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Auserwählter
Das Ding hab ich mal Angefangen...Ging leider nie weiter...
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"Dein Dauerlauf bei Gegenwind durch meine Katakomben
ist ein Lebenslanger Marathon ohne Hoffnung
mal wo anzukommen"
Creutzfeld & Jakob,Auge Des Sturms
Andreas nahm eine Ziggarette aus der vollen Schachtel und zündete sie sich mit dem Einwegfeuerzeug aus dem Gefängnisladen an, den er gestern zum hoffentlich letzten mal betreten hatte. Ein Lächeln, welches auf den ersten Blick fröhlich, auf den zweiten allerdings eher grausahm aussgesehen hätte, machte sich auf seinem ansonsten völlig ausdruckslosem Gesicht breit, und er nahm einen tiefen Zug, bevor er auf den am Strassenrand parkenden VW zuging. Heute war der große Tag. Nach 6 Jahren Gefängnis und 2 Jahren Therapie im Gefängnis war er endlich wieder frei. Und er war glücklich darüber. Denn heute war der große Tag.
Andreas schnippte die fast bis zum Filter aufgerauchte Zigarrette aus dem Fenster und kurbelte die Scheibe wieder hoch. Er sah zu Paul hinüber, der mit einer Hand rauchte und mit der anderen den Wagen steuerte. Paul richtete seine stahlgrauen Augen einen Moment auf ihn, grinste und blickte dann wieder auf die Straße. Andreas sah auf die Uhr an seinem Handgelenk. Fünf minuten nach elf. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und versuchte noch ein wenig zu schlafen. Heute war der große Tag.
Kapitel 1
Anne ging mit gesenktem Kopf und unter der Brust verschränkten Armen die Straße hinunter, die von der Schule zur Bushaltestelle führte. Sie hob eine Hand und strich sich die durchnässten Haare aus den Augen. Es regnete jetzt seit zwei Stunden, nachdem der Morgen so vielversprechend Sonnig angefangen hatte. Sie erreichte die Bushaltestelle und setzte sich auf die hölzerne Bank die unter dem kleinen Überdach, welches den Sinnflutartigen Regen mehr schlecht als recht abhielt, angebracht war. Dann nahm sie die halbleere Schachtel Marlboro aus ihrer Hosentasche und zündete sich eine Zigarette an. Anne inhalierte den Rauch langsam und bließ ihn dann in den Regen. Der Tag war wirklich beschissen gelaufen. Erst hatte sie eine Mathearbeit wiederbekommen die mit der Note "6" gebrandmarkt war, was sie nicht besonders gestört hatte. Was sie gestört hatte war die kleine Unterhaltung mit ihrem Lehrer, die der langweiligen Mathestunde gefolgt war. Er hatte einen ätzenden Monolog über ihre Zukunft gehalten, sie gefragt was sie sich eigentlich für ihre Zukunft vorstellte, wie sie in Zukunft eine Ausbildung bekommen sollte, und zum Abschluss auch noch den Spruch "du lernst nicht für die Schule sondern für das Leben" gebracht. Anne hatte zu allem Ja und Amen gesagt und Besserung gelobt. Dann hatte sie das Klassenzimmer verlassen, war an ihren Mitschülerinnen, die bereits auf die nächste Stunde warteten, vorbeigegangen und hatte sich auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht.
Scheiß auf Physik dachte sie, bevor sie die Zigarette in den Rinnstein schnippte und den Bus betrat.
Sie hatte den unauffälligen VW, der ihr den ganzen Weg von der Schule bis zur Haltestelle gefolgt war, nicht bemerkt.
Paul startete den Motor. Sie hatten seit einer Stunde auf der gegenüberliegenden Straßenseite gewartet, bis das Mädchen die Schule verlassen hatte. Jetzt, nachdem sie ihr einen kleinen Vorsprung gegeben hatten, konnten sie es wagen, ihr zu folgen.
