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Thema: Schnelle Gedichte, Ultrakurzgeschichten, Ideensammlung und Gedanken #1

  1. #61

    Die Schnecke

    O, du Schneck' am Wiesengrund,
    Verpfeif' Dich!

    O, du Schneck' am Wegesgrund,
    Verzupf' Dich!

    O, du Schneck, gefloh'n
    Hobst Du - wellengleich -
    Dein Röckchen hurtig an,
    Als Amsels Augenzwinkern
    Dir Hunger tat verkünden?

    O, du Schneck' ...

    Zuckerschnecke!

    Habe ich geschrieben, als ich die traurig, melodramatische Geschichte der Molluskel las: Das Grubenauge der Nacktschnecke ist doch tatsächlich fähig Hell-Dunkel-Unterschiede und sogar Bewegungen zu erkennen, etwa von Fressfeinden ... Klingt als hätte die Evolution nach einem Anfall total verschwendeten Übermass an Fürsorge die Hoffnung aufgegeben, als ihr klar wurde, dass das Erkennen eines Fressfeindes für die Schnecke kaum Vorteile bringt.

  2. #62
    Hallo,

    ich hoffe ich bin hier richtig, wüsste zumindest nicht, wo mein aktuelles "Werk" am besten hinpassen würde Es heißt Nebeldunst und ist mein derzeitiger Versuch, über twitter eine längere Geschichte zu erzählen:

    http://twitter.com/nebeldunst

    Es geht um zwei verfeindete Familien, die sich erbittert bekämpfen und dabei auch auf übernatürliche Mittel wie Geisterbeschwörungen zurückgreifen.

    Das Ganze in 140 Zeichen langen Nachrichten zu erzählen ist etwas mühselig, und ich bin mir nichtmal sicher, ob sowas wie twitter ein geeignetes Medium zum Schreiben ist, aber ich wollte das einfach mal ausprobieren.

  3. #63
    Zitat Zitat
    Das Ganze in 140 Zeichen langen Nachrichten zu erzählen ist etwas mühselig, und ich bin mir nichtmal sicher, ob sowas wie twitter ein geeignetes Medium zum Schreiben ist, aber ich wollte das einfach mal ausprobieren.
    Ganz genau; und es ist in etwa auch so mühselig, dort zu lesen, vor allem aufwärts.

    Würde es dir was ausmachen, den gesamten Text zusammenzukopieren und hier dann zusammenhängend zu veröffentlichen? Du kannst ja neue 140-character-Episoden hernach immer noch reineditieren, aber so ist's eben wirklich nich sehr angenehm zu lesen.

  4. #64
    Ja, der Einstieg ist wirklich nicht einfach, wenn man nicht von Anfang an dabei ist Mir würde es nichts ausmachen, das mal zusammenzukopieren. Soll ich das dann direkt hier reinkopieren (könnte etwas größer werden) oder als Textdatei anhängen?

  5. #65
    Kannst doch damit auch gern einen eigenen Thread eröffnen, wenn der Text so lang ist. Das Ganze dann einfach ins Beitragsfeld, sodass man ihn sofort lesen kann, wenn man das Thema öffnet; so bekommst du die Leute am schnellsten zum Lesen und Feedbacken, als wenn man sich erst irgendwohin durchklicken muss.

  6. #66

    Gedicht

    Heute geschrieben.. aus einem aktuellen Gefühl heraus.
    ...

    Sie, so dacht' ich's mir,
    würde mich befreien,
    würde mich retten vor allem Übel,
    mein Herz in Hell und Dunkel zweien.

    Ist sie mir auch fremd,
    sie kehrt immer wieder Heim,
    lässt mich hoffen,
    und den Baum des Lebens wachsen aus winz'gem Keim.

    Ich dacht' mir, sie ist,
    was ich zum Atmen brauch',
    sie ist Alles..
    und so war es auch.

    Aber mit der Zeit verliert sich jedes kleine Licht,
    wie in einem dunklen Raum,
    die Spur, der Sinn..
    und das sonst so helle Leuchten schwindet,
    man erkennt es nunmehr kaum.

