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Thema: [ALT] Link´s Legacy #1

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Goronia

    Daru und Milina saßen immer noch vor dem Eingang von Goronia. Daru traute sich einfach nicht, seinem Großvater Link unter die Augen zu treten.
    Daru : Ich kann es nicht.
    Milina : Du kannst doch nicht ewig davonlaufen. Doran wäre längst hineingegangen.
    Stimmt, aber wie soll ich Großvater denn das alles erklären ?
    Milina : Du wirst es schon schaffen, aber mir fällt gerade was ein. Sollten wir nicht mal gucken, wo Rabe bleibt ?
    Daru : Ja, der braucht ziemlich lange. Vielleicht findet er ja nicht hierher.
    Daru und Milina stiegen somit wieder den Todesberg hinab. Kakariko war zu dieser Tageszeit sehr belebt und es fiel schwer in dieser Menge jemanden zu finden, aber vielleicht war Rabe auch noch nicht bis nach Kakariko gekommen. Sie gingen aus der Stadt heraus, in Richtung Schloss Hyrule, da wurden sie durch ein leises Schnarchen abgelenkt. Dort, am Stadtrand von Kakariko unter einem Baum, lag doch tatsächlich Rabe und schlief den Schlaf der Gerechten.
    Milina schwirrte ein wenig um Rabe herum, doch sie bekam ihn nicht wach.
    Jetzt hatte Daru die Nase voll und rammte mit einer Goronenrolle den Baum, wodurch einige Früchte herunterfielen, direkt auf Rabes Kopf.
    Milina : DARU !!!
    Daru : Was denn ?
    Rabe : Aua !
    Was war denn das ?

    Milina : Bedank dich bei Daru, der hat den Baum gerammt.
    Rabe : Oh. Ihr seids. Habe ich euch also doch gefunden.
    Daru :Man sollte eher sagen, wir haben dich gefunden.
    Hey ! Weißt du was ? Es hat mir doch tatsächlich jemand geschrieben. Ein gewisser Daven hat einen Splitter gefunden und will sich mit uns treffen.

    Rabe : Das ist ja toll. Wo treffen wir ihn denn ?Daru : Keine Ahnung. Ich habe ihm geschrieben, dass er mir Ort und Zeit nennen soll, aber er hat noch nicht geantwortet.
    Milina : Wir sollten nach Goronia zurückgehen.
    Rabe : Auja ! Dann lerne ich deinen Großvater kennen. Du hast mir ja schon soviel von ihm erzählt.
    Daru : Ja natürlich.
    Die Drei gingen erstmal nach Kakariko, da Rabe daruaf bestand sich die Stadt anzusehen.

    Geändert von Eisbaer (25.01.2005 um 14:01 Uhr)

  2. #2
    "Weißt du, Cursor, die Kunst des Schwertkampfes ist eine sehr alte Tradition bei den Shiekah. Es ist nicht einfach, doch wenn man es erteinmal beherrscht kann das Schwert für deine Gegner zu einer tödlichen Gefahr werden. Du solltest deshalb gut aufpassen, was ich tue, wenn du irgendwann einmal soweit kommen willst"
    "Ja Vater! Ich werde es versuchen."
    Priscus nahm seine mächtige Klinge und tanzte damit über den Übungsplatz. Der alte Shiekah hatte in seiner Jugend als General in den Kriegen des Königs gekämpft. Damals galt er als der beste Kämpfer in ganz Hyrule. Der kleine Cursor wollte unbedingt so werden wie sein Vater. Er nahm sein Holzschwert und versuchte, die Übungen nachzumachen. Plötzlich sahen sie in einiger Entfernung Feuer. Eine Hütte im Dorf der Shiekah brannte. Jetzt waren es schon zwei. Priscus rannte so schnell er konnte in richtung Dorf. Cursor versuchte ihm zu folgen, doch dann sah er wie ein Pfeil auf seinen Vater zuflog und seinen Hals durchbohrte.


    Aaaaaahhhh!
    Cruentus fuhr schreiend aus dem Schlaf hoch. Wieso schlief er überhaupt. Es war doch hellichter Tag. Langsam kehrte seine Erinnerung zurück. Er hatte mit dem Schwert geübt, dass ihm der alte Mann gegeben hatte, und hatte dann eine Pause gemacht, wo er dann wohl vor Erschöpfung eingeschlafen war. Er musste an den Traum denken. Er hatte immer versucht, seine Vergangenheit zu verdrängen und jetzt holte sie ihn doch ein. Cruentus erinnerte sich noch zu gut an den Tag: Moblins waren damals in das Dorf eingefallen. Die tapferen Shiekah hatten sich für unbesiegbar gehalten, doch die Moblins waren einfach zu viele. Sie töteten Cruentus' Vater, seine Mutter und seine Brüder. Nur wenige Dorfbewohner überlebten. Sein Onkel hatte ihn damals bei sich aufgenommen, doch nur für kurze Zeit. Er war geflohen, aus Furcht vor seiner Vergangenheit. Immer mit der Angst vor Verfolgung im Nacken reiste er durch ganz Hyrule. Schließlich hatte er die Gerudofestung gefunden, wo Ganondorf ihn aufgenommen und weiter ausgebildet hatte. Doch das war vorbei. Er war Cruentus und nicht Cursor, der schwächliche kleine Junge von damals. Nun fiel ihm auf, dass der Diener gar nicht bestritten hatte, dass sein Name Cruentus war. Nun hatte wohl auch er eingesehen, dass der Junge von damals nicht der selbe Mensch war, wie der Mörder, der er heute war. Cruentus nahm sein Schwert und strich mit den Fingern über das Shiekahsymbol. Die Shiekah. Eine ausgestorbene Rasse. Wie viele waren wohl noch von ihnen übrig? Abgesehn von Kiro, wenn seine Geschichte denn stimmte, hatte er keinen anderen seiner Rasse jemals gesehen. Kiro. Er wusste nicht warum, aber irgendwie hatte ihn sein Schicksal, zumindest für kurze Zeit, an dieses seltsame Geschöpf gebunden. Dann erinnerte er sich an ihre Abmachung, sich beim Tempel zu treffen und er machte sich auf den Weg.

