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Puppet Vampire
#6
Bevor es weiter geht, wollte ich nur mal sagen, dass das Kritisieren hier durchaus erlaubt, sogar erwünscht ist. Also: tut euch keinen Zwang an ^__^
Und nun zu den Episoden, dieses mal von mir und Kakaomaus.
Viel Spass 
DJ n:
Kaum hatte die Bewusstlosigkeit, die Trigaram plötzlich nach der Unterredung mit dem Kaiser erfasst hatte, seinen Geist wieder frei gegeben, spürte er sofort ein flaues Gefühl in der Magengegend. Ein Knurren verriet ihm dann, dass es der Hunger war, der ihn hatte erwachen lassen.
Als er seine Augen aufschlug, blickte der halbe Dunkelelf an eine schwarze, steinerne Decke, die von zwei, sich kreuzenden Balken scheinbar vor dem Einsturz gesichert wurde. Der Raum wurde in ein gedämpftes Licht getaucht, welches von einigen Öllampen kam. An sich war die Kammer, in der sich Trigaram befand, recht karg eingerichtet: ein Bett, in dem sich Trigaram befand, daneben stand ein kleiner Tisch mit einem Teller Fleisch, Brot und Käse und vor dem Tisch ein Stuhl, über dem die Kleidung Trigarams sorgfältig gefaltet hing. Seine Waffen hatte man auf die Sitzfläche des Stuhls gelegt und, wie Trigaram feststellte, nachdem er sich angezogen und gestärkt hatte, geschärft und von Kerben befreit. >>Dieser Kaiser ist scheinbar sehr auf mein Wohlergehen erpicht…<< dachte Trigaram und wurde sich der Ironie der Sache bewusst, als er daran zurück dachte, unter welchen Umständen man ihn und diesen Astiroth an den Ort, wo auch immer er sich befinden mochte, gebracht hatte; wo befand sich Astiroth überhaupt?
Trigaram vermutete, dass auch er sich in einer solchen Kammer wieder gefunden hatte und vermutlich auch neue Kleidung bekommen hatte, denn Trigaram war aufgefallen, dass sein Umhang geflickt und seine schwarze, ärmellose Lederrüstung nachgebessert worden war, ebenso hatten seine Schuhe neue Sohlen und die Hose war gewaschen und geflickt worden.
Nachdem Trigaram den Teller und die Karaffe mit Wasser, die daneben gestanden hatte, geleert und sorgfältig aus dem Weg geräumt hatte, fiel ihm ein Pergament auf, welches sich scheinbar hinter der Karaffe befunden haben musste. Das Sigel war ein einfacher Tropfen schwarzen Wachses ohne jegliche Verzierung eines Siegelringes.
Der halbe Dunkelelf erbrach das Siegel und rollte das Pergament aus. Auf ihm standen in einer schnörkellosen und einfachen Schrift einige Anweisungen für ihn; unter anderem erklärte man ihm, dass in den Stallungen ein Pferd auf ihn warten würde. Des Weiteren würde er am Sattel einen Jagdbogen und einen entsprechenden Köcher mit Pfeilen finden, die ihm der Kaiser in seiner unendlichen Großzügigkeit zur Verfügung gestellt hatte; bei dieser Phrase musste Trigaram unwillkürlich boshaft grinsen und stellte sich insgeheim vor, wie er dem Fettsack von einem Kaiser das Herz raus schneiden und ihm zum Fraße vorsetzen würde, nachdem er zuerst diesem überheblichen und arroganten Dunkelelfen, Zargoch war sein Name, zur Hölle hatte fahren lassen…
Trigaram verwarf den Gedanken wieder schnell, denn er wusste nicht, ob sich einer der Diener des Kaisers in der Nähe aufhielten und zufällig seine Gedanken lasen. Daher entschloss er sich, das Pergament weiter zu lesen.
Es standen noch einige Zeilen darüber, wohin er und Astiroth sich zuerst begeben sollten: ihr erstes Ziel sollte der Hafen des Kaiserreiches sein, der eine 12 Tages-Reise nördlich von der Hauptstadt, in der sich Trigaram also befand, liegen sollte. Dort hatte man bereits ein Schiff für die beiden bereit gemacht, welches sie auf den Kontinent nördlich von Garmil, dem Kontinent auf dem sich sowohl das Reich des Kaisers, als auch die westlichen Königreiche befanden, lag. Dort sollten, so hatten einige Spione des Kaisers herausgefunden, in eine der vielen Wüsten, die es auf dem Kontinent Tareisos gab, sich die Armschienen der besagten Rüstung befinden. Diese galt es, der Wortwahl nach zu urteilen, so schnell es ginge, zu finden und in die Hauptstadt zu schaffen.
