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Thema: [ALT] Link´s Legacy #2 - The Adventure goes on

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  1. #1
    Gerade als Priester Elias weitermachen wollte, kam Cruentus reingerannt.
    'Los Kiro, lass uns gehen, wir haben nicht mehr viel Zeit, die Moblins zu fangen.'
    'Moblins? Fangen? Wovon redest du?'
    'Cruentus wird es dir später erklären. Cruentus, das hier ist von großer Wichtigkeit, also du kannst jetzt rausgehen und warten, oder dich zu uns setzten.' sagte Elias ruhig. Cruentus warf ihm einen giftigen Blick zu und setzte sich hin und Elias machte weiter
    ‘also zu der Zeit hatte der Held der Zeit Ganondorf besiegt, doch es waren noch viele seiner Anhänger verblieben. Einer von ihnen war Gideon-’
    ‘Gideon? Das heißt, er hatte schon damals gelebt?’ brach Kiro ihm ins Wort.
    ‘Es war Gideon, aber er war nicht der selbe, gegen den du gekämpft hast. Du wirst es früh genug verstehen, Kiro, also hör mir erst gut zu!’ danach fuhr Elias fort ‘Gideon war einer der stärksten und bösartigsten Dämonen, die damals existierten. Er hatte die Kraft, die Kräfte seiner Opfer zu absorbieren. In Hyrule ging ein Gerücht umher, das von geheimen Kräften, die in den HorrorKids schlummerten, erzählte. Das passte Gideon nur zu gut, denn er wollte genug Kraft erlangen, um Ganondorf wieder zu befreien.’
    ‘Wieso hat er dann nicht die Kräfte der Hylianer absorbiert?’
    ‘Darauf wollte ich gerade kommen. Er hatte Angst!’
    ‘Angst?’
    ‘Ja genau, Angst, Angst vor dem größten Dämonenjäger der Shiekah. Er suchte Gideon schon seit Jahren. Gideon wusste, dass wenn er einfach und offen angreifen würde, hätte der Jäger ihn getötet.'
    ‘Priester Elias, Ihr solltet mich aufklären und nicht noch mehr verwirren. Was hat das alles mit mir zu tun?’
    ‘Sehr viel, du wirst sicher schockiert sein wen ich dir den Namen des Shiekah verrate.’
    ‘Wieso sollte ich schockiert sein über einen Namen?’
    ‘Weil sein Name Kiro lautete.’
    ‘WAS. KIRO.’ Kiro sprang auf und fasste sich an den Kopf. Er ging aufgeregt umher. Diese Geschichte wurde ihm einfach zu bizarr und unwahrscheinlich, am Liebsten wäre ihm gewesen einfach raus zu rennen. Doch irgend etwas brachte ihn dazu, sich wieder auf seinen Stuhl zu setzen.
    ‘Macht bitte weiter, Priester, ich bin mir sicher, dass ich es verstehen werde, wenn ich mir die Geschichte bis zum Ende anhöre.’