    Geändert von König Elessar (25.01.2005 um 14:42 Uhr)

  3. #3
    Kiro fing an zum Hylia-See zu laufen, unerwartet kam sein Alptraum wieder zurück. Wieder versteckte er sich auf einem Baum, und wieder fiel er.
    ‘Kiroooo…Kiroooooo…’ Eine Stimme ging durch seinen Kopf, es kam ihm vor, als würden die HorrorKids ihn rufen. ‘Kirooooooo…Kiro…Kiro?Kirooo?’ Kiro öffnete seine Augen und sah Cruentus, der über ihm kniete und versuchte ihn aufzuwecken.
    "Cruentus, ich werde dich nicht begleiten können. Ich werde einen Umweg machen müssen. Ich gehe durch die Wälder. Wir treffen uns dann am Tempel!" Kiro sprang auf ohne weiter nachzudenken und fing an in Richtung Horroria zu rennen.
    Ich muss so schnell wie möglich nach Horroria, dachte Kiro. Die Angst, dass sein Traum wahr werden könnte, ließ Kiro schneller rennen als der Wind. Er war fast bei den Wäldern angelangt, da sah er eine Horde Hylianer, die einen schwarzen Wolf jagten. Sie schossen mit Pfeile und Speeren nach ihm. Der Wolf rannte noch viel schneller als Kiro, der Wolf rannte an Kiro vorbei und veschwand ihm Wald, das gleiche tat auch Kiro.
    ‘Los, er ist da drin, schnappen wir ihn uns!’ einer der Menner war drauf und dran, in den Wald zu gehen, doch die anderen hielten ihn fest. Langsam wurde es dunkel, und da Neumond war, sah Kiro fast nichts, er entschied sich zu schlafen und dann morgen früh seinen Weg fortzusetzen. Kiro wachte mitten in der Nacht durch das Geräusch von zerbrechenden Zweigen auf. Ein schweres Schnaufen war zu hören, das immer mehr auf Kiro zu kam. Aus der Dunkelheit erschien die Gestalt des Wolfes, vorher kam er ihm noch klein vor, doch jetzt, wo er ihn in Ruhe betrachten konnte, kam der Wolf ihm fast so gross wie ein ausgewachsenes Pferd vor. Kiro’s Hände waren schon an den Griffen seiener Schwerter, als der Wolf das sah, fing er an zu knurren und wollte angreifen, doch der Wolf fiel um. Kiro sah, dass der Wolf einen Pfeil in seinem linken Hinterbein stecken hatte, Kiro ging langsam auf ihn zu, doch das machte den Wolf anscheinend wütender.
    ‘Hab keine Angst, ich will dir nur helfen!’ sagte Kiro zu ihm. Er packte den Pfeil und zog ihn langsam heraus, als er draußen war, schloss sich die Wunde als wäre nie etwas gewesen.
    ‘W…was bist du?’ sagte Kiro erschtaunt. ‘Nun kannst du wieder gehen. Und lass dich in der Steppe nicht blicken oder die Hylianer werden dich wieder jagen.’ Er klappste ihm auf den Rücken und wollte sich wieder schlafen legen, doch der Wolf ließ ihn nicht. ‘Los jetzt, geh, ich muss schlafen, denn ich will morgen so früh wie möglich nach Horroria!’ Als der Wolf diesen Satz hörte, machte er eine Geste mit seinem Kopf. Erst verstand Kiro nicht, doch dann erkannte er, dass der Wolf wollte, dass Kiro auf ihn aufsteigen sollte. ‘Du willst mich nach Horroria bringen?’ der Wolf nickte, Kiro landete mit einem Sprung auf seinen Rücken. ‘Ich denke, du brauchst einen Namen. Wie were es mit hmmm... genau ich habs, wie wäre es mit Zeus? Gefällt er dir?’ Zeus nickte zufrieden und fing dann an zu rennen. Kiro kam es so vor, als würde er fliegen. Es dauerte nicht lange und sie kamen bei Horroria an.
    ‘Zeus, du wartest besser hier, ich denke nicht, dass HorrorKids große, schwarze Wölfe mögen.’ Mit diesen Worten sprang Kiro von Baum zu Baum und ereichte die Baumhütten.

    Geändert von Ravana (25.01.2005 um 22:36 Uhr)

  4. #4
    Der Wald. Wie viele Legenden und Mythen ranken sich um dieses Fleckchen Erde, weit im Osten des Landes Hyrules? Villon war sich sicher, dass Tausende Geschichten den Weg aus seinem Unterbewusstsein fanden, als das Laub raschelnd zur Seite geschoben und, vom Wind erfasst, in kleinen Strudeln durch die Luft gewirbelt wurde. Der kleine Junge kam sich plötzlich noch kleiner und unwichtiger vor. Die majestätische Größe und Ruhe des Waldes lies alles jämmerlich wirken und die Menschen daran zu erinnern, was wirklich zählt. Unbemerkt wurde Villon von dem einfachen Schauspiel der Natur in ihrer reinsten Form hingerissen und er ertappte sich dabei, wie innehielt und dem Rauschen der Blätter und dem Wispern des Windes zu lauschen. Er atmete tief ein und nahm die frische und kühle Waldluft in sich auf. Es war wahr, das Leben in der Wüste konnte sehr hart sein und den Blick auf das Schöne der Natur trüben, ja, auslöschen.
    Vielleicht war es Villons kindlicher Teil seiner Seele, die ihn nun den Blick schärfte und ihn auf sanfte Weise auf die Schönheit der Szenerie hinwies.

