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Thema: Schnelle Gedichte, Ultrakurzgeschichten, Ideensammlung und Gedanken #1

  1. #161
    Ich hatte das hier vor einigen Tagen angefangen zu schreiben. Weiß noch nicht ob es mir gefällt.

    Schnee im April

    Manchmal überhöre ich Leute
    Einfach weil ich sie nicht hören will
    Manchmal hass' ich alle Geräusche
    Und dann ist alles plötzlich still

    Manchmal ist Stille ohrenbetäubend
    Vor allem mit den richtigen Pill'n
    Manchmal wünsch' ich mir ich hätt' keine Freunde
    Und manchmal, manchmal schneit's im April

  2. #162
    BUßTAG

    drohend hängt das Feuer
    lichtverweigernd raucht der Schwefel
    elendiger Angst
    vor Angenommensein
    sich ausbreitet
    brennendes Blut
    richtender Triebe

    erwartet Hiebe
    wie Menschenwut
    doch es weitet
    ein Kreuz das Herz hinein
    wenn das Gift du trankst
    Mörder bist an Furcht und Frevel
    nicht mehr Rad, doch Steuer

    in dir glitzert teuer
    Kabils Schatz nicht doch nun Hevel
    Zeichen spricht du dankst
    dem funkelnd Edelstein
    dich begleitet
    wie süße Glut
    atmend die Liebe

    Geändert von Jerome Denis Andre (23.11.2017 um 17:53 Uhr)

  3. #163
    Heute bin ich mal synkretistisch unterwegs:

    KREISE

    Unsicher steh ich hier auf Erden,
    Sitz tränenbelastet am Anfang,
    Blick zitternd hinauf in die Sonne,
    Will ich steigen zum Altar Gottes,
    ist sie meine Freude und Wonne,
    Süßer als der Vögel Gesang,
    Mein Ich leg ich ab um zu werden.

    Greif bereit ich die leuchtende Hand.
    Appetitlos staunender Augen,
    leg ich ab, was dient des Verwehrens,
    Deiner Bergwohnung zu schritten flottes
    Fußes wir hohen Begehrens.
    Pupillen-Ich auf meinem Taugen,
    Das Nach-Oben-Geleiten ich fand.

    In dem Wort: Sieh und lies, was da fühlt;
    Lauf der Wahrheit zu und meinem Glauben,
    Leg ich ab, was sie hindert und hemmt,
    unkonzentrierten Gedankentrottes
    Auswirkung. Mein Körper erkennt.
    Wandle nicht mehr nun unter den Tauben,
    Und der Vogelsang neu in mir wühlt.

    Auf mein Herz hin, auf dass ich bekenne,
    Dass ich wate im Raum meines Innern,
    Sortier - was ich einzeln falsch wollte,
    Im Lagerhaus alten Gefühlsschrottes,
    neu zu denen hin, wie ich es sollte,
    Das so unruhig in mir will stets Flimmern,
    was ich in mir, als Liebe benenne.

    Find ich so endlich ruhigeres Reden,
    Leg ich ab endlich ängstlichen Zorn
    Für jene die in mir erwachten,
    Auf der Harfe sing Lieder des Spottes,
    über die deine Hilfe verachten,
    starke Hand bringt das Ende nach vorn.
    Und das Auge der Spitze sieht jeden.

    Flüsternd Wort säumen jeher mein Gehen,
    und als sie mich aufwärts so führen,
    fang ich sanft unser Stagnationsweinen;
    raucht mir Edelgeists Traumtränen Pottes,
    aus der Lunge nicht doch aus den reinen,
    Seen die meine Seele berühren;
    An den Ort wo sie El Shaddai wehen,

    Steht dort trohnend auf dem ewig Dunkel,
    Der Sinn, Inhalt der uns hier fehle:
    Das was heißt ‚die Bösen‘ vergehen,
    ohne unheil‘gen Völkerboykottes,
    Gemeinsam das Ganzbrot zu sehen,
    Wissen wir nun tief in unsrer Seele,
    Staunend vor All - dem Sterngefunkel.