    ‘Ja, das wirst du. Wo waren wir stehen geblieben, ach ja, bei Kiro. Kiro erfuhr von dem Plan, dass Gideon alle HorrorKids töten wollte, um an ihre Kräfte zu gelangen, darum machte er sich auf den Weg zu den Verlorenen Wäldern. Dort angekommen suchte er sich einen Platz, von wo er Übersicht auf die ganze Steppe hatte. Nachdem er ein paar Tage gewartet hatte, sah er Gideon mit einer Dämonentruppe auf den Wald zu reiten. Kiro rannte so schnell er konnte und fing sie am Rande des Waldes ab.
    “Du kannst mich nicht aufhalten, Shiekah!” sagte Gideon, der in seiner schwarzen Rüstung hochmütig auf seinem Pferd hockte.
    “Glaubst du das wirklich?” sagte Kiro und zog sein Schwert heraus. Gideon gab daraufhin den Befehl zum Angriff. Die Dämonenhorde stürzte sich auf ihn und Gideon ritt mit den Worten “ Viel Spaß noch, wir sehen uns in der Hölle” direkt in den Wald. Kiro kämpfte tapfer gegen die Dämonen und nach wenigen Minuten hatte er sie alle erledigt. Er rannte gleich danach in den Wald um Gideon zu suchen. Kiro wusste, dass er schnell handeln musste, andernfalls wurde er zum Baum werden.
    Gideon der weit vor Kiro war, spürte die Anwesenheit der HorrorKids und fand sie mühelos.
    “Wer…wer bist du? Und was willst du von uns?” fragten die HorrorKids.
    “Ich bin Gideon und ich bin hier um euren armseligen Leben ein Ende zu bereiten.” sagte Gideon und lachte bösartig auf. Darauf hin sprangen alle HorrorKids ängstlich herum und versteckten sich in den Bäumen.
    “Ihr könnt euch nicht verstecken! Ich werde euch so oder so finden. Eure einzige Rettung wird gerade von meinen Dämonen zerfetzt.” dieses mal lachte er noch lauter, fast schreiend bei dem Gedanken, dass er endlich Kiro los war. Das war jedoch ein sehr großer Fehler, denn Kiro konnte ihn somit ausfindig machen. Kiro rannte als ob der Teufel hinter ihm her war.
    “Such dir jemanden in deiner Größe, Gideon!” sagte Kiro zu Gideon der daraufhin vor Erstaunen ein HorrorKid fallen ließ, das er am Hals gepackt hatte.
    “Wie, wie konntest du den Angriff überleben?” sagte Gideon wütend.
    “Freut mich auch dich wieder zu sehen. Aber jetzt lass uns anfangen, ich hab ja schließlich nicht den ganzen Tag Zeit”
    Gideon und Kiro kämpften ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste zu machen, sie hatten nur ein Ziel vor Augen, ihren Gegner auszulöschen.
    Doch es war ein ungleicher Kampf, denn Gideon war von dem Fluch des Dekubaumes nicht betroffen, so wurde Kiro immer schwächer so dass Gideon nach und nach die Oberhand über den Kampf gewann.
    “Du hast wohl tatsächlich geglaubt, du könntest mich unter diesen Umständen besiegen, oder?” Gideon erhob sein Schwert und fügte Kiro, der auf dem Boden lag, eine tödliche Wunde zu.’