    Plötzlich kam ihm alles so unwirklich vor. Die Wüste, die Steppe, der Tot... Alles schien soweit entfernt und so nichtig zu sein, sodass Villon sich mit jeder Faser seines nun kindlichen Körpers danach sehnte, hier in diesem Wald leben zu dürfen. Die Jahre des intensiven Studiums waren doch nur Zeitverschwendung. Was hatte er denn bisher erreicht? Nichts! Nur Zeit verloren, statt sich seines Lebens zu erfreuen und sich dem Schönen zuzuwenden, welches einen, gerade hier, anzuspringen schien. Diese Erkenntnis traf den kleinen Jungen hart, der doch den Verstand eines erwachsenen Mannes besaß, und veranlasste ihn, sie auf den Boden zu setzen und über die eben erhaltenen Gedankenblitze nachzudenken.

    Mit dem Rücken an eine Eiche gelehnt, kaute er auf einen Grashalm und durchdachte die Möglichkeiten, die dieser Wald ihm bieten konnte. Neben Entspannung und Frieden, waren sicherlich auch Freunde hier zu finden, etwas, das sich der kleine Villon immer gewünscht, doch nie sein eigen nennen konnte.
    Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf, streckte sich aus, gähnte herzhaft und kaute weiter auf den Grashalm herum. Es müsste doch möglich sein, sein bisheriges Lebe völlig zu vergessen und ein neues anzufangen... Immerhin rief ihn der Wald, lud ihn ein sich hier niederzulassen und seinen Frieden hier zu finden. Die Vorstellungen gefielen Villon und seine Gedanken begannen umherzuwandern, als er sich die Bilder ausmalte, die der Wald versprach.
    Sicher, er würde ein Kind bleiben, doch war das ein so schwerer Verlust? Kinder mochten grausam sein, doch alles was man über die Kokiri wusste war, dass sie friedliche Geschöpfe waren, die nur in kindlicher Rivalität untereinander konkurrierten, aber keine Morde begehen. Und wer wusste schon, wie sich der Wald auf seinen Geist auswirkte? Vielleicht würde er sich zurückentwickeln und wieder der kindlichen Seite Platz machen, den alten Villon verdrängen und die Chance nutzen, die ihm hier geboten wurden.
    Vor Villons inneren Auge zeigten sich Bilder von glücklichen Kindern, die miteinander spielten, zusammen saßen und sich gegenseitig Geschichten erzählten. Er seufzte sehnsüchtig und wünschte sich Teil davon zu werden. Er hatte es satt, immer nur allein zu sein und niemanden zu haben, dem er sich anvertrauen konnte, außer den Geistern der Toten, die nun wirklich nicht die beste Gesellschaft waren, wie sich Villon in Erinnerung rief. Aber hier im Wald, der die Sorgen und Nöte der Welt in den Schatten zu treiben vermochte, hier konnte es sich leben und sicherlich auch für eine lange Zeit.
    Ein Teil von all dem zu werden...
    Ein Teil...

    Gedankenreste schwirrten noch in Villons Kopf, als dieser auf die Brust kippte. Der Grashalm segelte zu Boden und ruhiges, gleichmäßiges Atmen zeugte davon, dass Villon bereits eingeschlafen war. Er hatte sich dem Schlaf bereitwillig ergeben, denn er versprach süße Träume von Freunden und Spaß, die Villon so verzweifelt gesucht hatte. Seine Sinne schwangen sich auf den Flügeln der Träume über die Wipfel der Bäume, erkundeten den Himmel und sahen von oben auf die Erde herab, die nun wirklich jenseits des Bedeutsamen gerückt worden war. Niemand hatte das Recht, diesem Wald etwas anzutun, der soviel Frieden und Ruhe ausstrahlte und dessen grüne Blätter in der Sonne glänzten und sich im Wind wiegten. Seine Sinne setzten ihren Flug fort, hinunter durch das Blätterdach, dem Boden entgegen. Im Geiste folgte er Trampelpfade quer durch den Wald, suchte sich die schönsten Stellen aus und versteckte sie in den hintersten Ecken seine kindlichen Geistes. Lachen erfüllte die Luft und riefen Villon zu sich, der bereitwillig folgte und seinen Weg durch die Schleier des Nebels suchte... Schleier des Nebels? Villon wurde leicht unruhig. Der Frieden war wie weggeblasen als er sich über etwas im klaren wurde. Das Lachen, welches überall um ihn herum erklang, war nicht von Kindern, wie er zuerst annahm. Mit Schrecken stellte er sich der Wahrheit und der damit verbundene Konsequenzen. Die Bäume lachten. Die Bäume riefen.
    Die Bäume...
    Ein Teil davon werden...

    Der Traum verwandelte sich rasendschnell in einen Alptraum. Unfähig sich zu bewegen, musste Villons Geist an dem Ort, an dem er sich nun befand, verharren, während das Licht verschwand und die anderen Eindrücke mit sich riss. Ruhe und Frieden blieben, jedoch waren es nicht Ruhe und Frieden wie sie von den Menschen gesucht wurden. Das hier war älter, standhafter und echter als alles was sich Menschen unter den Begriffen „Frieden“ und „Ruhe“ vorstellen konnten. Und Villon wehrte sich mit allen Kräften dagegen.
    Plötzlich schossen Ranken aus dem Boden, umwickelten seinen Geist und hielten ihn fest. Die Bäume lachten und riefen noch immer, doch kein froher Laut war aus den Geräuschen zu vernehmen. Schrill und unwirklich waren die Stimmen der Pflanzen geworden. Sein Geist wurde von den Ranken durchdrungen, dazu gezwungen ihre Form anzunehmen und sich ihnen anzuschließen. Villon aber wollte nicht. Selbst sein kindliches Ich war sich im Klaren darüber, dass hier etwas ganz gehörig falsch lief. So sollte es nicht sein und so wollte er auf keinen Fall enden. Er wehrte sich gegen die Ranken, schüttelte sich, ja biss sogar nach ihnen. Doch zu spät. Immer weiter wurde sein Geist von den erbarmungslosen Ranken eingesponnen und mit ihrer Essenz versetzt. Mit Grauen erkannte Villon, wie sein Geist abstumpfte, subtile Gefühle ausgelöscht und seine Erinnerungen verdrängt wurden, um Platz für neue Eindrücke und Erfahrungen zu machen, wie sie nur Pflanzen machen können, die Jahrhunderte an einem Platz weilten, nicht wussten, wie ihnen geschieht und sich auch nicht dafür interessierten.