  4. #164
    MORGENWERK

    Tausende Blicke geatmet.
    Windhauch zurück in die Nacht.
    Erreicht dich im Geiste Gottes,
    Auch Herz, das schon lang nicht mehr lacht.

    Uhren getrennt bald zerflossen,
    Odem doch alles umfängt.
    So der zerschnittene Mantel,
    an einem Faden noch hängt.

    Ehrbare Freunde Gesänge,
    Leidvoll vereint im Gebot.
    Teilen mit Tätern im Glauben,
    Hass, Gebet und ihre Not.

    Schweigende Lieben vergangen,
    Brüder sticht tief der Verrat,
    Wer sagt von sich, dass er Licht sei,
    dem mangelt meistens die Tat.

    Er ist doch, Meister, behutsam,
    in Seiden Maschen gewebt,
    ein Ring in goldener Kette,
    die auch verrostet, doch lebt.

    Lebt wie der Sterne Pneumatik,
    flüssiges Eisen in mir.
    Lebt oxidiert und verschieden,
    an neuem Morgen in dir.

    Brot wird dir Blut dann und Leben,
    Wasser trüb Liebe und Wein.
    Schrammige Faust deines Spiegels,
    Trifft dich und du wirst verzeih‘n.

  5. #165
    εἰρήνη

    Dich griff ich heut im Traume,
    du Schatten alter Zeit,
    umrahmt vom Pflanzenlaufe,
    an dem das Licht verweilt.
    Es lachten ihm die Blumen;
    es zittert ihm das Gras.
    Du lachst mir ins Gesichte;
    einst freundlich, heut zum Schad.
    Lang war mir ohn‘ dein Dunkel
    das Lichte Leben fad.
    Doch zog des Bruders Kuss nun,
    mich weg, zum Feuer hin.
    Ich kann kaum noch verstehen,
    warum mir Kälte schien.
    Mir scheint weil ich im Sommer
    zu sehr an Kühle hing,
    der Kühle des Metalles,
    das einst mein Herz umfing.
    Die Ringe sind zerschlagen,
    der Kette die uns band.
    Ich dank ihr für die Kreise,
    die sie bald um mich wand;
    für ihr bald feurig Glühen,
    bald für kühlenden Stahl.
    Doch will ich Freiheit leben,
    so leuchtet meine Wahl.
    Es strahlt hell auf von Ferne,
    von Ostern her ein Plus,
    geschmiedet aus dem Sterne,
    der Namen tragen muss.
    Mein einer Schatten sei nun,
    der Gottheit feurig Kuss,
    Was abseits küsst der Trauben,
    ein warmer, lichter Gruß,
    der auch den Lebwohlwegen,
    den Rücken zu wohl kehrt,
    der trunken an dem Kusse,
    der Zukunft sich zukehrt.

  6. #166
    Frischkäse

    O holder Käs so frisch wie Tau,
    aus dem Euter Stieres Frau.

    Mundest milchig, rahmig, zart,
    gänzlich gleich auf welche Art.

    Zergehst du auf der Zunge mir,
    werd ich selber gleich zum Stier.

    Steh ich vor dem Kühlregal,
    wird Zeit und Geld mir ganz egal.

    Verplemp're staundend Stund um Stund,
    das Wasser tropft mir aus dem Mund.

    Ich packe eine Packung ein,
    doch nur eine kanns nicht sein.

    Reichen denn nicht drei, nicht vier?
    'DU BRAUCHST ALLE!', sprichts in mir.

    Flugs den Wagen vollgeladen,
    so viel Käs, ich könnt drin baden.

    Zehn Paletten bester Sorten,
    an die Kasse und dann fort, denn

    warmen Käse mag ich nicht.
    Und im Kühlschrank brennt kein Licht.

    Schnell nach Haus, ich muss mich sputen,
    der Käs, er schmilzt mit den Minuten.

    Sicher Zuhause angekommen,
    wird der Deckel abgenommen.

    Für euch jedoch, da schließt er sich,
    der Frischkäs, der ist nur für mich!