    Kiro fasste sich an den Magen und musste an seinen Kampf mit Gideon denken.

    ‘Kiro war ohne mit der Wimper zu zucken aufgestanden und sagte zu Gideon. “Das hab ich wirklich gedacht. Und ich denke, dass ich damit richtig lag. Schau dich doch mal um.”
    Gideon drehte seinen Kopf und sah, dass sich die HorrorKids um sie versammelt hatten mit den Händen voller Dekunüsse. “Nein!” flüsterte Gideon zu sich selbst. “Doch!” sagte Kiro “ Los, schießt!”
    Die HorrorKids schossen mit Dekunüssen auf Gideon, in dem Moment griff Kiro an und erledigte ihn. Die HorrorKids jubelten und sprangen herum. Auf Kiros Gesicht erschien ein Lächeln “Endlich.”
    Er sank auf die Knie und versuchte sich an seinem Schwert festzuhalten, das er ihn den Boden gesteckt hatte. “Was ist mit dir?” fragte das HorrorKid, das der Freund des Helden der Zeit war.
    “Ach nichts, es hat mich nur ein bißchen schwer erwischt.” In diesem Moment erschien der alte Man wieder. “Du weißt, dass du dem Tode geweiht bist.” sagte er zu Kiro. Als das HorrorKid diese Worte hörte, sagte ersdem alten Mann “Gibt es irgend einen Weg ihn zu retten?”
    “Ja, den gibt es, aber dafür muss einer von euch sein Leben lassen.”
    “Ich opfere mich! Los schnell, oder er wird sterben!” das kleine HorrorKid, das auch eine Heldentat vollbringen wollte, wie der Held der Zeit war bereit zu sterben um dem Retter der HorrorKids das Leben zu retten.
    “Ich denke, du weißt was du tust, darum…” der Mann holte sein Flöte heraus und spielte darauf.
    Aus der Brust des HorrorKids kam ein Kristall heraus, der in den Körper Kiros fuhr.
    Das HorrorKid nahm seine menschliche Gestalt wieder an und starb. Alle HorrorKids versammelten sich um ihn. Der Körper des toten Jungen verschwand langsam. So wie der Körper verschwand so verwandelte sich Kiro in ein HorrorKid. Als Kiro sich umschaute war der alte Man verschwunden. Nach zehn Tagen erschien er wieder, die HorrorKids waren immer noch an der selben Stelle und spielten traurige Lieder auf ihre Flöten. “Lebe zehn Tage als der König der Wälder und lasse dein Leben für diese kleinen Geschöpfe, du wirst damit belohnt, dass du dafür zehn Leben als König leben wirst.” Kiro war damit einverstanden und lebte zehn Tage als König der Wälder. Nach den zehn Tagen kam der alte Mann wieder, er nahm sich eine Flöte und spielte ein Lied darauf, das die Klänge des Todes und des Lebens in sich trug. Aus seinem Körper kam ein Kristall, der auf einen Baum zu flog und sich mit ihm veschmolz. Kiro erlangte seine menschliche Form wieder. Der alte Man spielte auf seiner Flöte und Kiro fing an aufzuleuchten. “Ich habe dich mit einem Mal geprägt, damit du erkannt wirst, wenn du zurück kehrst. Nun schließe deine Augen uns schlaffe deinen letzten schlaf.”
    Der Körper von Kiro verschwand nicht aus seinem Körper wurde eine schwarze Maske.
    “Ihr HorrorKids, Geschöpfe des Waldes, sehet wie der Baum wächst, das das Herz eines HorrorKids in sich trägt. Nun nehmt diese Maske und erbaut euer Dorf aber vergesst nie das HorrorKid, das sein Leben ließ für einen Menschen, der zum HorrorKid wurde, jedoch seine Vergangenheit nicht vergaß.”
    Der alte Man verschwand und die HorrorKids fingen an Horroria zu bauen. Von diesem Tag an her nannte man den Baum “Der Baum der Herzen”. Somit endet die Geschichte über die Gründung Horrorias.’