    Mit einem letzten verzweifelten Aufschrei gelang es Villon tatsächlich aufzuwachen. Er versuchte sich zu bewegen, doch zu seinem entsetzen waren seine Beine bereits schimmelig Weiss angelaufen und sein Unterkörper setzte sich der Verwandlung nicht mehr zur Wehr. Der Junge klopfte auf seinen Beinen herum und versuchte so, wieder Leben in die Extremitäten zu prügeln. Doch egal was er machte, kein Gefühl wollte sich melden. Die Beine versteiften langsam aber sicher und Tränen stiegen dem Jungen in die Augen. Er wollte zu seiner Mutter, nach Hilfe rufen oder einfach nur sterben, aber kein Baum werden! Um nichts in der Welt wollte er sich dem stumpfen Verstand einer Pflanze aneignen, die Welt aus den Blickwinkel eines Baumes betrachten. Verzweifelt raste sein Blick von Links nach Rechts, in der Hoffnung einen Ausweg zu finden. Doch überall war nur dämmriges Licht und weiches Moos zu finden. Zu allem Überfluss spürte Villon noch, wie sein Geist wieder verlangsamte und immer weiter vertrieben wurde.
    Was konnte er tun?

    Hilfesuchend blickte er auf seinen Handrücken und bemerkte das Dreieck, wie es in einer unheilvollen Aura glühte. Ein winziger Funke Hoffnung flammte auf und Villon versuchte seine dezimierten Geistigen Kräfte auf das Dreieck zu konzentrieren. Schweiss perlte auf seiner Stirn, als er sich dazu zwang, zu denken und seine Kraft auf seine Hand zu fokussieren.
    Nichts.
    Tränen rollten über seine Wangen und fielen zu Boden, ohne dass Villon eine weitere Möglichkeit in den Sinn kam. Hätte er doch nur seinen Stab gehabt... Mit seiner Magie würde er sicherlich einen Ausweg finden... Doch sein Stab war irgendwo außerhalb der Verlorenen Wälder unter Laub versteckt worden und somit außerhalb Villons Reichweite. Doch die Hoffnung glomm noch etwas in Villons kindlichem Körper. Und sie wuchs zum Trotz heran. Nie war es einfach gewesen und dennoch hatte es Villon immer geschafft, einen Weg zu finden, egal wie schmerzhaft er auch war. Wieder schickte er sich an, seine Gedanken zu sammeln und zu ordnen. Zwar war es Villon nie gelungen, ohne seinen Stab Magie zu wirken, aber jetzt war ein verdammt guter Zeitpunkt es zu lernen. Scheinbar uralte Praktiken rief er sich ins Gedächtnis, dachte an die Zeit seiner Ausbildung, versuchte sich an Abbildungen auf Pergamentrollen zu erinnern, rezitierte in Gedanken jeden Spruch den er je gelernt hatte. Doch nichts, was er aus den mentalen Untiefen heraufbeschwor, schien seinem Nutzen zu entsprechen und so schickte sich Villon an, tiefer zu graben und in die entlegensten Winkel seiner noch vorhandenen Geistes zu suchen. Immer mehr tauchte auf. Unnützie Bilder vergangener Tage, Gesprächsfetzen und Passagen aus Gedichten. Alles, nur keine magische Formeln. Sein gesamter Unterleib war bereits der Starre zum Opfer gefallen, als Villon Kammer um Kammer seines mentalen Bewusstseins erkundete, und hoffte, eine rettende Formel zu finden.
    Jedoch war da nichts!

    Plötzlich fielen ihm Gebete ein, die er als Kind von seiner Meisterin gelernt hatte und niemals ernst meinte, als er gezwungen wurde, sie wieder und wieder zu erzählen und damit den Göttinnen Unterwürfigkeit heuchelte. Doch in diesem speziellen Fall war er durchaus bereit sein erstes wirkliches Gebet in seinem Leben zu sprechen. Mit Mühe kamen die Worte in sein Bewusstsein und mit noch mehr Mühe über seine Lippen.
    Doch dann passierte es. Mit jeder Silbe die er sprach, wurde es leichter. Die Gebete mussten nicht mühsam herausgezerrt werden, sie kamen von ganz allein. Sein Verstand wurde wacher und wacher. Sein Blick, vor wenigen Sekunden noch getrübt, klarte auf. Er rappelte nun jede Zeile der Gebete herunter und immer leichter fiel es ihm, sich an Dinge zu erinnern, Sachen zu verstehen und, was ihm Jubelrufe entlockte, seine Beine meldeten Schmerz. Doch als die Gebete endeten, hörte Villon nicht auf. Er wiederholte Sachen, die er vor Sachen gelernt hatte, Formeln, Rezepte, Lieder, einfache Geschichten.

    Mit jedem Wort, verlies ihn die Starre und erlaubte ihm, sich wieder zu bewegen, sich an der Welt zu erfreuen.
    Nach einer Ewigkeit, wie es schien, hatte er es geschafft, die Starre abzuschütteln. Seine Haut war wieder weiss und durchblutet. Er konnte sich wieder völlig bewegen und normal denken.

    Er war der Magie des Waldes entkommen.

    Schnell stand er auf, ignorierte die Schmerzen und die Proteste seiner Muskeln und setzte seinen Weg fort. Von nun an würde er vorsichtiger sein und seinem Geist nicht mehr der beruhigenden Weise des Waldes aussetzen. Konzentration war hier gefragt und ein klar fokussiertes Ziel, davon war Villon überzeugt, als er sich über einen kleinen Bach beugte und gierig das eiskalte Wasser trank.