"Und, was meinst du?"sagte Paul leise.
Andreas wartete ein paar sekunden, schien nachzudenken. Dann lächelte er.
Er sagte: "Sie ist Perfekt."
Das Mädchen das Paul ausgesucht und seit 2 Wochen beobachtet hatte, war ca 16 Jahre alt.
Schlank, lange braune Haare. Andreas sah ihr nach, während sie mit gesenktem Kopf die Straße hinunterging. Paul überholte sie langsam, aber nicht auffällig langsam und Andreas blickte durch die getönte Scheibe. Ihr durchnässtes T-Shirt klebte an ihrem Körper und ihre kleinen, runden Brüste zeichneten sich deutlich darunter ab. Sie hob einen Arm und strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht, sah auf und Andreas blickte einen Moment in ihre großen braunen Augen. Er war wie gefesselt von ihrem Anblick. Er merkte nicht, wie sich kleine Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Seine Augen wanderten von ihrem flachen Bauch über ihre perfekt geformten Beine, die von den engen Jeans noch betont wurden. Dann waren sie vorbei, bogen um die Ecke und Paul parkte den Wagen am Straßenrand. Andreas lehnte sich zurück, schloß die Augen und gab sich einige Sekunden lang der Vorstellung hin, wie seine Hände über den Körper dieses Mädchens strichen und sie sich unter ihm wand, wie sie schrie, während er ihr die Kleidung vom Leib riß. Doch zuvor mußten noch ein paar Dinge erledigt werden. Er schlug die Augen auf und sah Paul an. Dann sagte er: "Morgen Abend."
Paul nickte. Er war froh das sein Bruder, für den er alles getan hätte, wieder frei war. Sie mußten unwillkürlich beide grinsen, wenn auch aus verschiedenen Gründen, und Paul sagte: "Schön, das du wieder da bist."
Susanne Salig schaltete den Fernseher ab, als sie das zuschlagen der Haustür hörte. Sie stand auf, verließ das Wohnzimmer und stellte sich vor die Treppe die ins erste Stockwerk führte. Ihre Tochter kam aus dem Flur und sah sie aus müden Augen an.
"Hallo Mama."
Susanne sah ihr in die Augen, ging einen Schritt auf sie zu und sagte leise:
" Dein Lehrer hat gerade angerufen. Du hast eine Sechs in Mathe und bist schon wieder zwei Stunden früher nach Hause gegangen. Was ist mit dir los?Du warst doch immer so gut in der Schule..."
Anne schüttelte den Kopf, sagte:" Dann bin ich's jetzt halt nicht mehr.", und schob sich an ihrer Mutter vorbei um die Treppe hinauf in ihr Zimmer zugehen.
Susanne legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter, die sofort wieder weggeschoben wurde. Anne achtete nicht weiter auf ihre Mutter und ging hinauf in ihr Zimmer. Susanne rief noch einmal ihren Namen, dann hörte sie, wie die Tür geschlossen wurde und stand fast fünf Minuten vor der Treppe. Aber Anne kam nicht wieder zu ihr herunter. Sie wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel und ging zurück ins Wohnzimmer. Sie wußte das Anne wieder Marijuhana geraucht hatte. "Gekifft" hatte. Das hatte sie an den Rot umrandeten Augen erkannt.
Anne wußte nicht, das ihre Mutter schon vor einem halben Jahr einen kleinen Beutel mit Gras in einer ihrer Schreibtischschubladen gefunden hatte. Susanne hatte bewußt nach Drogen gesucht, nachdem sie in einem Buch gelesen hatte, das Marijuhana antriebslos und gleichgültig machte, wenn es regelmäßig konsumiert wurde. Sie hatte ihrer Tochter gegenüber nichts davon erwähnt, weil sie immer noch hoffte, dass das alles nur eine Phase war. Susanne schaltete den Fernseher wieder ein und sah sich eine Talkshow zum Thema "Ich hasse Talkshows" an.