    ‘Schöne Geschichte, aber jetzt erklärt mir, was ich damit zu tun hab.’
    ‘Was du damit zu tun hast? Kiro, du bist die Wiedergeburt von dem damaligen Kiro, darum hatte dich dein Herz zu Gideon geführt, der die Wiedergeburt von dem damaligen Gideon war. Darum tötete er auch die Zora, er wollte ihre Kräfte. Kiro, der alte Mann, das war der allmächtige Diener der Göttinnen.
    Verstehst du nicht, Kiro, du, du bist der König der Verlorenen Wälder!’

    Kiro fasste sich wieder an den Kopf, schockiert dachte er über alles nach. Alles passte zusammen.
    ‘Ich…König?’
    ‘Ja, Kiro. Deine Mutter sah das Zeichen auf deinem Rücken und sie wusste, dass du dafür bestimmt bist. Doch sie wusste auchs das du irgendwann gegen Gideon kämpfen würdest, sie befürchtete, dass du sterben würdest wenn du gegen ihn kämpfen würdest, darum brachte sie dich zu den Kokiri. Sie wollte das du nie kämpfen lernst. Sie bedachte dabei nicht den Kokiri an dem sie dich anvertraute.
    Den Rest der Geschichte kennst du ja.’

    ‘Ich komm her, um etwas über meine Familie zu erfahren und nun das, ich bin König.’
    Cruentus der ganz verwirrt war, sagte einfach 'Gratuliere, Eure Hoheit.' und fing an über Kiro zu lachen der verdutzt da saß.
    ‘Ja Kiro, du bist König und du kannst es nicht ändern, und du Cruentus halt dich zurück, denn es ist kein Spaß, König zu werden.’ aus einem Schatten erschien der allmächtige Diener der Göttinnen. ‘Komm mit mir Kiro, ich muss dir etwas zeigen.’ sagte er zu Kiro und ging auf eine Wand zu. ‘Lasst mich raten, Ihr seid der allmächtige Diener der Göttinnen.’
    ‘Ja, Kiro. Nun komm mit mir.’ Die Wand öffnete sich, Kiro konnte nichts darin erkennen und doch folgte er dem Diener der Göttinnen. Als die Wand sich schloss, erschienen überall weiße Lichter die wie Feen umher schwirrten. Kiro kam es so vor, als würde er in den Nachthimmel schauen. Sie liefen lange Zeit, bis sie schließlich am Ende des Ganges durch ein weißes Licht gingen. Kiro fand sich in einem sehr großen runden Raum wieder. In der Mitte stand ein riesiger Spiegel.
    ‘Kiro, das ist der Spiegel der Wahrheit, es zeigt dein wahres Ich. Geh hin und schau dich an.’
    Kiro trat langsam zum Spiegel und schaute sich darin an. Er hatte sich zum erstenmal als HorrorKid gesehen. Das Bild ihm Spiegel wuchs langsam und verwandelte sich ihn den Kiro, der er früher war.
    Auf Kiros Gesicht erschien ein ironisches Lächeln. Plötzlich fing Kiros Körper an heftig zu zittern.
    Alles in Kiro schmerzte, er stieß einen fürchterlichen Schrei aus, der sich an den Wänden widerhallte. Mit einem Klack viel seine Maske zu Boden und zerbrach. Kiro schaute wieder in den Spiegel und sah nicht mehr das kleine schwächliche HorrorKid, es war großer geworden und sein Gesicht hatte ein bißchen seiner alten Form angenommen, seine langen schwarzen Haare waren wieder da. ‘Ich hatte es versucht, doch ich konnte den Fluch des Dekubaumes nicht ganz brechen.’ sagte der Diener freundlich. ‘Vielen Dank!’ sagte Kiro.
    ‘Hör mir zu! Cruentus hat in dir einen sehr guten Freund gefunden und du hast es in ihm. Ihr müsst zusammen bleiben, er kann nur mit deiner Hilfe das Böse in im besiegen!’ Der allmächtige Diener machte nun eine Geste, die Kiro sehr erstaunte. Er verbeugte sich und sagte ‘Ich Adiutor, allmächtiger Diener der drei Göttinnen Din, Farore und Nayru bitte Euch darum, Cruentus zu beschützen und zu begleiten, Eure Hoheit.’
    ‘Ich verspreche es Euch, und bitte nennt mich nicht so, ich will das nicht.’ Sie beide gingen wieder zurück. Cruentus sah Kiro überrascht an. 'Kann es sein, dass du gewachsen bist?'
    'Ja das bin ich, und jetzt lass uns gehen.' sie verabschieden sich von Elias und Adiutor und gingen raus.
    'Siehst richtig schick aus so mit den langen Harren und dem Hut.' sagte Cruentus zu Kiro als sie beim Tor standen wo sie Zeus freudig erwartete.
    'Ich weiß!' antwortete Kiro. 'Nun sag mir was es auf sich hat mit den Moblins!'Auf dem Weg zur Steppe erklärte er ihm alles. 'Das heißt, dieses Amulett um deinen Hals zeigt dir den Weg zum Artefakt?'
    'Genau.' Bei diesen Worten erreichten sie die Steppe.
    'Zeus, du solltest besser umkehren und wieder in den Wald gehen, die Hylianer könnten wieder auftauchen und dich jagen, töten können wir sie ja schließlich ni-'
    Kiro blieb das Wort ihm Hals stecken als er sah wie sich Zeus ihn ein Pferd verwandelte.
    'Du steckst voller Überraschungen!' sagte Cruentus zu Zeus.
    'Das Amulett zeigt nach Norden, also los!'

    Geändert von Ravana (04.02.2005 um 15:31 Uhr) Grund: Fehler wegmachen

  2. #2

    Kakariko, später Nachmittag

    Die Kammer, die Ravana sich in der Taverne gemietet hatte, war klein, aber sauber. Nachdem sie einen Blick in den Raum geworfen hatte, hatte sie ihn wieder verlassen und den Raum abgeschlossen. Sie wollte der Kräuterhexe einen weiteren Besuch abstatten, und die Gelegenheit dafür was günstig. Sie musste den Nachmittag sowieso noch irgendwie verbringen, bis zur Dämmerung waren es noch etwa zwei oder drei Stunden.