    Und so zeigt sich mir die Wahrheit eines geheimen Mysteriums,
    um welches ich nie Bescheid wissen wollt'...
    Das so stark ersehnte Lied steht in Noten geschrieben,
    die niemand spielen kann und denen deshalb niemand Achtung zollt.

    Aber ich kann ihr nicht entsagen,
    denn aufgeben könnt' ich sie nie.
    Und wenn sie Herz und Kopf auch auf Ewig entzweit, behalt ich sie doch nah bei meinem Herzen,
    denn Liebe brauche ich für mein Leben, und das ist sie...

  7. #67
    ..etwas Altes von mir.

    Das Gefühl gelebt zu haben

    Tage wie dieser
    sind mir zu wider,
    kann sie nicht leiden,
    muss selber leiden..

    Leben und auch leben lassen,
    nie zusammen, nur zum Schein?
    Diese Welt ist mir zu wider,
    würd' am liebsten nur noch schreien..

    Kleiner Mensch in Dunkelheit,
    siehst du das Licht, das dich befreit
    vom Übel und der Grausamkeit,
    das sich verzehrt in Ewigkeit?

    Lüge niemals, wenn die Wahrheit auch schwerfällt,
    verzage nicht, mit der Zeit lernst du ertragen,
    Ewigkeiten, verschlungen in Beredsamkeit,
    die dir niemals geben kann was du erhoffst..

    Von diesem Leben weggetragen,
    alleine, isoliert im Raum..
    Wie lang es währt mag ich nicht sagen,
    nur Dunkelheit erfüllt die Nacht.

    Doch ich will nicht untergehen,
    werde nicht ersticken an Gefühlen,
    die mich schonmal fast zerstörten,
    will die Welt verändern, will dass man mich kennt!
    Will dass jeder weiß: Ich hab gelebt!

  8. #68
    Findest du das wirklich gut, oder hast du es nur irgendwo hinschmeißen wollen, bevor du das Textdokument auf deinem Rechner löschst? Teenage angst ist kein sonderlich ernstzunehmendes Thema; vor allem nicht, wenn sie stilistisch so dilettantisch eingepackt wird.

    Entschuldige die harten Worte, aber es ist ganz praktisch, dass das etwas Altes und nichts Neues ist, es ist nämlich auch nichts Gutes, sondern etwas Schlechtes.
    Ich kann diese Eindrücke auch gern noch penibel-ausführlich hinterlegen, sollte das gewünscht sein.

  9. #69
    Hey, unter anderem um dieses "Hinwerfen" gehts ja in dem Thread hier.
    Seid doch nett zueinander.

    @Zero: Was mich allen voran daran stört, ist a) dass der Twist zu plötzlich und erzwungen kommt und b) dass die Reime irgendwo zwischen "völlig durcheinander" und "nicht vorhanden, aber eigentlich notwendig" pendeln. Man kann dir auch vorwerfen, dass die Metaphern aus den Fingern gezogen sind.

    @Blade-Maiden: Letzteres Problem hast du auch, es klingt ziemlich krampfhaft. Sich etwas laut vorlesen kann da gut helfen.

  10. #70
    Blick auf?

    Wir gehen aus der Schule
    Wir laufen in die Freiheit
    Wir rennen ins Ausland
    Und kommen zurück

    Wir gehen in die Uni
    Wir laufen zum Nebenjob
    Wir rennen zum Date
    Und stolpern

    Wir gehen zur Prüfung
    Wir laufen durch die Jahre
    Wir rennen im Kreis
    Und blicken zurück

    Wir gehen zum Abschluss
    Wir laufen zum Arbeitgeber
    Wir rennen zum Traumberuf
    Oder gegen die Wand


  11. #71
    Habe das hier gestern Abend vor dem zu Bett gehen zusammen geschrieben. Bin mir nicht mal sicher was es nun sein soll. Ein Gedicht ? Eine Parabel ? (Doch falls eine solche - was sagt sie dann aus ? - Ich habe schließlich nicht auf eine bewusste Aussage zugearbeitet, sondern einfach nur aufgeschrieben, was mir so durch den Kopf ging)

    UNRUHENS KIND

    Seh ich dreh mich stets im Kreise
    immerfort auf meine Weise,
    die nicht meine Weise ist.

