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Was haltet ihr von dem deutschen Gesetz, dass alle zu brutalen Spiele iniziert oder entschärft werden? Oder von der Meinung, dass Gewaltspiele den Verstand beeinflussen (siehe Erfurt)?
Mit der Indizierung und der beschränkten Abgabe habe ich kein Problem, mich ärgert das mit der Indizierung verbundene Werbeverbot, welches dafür sorgt, dass betroffene Spiele vollkommen vom Markt und sogar noch aus den Fachzeitschriften verschwindet (da selbst die Erwähnung des Titels schon strafbar ist ). Wenn man das abschafft und die Spiele ausstellt und verkauft wie jedes andere Medium für Erwachsene auch - hinter einer Tresen ausgestellt und nur auf Vorlegen von Altersnachweis ausgehändigt dann würde ich mich für die deutschen Nachbarn freuen. Das wäre eine vernünftige, Erwachsenen würdige Lösung.

Natürlich verändern Spiele, wie jedes andere Medium auch die Weltsicht von Menschen. Aber es müssen mehr Faktoren als das niederschießen von Pixelhaufen allein zusammenkommen, um ein Kind zum Psycho werden zu lassen. Das entscheidenste ist wohl wie Abwesend andere Vorbilder ausser den Medien sind. Was ich schon von einem Polizisten für Geschichten über achtjährige mit unfähigen Eltern und unbegrenztem Zugang zu Pornographie gehört habe ließ mir in dieser Hinsicht die Meinung aufkommen, dass unfähige Erzieher als Verbrecher an ihren Kindern betrachtet werden sollten. Die Kinder erziehen sich nicht von allein, wie man optimistischerweise gerne annimmt und wenn die Eltern keine Sorge tragen, dass die Gören ein anständiges Weltbild eingetrichtert bekommen dann werden sie sich eben am nächstbesten orientieren: An Medien.

Da die Gören oft noch lange nicht lesen können und die Geduld noch nicht entwickelt haben, um sich mit den besten Vorbildern unserer Geschichte auseinanderzusetzen fallen sie eben auf den Schrott zurück, den man uns täglich vorsetzt, bzw den ihre Freunde ihnen empfehlen. Und da Kinder nicht gerade für ihre überfließende Weisheit bezüglich ihrer Bedürftnisse und ihre Unbestechlichkeit gegenüber Peer-Pressure bekannt sind käme dabei jemand heraus, der seine gesamte Kindheit mit gewalttätigen Videospielen, Privatfernsehen und Horrofilmen verbracht hat. Er mag sich duch Kentnisse in den Verbotenen Bereichen zwar über Jahre hinweg den Respekt seiner Peer-Group gesichert haben, aber hat er/sie dadurch etwas nützliches oder gar wertvolles gelernt? Es stört doch nicht wenn ich Lache?

Was den Kindern schadet, sind nicht Ballerspiele, Horrorfilme oder Gothicmusik sondern Eltern, welche die Beschäftigungen ihres Kindes nicht bemerken und zumindest kommentieren. Kinder hören auf Eltern (so unglaubwürdig das noch sein mag) wie sie auf ihre Gleichaltrigen hören und ein paar Sätze hier und da haben einen beträchtlichen Einfluss auf das Weltbild eines Kindes. Nur wenn Eltern nicht immer wieder ihre Meinung zu den Aktivitäten ihrer Sprösslinge verlauten lassen, dann bekommt man im viertel des Lebens einen Psycho.

Vergleicht es mit einem Spieß beim Heer: Natürlich bringt er dem Soldaten bei, gnadenlos auf Menschen zu schießen, aber er vergisst nicht von Zeit zu Zeit fallenzulassen das Kameraden und Nichtkombattanten nicht als legitime Ziele gewertet werden. Diese paar Nebensätze allein unterscheiden einen Soldaten von einem Psychopaten und einige Eltern vergessen eben diese auszusprechen.

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Gewiss, manche Sachen sind unnötig brutal dargestellt worden zum Beispiel: Battle Royale 1&2)oder haben keinen Sinn (Counterstrike und Unreal Tournament). Wen wundert's das die Leute schreien, oder besser gesagt die MEDIEN, wenn jemand in einem Videospiel einen Gegner fraggt (tötet) und aus den Lautsprecher, neben Sterbensschreien, ein alles übertönendes MULTIKILL fetzt, das es nicht ärger geht?
Ich würde allen, die wegen eines virtuellen Todes in Rage geraten einen Reality-Check und eine Auszeit aus einem allzu anonymen Spielumfeld verordnen. Sollen sie doch mal gegen ihre Kollegen in einer Lan-Party zuhause spielen, wo sie die internetbediengte Anonymität des Gegners nicht dazu verlockt, ihm allen ernstes Flüche entgegenzwerfen.