    Ravana verließ die Taverne und versuchte sich zu orientieren. Sie war bisher nur einmal in Kakariko gewesen. Zwar hatte sie bei der Gelegenheit mit Milo zusammen auch die Hexe besucht, doch es war schon dunkel gewesen und sie hatten nicht den üblichen Weg genutzt.
    Was hatte der Wirt damals gesagt, wie man zu der Kräuterhexe kommt? Das letzte Haus auf der rechten Seite am Tor Richtung Todesberg... Ja, das war es.
    Sehr groß war Kakariko nicht, und nach kurzer Zeit hatte sie das Tor gefunden. Der Weg dahinter war felsig und steil und führte eindeutig bergauf in die Richtung des hohen Berges.
    Es gab nur ein Haus auf der rechten Seite, ein bunt bemaltes Holzschild hing über der Tür. Ravana trat ein und fand sich in einem großen Raum wieder, der ganz und gar mit Regalen vollgestellt war und nur schmale Gänge freiließ. Auf den Regalen lagen und standen alle möglichen Gegenstände, die man kaufen konnte. Ravana wollte nichts kaufen, sondern ging leise durch die Gänge, um einen Durchgang zur Hexe zu suchen.
    Hinter der großen Kasse auf der Ladentheke stand ein schlanker Mann, der sie freundlich ansah.
    „Guten Tag, verehrte Dame, kann ich Euch dienlich sein?“ fragte er und lächelte sie zuvorkommend an.
    Ravana war überrascht. Bisher war sie entweder unfreundlich abgefertigt worden oder wurde gar nicht erst beachtet, doch dieser Mann hatte anscheinend keine Vorurteile gegenüber Gerudos.
    Sie lächelte zurück und sagte: „Vielen Dank, aber ich suche eigentlich nur den Durchgang zur Kräuterhexe.“
    Der Mann sah ein wenig enttäuscht aus, deutete aber auf einen schmalen Durchgang neben der Theke. „Geht dort hinaus und dann in das angerenzende Haus, dort findet Ihr die Hexe. Vielleicht wollt Ihr Euch ja später nochmal umsehen? Ich habe ein breitgefächertes Sortiment, wie Ihr seht.“
    Ravana bedankte sich höflich und verließ das Haus des Krämers. Ein netter Mann, vielleicht finde ich ja wirklich was bei ihm, das ich gebrauchen kann, dachte sie.
    Wieder draußen, kletterte sie eine Leiter hinunter, stieg eine Treppe hoch und stand dann vor der Tür der Kräuterhexe.
    Ach, Milo, dachte sie. Wie du mich belächelt hast, als ich Angst davor hatte, über den Zaun zu klettern.. Und wie du die Hexe heruntergehandelt hast... Wärst du doch nur bei mir...
    Ravana öffnete die Tür und betrat das Haus der Kräuterhexe.

