Zitat Zitat von kame85
Als Österreicherin weiß ich selbst, mit welchen Worten Jelinek von Politikern und den Medien immer wieder beschimpft wurde. "Nestbeschmutzerin", "Kommunistin" und "Pornographin" gehörten dazu. Jörg Haider meinte sogar einmal: "Eine kommunistische Schriftstellerin bekommt von mir keine Blumen"

Willkommen in Kakanien, möchten sie sich vielleicht der Paralellaktion anschließen?

Mein persönlicher Antiheld ist Yukio Mishima - zumindest in seinen Romanen. Seine Kurzgeschichten waren allesamt endlos gut (bis auf die ein, in der er sich zu sehr bemüht, hetero zu schreiben) aber sein letztes Werk (den einzigen Roman, den ich von ihm gelesen habe) "Das Meer der Frubarkeit" ist schrecklich. "Dien Todesmale des Engels", der letze Band der Reihe war gerade ertäglich, da einige einzelne Szenen (besonders der Traum mit den Engeln im Kiefernhain und das Ende, als er die Prinzessin im Kloster wiedertrifft) großartig waren und der Hauptcharakter zu einem alten Wrack verkommen war und die Hucke von der zweiten oder dritten angenommen Wiedergeburt seines Kompatrioten vollgeschlagen bekommt. Aber "Unter dem Sturmgott" musste ich abbrechen, da sich das Buch zu sehr wie etwas las, dass auf der nächsten Seite zu einem Pädoporno werden könnte. >_<

Vladimir Nabokov gehört wohl auch in diese Aufzählung - seine Sprachbeherrschung und seine Charakterisierung sind Ehrfurchterregend, aber es scheint eher als hätte er so lange mit dem Englischen gerungen, dass sein Dämon schlussendlich ihn Überwand und ihn zu einem Werkzeug zur Mehrung ihres Ruhmes zu machen. Lolita wäre ein wirklich großartiges Buch, wenn er sich nicht ständig im Spiel mit der Sprache verlieren würde.