Leider kann ich diesen Valentinstag nicht mit meinem Verlobten verbringen, da er aus beruflichen Gründen derweil die Woche über in Frankfurt ist, und ich in Hamburg . Momentan führen wir sozusagen eine Wochenendsbeziehung . Zum Glück kommt er jeden Freitag fürs Wochenende nach Hause, da er dank seiner Arbeit auch sehr preiswert fliegen kann. Trotzdem ist es irgendwie komisch ohne ihn. Wir wohnen jetzt seit zirka 3 Jahren zusammen und sind seit über 5,5 Jahren ein Paar ... und seitdem ich ihn jahrelang eigentlich (fast) jeden Tag gesehen habe, bleiben uns auf einmal nur noch die Wochenenden . Aber naja, man kann's ja nicht ändern - und er bemüht sich auch weiterhin um eine Stelle hier in Hamburg, so dass unsere Fernbeziehung (hoffentlich) nicht all zu lange andauern wird. Aber ich bin mir zu 10000000% sicher, dass wir diese Zeit irgendwie meistern werden - wir haben in unserer Beziehung schon so manche andere Hürde genommen. Und die neun Monate Bundeswehr haben wir auch irgendwie überstanden - also von daher ... . Und die Zeit, die wir am Wochenende miteinander verbringen können, genieße ich um so mehr . Ich freue mich freitags immer wie ein kleines Kind ihn endlich wieder sehen zu dürfen, dafür fließen dann am Sonntag schon mal die Tränen .

Aber ich weiß, dass ich mich auf meinen Freund immer verlassen kann - und dass er immer für mich da ist. Und wenn mal Not am Mann ist, würde er sofort zu mir rüber nach Hamburg jetten - was will man mehr ?

Den Valentinstag haben wir dieses Jahr sozusagen vorgefeiert. Wir waren am Wochenende schön gemeinsam essen. Mir ist es sowieso nicht wichtig, ob und wann dieser Tag gefeiert wird. Hauptsache man ist gedanklich immer mit seinem Partner verbunden und zeigt ihm so oft wie möglich, wieviel er einem bedeutet. Mein Verlobter sieht das ähnlich. Nichtsdestotrotz hat er es sich nicht nehmen lassen, mir aus Frankfurt übers Internet Blumen zu bestellen und mir diese ans Büro zu schicken . Habe mich wirklich darüber gefreut . Naja, und ich habe ihm auch was kleines bei Amazon bestellt ... Aber egal ... Auf jeden Fall schenken wir uns auch mal außer der Reihe was, und nicht nur am Valentinstag.

Zitat Zitat von July
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Was hier jetzt schon öfter angesprochen wurde, wegen des Ansprechens und abblitzen lassen und so. Ich weiß nicht, ob das überhaupt funktioniert. Bei mir wars bisher so, dass sich das mit meinen Freunden immer langsam ergeben hat. [...]
Yop, das sehe ich auch so. Allerdings hat das ganze bei mir wesentlich länger gedauert. Ich hole jetzt mal wieder gewaltig aus und plauder ganz kitsch-o-mäßig aus dem Chocobo-Beziehungs-Nähkästchen.

Ich kenne meinen Verlobten schon mehr oder weniger seitdem ich denken kann. Böse Zungen möchten jetzt behaupten, dass das noch nicht allzu lange her sein kann, aber defakto kenne ich meinen Kuutschie seit dem Sommer 1988 (genaues Datum weiß ich nimmer). Wir haben uns auf einem Spielplatz kennengelernt. Er war damals sechs, ich acht. Von daher lief da außer im Sandkasten spielen und toben erstmal gar nix!

Irgendwann kamen wir ins kindliche Gespräch, wobei sich herausstellte, dass er ein Master System und ich einen C64 hatte . Da wir beide großes Interesse an Computer und Videospielen hatten, beschlossen wir, uns einander zu besuchen um das System des anderen zu bestaunen, und gemeinsam zu zocken. Tja, seit diesem Tag im Sommer 1988 an sahen wir uns nahezu jeden Tag. Wir zockten, wir bauten mit Legos, wir spielten draußen. Es war eine tolle Zeit . Zum Glück wohnten wir auch gerade mal ein paar Häuser auseinander.