    Innen war es genauso stickig wie das letzte Mal, nur schlief die Hexe diesmal nicht, sondern rührte mit einem langen Stab in einem der Kessel, der über einem bunt brennenden Feuer hing und heftig dampfte.
    „Guten Tag, Madame,“ sagte Ravana zaghaft und die Hexe drehte sich um. Ihre Augen leuchteten fast genauso wie die der schwarzen Katze, die neben der Hexe am Boden saß.
    „Aaah, die junge Dame mit dem Fliegenden Teppich!“ krächzte die Hexe und hinkte mühsam an die Theke. „Hast du es dir anders überlegt und willst mir den Teppich doch zur Reparatur überlassen?“
    Gierig starrte sie auf Ravana’s Gürtel, wo sie den Teppich befestigt hatte.
    Kann ich ihr trauen? Oder werde ich den Teppich nie wieder sehen, wenn ich ihn ihr gebe? fragte sich Ravana. Wäre Milo doch nur hier, ihm würde bestimmt was einfallen, wie er die Hexe behandelt, damit sie meinen Teppich nicht unterschlägt...
    „Ja, ich möchte ihn doch reparieren lassen. Aber – bitte, es ist ein Erbstück meines Ziehvaters, und er ist sehr wichtig für mich. Ich brauche ihn so schnell wie möglich wieder.“
    Die Hexe sah sie überrascht an. „Dein Ziehvater? Meinst du den alten Kamir, den Magiehändler in der Wüste?“
    Ravana nickte mechanisch. Woher kannte die Hexe...
    „Da guckst du, was? Kamir ist ein Cousin zweiten Grades von mir. Ihm zuliebe werde ich den Teppich zu einem Sonderpreis von 100 Rubinen reparieren, und du kannst ihn in drei Tagen wieder abholen. Sag mal – wie geht es denn dem alten Wüstenfuchs?“ Durchdringend sah sie Ravana an.
    Ravana erschrak. Wenn sie hörte, dass Kamir tot war, würde sie das billige Angebot vielleicht wieder rückgängig machen.. Doch es war besser, bei der Wahrheit zu bleiben, bestimmt hatte die Alte auch ihre Quellen, und wenn sie erfuhr, dass Ravana sie anlog, wäre sie bestimmt nicht sonderlich erfreut.
    „Es tut mir Leid, Kamir ist vor einigen Jahren gestorben – er war alt..“ sagte sie vorsichtig.
    Die Hexe bedachte sie mit einem nachdenklichen Blick. „Es stimmt also,“ sagte sie. „Du bist wirklich Ravana, der kleine ausgesetzte Gerudobastard. Kamir hat mir hin und wieder von dir berichtet. Schön, gib mir den Teppich, du bekommst ihn in sehr gutem Zustand wieder. Bezahlen brauchst du erst bei Abholung.“
    Bei dem Wort ‚Bastard‘ war Ravana zusammengezuckt. Es war schon schlimm genug, dass die Leute sie verächtlich ansahen, weil sie eine Gerudo war, aber dann noch Bastard genannt zu werden...
    Aber es stimmt, flüsterte eine Stimme in ihr. Du bist ein Bastard. Also finde dich damit ab und jammere nicht.
    „Danke, Madame,“ sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen und nestelte den Teppich von ihrem Gürtel los. Die Hexe streckte ihr die faltigen und krummen Finger entgegen, und Ravana legte den Teppich vertrauensvoll in die Hände der Hexe.
    „Ich danke Euch,“ sagte sie, doch die Hexe sah sie gar nicht mehr an. Sie saß über den Teppich gebeugt und strich mit den Fingern über dessen weiche Oberfläche.
    Also gut, dann gehe ich eben. Hoffentlich sehe ich den Teppich wieder, dachte Ravana, drehte sich um und verließ das Haus.

  3. #3

    Kakariko, gegen Abend

    Als Ravana die Eingangstür des Hexenladens hinter sich geschlossen hatte, stand sie eine Weile einfach nur dort und überlegte, was sie jetzt noch machen könnte. Noch immer war einige Zeit bis zum Sonnenuntergang übrig, und sie war in einer fremden Stadt, in der sie niemanden kannte. Sie wollte nicht wieder in ihre Kammer in der Taverne gehen, aber sie hatte auch keine Lust darauf, im Schankraum der Taverne zu sitzen und sich dumme Kommentare anzuhören.
    Was also könnte ich tun? ... Eigentlich ist es klar. Ich hatte mir auf dem Weg nach Kakariko erst vorgenommen, wieder mit dem Säbel zu trainieren. Gute Idee.
    Ravana entschloss sich, sich doch nicht im Laden umzusehen und stattdessen über den Zaun zu klettern, wie sie es vor kurzem zusammen mit Milo getan hatte, um den Krämerladen zu umgehen.
    Diesmal klappte es auch schon besser. Sie durfte einfach nicht nach unten sehen, dann war das Klettern kein Problem mehr.

    Kurz darauf stand sie vor dem Brunnen. Ein unheimliche Gefühl ging vom Brunnen aus, und Ravana ging vorsichtig näher. Als sie einen Blick in die Tiefe warf, war nichts zu sehen, wie sie es erwartet hatte. Doch trotzdem bekam sie eine Gänsehaut. Der Brunnen war kein guter Ort, das spürte sie.

