nicht gleich ein Katamari Damacy sein, was man schreibt. Ein Hanse wär' schon mal was. (Ob hier überhaupt noch jemand Hanse kennt..?)

    Man sollte nie "innovativ" und "erfinderisch" miteinander verwechseln. Microsoft ist innovativ, wenn es mit Windows Vista Teile von Unix nachbildet. Die Konzepte waren schon vor zwanzig Jahren da, aber sie waren nicht in Windows. Das ist innovativ, aber nicht erfinderisch. Innovativ reicht manchmal eben.

    Zitat Zitat
    Was wirklich wichtig ist
    Viel wichtiger als Innovation ist für mich, dass man mit den Spielen seine Wunschvorstellungen umsetzt. Solange man keine kommerziellen Interessen hat, sollte man Spiele nur nach dem Grundsatz entwicklen, dass man sie oder ähnliche Spiele auch ohne weiteres selber spielen könnte. Es ist also besser, sich nicht von anderen sagen zu lassen ( auch nicht von mir ), welche Spiele "in" sind, sondern das zu entwickeln, was man wirklich will.
    Genau meine Rede. Die wirklich aufsehen erregenden Spiele sind meist nicht solche, die gemacht wurden, um krampfhaft anders zu sein, sondern die, die mit einem "hey, es wär' doch cool, wenn man XYZ machen würde" anfangen.


    Um auf Magor einzugehen: Revolution auf Teufel-komm-raus ist oft wirklich ein Rezept für ein schlechtes Spiel, das stimmt. Deshalb fordere ich eben Innovation und nicht Erfindung. Und Mut zur Schlechtheit (wobei "schlecht" gleichzusetzen ist mit "gefällt den meisten nicht"). Ich habe zwei nennenswerte Spiele gebastelt (beide befinden sich im Zustand des ewigen "ich mach's irgendwann fertig") und da, wo sie getestet wurden (in den diversen IRC-Channels, die von Makerern frequentiert werden) fanden viele sie gut - aber auch wenn mir alle gesagt häten, daß die Spiele Drek sind wäre ich immer noch stolz auf den hirnsträubenden Unsinn, den ich da verzapft habe. Mir ist es relativ egal, ob andere Leute meinen kreativen Output mögen - solange ich ein Publikum von mehr als null Leuten habe ist das, was ich mache, für mich gut. Ob es objektiv gut ist oder nicht.


    @Ailis: Klingt vernünftig.

    Geändert von Jesus_666 (18.12.2005 um 17:46 Uhr)

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