5:59 Uhr – Jedi Akademie – Yavin 4

Morgan DeCuffe ging schnell und zielstrebig durch die Aula. In der linken Hand hielt er eine Sabacc-Karte, wie fast immer. Er ließ sie halb unbewusst, aber durchaus geschickt durch die Finger gleiten, wie fast immer. Es war der Schmuggler.
Auf seinem Weg grüßte er, wen er antraf, ohne jedoch ein Gespräch zu suchen. Dafür war keine Zeit. Zum Essen genauso wenig. Einer plötzlichen Eingebung folgend griff er sich im Vorbeigehen ein Brot von Sark Kiifans Teller. Sark war ein Padawan wie Morgan und angenehm unkompliziert. Er würde das schon verstehen. Im Laufen drehte sich Morgan kurz zu Sark um, der ihm nur verblüfft hinterher starrte. Morgan rief ihm mit vollem Mund etwas zu, das wie „Mm, Honga!“ klang, eigentlich aber nur ausdrücken sollte, dass er sich entschuldige und Hunger habe. Sark lächelte, als er ihn recht lautstark, aber zu Recht als „dreckigen Dieb“ bezeichnete. Dann war Morgan DeCuffe auch schon verschwunden.

Während er durch die sterilen Gänge marschierte, die mittlerweile sein Zuhause waren, fragte er sich, was ihn heute erwarten würde. Wahrscheinlich unangenehme, aber wichtige – merk dir das, Junge, WICHTIGE – Konzentrationsübungen und dergleichen. Auf jeden Fall irgendwas außerhalb der Akademie. Das konnte bedeuten, im Wald, der sich wenige hundert Meter von der Schule auftürmte und die Schule ebenso gleichgültig betrachtete wie er scheinbar schon den Tempel der Massassi betrachtet hatte. Oder es konnte bedeuten, die halbe Galaxis zu durchqueren um auf einem Eisplaneten oder etwas noch seltsameren zu landen.
Beide Möglichkeiten faszinierten Morgan DeCuffe und erfüllten ihn mit Ehrfurcht. Er war nur ein Sohn eines kleinen Händlers aus einem entlegenen Wüstenkaff auf einem entlegenen Wüstenplaneten.

Er schritt um die letzte Ecke vor dem Eingang der Akademie und sah, dass Meister Swiftstreamer schon auf ihn wartete. Natürlich wartete er schon. Leute wie er waren immer vor den anderen da. Die Schmuggler-Karte beendete schlagartig ihre Wanderung und verschwand ebenso schnell in der Gürteltasche, beim restlichen Deck. Auch Morgans Gang änderte sich. Er wurde langsamer und auf bemühte Art ruhiger. So ging er schweigend bis wenige Schritte vor Darren Swiftstreamer und deutete eine Verbeugung an, indem er kurz den Kopf neigte.
„Guten Morgen, Meister Swiftstreamer. Ich hoffe, Ihr musstet nicht zu lange warten.“