ein graffiti, für das die künstler zeit haben, womöglich noch entwürfe einreichen, über die geredet wird, ist kein kunstwerk. das besondere an dieser art kunst ist ja auch gerade, das gehetzt-sein, das kurzlebige, dieser gegensatz zwischen straße und kulturpalast, diese provokation. der aufschrei der bürger wegen der schmiererei ist genauso bestandteil dieser art kunst wie die kurzlebigkeit.

nur wenige solcher sachen sind überliefert. meistens nur auf fotos, die natürlich immer nur momente einfangen können, aber den tunnel bis in die moma zu schaffen, ist natürlich nicht möglich . zumal auch kunstsammler sich die sachen ja auch erst mal ansehen müßten. meist sind sie aber nach kurzer zeit wieder beseitigt.

meist bleibt eben von jeglicher aktionskunst nur, dass man weiß, dass sie mal da war.

die eile und das unfertige ist übrigens ebenfalls bestandteil solcher kunst. es ist durchaus beabsichtigt, dass man erkennen kann, wann die staatsmacht eingegriffen hat. vielleicht soll ja auch das ein bild dafür sein, wie mit kreativität in unserer gesellschaft umgegangen wird.