    Was ich mit so viel Käse mache?
    Ist einzig meine eigne Sache!

    Hört auf zu fragen! HÖRT AUF ZU SCHAUEN!
    Nur dem Käs kann ich noch trauen...

  7. #167

  8. #168
    Heißer Anwärter auf den Post des Jahres.

  9. #169
    TIKUN OLAM

    Feuer vom Himmel,
    Atem im Geist,
    der meinen Ängsten,
    Boden wegreißt.

    Sprachdurcheinander.
    Tikun Olam.
    Neues Verstehen.
    Nur Gemeinsam.

    Ruach, in, aus mir,
    Brust hebt und senkt.
    Des Ostens Kette,
    die Welt dann lenkt.

    Alles brennt, dreht sich,
    leuchtet in mir.
    Einklang Herzkammern;
    Welt wird ein "Wir".

  10. #170
    Nicht wirklich ein Gedicht, aber sollte so weit gelten. ^^

    Alles!

    Ich weiß, dass ich nichts weiß, somit weiß ich mehr, als die, die nichts wissen.

    Ich weiß, dass ich etwas weiß, somit weiß ich mehr, als die, die etwas wissen.

    Ich weiß, dass ich nicht alles weiß, somit muss ich glauben.

    Ich glaube, somit werde ich Alles wissen!

    Kannst DU glauben?

    Wenn ich also fast Alles weiß, glaubst du mir?

    Wenn du fasst Alles weißt, glauben sie dir?

    Wenn alle glauben, was wissen wir dann?

    Alles!

  11. #171
    Trauer liegt über der Welt,
    die letzten Schleier sind gefallen

    Traurig blickt sie, arg entstellt,
    der Tag war kurz, die Nacht erhellt

    Doch Zorn ist es, was übrig bleibt?
    Kein Dank, für Gottes Taten?

    Hass liegt hinter ihren Blicken,
    Schmerz verbirgt sich in den Rippen

    Aus Langeweile gähne ich,
    Mein Odem brennt wie Feuerzungen

    Der Rauch schwängert die Atemluft
    Ja! Der Feind vernimmt den Duft

    Gelächter hallt von meinen Lippen
    Er brennt wie Salz in Ihren Augen

    Und wieder mal erfüllt es sich,
    sie können, doch sie woll'n nicht glauben

  12. #172
    Wasser

    Schließ deine Augen, sei ehrlich zu dir selbst und richte eine Bitte an ihn!

    Mach die Augen auf, siehst du nicht die Wolken, sie fliehen!

    Du hast Angst davor, der Himmel macht die Schotten dicht,

    der Wunsch verblasst im wirren Schmerz und lässt ein wenig Licht im Herz

    Ich kann selbst nicht recht erfassen, wie das funktioniert,

    also lass dich mal nicht hängen, selbst ein Gott studiert!

    Die Narren haben Zweifel, die Könige, die Hoffnung!

    Das Licht wird immer blasser. Das Feuer brennt, trink Wasser!

  13. #173
    The Vision of Red

    What was this red I saw in my vision
    It could have been a Roman division
    That legions would strive for an Empire's mission
    but I did not expect the Spanish inquisition
    to burst through my door and to lock me in prison
    execute me as witch of the spoil which has risen
    I wish, I wish I would have had expected them.

  14. #174
    Dass ich dem Zwergenlied aus Schneewittchen ein kreatives Schaffensphäschen für Fantasy-Poesie verdanken kann, hätte ich nicht erwartet.

    Zwergenreich
    .
    Dampf stößt auf, wo Rohre, Spalten
    keinen Stau im Bau behalten.
    Klingt das Uhrwerk, klänken Schrauben
    dumpf schlägt Stahl auf Stahl auf Stahl.

    Kaum zu glauben
    was für Reichtümer an wert
    auf Leistung diese Zwerge legen.
    Solch ein Werkvolk zu verwalten
    wenn's nicht so gewissenhaft wäre
    eine Qual, zu organisieren,
    die Wirtschaft zu pflegen
    nicht zu kastrieren
    so kann immer was passieren
    man tut gut dran, zu erwägen
    dass mit Bart und Regelwerk zur Welt gekommen
    er der Ordnung fest gesonnen ist;
    gemeinsam sie zu hüten gilt
    eine allergroße Ehre.