  5. #5
    Nach ein paar Minuten stand er vor der Tür eines Ladens. Er öffnete sie und trat in einen engen, mit Dingen vollgestopften Raum. An allen Seiten und mitten im Raum standen kleine Regale. In den Regalen standen Gläser, Krüge, Pergamentblätter, Kerzen, Fackeln und Tinte und Federn. Aus einem Käfig krächzte ihn eine ziemlich hässliche Krähe an. Von einem Regal aus wurde er von einem alten Totenschädel angegrinst. Daven erschrak.
    Hinter einem niedrigen Thresen stand eine alte Frau. Sie hatte silber-graues Haar und in ihrem Gesicht zeichneten sich deutlich viele Falten ab. Was kann ich für dich tun Jungchen ?
    Ich brauche ein Blatt Pergament, ein bisschen Tinte und eine Feder.
    Das macht dann die alte Frau überlegte kurz 25 Rubine
    Daven fasste an seinen Gürtel und löste den Beutel in dem er seine Rubine aufbewahrte. Drei grüne ein roter und zwei blaue. Macht insgesamt 33 Rubine.
    Tut mir Leid aber ich habe nur noch zwanzig.
    Die alte Frau überlegte einen Moment und starrte ihn böse an. Okay. Aber dann bekomme ich den Teil der Tinte den du nicht verbrauchst wieder.
    Die alte Frau legte ihm die verlangten Dinge auf den Thresen und blickte ihn an. Er holte den roten Rubin aus seinem Beutel und nahm die Sachen von dem Thresen. Er wollte nun in eine Taverne gehen um dort seinen Brief zu verfassen.



    Nach nichteinmal einer Minute kam er an der Taverne an. Er ging hinein und setzte sich an einen einsamen Tisch in der Ecke. Mit einer geschickten Handbewegung zog er die Feder, das Pergament und die Flasche Tinte auf den Tisch. Einen Augenblick dachte er nach und tunkte den Federkiel in die Tinte. Unter einem kratzenden Geräusch schrieb er einen Brief.
    Zitat Zitat
    An Daru den Goronen

    Ich habe einen dieser “kleinen gelben Splitter” gefunden, die ihr über einen Zettel auf Schwarzen Brett in Hyrule suchen lasst.
    Ich denke sie sind sehr wertvoll und deshalb werde ich ihn nicht mitschicken.
    Allerdings könnten wir einen Zeitpunkt aushandeln zu dem wir uns treffen und einen Tauschhandel abschließen.
    Er laß sich die Lettern noch einmal durch und setzte schließlich seine Unterschrift darunter und faltete den Brief zusammen. Ein Siegel hatte er keines also schrieb er vorne einfach nocheinmal den Namen des Empfängers.

    Kurz darauf verließ er die Taverne und ging zum nächst besten Briefkasten. Er steckte den Brief hinein und ging.

  6. #6

    Hylianische Steppe

    Milo und Ravana waren erst gegen Mittag von der Farm aufgebrochen, die ganzen Flaschen aufzuladen hatte sich als recht anstrengend erwiesen und Balon hatte sich natürlich nicht dazu herabgelassen, ihnen dabei zu helfen. Er hatte die meiste Zeit des Tages im Schatten geschlafen, um, wie er sagte, sich von den beiden anstrengenden Gören zu erholen.

    Die Sonne war schon am Untergehen, und die beiden hatten erst gut die Hälfte des Weges geschafft.
    Milo hatte die Zügel in der Hand und schien sich ganz wohl zu fühlen in seiner Rolle als Herr über den Wagen und die Kuh, während Ravana versuchte, sich auf der ruckelnden Holzbank möglichst bequem hinzusetzen, was gar nicht einfach war, denn der Bock war nicht für Bequemlichkeit gedacht.
    „Milo, wird an der Stadt nicht abends immer die Zugbrücke hochgezogen, damit Räuber und Banditen aus der Stadt ferngehalten werden?“ fragte Ravana besorgt.
    Milo nahm den Grashalm, auf dem er schon die ganze Zeit herumgekaut hatte, aus dem Mund und sagte: „Ja, eigentlich schon. Aber sie machen es erst spät abends, wenn es auf Mitternacht zu geht, auf jeden Fall sind Balon und ich das letzte Mal noch rechtzeitig rausgekommen, und da war es auch schon später. Wird schon hinkommen, keine Sorge!“
    Ravana war nicht beruhigt. „Ja aber, was, wenn die Brücke doch schon hochgezogen ist? Dann müssen wir mit dem Wagen draußen bleiben, da ist mir nicht wohl dabei, mit der ganzen wertvollen Milch...“
    Milo sah nun auch ein wenig beunruhigt aus. „Balon hat mir mal was von den Knochenfürsten erzählt, die manchmal nachts hier in der Steppe auftauchen..“ er schüttelte sich. „Wär schon gut, wenn wir noch rechtzeitig ankommen. Mal sehen, ob die Kuh hier nicht ein bißchen schneller laufen kann!“ Milo schlug mit dem Riemen des Zügels auf den Rücken der Kuh, doch die ließ sich von davon nicht beeindrucken und lief mit gemähchlicher Geschwindigkeit weiter.
    Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig, dachte Ravana. Knochenfürsten...

