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  1. #1
    Ich bezieh mich mal komplett auf Julys Post:

    Im dritten Punkt stimme ich dir voll und ganz zu: Deutsche sind besonders in diesem Fall nicht mehr Wert als andere. Und heute in der Zeitung (Lübecker Nachrichten): Jetzt 130.000 Todesopfer - 2 Lübecker vermisst <_< Das gibt es doch nicht, oder?

    Beim Rest stimme ich nur teilweise zu: Ich sitze hier auch nicht in einem Meer aus tränen, aber IMO ist diese Naturkathastrophe noch viel schlimmer als der 11. September, einfach, weil so viele unschuldige Menschen dabei gestorben sind und die, die nicht gestorben sind, jetzt nichts mehr als ihr Leben haben, vielleicht auch das bald nicht mehr.

    Ich habe schon einige Male Schweigeminuten eingelegt und auch schon mindestens einen Aufruf dazu gehört/gesehen (weiß aber nicht mehr wo)

    [EDIT]
    Da stand nie eine 8, nur dass das mal klar ist
    Geändert von dead_orc (31.12.2004 um 12:26 Uhr)

  2. #2

    chinmoku Gast
    Diese Katastrophe, muss ich sagen, hat mich aber bisher am meisten berühet, nicht zuletzt wegen den Medien.
    Medien, wegen den Bildern von Toten. Ich erinnere nur an eine Leiche, ein Kind, das sich krampfhaft an etwas festzuhalten schien und auch so starb, mit einer Starre, als hätte es sich über Stunden an einen Baum oder so geklammert.

    Ich selber habe einen indonesischen Freund, zum Glück ist ihm nichts passiert. Ich denke das berühet doch schon vor allem wegen den sterbenden Kindern. Imo nicht zu vergleichen mit dem 11. September.

  3. #3

    chinmoku Gast
    Zitat Zitat
    @chinmoku: Ich denke, wenn man jemanden dort kennt, oder jemanden, der daher kommt, ist das auch wieder etwas anderes, weil man zu dem Land dann doch eine andere Beziehung aufbaut.
    JA genau, das wollt ich damit ausdrücken. Meine Ex Freundin war vor ein paar Monaten in Sri Lanka, sie hatte da ihr Praktkum, und daher kennt sie dort sehr viele und hat diese Armit etc. schon hautnah erlebt.

  4. #4
    Zitat Zitat von getöteter_ork
    noch viel schlimmer als der 8. September
    Meinst du vielleicht den 11. September? oo

    Ich verfolge die Nachrichten auch und was mich zusätzlich noch trauriger und betroffener macht, sind Bilder (heute auch ein großer Artikel in der Rheinischen Post) von den Angehörigen, die am Flughafen sitzen und bangen und hoffen, dass ihre Verwandten und Freunde in der nächsten Maschine aus dem Katastrophengebiet sitzen. Diese Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung muss doch furchtbar sein... die Menschen dort sehen so fertig aus, dass ich manchmal einfach gern hingehen würde und sagen würde, dass bestimmt alles gut wird ._. Aber für viele dort wird es das nicht.

    Gespendet hab ich noch nicht, werd das aber mit meiner Familie wohl noch heute tun.
    Geändert von Schafi (31.12.2004 um 11:00 Uhr)
    Die Welt hat sich verändert, weil du aus Elfenbein und Gold erschaffen wurdest.
    Die gebogenen Linien deiner Lippen schreiben die Geschichte neu.


  5. #5

    Leon der Pofi Gast
    so paranoid ich auch bin. aber ich fürchte den großteil der spenden schieben sowieso wieder die gstopften ein und die armen auf der straße bekommen wieder mal fast oder gar nichts. ist leider fast immer so

  6. #6
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    so paranoid ich auch bin. aber ich fürchte den großteil der spenden schieben sowieso wieder die gstopften ein und die armen auf der straße bekommen wieder mal fast oder gar nichts. ist leider fast immer so
    hm. dazu kann ich leider auch nichts sagen, kenn mich damit ja nicht aus.

    jedenfalls .. mittlerweile sind es 140.000, immernoch stark steigend. ich frag mich langsam, wo das aufhören soll?