    Die Loren quietschen hallenloh
    so trügerisch nah, doch anderswo
    unter Tage Tage tief
    Bröckelwände beben
    freien Fall erleben
    Schienen schief
    Laternen erlischen, wo Fremde ersticken
    solch' heikle Reisen sind nunmal so.

    Zehn Adern erschöpfter als ein Arbeiter allein
    hat mit Trüffeln selbst Schwein mehr Schwein
    beim Balkenversetzen und Schienenvernetzen
    bleibt dennoch die Freude für Honigwein.

    Zumindest
    bis das Funkeln flüstert
    Zwerg nach Edlem lüstert
    ruft die Erde noch viel weiter
    dorthin, jenseits wo die Neugier und Habgier den Zeitsinn zersetzen
    am Rande vom viel zu vertrauten Revier
    nur dort wird er richtig froh.

    Den allerbesten Quarz der Minen
    Erze, Sände, alle drin
    fahren sich auf manch' lockeren Schienen
    in aller Reiches' Winkel hin.
    So viel Gestein zum Steinbildhauern
    Statuen, Gräber, Denkmäler, Mauern
    aus strahlend Mamor, düsterem Granit.

    Übrig bleibt noch
    der Graphit.

    Und den Graphit, den braucht der Schmied
    dass in der Esse was geschieht
    ob Stahl, ob Kupfer, Messing, Eisen
    an den Glühpunkt durchzuheizen
    mit Gehämmer auszureizen
    platt, gefaltet, dicht und kahl
    Messerklinge, Hacke, Pfahl
    erschaffen, was der König braucht
    was er sich wünschte und befahl
    ein jeder Schornstein staubt und raucht
    das ist der Zwerge stolzer Brauch.

    In der Schmelze kocht schon Bronze
    gießt den Rohling jeder Münze
    ehe sie Insignien trägt
    die der Meister in sie schlägt
    zum Wohl des Zwergenreiches prägt
    dass selbst die Schatzkammer nicht klägt.

    Und diese bringt dich ins Entsetzen
    Gesiegelt füllen Zahlen Listen
    Massen an Schätzen bergen Kisten
    Berge lassen dich bloß schätzen
    Vermögen, die in Mauern nisten.

    Denk' garnicht erst, hier auszumisten
    da ihre Wächter Äxte wetzen
    den Dieb zu Gulasch zu zerfetzen
    ein Todeswunsch, das Überlisten.

    Das Glück beherrscht er unter Tag
    die Zierde für sein Grundgestein
    als Sockel darf nur eines sein
    für Edelsteine Seiner Finger
    Seiner Waffen, Seines Halses
    tausend Lieder kann Er singen
    Erstgeborer des Felses
    ist es für Ihn keine Sünde
    ohne Ihn gilt kein Vertrag
    Verbrecher ist, wer zwischen stünde
    vorenthält, was Er so mag.

    Zu jedem vierten Ambossschlag
    begießt Er sich mit purem Gold
    dem König ist kein Silber hold
    füllt es so gut wie jeden Sack
    gleicht's mehr Elf statt Kobold
    dient es am liebsten nur als Sold
    doch bringt selbst diese Unze Stolz
    dem Herz, das für das Zwergreich schlägt.

    Geändert von relxi (13.06.2020 um 21:46 Uhr)

  15. #175
    (experimentelle ... alltagsbeobachtung.)

    Wiedermal nicht nachgedacht
    Und den Tag mit nichts verbracht
    Prokrastinieren geht über studieren
    Die Augenlider sind schwer wie blei
    Der Tag ist wie die Chance: vorbei
    Bleibt der Schlaf, lernen im Traum -
    Soll ja gehen. Drum geht es brav
    ins Bett. Doch zum schlafen kommt es kaum.
    Die nächste Mörderdoku lockt!
    selbst auf nächtliche Ruhe - einfach kein Bock.

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