„Also nur ein kleiner Ausflug übers Meer und in eine Wüste auf einem Wüstenkontinent… herrlich…“ murmelte Trigaram und rollte das Pergament zusammen, um es unter seinem Umhang verschwinden zu lassen. „Ich hasse Schiffe, ich hasse Seereisen und vor allem hasse ich Wüsten…“ knurrte der halbe Dunkelelf verdrossen und wandte sich zur Tür. Zu seinem Erstaunen war die Tür geöffnet und im Türrahmen stand Astiroth, dem man tatsächlich neue Kleidung gegeben hatte und blickte Trigaram mit einer Mischung aus Musterung und Spott an. „Was ist?“ zischte Trigaram kalt; er hasste es, belauscht zu werden, vor allem wenn er nicht mitbekam, wenn jemand ihn belauschte. „Nichts, nichts.“ Beteuerte Astiroth mit aufgesetzter Unschuldsmiene, konnte sich aber ein dünnes Grinsen nicht verkneifen. „Dann mal auf, mein gemischter Freund! Wir sind ab heute Partner!“ sagte der Mensch und das Grinsen breitete sich nun offen und ganz auf seinem ausgemergelten Gesicht aus. Trigaram bedachte Astiroth nur mit einem langen, dunklen blick, bevor er auf ihn zu ging und mit ihm zusammen durch die schwarzen Korridore ging, auf dem Weg zu den Stallungen. >>Das wird eine tolle Partnerschaft…<<
Kakaomaus:
]Der Gesichtsausdruck des vor Diara stehenden Mannes zeigte eine starke Verunsicherung, die auf Diara umschlug. Sie war kaum noch von ihm entfernt, blieb dann jedoch stehen um ihn erneut zu mustern. Ihr Gefühl warnte sie vor etwas, das in ihm lauerte.
Es könnte sehr schnell gehen, sie müsste nur noch zwei Schritte gehen, schnell mit ihren Händen Kinn und Nacken auseinander drücken und dann ihre flinken und spitzen Zähne in sein warmes und weiches Fleisch drücken um dann endlich sein wunderbares Blut zu kosten.
Doch mit ihrem Innehalten machte sie ihn noch unsicherer.
„Wer seid Ihr!?“, fragte er erneut und versuchte eine weitere Regung in ihrem Gesicht wahrzunehmen.
Diara lächelte, streifte ihren Beutel vom Körper neben sich auf den dreckigen und alten Boden, knöpfte ihren Umhang auf und warf diesen ebenfalls auf den Boden. Mit ihrer erhobenen Hand ließ sie ihn wissen es ihr nach zu tun, und so, jedoch etwas widerwillig, streifte er seinen Rucksack ab, stellte diesen sanft auf dem Boden ab, um dann noch unerfreuter seinen Umhang auf den Boden gleiten zu lassen. Kurzerhand machte Diara kehrt um eine Kerze auf einem nahe stehenden Tisch mit einem daneben liegenden Streichholz anzuzünden, um ihn in dieser ungemütlichen Dunkelheit trotz ihres fabelhaften Augenlichts besser betrachten zu können. In diesem matten Licht erschrak sie vor den Drachenflügel, die hinter seinem Rücken hervorschauten. Nicht weniger erschrocken darüber stellte sie fest, dass an seinen Füßen Krallen herauswuchsen und er offenbar keine richtigen Schuhe trug. Er jedoch sah nicht sehr unglücklich aus beim Anblick ihres dunkelroten und knöchellangen Kleides, der ihre Figur schlank und lang erscheinen ließ.
„Was für ein Geschöpf seid denn Ihr!?“, fragte sie schließlich mit einem kurzen Blick der Verängstigung und um ihrem Bauch, der ohnehin die ganze Zeit etwas vorausgeahnt hatte, endlich das Gefühl der Einsicht zu geben.
Nun bin ich wohl doch in Arme einer verängstigen Frau gelaufen, das schaffe ich wohl immer wieder! Und wie sie mich ansieht! Als wäre ich ein Ungeheuer, wobei ich das in ihren Augen wahrscheinlich bin. Was mache ich denn nun bloß!? Wenn sie jetzt versucht zu fliehen und dann die Menschen unten warnen will, soll ich… Ich will ihr nichts antun…
„Ihr schuldet mir eine Antwort“, sagte Diara sanft und kam ihm vorsichtig näher. „Nennt mir wenigstens Euren werten Namen“, bat sie noch einmal um eine Antwort und sah ihn mit wachsamen Augen an.
„Mein Name…“ …ich bin erstaunt dass sie noch nicht die Flucht ergriffen hat …“… ist Vintal van Question und es wundert mich ein wenig, dass Ihr…“ „Nun bitte, sagt mir, was Ihr für ein Geschöpf seid“, unterbrach Diara ihn seltsam erregt und starrte seine schönen Augen an.