  7. #7
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    so paranoid ich auch bin. aber ich fürchte den großteil der spenden schieben sowieso wieder die gstopften ein und die armen auf der straße bekommen wieder mal fast oder gar nichts. ist leider fast immer so
    Ich darf mich wohl auch dann als paranoid bezeichnen... ich würde auch nicht spenden wollen, weil ich viel zu misstrauisch bin was das angeht... Und irgendwie kriege ich bei so einer Sache immer ein merkwürdiges gefühl...

    Naja ansonsten muss ich einigen hier zustimmen, es schon (milde gesagt) eine echt üble Sache was da passiert ist, aber so traurig das ich weinen muss bin ich nicht... liegt daran das ich dort niemanden kenne und mir das alles so fern erscheint. Kann aber auch daran liegen das ich seid fast 2 Wochen kein Fernseher mehr gesehn habe und die Bilder davon nicht gesehn habe... Ich kenn das ganze eigentlich nur aus dem Internet, das habe ich einen Artikel gelesen aber keinerlei Bilder gesehn. Aber das was ich so gelesen habe habe klingt echt übel, es soll angeblich noch eine zweite Flutwelle am start sein, und dann besteht ja wie hier bereits erwähnt noch Seuchengefahr...
    PSN || XBL

  8. #8

    chinmoku Gast
    Ich war auch anfangs ziemlich skeptisch zu spenden, aber dann hab ich mal die "Referenzen" der Welthungerhilfe durchgelesen und gesehen, was sie so leisten und machen.

    Allerdings, was mich gewundert hat: Sie haben 100.000 € am ersten Tag zur Verfügung gestellt, das reicht für 3000 Familien 1 Woche lang. Ich weiss net, aber ist das nicht ein bisschen wenig? In solchen Dimensionen fällt es mir aber schwer zu denken.

    Die Organisationen sollten das auch imo ein bisschen besser handhaben, z.B. das Online-Spenden. Bei der Unicef wollte ich zuerste spenden, da gab es jedoch irgendwelche Felder, die man nicht auswählen konnte, die aber imo relativ wichtig waren.

    Bei der Welthungerhilfe war jedoch alles recht gut erklärt und man konnte sich durchwühlen.

  9. #9
    Soweit mein Informationsfundus reicht waren es 6 Flutwellen, die über die Inseln des asiatischen Raumes hinweggefegt sind. Das drittstärkst gemessene Beben seid Anbeginn der Aufzeichnung mit Auswirkung auf die Erdrotation.

    Es ist erschreckend festzustellen, wie die Opferzahlen seid Sonntag rapide angestiegen sind. Der aktuelle Stand liegt bei 140.000 und bei der Zahl der Vermissten, die größtenteils noch ein vielfaches der bestätigten Opfer ausmacht.

    Laut meiner Tageszeitung wurde ein Frühwarnsystem im Stil des pazifischen Models kategorisch vor 2 Jahren von den heute betroffenen Regierungen abgelehnt. „Die Möglichkeit einer solchen Welle in absehbarer Zeit sei doch gering“ so in etwa habe der Kommentar ausgesehen! Komischerweise finden, wie auch nach dem 11. September, solche Vorschläge erst nach der eigentlich Katastrophe Gehör und werden durchgesetzt, auch wenn es schon längst zu spät ist.

    Dieses eine Welt/ein Boot-Denken kommt doch in den meisten Fällen nur bei Großereignissen ( verzeiht mir dieses Wort) vor. Wenn interessiert es schon das huntedertausende im Jahr verhungern, in Kriegen sterben oder ihren Krankheiten erliegen? Jedenfalls nicht die Masse sondern nur die dafür vorgesehenen Sozialeinrichtungen und Wohltäter. Vielleicht liegt das daran, das diese 3 Kategorien in gewisser Hinsicht auch vom Menschen ausgehen und daher nicht die Masse berühren.
    Eine Naturgewalt, die sich eigentlich gar nicht verhindern lässt, die sozusagen aus dem Nichts auftaucht, die das „fortschrittliche“ Wesen kalt erwischt führt dazu, dass man helfen will!

