ganz kurz noch- und ich weiß, ich betreibe fast Leichenfledderei- aber mir ist das Gedicht ins Auge gesprungen

Zitat Zitat
Schmerzhaftes Grauen

Hab dir doch vertraut
Bald der morgen graut
Spürte deine Macht
In der letzten Nacht

Warum grade ich
Warum wähltest mich
Spüre noch Schmerzen
Tief krank im Herzen

Nur hast mich benutzt
Stark von dir beschmutzt
Unheilbar verletzt
Die Seele versetzt

Kann ich verdauen
Das dunkle Grauen,
Das angetane?
Welch tiefe Schande
erstmal der Titel- ist ne ziemliche Geschmacksache,mir gefällt er nicht.

Die erste Strophe gefällt mir. Die Reime sind so einfach und kindisch, dass sie mir beim ersten lesen nicht gefallen haben, beim mehrmaligen aber immer besser wurden bis ich sie mittlerweile wundervoll finde. Ingesamt, das zieht sich durchs ganze Gedicht, musst du dir überlegen wie du umgehen willst mit Personalpronomen. Auch Umgangssprachliche Verkürzungen. Beim ersten schreiben musst du darauf noch nicht achten, da geht es darum das Gefühl richtig zu formulieren. Aber wenn du dein Gedicht ausarbeitest solltest du unbedingt darauf achten. Nicht nur, dass die Bedeutung teilweise verfälscht wird, es ist auch unschön und merkwürdig zu lesen bei permanten Wechsel.

Hier also mein Vorschlag bzw. Anmerkung, an welchen Stellen Worte und -teile fehlen.

Zitat Zitat
Schmerzhaftes Grauen

Hab(e) dir doch vertraut
Bald der morgen graut
(Ich)Spürte deine Macht
In der letzten Nacht

Warum g(e)rade ich
Warum wähltest (du)mich
(Ich)Spüre noch Schmerzen
Tief krank im Herzen

Nur hast (du)mich benutzt
Stark von dir beschmutzt
Unheilbar verletzt
Die Seele versetzt

Kann ich verdauen
Das dunkle Grauen,
Das angetane?
Welch(e) tiefe Schande
Mein Vorschlag: Nehme "du" als Personalpronomen auf,lass aber "ich" weg-so wie dus schon teilweise hast.

Ja und dann gibt es da ja noch die letzte Strophe- die finde ich vollkommen unmöglich.
"verdauen" ist fürchterlich- ein organischer und körperlicher Begriff zwar und als Ausdruck in diesem Zusammenhang umgangssprachlich gewiss gebräuchlich, aber das geht wirklich nicht.
Und der letzte Vers macht alles zu nichte. Der muss weg.



Die neueren Gedichte habe ich auch gelesen, sprechen mich aber ingesamt weniger an. Es ist vieles zu erkennen, du spielst ganz schön und teilweise auch gut. Weiter!

Aah,noch was:
Zitat Zitat
Und die Augen der eigenen Seele.
mit der Formulierung kämpfe ich noch immer,ich weiß nicht,ob ich sie gut finden kann und darf. Sie ist zunehmend unbehaglich, und da das an dieser Stelle-glaube ich- nicht bezweckt ist,solltest du sie streichen. Aber auf jeden Fall irgendwo festhalten als Gedanken. Der Satz ist gedankenschwer-merk in dir und mach was draus.

Damit komme ich zum Ende.