    Der Mond war schon lange aufgegangen, und es war schon stockduster, als sie sich endlich der Stadt näherten. Neben der Zugbrücke brannten hell zwei große Fackeln, und soweit sie erkennen konnten, war die Brücke noch heruntergelassen. Ravana viel ein Stein vom Herzen, der Gedanke, die Nacht schutzlos vor den Toren der Stadt verbringen zu müssen, hatte ihr gar nicht gefallen.
    Als das schwere Fuhrwerk schließlich über das massive Holz der Brücke ratterte und die Flaschen aneinander klirrten, sah auch Milo etwas erleichtert aus.
    Er ist ziemlich mutig für sein Alter, auf jeden Fall hat er es sich kaum anmerken lassen, wenn er auch Angst hatte, zu spät zu kommen, dachte Ravana.
    Der Wachtposten an der Stadtmauer kam auf sie zu und sagte: „Da habt ihr aber Glück gehabt, wir wollten gleich das Tor hochziehen! Was ist euer Begehr hier in der Stadt? Wollt ihr was verkaufen?“
    Ravana nickte und Milo sagte: „Ja, wir haben hier Milch, die wir dem Königshaus verkaufen sollen.“
    Der Soldat ging um den Wagen herum und sah sich die Ladung an.
    „Schön! Das könnt ihr aber erst morgen früh machen, für heute reicht die Zeit nur noch, um euch nen Schlafplatz zu suchen.“
    Ravana fragte: „Könnt Ihr uns da was empfehlen? Es soll nicht zu teuer sein, aber sauber, und wir brauchen einen Schuppen oder so, wo wir den Wagen sicher hinstellen können..“
    Grinsend sah der Mann zu ihr auf und sagte: „Ja, für dich wüsste ich schon was, gleich kommt meine Ablösung und ich hab ein gemütliches Zimmer dahinten, wir könnten...“
    Ravana starrte ihn böse an.
    „Schon gut, brauchst mich gar nicht so giftig ansehen. Ihr könntet zur Tischlerei fahren, die nächste Gasse links abbiegen, dann fahrt ihr direkt drauf zu. Der Tischler und seine Frau haben ein Zimmer übrig, das sie an Fremde vermieten, die haben auch Platz für euren Wagen. - Willst du nicht doch mit zu mir..?“
    Milo ließ den Wagen anfahren, und sie ließen den lachenden Soldaten hinter sich. Zum Glück konnte Milo nicht sehen, wie rot sie bei den Worten des Soldaten geworden war, und auch er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

    In den meisten Häusern brannte kein Licht mehr und es war so dunkel in den Gassen, dass sie sich ganz auf die Sinne der Kuh verlassen mussten und hofften, dass sie den Wagen nicht irgendie verkeilte.
    Als sie an der dicken Holztüre des Tischlers klopften, tönte das laute Rasseln der hochgezogen werdenden Zugbrücke durch die ganze Stadt. Schließlich öffnete ein dicker Mann die Türe, in der Hand ein langes Messer. „Wer seid ihr?“ raunzte er schläfrig.
    „Der Soldat an der Zugbrücke sagte uns, dass Ihr ein Zimmer anbietet?“ sagte Milo schüchtern.
    „Ein Zimmer? Für euch beide? Könnt ihr auch zahlen? Für 25 Rubine bekommt ihr das Zimmer und ein Frühstück dazu. Habt ihr so viel? – Weib! Komm her, wir haben Gäste!“
    Milo und Ravana sahen sich an. Sie hatten zwar Geld, wollten es aber eigentlich nicht ausgeben. Milo’s Augen nahmen einen verschmitzten Ausdruck an, er sagte: „Wir haben eine Ladung Milch für den König dabei. Wie wäre es, wenn Ihr statt Geld einfach fünf Flaschen frische Milch von der Farm nehmt?“ Ravana starrte ihn entgeistert an. "Keine Sorge, das Geld nehmen wir morgen bestimmt wieder ein, dann müssen wir eben die Milch ein klein wenig teurer verkaufen!"
    Hinter dem Tischler erschien eine Frau, die eben so breit war wie ihr Mann. „Milch statt Bezahlung? Ja, warum nicht? Dann spare ich mir schon den Weg morgen zum Markt. Kommt rein, ihr beiden. Mein Gemahl stellt euren Karren in den Schuppen und versorgt eure Kuh.“

  7. #7

    Hyrule

    Ich will nicht aufwachen, das Bett ist so schön weich... Schon lange hab ich mich nicht mehr so wohl gefühlt! Doch, du musst aufwachen, du willst zum König... Nein, nur noch ein bißchen... WACH AUF!
    Ravana wachte auf. Durch die trüben Glasscheiben des Zimmers viel helles Licht, die Sonne war schon aufgegangen. Im Bett auf der anderen Seite des Raumes hörte sie den Kokiri gleichmäßig atmen, und sie blieb noch eine Minute liegen, um die weiche Strohmatratze und die mit Federn gefüllte Bettdecke zu genießen, dann stand sie auf.
    Kurz darauf schüttelte sie Milo wach, der sich in seinem Bett ebenso wohl zu fühlen schien wie sie in ihrem.

    Nachdem sie gefrühstückt hatten – die Frau des Tischlers hatte ihre ganzen Lebensmittel auf den Tisch gestellt und Ravana hatte das erste Mal in ihrem Leben ‚Marmelade‘ gegessen – machten sich die beiden Freunde gleich wieder auf den Weg. Es war noch früh am Morgen, und sie wollten als erste am Schloss ankommen, damit den Bediensteten das Geld für die Milch noch locker in der Tasche saß.
    Der Tischler hatte die Kuh gut versorgt, und sie ließ sich willig vor den Karren spannen. Milo, der den Trick heute schon raus hatte, setzte sich sogleich wieder auf den Kutschbock und brachte die Kuh dazu, loszulaufen. Vorsichtig lenkte er sie durch die engen Gässchen, bis sie schließlich auf dem Marktplatz ankamen, der noch recht leer aussah. Die Zugbrücke war schon hochgezogen worden, und langsam kamen einige Händler durch das Tor, um ihre Stände aufzubauen.
    Milo und Ravana jedoch wandten sich nach links, Richtung Schloss. Sie konnten es schon sehen, es thronte etwa eine Meile von der Stadt entfernt auf einem Hügel – die weißen Türme majestätisch in den Himmel gereckt.
    Ravana fuhr ein Schauer über den Rücken, das Schloss sah genauso aus, wie sie es in ihren Träumen gesehen hatte...
    Das kleine Fuhrwerk mit der Gerudo und dem Kokiri verließ die Stadt Richtung Norden und fuhr auf das Schloss zu. Nach kurzer Zeit kam eine Kurve, dann konnten die beiden sehen, dass der Weg zum Schloss durch ein hohes schmiedeeisernes Gitter versperrt wurde. Eine Wache mit schwerer, in der Sonne blitzenden Rüstung und einem Speer in der Hand stand davor und sah ihnen mißtrauisch entgegen.
    Schließlich brachte Milo die Kuh vor dem Gitter zu stehen und der Mann fragte: „Ihr wollt zum Schloss und etwas verkaufen? Habt ihr eine Verabredung mit einem Verantwortlichen?“
    „Nein,“ sagte Ravana, „wir kommen von der Lon-Lon-Farm und sollen der königlichen Küche Milch verkaufen.“
    Der Soldat sah interessiert drein. „Ihr kommt von Balon? Den kenne ich, kommt hier einmal alle zwei Wochen vorbei. Ihr könnt weiterfahren. Fahrt zum Gesindeeingang am Ostflügel des Schlosses, verstanden?“
    Milo und Ravana nickten. Die Wache öffnete das Tor nach innen und winkte sie durch. „Kommt vor Mittag wieder, sonst lasse ich euch suchen!“