  10. #10
    Zitat Zitat
    Jeden Tag verrecken irgendwo Leute wegen Naturkatastrophen, Krankenheiten und Hunger. Es werden Menschen gefoltert, vergewaltigt, vertrieben und abgeschlachtet. Erst wenn die Medien es breit treten, fühlt man sich zur Mildtätigkeit animiert. Ganz besonders wenn Landsleute betroffen sind. Kotzt Euch das auch so an ? Hunderttausende Tote, und immer die exakte Zahl, wieviele Deutsche dabei waren. Es lebe die Heuchelei.



    PS:
    Zitat Zitat
    Nach wie vor sterben jeden Tag weltweit etwa 100 Tausend Menschen an den Folgen von Unterernährung, das sind 36 Millionen pro Jahr.
    Welternährungsgipfel 2002:
    http://www.learn-line.nrw.de/angebot...ma/wfs2002.htm

    Geändert von schnutziputz (01.01.2005 um 21:49 Uhr)

  11. #11
    Zitat Zitat von schnutziputz
    Mir soll ja keiner erzählen dass man es nicht gebacken kriegt den Hunger zu stoppen wenn es genug Nahrungsmittel auf der Welt gibt um 100 Milliarden Menschen durchfüttern zu können. Wo ist das ganze Zeug? Was machen sie damit?
    Sie opfern zu Gunsten der Wirtschaft diese ganzen Menschen weil sie Angst um die Preise haben. Dabei kann ich es mir nicht vorstellen dass es jemandem schadet wenn man diesen Menschen einfach mal kostenlos was zu essen gibt. Denn es schuften die meisten von ihnen bis zum Blackout und dafür müssen sie auch noch hungern.

    Zwischen etwas wollen und so tun als ob, gibt es einen gewaltigen Unterschied. Verarschen kann ich mich auch alleine

  12. #12
    @schnutziputz: Hey Prayor, lang nix mehr von dir gehört. Und tschüss, sag ich mal

    Ich spreche hier erst mal mein 100%-iges Dito an Valada aus, dieses mediale Aufbauschen der Sache ist nur mehr eine Lächerlichkeit für sich. Das Ereignis wird schon dermassen breitgetreten, dass mich das überhaupt nicht mehr interessiert, da stumpft man emotional komplett ab.
    Wenn man die Kette weiter nach oben weiter verfolgt, kommt man am Ende bei der Politik raus. Länder helfen doch nicht, weil sie Menschlichkeit oder Mitgefühl zeigen wollen, sondern um politisch korrekt darzustehen.

    Die Hilfsaktionen und Absagen von Ereignissen zugunsten der Flutopfer ist politische Heuchlerei und Scheinheiligkeit in Reinstkultur.

    Ich spende BTW keinen Cent, ich weiss nicht einmal, was mit dem Geld passiert.

    Ich bin ja so ein grausamer Mensch.
    Geändert von TheByteRaper (02.01.2005 um 13:58 Uhr)

  13. #13

    chinmoku Gast
    Wurde nicht auch "Die perfekte Welle" aus dem Radioprogramm vorläufig genommen?
    Nagut, das Lied hängt mir eh zum Halse raus.

    @ TheByteRaper

    Dann würd ich sagen informier dich, wenn du dir nicht sicher bist, wo dein Geld hingeht.

    @ Politik
    Mir persönlich wäre es sowas von egal, dass die Länder angeblich nur spenden, um gut dazustehen, solange sie spenden ._.

  14. #14
    ... zu der Einstellung einiger Leute äußer ich mich nicht, ist jedem seine eigene Sache ^^" Ich find nur diese Vergleiche mit 11. September oder anderen Nöten oder Katastrophen blöd und nicht angebracht, weil das schmälert das Vorgefallene kein bisschen.