    Links auf einer Anhöhe stand eine große Mühle, deren Flügel sich langsam, dafür laut knarrend, im Wind drehten. Rechts war die Taverne, doch gradeaus vor sich gab es keine weiteren Häuser. Ravana ging in diese Richtung und erreichte schließlich einen Durchgang, der sich nach links durch den Felsen grub. Davor hing an einem Pfahl ein Holzschild mit der verwitterten Inschrift 'Friedhof von Kakariko'.
    Der Friedhof. Dort war sie wahrscheinlich ungestört und konnte trainieren, ohne sich darum zu sorgen, etwas in ihrer Reichweite kaputt zu machen oder bei ihren Übungen beobachtet zu werden.
    Der Durchgang mündete in eine enge Schlucht mit hohen Seitenwänden, und niemand war zu sehen.
    Nach etwa einer halben Meile wiechen die Wände der Schlucht zurück und Ravana war auf dem Friedhof angekommen.
    Es war ein weites Gelände, übersät mit teilweise schiefen Grabsteinen, mit Zäunen unterteilt. Auf der rechten Seite am Eingang des Friedhofes stand eine kleine Holzbaracke, wo wahrscheinlich ein Friedhofsaufseher wohnte, vielleicht waren dort aber auch nur einige Gerätschaften untergebracht.
    Eigentlich wollte Ravana sich den Friedhof gar nicht näher ansehen, doch inzwischen war sie doch neugierig geworden. Direkt hinter dem Tor zum Friedhof stand eine riesige Steintafel mit der Inschrift:
    R.I.P.
    Hier ruhen die Seelen derer, die
    der Königsfamilie von Hyrule
    ewige Treue geschworen haben.
    Über ihre Seelen wachen
    in Ewigkeit die Shiekah,
    Beschützer der Königsfamilie und Erbauer Kakarikos.

    Dahinter stieg das Gelände an und die Felswände verengten sich ihr gegenüber langsam wieder. Auf einer Erhöhung stand ein sehr großer Grabstein.
    Langsam schritt Ravana durch die Reihen der stummen Grabmale. Der Wind, der ihr auf in der Steppe immer so frisch und frei vorkam, strich um die Zäune und Steine des Friedhofs und stöhnte leise vor sich hin. Ein beklemmendes Gefühl überkam Ravana. Bisher hatte sie noch nie einen Friedhof oder Gräber gesehen, geschweige denn einen solchen Ort des Todes betreten. Am Liebsten wäre sie umgekehrt, zurück nach Kakariko, die Stadt der Lebenden, doch sie ging weiter, wollte sich das größte Grabmal des Friedhofs, das gegenüber des Eingangs stand, ansehen.
    Als sie dort ankam, waren über ihr am Himmel graue Wolken aufgezogen und verdeckten die von Ravana so sehr geliebte Sonne.
    Sie zog ihren Säbel – nur zum Notfall, denn das Gefühl der Angst vor den stummen grauen Grabsteinen... und den – Dingern, die unter den Steinen lagen... war stärker geworden. Hin und wieder war ihr, als hörte sie ein leises Kichern, das jedoch immer gleich darauf vom Wind davongetragen wurde.
    Ravana stand auf einem verblassten Triforce-Symbol, das in den Fels am Boden eingemeißelt war und konnte leicht die in den Stein gemeißelte Inschrift auf dem großen Stein lesen.

    In dieser Gruft ruhen die alle früheren Könige von Hyrule seit
    Anbeginn der Zeit, und ihre engsten Angehörigen.
    Möge niemand ihren Frieden in der Ewigkeit stören.

    Und darunter die Namen der hier Begrabenen – alles Könige und deren nächste Verwandte.
    Ob hier auch mein Vater liegt? Wahrscheinlich schon, dachte sie. Doch ihr leiblicher Vater interessierte sie nicht. Er hatte ihre Mutter und damit auch sie selbst verstoßen, und sie kannte ihn nicht. Doch trotzdem war Ravana ein wenig traurig bei dem Gedanken. Was wäre gewesen, wäre nicht ER ihr Vater gewesen, sondern ein anderer? Würde sie bei ihrer Familie leben? Würde sie von ihren Eltern geliebt werden? Hätte sie gar Geschwister? Eine Schwester, oder einen großen Bruder...

    Ravana riss sich aus ihren Gedanken. Sie wollte mit dem Säbel trainieren und hatte sich zu sehr von ihrem eigenen Schicksal hinreißen lassen.
    Sie kehrte um und ging mit schnellen Schritten zurück über den Friedhof, weg von all den verblichenen Leben.
    Zwischen dem Gräberfeld und dem schmalen Durchgang nach Kakariko fand sie eine breite Stelle, an der sie die nächste Stunde ihren Säbel schwingen konnte.

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