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Krieger
Mal etwas aus der anderen Ecke, ich hab das ganze ja schon lange hinter mir:
Ich habe das Gymnasium besucht, vor allem deshalb, weil meine Eltern wollten, dass was aus mir wird und weil ich mich mit dem Lernen nach gewissen Anfangsschwierigkeiten (aber das ist ein anderes Thema) relativ leicht getan habe.
Das mit der realitätsfernen Ausbildung auf Gymnasien kann ich zumindest für die Vergangenheit (so dreissig Jahre zurück) bestätigen. Das mangelnde Bewußtsein für die Zukunft kann ich nicht bestätigen (wobei Träume ja nicht nur ausgelebt, sondern auch finanziert werden wollen).
Ich war seit ich denken kann naturwissenschaftlich interessiert und habe für mein Leben gern gezeichnet. Das Zeichnen kam für mich als Beruf nicht in Frage, da ich das Gefühl hatte, dass es entweder eine ziemlich brotlose Kunst ist oder aber als Pflichtübung zur Qual werden könnte.
Am liebsten hätte ich mich so ab 12 Jahren als Pferdepfleger verdingt, was mir meine Eltern aber gottseidank erfolgreich ausgeredet haben. Ich wollte sehr lange etwas mit Pferden machen und habe mich nicht zuletzt aus diesem Grund entschieden Veterinärmedizin zu studieren. Das Studium an sich hat mir sehr viel gebracht fürs Leben, allerdings habe ich entdeckt, dass ich mehr der theoretische als der praxistaugliche Typ bin. Das hat zum Größtenteil allerdings am Umgang mit den Tierbesitzern gelegen, nicht an den Tieren selbst. Aus diesem Grunde favorisierte ich eher Labortätigkeiten und habe mich da auch beworben, als mir der Job als Grenztierarzt angeboten wurde. Zu dieser Zeit, vor über zwanzig Jahren suchte man beim Staat noch Personal, nicht so wie heute, wo auf eine offene Stelle mehrere hundert Bewerber kommen, die dann noch per Psycho und Fremdsprachentests ausgesiebt werden.
Langer Rede kurzer Sinn: Obwohl ich in meinem Beruf eher einer Randgruppe zugehöre, die von den Praktikern manchmal belächelt wird fühle ich mich in meinem Job recht wohl.
Meine Berufskarriere war eine Mischung aus Planung und Zufall. Was ich daraus weitergeben möchte ist folgendes: Versucht einmal begonnene Dinge auch fertigzumachen, scheut euch aber nicht, Gelegenheiten die euch angeboten werden beim Schopf zu ergreifen. Auch wenn Anfangs alles ziemlich verwirrend ist, fügt sich doch eins ans andere, sodass man früher oder später seinen Platz im Leben findet.
Liebe Grüße Gabi
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