Dadurch, dass wir schon als Kinder sehr viel zusammen gehangen haben, haben wir uns untereinander sehr geprägt. Deshalb haben wir auch wohl in vielen Dingen den gleichen Geschmack, seien es nun Spiele, Filme, Musik oder Essen etc. Mit den Jahren wurde er immer mehr zu meinem allerbesten Freund, wir waren immer füreinander da. Die schönsten Erinnerungen meines Lebens verbinde ich eigentlich mit ihm.

Nachdem ich irgendwann mal sitzen geblieben bin, gingen wir sogar irgendwann in die gleiche Klasse. - wir haben übrigens sogar zusammen Abitur gemacht . Das niedliche war, dass eigentlich permanent unser Freundeskreis versucht hat uns zu verkuppeln, aber wir beide immer abglehnt haben .

Erst nach elf Jahren Freundschaft haben wir zusammen gefunden. Es war im Sommer 1999, als wir beschlossen eine Reise nach London zu unternehmen. Die Reise war vorerst als nix besonderes geplant, sondern sollte lediglich eine Reise unter guten Freunden sein. Auf Anraten unserer Eltern (die hatten uns damals noch die Reise finanziert ...) hatten wir beide getrennte Zimmer. Allerdings saßen wir abends häufig bis spät in die Nacht gemeinsam auf meinem Zimmer, um zu plaudern oder einfach nur fernzusehen.

Nunja, und dann passierte auf einmal das, was ich auch heute nur schwer in Worte fassen kann. Wir saßen wieder auf meinem Bett, es war früher abend und wir schauten fern, um uns von dem anstrengenden Tag zu erholen, bevor wir erneut losziehen wollten. Aufeinmal hat er mich von hinten in den Arm genommen. Ich kann dieses Gefühl nicht wirklich beschrieben, ich kann nur sagen, dass es sich anders anfühlte, als all die anderen rein freundschaftlichen Umarmungen all die Jahre zuvor. Es war wie im Traum, einfach nur wunderschön . Zunächst kuschelte ich mich nur in seine Arme, dann habe ich mich aber zu ihm umgedreht und seine Umarmung erwidert. Nunja, und dann ist sozusagen der besagte Funke übergesprungen - und wir haben uns geküsst . Seitdem sind wir ein Paar .

Allerdings hat es einige Zeit gedauert, bis wir unseren Eltern, aber auch unseren Freunden gezeigt haben, dass wir jetzt zusammen sind. Es hört sich irgendwie vielleicht blöde an, aber uns fiel es einfach schwer nach all den Jahren und den vielen Spekulationen um uns einfach so rauszuposaunen: "Hey, wir sind jetzt ein Paar!" Aber naja, irgendwann ließ es sich dann doch nicht mehr verbergen .

Wir sind jetzt seit über 5,5 Jahren zusammen, seit drei Jahren teilen wir uns eine Wohnung (im Moment wiegesagt leider nur am Wochenende ) und seit dem 05.08.2002 verlobt . Ich bin froh, dass ich ihn habe, wir haben schon viel schönes miteinander erlebt, wie zum Beispiel gemeinsame Reisen (Japan ). Aber wir haben auch schwere Zeiten gemeinsam gemeistert, und so hat er mir zum Beispiel bei dem Tod meines Bruder beigestanden wie kein anderer und hat es geschafft mich in dieser miesen Zeit zu trösten. Gerade damals habe ich gemerkt, was ich an ihm habe - ich weiß nicht, ob ich all das ohne ihn geschafft hätte, ich bin ihm unendlich dankbar für alles .

Argh, bevor ich euch noch weiter von meinem rosaroten Schnulzen auf die Nerven gehen, mache ich mal lieber Schluß. Wer weiß, ob jemand überhaupt soviel liest . Eigentlich hätte das ganze ja auch irgendwo in den Foren-Paare-Thread gepasst, aber da ich meinen Schnuffy eben nicht übers Internet kennengelernt habe, lasse ich mich eben hier über dieses Thema aus .

Grüße,

Chocobo