Zitat Zitat von Lychee
Oder ist das wirklich bewiesen, dass die Schulenwahl meist "vererbt" wird?
Ja, ist es. Zumindest wurde vor wenigen Monaten eine Studie veröffentlicht, nach der der Bildungsstand von Kindern in Deutschland überdurchschnittlich stark von der finanziellen Situation der Eltern abhängt, die wiederum in direkter Verbindung zu deren Bildung steht. Kinder aus "bildungsfernen" (ein unschönes Wort) Schichten erreichen in vielen Fällen nicht die schulische Bildung von Akademiker-Kindern. Ich glaube, das nennt man eine geringe soziale Durchlässigkeit oder eine geringe vertikale Mobilität einer Gesellschaft.

Zitat Zitat von haebmann
Die vielen Ausländerkinder und Kinder aus soziale schwachen Schichten bekommen keine Gymnasial-Empfehlung aufgrund des Status der Eltern, so einfach ist das!
Das denke ich nicht. Es mag sein, dass es einige Lehrer gibt, die in wirklich knappen Fällen, bei denen die Empfehlung auf der Kippe steht, den sozialen Status der Eltern unterbewußt berücksichtigen und das Kind für die Realschule empfehlen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es derart verantwortungslose Lehrer gibt.
Ausländische Kinder haben nur deshalb im Schnitt ein geringeres Bildungsniveau, weil es unser System nicht schafft, sie vernünftig zu integrieren, wobei natürlich auch der Integrationswille eine Rolle spielt.

Zitat Zitat von Schattenläufer
nur gibt es eben 2 Varianten von dem Wort "Bildung" [...] Aber dann eben auch noch das Bilden seines Geistes, um das es in diesem Thread ja eigentlich geht... Ich würde sagen, dass zu letzterem die Intelligenz und die Einstellung zu dem Stoff, den man lernt, gehören.
Gerade das, was du als zweite Definition von Bildung nennst würde ich eben nicht unter diesem Begriff verstehen. Unter Bildung fällt meiner Meinung nach wirklich nur Wissen in Form von Fakten und Zusammenhängen. Dass Bildung, Intelligenz und Einstellung sehr stark voneinander abhängig sind, ist eine andere Sache.

Zitat Zitat von haebmann
Früher waren die "bekannten" Leute in der Minderheit, in Zukunft sind es die nicht "bekannten"
Stimmt.


Hier gab es ja schon verschiedene Definitionen vom Begriff "Streber". Im Prinzip besagt der Begriff nur, dass jemand sich sehr zielgerichtet verhält bzw. auf ein bestimmtes Ziel zustrebt. Alles andere (Kameradenschwein, Unselbstständigkeit, Schleimer, Arroganz, ...) wurde aufgrund von Erfahrungen, oft aber auch nur aufgrund von Spekulationen dazugedichtet. Wird jemand, der gute Noten schreibt, später unselbstständig sein?