    "Ungeölt, charakterloses,
    Schwingrad um die Achse tose,
    stets so spinn das goldne Band."

    Ich bin nur ein kleines Rädchen
    im Getriebe
    das viel Liebe bräuchte
    doch grad' die nicht kriegt.

    Und ich laufe machtversessen
    rostzerfressen
    stör' ich langsam vor mich hin.

    Subversive Dinge tun
    doch nicht ruhen ist nicht
    subversiv.


    Konstruktive Kritik ist wie immer erwünscht.

    @ faucon: Gefällt mir igendwie ... vor allem wegen dem letzten Satz.

  12. #72
    Zitat Zitat von Jerome Denis Andre Beitrag anzeigen
    UNRUHENS KIND

    Sieh, ich dreh' mich stets im Kreise
    immerfort auf meine Weise,
    die nicht meine Weise ist.

    "Ungeölt, charakterloses
    Schwingrad um die Achse tose,
    stets so spinn das goldne Band."

    Bin nur ein kleines Rädchen
    im Getriebe,
    das viel Liebe bräuchte,
    doch grad' die nicht kriegt.

    Und ich laufe machtversessen,
    rostzerfressen stör' ich
    langsam vor mich hin.

    Subversive Dinge tun,
    doch nicht ruhen ist
    nicht
    subversiv.
    Hab mir mal wieder nen direkten Eingriff erlaubt. Größenteils Formalia, ich würde an deiner Stelle bei so einer Thematik mehr mit der Passivation des Ich spielen.
    ("Bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe" ist beispielsweise viel passiver als "ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe")
    Ist natürlich sehr anmaßend von mir, soll aber auch nur so als Hinweis dienen.

    Du machst megagute Fortschritte, vor allem formal und stilistisch; bitte unbedingt weiter so, das ist gute Qualität!
    Und bitte unbedingt immer die Rechtschreibung, insbesondere Kommasetzung, überprüfen und gern auch die Versformation im Nachhinein an Aussageintention oder Klanghaftigkeit anpassen.

    Geändert von Mordechaj (15.11.2010 um 18:17 Uhr)

  13. #73
    Danke ^^

    Zitat Zitat
    , vor allem formal und stilistisch; bitte unbedingt weiter so, das ist gute Qualität!
    Und das obwohl ich gar nichts dafür gemacht habe. ^^ Im Grunde habe ich nur spontan aufgeschrieben, was mir durch dem Kopf ging, es mir laut vorgesagt, und dann solange umgeschlichtet, bis es halbwegs rythmisch klang : - )

  14. #74
    Zum Kauen keine Zähne mehr
    Musst‘ er nun mit dem Löffel leben
    Ein Jahr lang aß er nur noch Brei
    Dann hat er ihn abgegeben





    Geändert von faucon (05.12.2010 um 16:26 Uhr)

  15. #75
    Zitat Zitat
    Zum Kauen keine Zähne mehr
    Musst‘ er nun mit dem Löffel leben
    Ein Jahr lang aß er nur noch Brei
    Dann hat er ihn abgegeben
    Epic!
    Funktioniert einwandfrei, wobei ich mir nicht 100% sicher bin, ob man die letzte Zeile nicht noch irgendwie toppen könnte.

  16. #76
    "Schließlich hat er ihn noch/dann abgeben" vielleicht.

    In der Tat, gefällt mir auch sehr gut.


    Das Leben an so mancher Tage,
    in die Ferne einen Schatten schmeißt
    Doch kommt es bei mir nicht in Frage
    dass es mich dem Frohsinn reißt


    Recht spontan und mein erster Versuch.
    Würde mich freuen, wenn jemand was dazu schreiben kann. Bin für Kritik immer offen, wenn sie konstruktiv ist.

    Ist jetzt auch thematisch nicht anspruchsvoll und eher zum Warmwerden, da mich 4zeilige ABAB Gedichte schon immer fasziniert haben und ich demnächst anfangen wollte, mir intelligente zu überlegen.


