Ein realistisches Rollenspiel wäre doch langweilig. Die Welt soll erkundet werden und das soll Spaß machen. Die Kisten sind genau so ein Wunder der Rollenspiele, wie die Monster. Und die Monster tragen komischerweise immer Gegenstände mit sich, von denen sie keinen Gebrauch machen können. Abgesehen davon, dass ein "Slime" nicht existiert, warum muss das Vieh gleich eine Lederrüstung abwerfen oder eben zwei Heiltränke? Und für Geld bekommen Monster doch sowieso nichts.

Weiterhin würden die Kämpfe gegen die eigene Rasse wegfallen. Wieso gilt man z.B. als der stärkste Krieger der Welt und kämpft in einer Gruppe gegen einen anderen Menschen, der 5x so viel HP und MP besitzt und auch wesentlich stärker in allen anderen Werten ist. Oder was auch in fast allen Rollenspielen an der Tagesordnung ist: Es gibt mehr Läden als Häuser und keine wirkliche Wirtschaft. Wie es dazu kommt, dass alle Geld, Brot und ein arbeitsfreies Leben haben (außer die Ladenhüter) und dennoch alle Leben können, ist unbegreiflich.

Das Kistengeheimnis ist auch gut vergleichbar mit den geheimen Tempeln, in denen sich große Kräfte verstecken. Warum die reichen Könige mit ihren starken Armeen nicht diese Kräft an sich nehmen, ist auch ein Rätsel.

Und allgemein. In Rollenspielen sind Gespräche mit dem König wie Dialoge unter Freunden. "Hallo König. Was geht ab? Ich wollte dir mal einklickern, dass ich den behinderten Dämon platt gemacht hab." In Wirklichkeit würde der König sich nie von einem solchen Menschen ansprechen lassen. Dafür muss er sich schon einen Namen gemacht haben und sehr angesehen sein. Aber Freundesgespräche würde es nie geben. Zumindest nicht so, wie viele Rollenspiele es zeigen.

Das Rollenspiele unrealistischer sind als Ego-Shooter, ist ja auch nicht schlimm. Die Kisten, die Tempel, die Monster und was immer erfunden wird, macht gerade den Reiz an Rollenspielen auf. Lasst die Kisten, wie sie sind und wo sie sind. Ihr könnt nicht einfach ihre Existenz in Frage stellen und sie schamlos ausrotten. Das geht doch nicht.