Ehm, wir haben kein Berufsmilitär (ausgenommen von Instruktoren an Unteroffiziersschulen und Offiziersschulen...). Grundsätzlich sind aber auch alle Unteroffiziere und Offiziere bis zum Rang eines Brigadiers Milizionäre. Und ein Gewehr hat nur, wer die Rekrutenschule besucht hat. Über den Sinn der Wehrpflicht lässt sich wirklich streiten. Ich bezweifle z.B. dass es in den nächsten 50 Jahre wieder zu einem Krieg in Westeuropa kommen wird (aber das hat man auch nach dem 1.Weltkrieg gesagt). Die Wehrpflicht in der Schweiz hat vielmehr einen sozialen und erzieherischen SInn. Wenn du mit irgendeinem Schweizer ins Gespräch kommen willst, frag ihn wo er Dienst getan hat. Jeder kann irgendeine Geschichte aus seiner Rekrutenzeit erzählen, darum ist es kein Problem Kontakte zu knüpfen. Und die Erziehung... Ich finde es gut, dass gewisse Leute, die zuhause alles bekommen mal unten durch müssen. Schaden tuts nicht.
Natürlich ist es fraglich, ob ein direktdemokratisches System überall Sinn macht. Gerade bei der Grösse gewisser Staaten wären Abstimmungen mit einem sehr grossen Mehraufwand verbunden. Zudem ist das System noch ein Tick träger als Demokratie sonst schon ist (die effizienteste Regierungsform bleibt die Diktatur, da von der Entscheidung bis zur Umsetzung einfach viel weniger Zeit vergeht). Mein Problem mit der indirekten Demokratie ist aber ein anderes: Gerade Rot-Grün in Deutschland zeigt es sehr gut. Die Sozialdemokraten sind ja das, was man als linke Politiker bezeichnet, also die Partei für die Armen und die Mittelschicht. In Deutschland greift der Kanzler jedoch eher auf eine traditionel-rechte Politik zurück. Das Ergebnis sind die Demonstrationen, die vor kurzem noch stattfanden. Deshalb stellt sich mir folgendes Problem: Wenn ich einen Stellvertreter für mich wähle und der nicht das macht, was ich will, wie soll ich mich wehren? In der Schweiz kann ich seine Vorlagen abblocken (die Regierung dürfte sich im letzten Jahr mehr als einmal die Haar gerauft haben, als der Souverän deren Vorschläge abgelehnt hat), in Deutschland kann man zwar auf die Strasse gehen und darauf hoffen, dass sich etwas tut. Im Grunde kommt noch ein zusätzlicher Punkt dazu: Wir haben keine wirkliche Regierungs- und Oppositionsparteien. Hier sind alle Parteien in der Exekutive vertreten. Die Idee wäre, durch eine Konsenspolitik alle Wählerwünsche teilweise abzudecken. Die Konsequenz daraus ist, dass es in der Schweiz nicht möglich ist, die Regierung des Wahlbetrugs zu bezichtigen (ist glaub ich ja die Hauptaufgabe der Opposition, der Regierungspartei auf die Hände zu schauen).
Im Grunde bin ich mit der Schweiz in nur einem Punkt unzufrieden: Wir verstecken uns zu sehr. Traditionell sind wir ein Humanitärer Staat. Unsere Armee könnte mit Minenräumpanzern in ehemaligen Kriegsgebieten Trettminen entfernen und sich so einen Namen machen... Aber man bleibt lieber ruhig und schaut zu... Ich meine: Welcher Staat braucht denn eine Extraeinladung zum UNO-Beitritt?![]()





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