Zitat Zitat von elite_benny
Ja, ich denke auch, das eine derartige Entwicklung eher unwahrscheinlich ist. Aber so ist es nach Kriegen immer. Nach dem 30-jährigen Krieg gab es 100 Jahre lang kaum kriegerische Auseinandersetzungen. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Menschen nochmal auf die dumme Idee kommen, Krieg in ähnlich großem Ausmaß zu führen. Ich denke, wenn man Kriegen überhaupt etwas positives abgewinnen kann, dann, dass die Menschen nach jedem Krieg ein wenig intelligenter sind.
Hmm, finde ich eher gefährlich, gerade so zu argumentieren. Bedenkt man, dass im Mittelalter keine Territorialkriege geführt wurden und dass der 30 jährige Krieg ein Religionskrieg war, ist das Beispiel meiner Meinung nach etwas ungünstig. Die Kriege, wie wir sie kennen haben ihren Ursprung ja im 19. Jahrhundert und dieses war bekanntlich von Kriegen geprägt. Und selbst nach dem 1.Weltkrieg, als niemand mehr einen Krieg wollte, dauerte es nur 20 Jahre, bis alles von vorne begann. Darauf folgten wieder 50 Jahre, in denen zum absoluten Krieg ein Funke gefehlt hätte und dessen Vorboten vor allem in Asien ins Scheinwerferlicht traten. Ich sehe den Grund, warum in Deutschland nie wieder rechtsextreme Parteien an die Macht kommen können viel eher im deutschen Trauma. Selbst 2 Generationen nach dem 2. Weltkrieg hat man das Gefühl, dass sich Deutschland immer noch schämt, das Wort Patriotismus (in anderen Ländern eine Tugend) wird stiefmütterlich behandelt, alleine weil etwas wie ein schlechtes Gewissen existiert. Zum Thema Krieg selber: Ja, einige positive Entwicklungen kann man Kriegen durchaus zuschreiben, auch wenn es schwer fällt. Viele technische Errungenschaften (interessantes Beispiel: Kugelschreiber) wären ohne Kriege erst viel später oder gar nicht entwickelt worden. Ausserdem profitieren die Fianzen gewisser Länder von Kriegen der Nachbaren, was bei WIederaufbau zu einer Gesammtaufwertung führen kann... ich betone, kann, nicht muss... Trotz allem sind die Kosten eines Krieges (und damit meine ich nicht rein monetäre Flüsse sondern auch Menschenleben) einfach zu hoch, als dass er als Mittel zu irgendwas dienen könnte. Ich entschuldige für den kurzen Exkurs.