Kürzlich im "Spiegel" gelesen:

"Wer von seinem Erfolg überzeugt ist, der wird auch erfolgreich sein -so lautet das Credo der "Think positive"-Anhänger. Egal, ob es dabei um berufliche Karriere, sportliche Ambitionen oder die Aufmerksamkeit einer begehrten Person geht. Neue Studien zeigen, dass diese Strategie bei weitem nicht bei jedem funktioniert. Der Potsdamer Psychologe Thomas Langens ließ Studenten wochenland ihre Erfolgsphantasien aufschreiben udn stellte fest: Menschen mit großer Misserfolgsangst werden durch die Positivtaktik eher gehemmt als angespornt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die in Hamburg und New York arbeitenden Psychologin Gabriele Oettingen, die Studenten beim Übergang vom Studium ins Berufsleben begleitete. Oettingen bat die Teilnehmer, ihre positiven und negativen Tagträume während der Jobsuche festzuhalten. Das Resultat: Bewerber, die glaubten, ohne weitere Probleme eine interessante, gutbezahlte Stelle zu bekommen, erhielten deutlich weniger Angebote und später auch weniger Gehalt als die Skeptiker. Zu viel positives Denken verführt laut Langens die Menschen dazu, als bereits erreicht anzusehen, was noch erkämpft werden muss. Sein Rat: Selbsterkenntnis statt Positive Thinking. Wer sich lieber den schlechtmöglichsten Ausgang einer Sache vorstellt, sollte sich davon nicht abbringen lassen: Diese Strategie kann durchaus erfolgreich sein. Ein Effekt, den die Forschung schon von Schülern kennt. Diejenigen, die vor einer Klassenarbeit 'Das wird sowieso nichts' stöhnen, bringen oft die besten Ergebnisse zustande. Der Trick ist der unausgesprochene Zusatz: 'Also versuche ich es einfach mal.'"

Nicht, dass man es nicht irgendwie schon geahnt hätte

Stellt euch vor, ein Wahrsager erzählt euch eine Woche vor einem wichtigen Test, dass ihr garantiert eine 1 bekommt und ihr glaubt so fest daran, dass ihr keinen Sinn darin seht noch irgendwas zu lernen... Kann das gut gehen?

Ernsthaft: Ich gehöre auch eher zu den Leuten, die immer glauben, dass die Sache ganz bestimmt daneben geht. Natürlich gibt es auch Gebiete, wo ich mich relativ sicher fühle, aber selbst da... Diese Angst bringt mich dazu, dass ich mich mehr darauf konzentriere-was zu einer besseren Note führt.

Bei anderen Menschen ist vielleicht genau das Gegenteil der Fall...

Gehört ihr eher zu den "Think Positive"- oder "Think negative"-Persönlichkeiten?