    Auf dem gewundenen Weg zum Schloss durch den großen Schlossgarten mussten sie noch weitere Wachtposten passieren, doch schließlich kamen sie vor dem Hauptportal an. Ravana war überwältigt von der Schönheit des Schlosses, und sie fühlte sich in ihren Traum zurückversetzt. Vielleicht träume ich auch und bin gar nicht wirklich hier, so ist es mir doch schon mal gegangen.. dachte sie. Sie sah sich vorsichtig um und erwartete, hinter sich die sich ausdehnende Wolke aus Dunkelheit zu sehen, doch sie sah nur in der Ferne die Stadt und dahinter die Steppe.
    Während Milo den Wagen nach rechts lenkte, um zum Gesindeeingang zu kommen, sah sich Ravana das Schloss an. Wie schön musste es sein, in diesem schönen Gebäude zu wohnen, mit dem großen Garten und den vielen Blumen... Sie war noch immer überwältigt von der Fülle der Pflanzen, die hier wuchsen. Noch immer kam ihr das wie ein Wunder vor – in der Wüste gibt es fast nur Sand und Steine.
    Endlich kamen sie vor dem Gesindeeingang an. Milo sprang vom Bock und klopfte laut an die Holztür.
    Links neben sich sah Ravana eine kleine Öffnung in der Mauer, aus der klares Wasser sprudelte und einen wassergefüllten Schlossgraben nährte.
    Ein Kind würde durch diese Öffnung bestimmt hindurchkommen, dachte sie. Ob das noch niemandem aufgefallen war?
    Die Tür wurde geöffnet und ein schmächtiger Diener trat heraus. „Ja? Was wollt ihr?“
    Milo antwortete: „Wir haben den Auftrag, der königlichen Küche frische Milch von der Farm zu verkaufen.“
    „Dazu hole ich mal eben den obersten Koch. Wartet einen Moment und rührt euch nicht von der Stelle!“
    Gleich darauf erschien ein sehr dicker Mann in weißer Kleidung. „Milch wollt ihr verkaufen? Lasst mich erstmal die Ware kosten...“

    Nachdem der Koch eine Flasche geöffnet und an ihr genippt hatte, hatten sie über den Preis verhandelt und schließlich hatte der Diener ihnen genau 505 Rubine in die Hand gezählt.
    Milos Augen leuchteten. Er malte sich bestimmt aus, was er sich alles von dem Geld kaufen könne, und auch Ravana dachte sehnsuchtsvoll an den fliegenden Teppich und dieses Triforce-Amulett, das sie in Kakariko gesehen hatte.
    Dann viel ihr ein, dass sie noch etwas vorhatten. „Wir möchten den König um eine Audienz bitten, wie geht denn das?“
    Erstaunt und etwas überheblich starrte der Diener sie an. „Eine Audienz? Ich verstehe nicht, warum König Dardanos für alle Bürger immer ein offenes Ohr hat.. Aber gut. Geht durch den Haupteingang ins Schloss und meldet euch bei der diensthabenden Wache im großen Eingangssaal. Er wird euch dann sagen, wie es weitergeht.“

    Als die beiden den Eingangssaal betraten, sahen sie sich staunend um. So viel Gold und teure Stoffe auf einem Haufen! Am Boden lag ein weicher Teppich, an den Wänden hingen Teppiche, deren Muster die Geschichte Hyrules wiedergab, und eine breite Treppe mit vergoldeten Geländern führte gradeaus in den Thronsaal hinein.
    Gegen Mittag konnten sie diesen betreten. Eine Wache meldete sie beim König an und führte sie schließlich in den Saal. Dieser war fast noch prunkvoller als der Eingangssaal – an den Wänden hingen vergoldete Kerzenhalter und durch hohe Fenster an den Seiten kam helles Licht in den Saal. Sie gingen über einen breiten roten Teppich auf den König zu, der auf einem hohen Stuhl thronte.
    Ravanas Herz pochte so sehr, dass sie sich kaum traute aufzusehen, und Milo ging es genauso.
    Schließlich verbeugten sie sich und Ravana schaute auf. Der König hatte dichtes weißes Haar und fein geschnittene Gesichtszüge, und er lächelte.

