-
Weltraumpräsident
02:23 -- Korriban, Tal der Sith
Sinistra stand vor einem scheinbar unendlich tiefen Abhang und schaute hinunter, ihre roten Haare wehten im Wind. In der rechten Hand ihr Lichtschwert, welches sie immer und immer wieder in der Hand umherdrehte und geschickt durch ihre Finger gleiten ließ. Sinistras Augen musterten den Nachthimmel des toten Planeten und hörte aufmerksam, was hinter ihr passierte -- nichts passierte. Totenstille. Die Geräusche einiger Kleinstlebewesen durchfuhren die endlose Ebene und aus der ferne hörte man einige Shyracks heulen.
Sinistra schloß die Augen und versuchte, die Stimmen der Macht zu hören, welche ihr die Midichloriane schickten. Sie hörte diese Stimmen fast immer, doch meistens konnte sie aus den vielen simultan sprechenden Tönen nichts kokretes herausfiltern.
Intuitiv steckte sie ihr Lichtschwert zurück an den Gürtel und führte die Finger beider Hände zusammen, um einen Konzentrationspunkt zu schaffen. In ihren Fingerkuppen spürte Sinistra das Herz schlagen und die Macht pulsieren.
'Sie werden versuchen, dich zu vernichten', flüsterte es ihr zu und sie biß die Zähne zusammen, um den Haß in sich zu kompensieren und zu fokussieren. 'Sie jagen dich jetzt schon... du kannst ihnen nicht entkommen. Sie haben deinen Vater getötet und deine Mutter von dir genommen. Jetzt jagen sie dich und sie werden nicht aufgeben, bevor dein toter Kadaver vor ihren Füßen den letzten Hauch ausstößt.'
Sinistra konzentrierte die Wut und den Haß, den es in ihr auslöste und versuchte, aus ihm Kraft zu schöpfen.
'Fühle deine Emotionen. Fühle deine Angst. Benutze sie gegen deine Feinde und mach ihre beste Waffe zu deiner besten Waffe.'
Ein lautes Heulen hinter ihrem Rücken brachte sie dazu, sich blitzartig umzudrehen. Ein düsterer Shyrack flog auf sie zu und riß sein triefendes Maul weit auf, um zuzubeißen. Sinistra zerbrach den Fokus und ihre Hände lösten sich voneinander. Mit der einen griff sie zu ihrem Lichtschwert, die andere streckte sie in Richtung des Flugwesens aus. In dem Moment fletschte auch Sinistra ihre Zähne und schaute das Tier mit einem tödlichen Blick aus. Sekundenbruchteile später entfesselte sie mit der auf den Shyrack gerichteten Hand einen Machtblitz, der die pechschwarze Nacht auf einmal taghell erschienen ließ. Der Blitz traf das Tier, welches schmerzhaft aufjaulte und zerschellte danach an einer Säule der Ruinen. Der Shyrack lag auf dem Boden und war nicht mehr in der Lage, sich aufzuraffen oder zu fliegen. Sinistra trat einige Schritte an ihn heran und sah auf das halbtote Tier hinab, welches ein schmerzverzerrtes Gesicht zog. Es versuchte immer wieder, seinen Kopf nach oben zu strecken doch der fiel dann wieder herunter auf den steinernen Boden. Sinistra grinste zufrieden und starrte dem Shyrack in die Augen. Dann zog sie ihr Lichtschwert und rammte es dem leidenden Tier durch die Schädeldecke, worauf dieses mit einem letzten Schrei völlig verendete. Eine Handbewegung später beförderte sie den Kadaver mit der Macht über die Klippe in den Abgrund und steckte das Lichtschwert wieder zurück an den Gürtel.
Die Ruhe währte nicht lange. Nur einige Sekunden nachdem der Shyrack getötet wurde, hörte Sinistra aus der ferne weitere Tiere ankommen. Sie hatte vergessen, daß Shyracks immer im Rudel auftreten. Aus einer der Höhlen im Tal der Sith kamen zwei Dutzend der Raubtiere auf zu zugeflogen und waren fest davon überzeugt, sie zu töten. Sinistra griff nach ihrem Lichtschwert und sprang den Flugwesen entgegen. Es dauerte nur wenige Augenblicke bevor das typische Geräusch eines Lichtschwertes in tödlicher Symbiose mit den Schmerzensschreien der Shyracks das große Tal durchschallte. Die Tiere fielen reihenweise zu Boden und am Ende stand Sinistra in einem Haufen von Shyrackleichen, welche zum Teil noch zuckten aber größtenteils nicht einmal mehr an einem Stück waren. Sie schritt von dem Haufen weg und setzte aus einiger Entfernung mit der Hand an, um noch einen Machtblitz in den Haufen zu schicken, welcher noch einige Schreie produzierte und die Leichen in Brand setzte. Selbstherrlich grinste Sinistra in sich hinein und schaute wieder hoch zum Himmel. Sie hörte die Stimmen klarer als zuvor und verstand nun langsam, wie man seine Emotionen für sich nutzbar machen konnte. Sie dachte an die Jedi, welche sich vor diesen Empfindungen zu verstecken versuchten und wußte nun auch, warum sie schwach waren und konnte nicht verstehen, wie diese erbärmlichen Lebensformen in der Lage waren, das Imperium zu stürzen und jemanden, der so mächtig war wie Lord Vader oder Lord Sidious, zu bekehren oder zu vernichten. Aber sie wußte, daß es nicht noch einmal passieren würde.
"Nicht übel für den Anfang. Du beginnst, die dunkle Seite zu verstehen", sagte eine Stimme aus dem Dunkeln. Sinistra drehte sich um und sah im Schein des Feuers der verbrenndenden Shyracks einen Schatten hinter einer Säule hevorkommen. Sie schaute in den sternenklaren Himmel und atmete tief ein.
"Ja, Meister."
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
-
Foren-Regeln