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Legende
Spike McFang (SNES)
Ich liebe dieses Spiel zwar auf eine kranke Weise, aber eigentlich ist es nur hassenswert. Obwohl es die süßesten Grafiken hat, die ich je in einem Action-Adventure gesehen habe, besitzt es einen so übertriebenen Schwierigkeitsgrad, dass es fast nur per Emu mit Savestates zu bewältigen ist. Der Grund darin liegt noch nicht einmal in übertriebenem Gegneraufkommen, sondern eher in einem für die Lernkurve des kleinen Magiers Spike zu geringen Potential an Auflevelmöglichkeiten. Das Kampfsystem ist dahin gehend aufgebaut, dass Spike mit seinem Hut (als Bumerangattacke) oder mit seinem Magiergewand (das er wie ein Brummkreisel um sich schwingt) seine Gegner erledigen soll, für mächtigere Antagonisten kann er außerdem in den Städten gegen etwas Gold eine Karte ziehen, die eine zufällige magische Wirkung besitzt.
Leider sind die Gegner Spike schon am Anfang derartig überlegen, dass er gar nicht an genug Karten gelangt, um sich die Kämpfe zu erleichtern. Die wenigsten gegner hinterlassen adäquate Mengen an Gold, um eine Heilung in der Stat bezahlen zu können, sodass Spike auf von ihnen hinterlassene Tomatenstücke angewiesen ist (das Pendant zu Zeldas Herzen). Nur zieht ein durchschnittlicher Gegner etwa eine halbe von Spikes Tomaten ab, während er zunächst fast nur Viertelsegmente findet - und selbst de sind selten. Da unter den Umständen Aufleveln viel zu schwierig wird, geht man in der regel eher den direkten Weg zum Ende des Levels - wo einen bereits am Anfang eine gegnerin erwartet, die ein oder zwei Stufen höher als man selbst ist und somit effektiv über die zweieinhalbfache Lebensenergie verfügt (Endgegner bekommen grundsätzlich ein mal ihre Energie aufgefüllt). Karten sind so ziemlich die einzige Lösung für einen solchen Kampf, doch sind sie in der Regel nicht ausreichend vorhanden (zumindest nach dem zweiten Boss, wenn man seine Karten auf dessen Vernichtung konzentriert hat und am Ende des Dungeons noch ein weiterer folgt).
Spike McFang ist eines der unbalanciertesten Spiele, die ich je gespielt habe. Man braucht allerdings auch einiges an kranker Liebe zu solchen Spielen, um nicht schon beim ersten Boss Felina abzubrechen.
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