    Fernsehbilder unterlegt mit trauriger Musik sind das typischste TV-Stilmittel um Stimmungen zu erzeugen. Aber das war es nicht, was mir beinahe die Tränen in die Augen getrieben hat. Sie zeigten heute einen jungen Mann, einen Deutschen, der dort lebt und Besuch von seinen Eltern hatte. Die Eltern sind nun seit acht Tagen vermisst, und er erzählte:
    "Ich hörte, dass sie in einem nahen Tempel sehr viele europäische Opfer, die hier wohnten, untergebraucht haben sollen. Ich hab mich auf den Weg gemacht, in der Hoffnung, meine Eltern dort zu finden. Bis auf zirka hundert Metern habe ich mich dem Tempel nähern können, dann musste ich umdrehen."
    Er stockte und brauchte einige Male, um neu anzusetzen. Ich begriff im ersten Moment nicht, was er meinte, ob es zu voll war und er deshalb nicht zum Tempel kam. Er sprach mit tränenerstickter Stimme weiter:
    "... dann musste ich umdrehen, weil... ich will meine Eltern in bester Erinnerung behalten, so wie ich sie das letzte Mal gesehen habe... und nicht als aufgedunsene, halb verweste Leichen..."
    Diese Worte haben sich tief in meinen Magen eingegraben...

    Doch auch frage ich mich, und das eigentlich immer bei solchen Interviews mit Opfern, ob nervige, herumrennende Kamerateams, die ihnen Fragen über den Tod ihrer Angehörigen stellen, nicht während dieser Zeit das letzte sind, was diese Menschen gebrauchen können.

    Spenden werde ich auf jeden Fall. Nie war es nötiger.
    Vor dem Großen Wasser - Mein Chinablog

  15. #15
    Zitat Zitat von getöteter_ork
    Im dritten Punkt stimme ich dir voll und ganz zu: Deutsche sind besonders in diesem Fall nicht mehr Wert als andere. Und heute in der Zeitung (Lübecker Nachrichten): Jetzt 130.000 Todesopfer - 2 Lübecker vermisst <_< Das gibt es doch nicht, oder?
    Nunja, sagen wir es mal so. Es gibt deutsche Urlauber und wir haben hier deutsches Fernsehen und kein englisches oder was auch immer. Klingt vielleicht komisch, aber dem Fernsehen ist es natürlich wichtig, dass wir wissen, wie viel von uns gestorben sind. Im englischen TV werden bestimmt auch die Zahl der Engländer preis gegeben, die gestorben sind. Es wird einfach nur erwähnt weil das Fernsehen zum jeweiligen Volk steht. Es ist 6 Uhr morgens, ich erwarte nicht, dass du mein Geschriebens verstehst XD

    Zum Thema selbst will ich nichts sagen. Ich habe keine Lust mich unnütz zu streiten.


  16. #16
    Zitat Zitat von flowster
    Nunja, sagen wir es mal so. Es gibt deutsche Urlauber und wir haben hier deutsches Fernsehen und kein englisches oder was auch immer. Klingt vielleicht komisch, aber dem Fernsehen ist es natürlich wichtig, dass wir wissen, wie viel von uns gestorben sind. Im englischen TV werden bestimmt auch die Zahl der Engländer preis gegeben, die gestorben sind. Es wird einfach nur erwähnt weil das Fernsehen zum jeweiligen Volk steht.
    Dito (das wollte ich doch vorhin auch noch sagen ).

    Es ist IMO nur natürlich und keine Schande, dass es die Menschen interessiert, wieviele Bürger aus dem eigenen Land von der Katastrophe betroffen sind. Gerade wenn es so weit weg scheint, ist es denke ich mehr als vernünftig, zu sehen, dass es durchaus auch näher sein kann, als man glauben mag, und das wirkt auch dem entgegen, was einige von euch hier anführen: Dass sie kein Mitleid für Menschen verspüren können, die so fern scheinen.

    Ich hab jedenfalls nicht schlecht geschaut, als es hieß, dass auch 26 Menschen aus dem Kreis Karlsruhe vermisst seien...
    Vor dem Großen Wasser - Mein Chinablog

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