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Drachentöter
18:03 – Jedi-Akademie – Yavin 4
Langsam hatte sich Darren Swiftstreamer wieder beruhigt und schalt sich einen Narren, dass er so überreagiert hatte. Sein Schüler Morgan DeCuffe hatte heute gezeigt, wie unglaublich mächtig die Macht in ihm war, und nur ein fähiger Lehrmeister war in der Lage, Morgan so auszubilden, dass er diese Macht auch bewusst nutzen konnte. War Darren selbst überhaupt schon fähig, einen Schüler auszubilden? Er selbst hatte die Ausbildung zum Jedi-Ritter erst vor einiger Zeit abgeschlossen, mit Lob und Fanfaren, mit allerlei guten Worten, dass er ein mächtiger Jedi werden würde und dass er viele ebenso gute Schüler wie ihn selbst ausbilden würde, aber - woher wollten das alle anderen wissen? Lag es nicht an ihm selbst, ob und wie mächtig er werden würde und wie viele Schüler er ausbilden würde?
Darren hielt inne. Erstmals seit seiner Ernennung zum Jedi-Ritter kamen ihm ernsthafte Zweifel, ob er den Anforderungen auch nur ansatzweise gerecht werden würde. Als Padawan hatte er alle Prüfungen meisterhaft bestanden, alle Aufgaben ohne Probleme bewältigt und sämtliche Gegner geschickt besiegt - weil in ihm selbst viel von der Macht war. Aber jetzt wurde etwas anderes von ihm gefordert: Er sollte selbst einen jungen Mann zu dem machen, was er nun war - ein vollwertiger Ritter, der die Macht beherrschen und richtig einsetzen konnte, und mit Stolz den Titel "Jedi" tragen konnte. Dies war keine Frage seiner Fähigkeiten mit der Macht, sondern seiner Fähigkeiten, einen Padawan auszubilden.
Darren Swiftstreamer schüttelte den Kopf. Zweifel waren nicht gut. Nein, sie waren nicht nur nicht gut, sie waren absolut unbegründet. Man hätte ihm keinen Schüler zugewiesen, wenn er dieser Aufgabe nicht gewachsen wäre. Die Ausbildung bedeutete Druck, Stress und viel Arbeit, aber der Jedi-Ritter war sich in allen Punkten sicher, dass er sie ohne Probleme bewältigen würde. Nun, vielleicht nicht ganz ohne Probleme, aber er würde sie bewältigen. Wenigstens da war er sich sicher.
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Drachentöter
18:09 – Jedi-Akademie – Yavin 4
Darren Swiftstreamer hatte den Klassenraum, in dem der Jedi-Meister Luke Skywalker unterrichtete, erreicht. Heute war zu später Stunde irgendeine Sonderschulung angesagt, aber seit Darren selbst kein Padawan mehr war, gingen derlei Sachen alle an ihm vorbei. So sehr sie ihn auch interessiert hätten, er hatte nun andere Sorgen. Aber darüber wollte er sich nun nicht schon wieder den Kopf zerbrechen. Der Jedi-Ritter wartete noch etwa eine Minute vor der geschlossenen Tür, bis sich diese öffnete und die Schüler heraustraten. Einige diskutieren angeregt, andere sahen aus, als hätten sie gerade einen Kriegsschauplatz verlassen. Wenn ein Padawan Darren anschaute, lächelte dieser zurück und machte eine grüßende, aber distanzierte Geste, auf der sich die Schüler selbst einen Reim machen sollten.
Als alle Schüler gegangen waren und Jedi-Ritter Swiftstreamer sich sicher war, dass niemand mehr im Raum war, zog er seinen Mantel zurecht, zog seinen Zopf strammer, räusperte sich und betrat den Hörsaal. Er sah sich um. Das Zimmer war leer, bis auf einen Mann, der am vorderen Pult stand und irgendwelche Zettel durchsah. Luke Skywalker, der Meister der Jedi-Akademie. Obgleich Darren bereits ein Jedi war, und Luke Skywalker nie von seiner Stellung als Meister profitierte und sich auf eine höhere Ebene stellte, fühlte sich Darren dennoch so, als wäre er Skywalker weit unterlegen. Aber das versuchte er sich beim besten Willen nie anmerken zu lassen und schritt zielsicher auf seinen ehemaligen Meister zu.
"Meister Skywalker", begann er schon zu sprechen, als er gerade erst zur Tür reinkam, "entschuldigt vielmals die Störung, aber ich muss mit Euch sprechen. Es ist dringlichst."
"Darren", entgegente Luke Skywalker und sprach, als wäre er keineswegs überrascht, seinen ehemaligen Schüler zu sehen, "wie gut, dass du da bist. Auch ich muss mit dir sprechen."
Unvermittelt endete Darren. Seine höfliche Ader gebot ihm, Meister Skywalker das Wort zu überlassen.
"Bitte, Meister Skywalker, Ihr zuerst. Euer Anliegen muss wichtiger sein als das meine."
"Danke", sprach Luke, lächelte kurz, und wurde dann wieder ernst, "ich habe einen wichtigen Auftrag für dich und deinen Padawan."
Darren Swiftstreamer zuckte zusammen. Was immer Luke Skywalker mit ihm vorhatte, wo immer er ihn hinschicken wollte - der Jedi-Ritter war sich sicher, wenn er einmal nicht die Klappe gehalten sondern einfach weitergeredet hätte, wäre er dem Schicksal entgangen, jetzt an's andere Ende der Galaxis geschickt zu werden ...
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