„Ich bin halb Mensch, halb Drache, falls Euch diese Antwort genügt“, antwortete Vintal gelassen, unterdrückte seine nervöse Ader. Diara hob den Kopf ein wenig an da sie erneut seinen würzigen Blutgeruch wahrnahm. „So jung…“, flüsterte sie mehr zu sich selbst und trat ihm näher. „Was wollt Ihr von mir? Ihr seht was ich bin, ich kann erkennen dass Ihr Angst habt und doch sind wir noch in diesem Raum, zusammen…“, fragte Vintal sie, bevor sie ihm zu nahe kam. „Genießt doch einfach…oder habt Ihr gelernt zu verlernen?“, antwortete sie daraufhin, wohl wissend dass sie ihn nur noch mehr verwirrte. Oder habt Ihr gelernt zu verlernen, was bitte soll denn das?
Diara lächelte matt und blickte an seinem Körper hinunter, blieb dabei mit dem Blick zuerst an seinen langen schwarzen Haaren hängen ehe sie seine Kleidung, die sie mit einem leichten Nicken vernahm, außer Betracht ließ. Am kaum erkennbaren Gürtel hingen zwei Mithril –Wurfringe, die Diara – wäre sie jetzt in einer brenzligen Situation – zur Fluchtannahme verleiten ließen. Vintal, von ihrer langatmigen Stille beunruhigt, ahnte Ungutes, hob die Hände, an denen Diara goldene Armreife sowie Metallene Handschuhe vernahm und ließ diese an seinen Gürtel herantasten. „Glaubt Ihr diese Ringe werden nötig sein um mich zu bekämpfen?“, fragte Diara mit einem immerzu lächelnden Gesichtausdruck. Sie wollte ihre Hände ebenfalls heben, doch sie zitterten derartig stark, dass sie es nicht wagte großartige Bewegungen zu vernehmen. Doch um zu Vintal ´s Blut zu gelangen musste sie sich schon noch anstrengen, da er nicht den Eindruck vernehmen ließ als würde es ihr einfach machen.
Da fiel ihr ein dass sie vielleicht doch auf seine Frage antworten sollte, nur wo wäre dann der Spaß?
Ihre Zunge tastete an ihren spitzen Zahn und langsam begann ihr Wahrnehmungssinn zu schwinden.
Sie schritt auf ihn zu, wagte es ihre zitternde Hand zu heben und sein weiches Haar zu berühren. Mit einer sanften Bewegung strich sie dieses aus seinem Gesicht hinter sein Ohr, wo sie mit kurzem Seitenblick einen Kristallohrring registrierte.
Irgendwas stimmt hier nicht, irgendwas… Ich hab kein gutes Gefühl…, dachte Vintal erneut, diesmal verstört.
Diara blickte ihm in seine roten Augen, streichelte ihm mit ihrer Hand leicht über seine Wange und verspürte den innigen Wunsch ihn verschonen zu können.
Solche wunderschönen grünen Augen…, schoss es ihm durch den Kopf.
Mit ihrer anderen Hand streifte sie seine Hand, die die Ringe ergriffen hatten und wohl wurfbereit waren, vom Gürtel weg und verschränkte ihre Finger in den seinen.
Seine Augen wurden unruhig, blickten zwischen ihren Augen hin und her, verrieten große Unsicherheit, verengten sich und schließlich war er sich selbst nicht mehr sicher was er wollte.
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, sein Blut floss derartig schnell dass Diara es kaum ertragen konnte ihn so hinzuhalten und doch, sie geriet in einen Zwiespalt, der sie immer noch innehalten ließ, mit der einen Hand an seiner Wange. Ihre Nasenspitze und ihre Lippen berührte kaum seine als er den Kampf mit sich selbst gewonnen hatte und sie noch widerwilliger als zuvor mit seiner freien Hand ein paar Schritte wegstieß.
„Himmelherrgott noch einmal! Was für ein Wesen seid Ihr? Ich spüre doch ganz deutlich, dass etwas nicht stimmt!“, rief Vintal hervor und sah sie erblassend an. Diara hob ihre zitternden Hände an ihr eigenes Gesicht und ließ sich müde auf den Boden sinken. „Bitte“, flehte sie ihn an „Vergebt mir, doch ich brauche es…! Ich trachte danach, seit Monaten und kann nicht leben ohne. Ich bin ein Geschöpf der Nacht und erhalte mich durch Blut der Menschen am Leben!“
Vintal schreckte panisch zurück, ergriff seine Ringe erneut und ließ diese dann wieder los. Armes Geschöpf!, fiel ihm nur dazu ein. „Es tut mir Leid um Euch, doch mein Leben werde Ich euch nicht geben. Zumindest nicht mein Blut“, sagte er mitleidig, doch noch immer nicht sicher ob ihrer Person. Diara blickte hoffnungslos zu ihm hoch, sah widerwärtige Neugierde in seinen roten Augen und schüttelte dann den Kopf. „Vergebt mir, ich kann nichts gegen mein Schicksal tun.“
Sie versuchte aufzustehen, sackte dann jedoch wieder auf den Boden...
DJ n
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