    @Mordechaj: Ja, auf werfen/ wirft habe ich keinen Reim gefunden und schmeißen könnte man auch mit einem plötzlichen Ausbruch interpretieren. Zumindest denke ich, dass "etwas wegschmeißen" spontanter klingt, als "etwas wegwerfen". Aber gut, um ehrlich zu sein, denk ich mir die Begründung gerade aus, es klang schon beim Schreiben seltsam.

    das mit dem Frohsinn reißen... jeder weiß, was gemeint ist und ich wollte ja auch noch in einer flüßigen Melodie bleiben.

    Okay, danke für die Hinweise.

    Geändert von Byder (05.12.2010 um 22:50 Uhr)

  17. #77
    Zitat Zitat von Byder Beitrag anzeigen
    Das Leben an so manchem Tage,
    in die Ferne einen Schatten schmeißt
    Doch kommt es bei mir nicht in Frage
    dass es mich dem Frohsinn reißt
    Vorwiegend idiomatische Probleme. "Schatten schmeißen" contra "Schatten werfen"; "jmdn./etw. einer Sache entreißen"/"jmdn. aus etw. reißen" contra "jmdn. etw. reißen". Inhaltlich wirklich nicht so das Beste, aber für sowas Spontanes in Ordnung.


    faucons Verse sind sehr schön pointiert; ich finde sie so eigentlich genau richtig und sehe keinerlei Änderungsbedarf.

  18. #78
    @Cipo: Ich hatte am Anfang versucht, in die letzte(n) Zeile(n) noch einen Kausalzusammenhang reinzuquetschen, aber die bereits gepostete Version fand' ich doch besser.



    @Byder: Danke für den Vorschlag, aber in meinen Ohren passt dann die Zeile vom Versmaß nicht mehr so gut rein.

    Zum Gedicht: Auch hier stört mich das Versmaß und die Problematik mit den Formulierungen hat Mordechaj ja schon angesprochen.

    Auch wenn ich selbst keine Ahnung habe ein Tipp: Versuche über belanglose Dinge zu schreiben. Das ist einfacher als schwerwiegende Themen und meiner Meinung nach oft interessanter, da man die beliebten Themen so oder so ähnlich schon gehört hat.

    Noch eins:

    Wenn wir Arm in Arm vom Hügel
    Aufs verschneite Dörfchen blicken
    Gedenkst du schönen Winterstunden
    Und ich denke ans Ficken

  19. #79
    Zitat Zitat von Byder Beitrag anzeigen
    @Mordechaj: Ja, auf werfen/ wirft habe ich keinen Reim gefunden und schmeißen könnte man auch mit einem plötzlichen Ausbruch interpretieren. Zumindest denke ich, dass "etwas wegschmeißen" spontanter klingt, als "etwas wegwerfen". Aber gut, um ehrlich zu sein, denk ich mir die Begründung gerade aus, es klang schon beim Schreiben seltsam.

    das mit dem Frohsinn reißen... jeder weiß, was gemeint ist und ich wollte ja auch noch in einer flüßigen Melodie bleiben.
    Das Problem ist eben, dass, selbst wenn jeder weiß, was gemeint ist, die Sprachverwendung unschön klingt und nicht hinhaut. Es ist ja gerade dein handwerklicher Part, Klanghaftigkeit und korrekten Sprachgebrauch in Einklang zu bringen.

    Du musst auch sehen, dass in der Poesie praktisch jede vom funktionalen Aspekt der Sprache abweichende Äußerung grundsätzlich Bedeutung für den Leser hat (selbst, wenn der Autor das gar nicht so wollte). "Der Reim hätte sonst nicht geklappt" oder "Das Versmaß wäre sonst gekippt" ist aber eine ziemlich doofe Bedeutung. ^^
    Wenn's mit den festen formalen Regeln nicht so klappt, dann werde doch etwas freier. Gedichte können auch ohne Reim klanghaft sein, sie können das sogar ohne Reime und Metren. In der Übung ist es immer ganz gut, nur eine Intention zu verfolgen, also nicht "Das und das soll thematisiert werden und so und so werde ich das formal-stilistisch umsetzen", sondern "Das und das soll thematisiert werden, mal sehen, wie sich das gestalten lässt" oder "Auf diese und jenen formal-stilistischen Aspekt lege ich jetzt mal besonderen Wert, der Inhalt ist mir vorerst schnurre".



    Und Beifall für faucon. =3

  20. #80
    boundaries.

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