  8. #8

    Hylianische Steppe

    Der frische Wind der Steppe spielte in Ravana's Haaren, und mit Milo's Zipfelmütze, die sofort von seinem Kopf huschte, und mehrere Meter durch den Staub flog.
    Den Wind verfluchend holte der Kokiri seine Kopfbedeckung wieder in, schlug den angesammelten Staub aus dem grünen Stoff.
    "Jetzt bin ich schon dein Bruder?"
    Die Gerudo stand still da, ihr Blick schweifte über die Schönheit der Ebene. Anscheinend liebte sie die Steppe, erinnerte sie an die Heimat, die Wüste.
    "Überleg doch mal, eine Gerudo und ich, das geht doch gar nicht. Aber, naja, ich bin gerne dein Bruder."
    Nicht einmal das Hinauflächeln zu dem Mädchen bewirkte etwas, schweigend verfolgte sie weiter den Wind, wie er über das hohe Gras strich, und es so hin und her wog.
    "So, nun aber auf, Balon wartet wahrscheinlich schon auf uns. Und ob man auf diesen Viechern reiten kann, will ich unbedingt ausprobieren."
    War eigentlich nichts anderes, als einen Baum hinaufzuklettern, einfach die Schlaufe zwischen die Finger nehmen, und sich dann schnell vom Boden abstoßen, und dann, dann war man oben.
    Das dicke Ding hatte anscheinend gar nicht bemerkt , dass ein leichtgewichtiger Kokiri auf sie geklettert war, nichts lies sie davon abbringen, das saftige Steppengras wiederzukauen.
    Hm, was mach man jetzt damit? Vielleicht einfach in die Rippen treten, so wie es Balon bei seinem Pferden immer gemacht hat.
    Die Beine des Kokiri waren zu kurz, die Kuh bemerke seinen Tritt nicht. Auch die Folgenden erreichten die Rippen nie, und so auch nicht das Nervensystem des Tiere's.
    "Du doofes Ding! Willst du nicht in den warmen Stall? Dann bewege dich. Gehört? Bewegen."
    Nur das leise Hochwürgen aus den tiefsten des vierten Magen's der Kuh.
    "Verdammt, redet den heute keiner mehr mit mir?"
    Vielleicht ein Kniff in die muskelösen Oberschenkel, auch nichts.
    "Ravana, helfe mir mal. Bitte, die Kühe machen nichts. Sind sicherlich zu doof zum Reiten. Dumme Kuh."
    Ob sie ihn verstanden hatte? Genau in dem Augenblick, als die Gerude gerade mit der schmächtigen Hand nach dem Strick griff, drehte sich die Kuh zu Milo um, und fixierte ihn mit einem bösen, durchdringenden Blick. Selbst eine, sonst immer dämlich wirkende Kuh, konnte dies, einen bösen, durchdringenden Blick.
    Als hätte ein Blitz das Tier getroffen, zuckte sie zusammen, und stieß schon gleich im nächsten Augenblick die Hinterkufen in die Höh, rückt mit den vorderen nach, und wiederholte diese Vorgang immer wieder, so häufig, bis Milo es vor den Augen verschwamm.
    "Halt den Strick, als Zügel, Kokiri!" "Wie soll ich das denn tun?"
    Vor seinem Auge flog der rettend wirkende Strick immer wieder in die Höhe, unerreichbar für die kleinen Kokirihände. Auch hinderte ihn seine Organe daran, die er jetzt deutlich spüren konnte. Sein Magen, das Herzchen, sogar das Gehirn hüpfte im Takt, gleich der Kuh.
    "Gut, du dummes Ding, du oder ich, einem von uns geht zuerst die Puste aus."
    Diese Aussage wurde mit einem heftigen Ruck belohnt, der im ganzem Mark zu spüren war. War da nicht irgendwo ein Knochen, der zu bersten drohte?
    Vorsichtshalber versuchte der Kokiri danach zu tasten, doch erreichten seine Fingerspitzen die vermeindliche Selle nie, die Kuh war gerade dabei, in den nahen Fluß zu springen, der wie ein Schutzgraben Kakariko säumte.
    Wasser spritzte empor, befeuchtete das Fell der Kuh, und die Kleidung des Kokiri's. Doch hatte die Aktion auch etwas Gutes an sich, der Augenblick war gekommen, den Strick greifen zu können, und ihn als Zügel halten zu können.
    Kraftvoll zog Milo an dem feuchten Tau, mit beidem dünnen Ärmchen, zog so den dicken Kopf der Kuh auf eine Seite, dann auf die andere, bis sich nicht nur der gesamte Körper wand, sondern auch der Schädel.
    "Komm zu Ruh, du Mistding."
    Augenblicke, Herzschläge, Sekunden vergangen in diesem Mächtespiel, dann kamen beide zur Ruhe, Tier und Kokiri.
    Mit zitternen Knien stand die Kuh im Wasser, auf ihren Rücken eine leblose Gestalt, die nur noch die Zügel in den Händen hielt.
    "Milo? Sag was! Milo."
    Ravana rief hetkisch irgendwelche Sachen vom Ufer hinüber, doch es war nur ein Pochen in den Ohren des Kuhbändiger's.
    Müde hob er seinen Kopf, schaute mit wässrigen Augen zu der Gerudo hinüber, die gerade dabei war, ihre Schuhe auszuziehen, und in das Wasser zu steigen.
    "Diese kraftvolle Kuh wird die beste Milch geben, Ravana. Die beste Milch in diesem verdammten Königreich! Und wer hat sie gebändigt?"
    Die Gerudo hielt inne, schaute lächelnd zu dem Kokiri rüber, der sich nun auf den Rücken drehte, der Sonne entgegenlachte.
    "Milo, der verdammte Kokiri aus den fernen, verbotenen Wäldern, man nennt ihn auch, den 'Kuhflüsterer' ."
    Es war das Gelächter zweier Freunde, das die Steppe erfüllte, oder waren da noch die Geräusche einer Kuh?

    Seit dem 'Kampf' horchte die Kuh auf jeden von Milo's Befehle. Eigentlich musste der Kokiri nur daran denken, es gar nicht laut aussprechen, und die Kuh ging nach links oder recht, erhöhte die Geschwindigkeit, oder drosselte diese.
    Entspannt lag der Kokiri dort oben auf der Kuh, lies sich chaufieren, knapperte an einem Grashalm.
    "So lässt es sich doch leben, oder Ravana. Ob Balon mich auch mal auf seinem Rücken tragen wird?"
    Die Strick des Zweiten Tieres hatten sie einfach nur Milo in die Hand gedrückt, und schon trottete es unbeholfen der Gruppe hinterher, so Ravana hatte beide Hände frei, um diese ganz dem Steppengras zu widmen, und es förmlich aufzusaugen, wenn die Halme durch ihre offene Hand strichen.
    "Und, meine Ravana? Was machen wir danach? Zum König wolltest du? Oder habe ich mich da verhört?"
    Auf dem Hügel konnte man schon den äußersten Ring der Farm erkennen, und Balon's Gestalt, die an dem Pfeiler lehnte, und ungeduldig eine Pfeife rauchte.
    Der würde staunen.

    Geändert von Mäxchen (05.01.2005 um 12:20 Uhr)

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