Anne ließ sich auf ihr Bett fallen, griff nach der Fernbedienung und schaltete ihre Stereo - Anlage ein. Sie schloß die Augen, ließ sich für ein paar Minuten von der Musik einhüllen. Dann erhob sie sich wieder und nahm ein trockenes T-Shirt und eine Hose aus ihrem Kleiderschrank.
Nachdem sie geduscht und sich angezogen hatte, griff sie unter ihr Bett, zog einen Schuhkarton hervor und nahm ein päckchen Zigarettenpapier, ihren Restbestand Northern Light und eine kleine Keramikschale heraus. Während sie das Gras kleinschnitt, nickte sie gedankenverloren mit dem Kopf zum Takt der Musik.
Sie öffnete das Fenster, von dem aus man direkt in den kleinen Garten gucken konnte, und zündete den Joint an. Anne zog einmal und bließ den Rauch in den stärker gewordenen Regen.
Sie hatte keinen Bock mehr. Ihre Mutter nervte. Diese dämliche Mädchenschule nervte. Aufgeblasene Gänse mit reichen Daddys, die sich für etwas besseres hielten, weil sie die teuerste Schule der Stadt besuchen durften.
Warum passierte nicht endlich mal etwas wirklich aufregendes in ihrem Leben?
Ihre Mutter sagte immer wieder das sie antriebslos, gleichgültig und undankbar war. Anne wußte das sie sich wirklich Sorgen machte. Aber die falsche Art von Sorgen.
Anne hatte einfach keine Lust, etwas zu tun was sie nicht wollte. Was sie wollte, wußte sie allerdings auch nicht so genau. Es war immer einfacher zu sagen was man nicht wollte, als ein konkretes Ziel zu nennen.
Das Telefon klingelte.
Anne stand vom Bett auf und ging zu dem tragbaren Telefon das an den Hausanchluss angeschlossen war. Seit ihr Vater letztes Jahr den ISDN-anschluss angemeldet hatte, hatte sie ihr eigenes Telefon.
Sie wusste wer dran war, bevor sie den Hörer abnahm. Sie konnte nicht gerade behaupten, dass sie ein eigenes Telefon brauchte. Sie wurde selten angerufen und wenn dann von Thomas - wie auch jetzt. Sie nahm ab und hörte sofort Thomas Stimme: "Ich kann jetzt nicht reden, komm vorbei falls du Zeit hast, bis nachher."
Dann wurde aufgelegt und sie ließ den Hörer zurück auf die Gabel fallen.
Thomas. Sie mußte unwillkürlich grinsen. Thomas litt unter einem extremen Verfolgungswahn, gegen den Mel Gibson in "Fletschers Visionen" wie ein vertrauensseeliger Rentner aussah. Seine Eltern hatten ihn rausgeschmissen als er 16 geworden war, vor ziemlich genau zehn Monaten. Seitdem wohnte er in einer kleinen Wohnung in der nähe ihrer Schule, die mit gebraucht gekauften Computern und Videokameras vollgestopft war. Anne war so ziemlich die einzige Person auf dem Planeten Erde, der Thomas vollständig vertraute.
Zwanzig Minuten später stieg Anne außer Atem vom Sattel ihres Fahrads und schob es auf den gelblichen Rasen vor dem grauen Wohnhaus, in dessen oberstem Stockwerk Thomas seine kleine Wohnung hatte. Sie schloß die Tür mit dem Nachschlüssel auf, den Thomas ihr vor zwei Monaten illegalerweise übergeben hatte, und ging, immer noch etwas außer Atem, die Treppenstufen hinauf.
Sie sagte deutlich "Anne" in das kleine Mikrofon neben der Klingel und Thomas öffnete vorsichtig die Tür.
Anne trat ein, sie umarmten sich kurz und dann ließen sie sich auf zwei arg zerfledderten Sesseln nieder, aus denen langsam aber sicher das Polster herausqoll. Anne zündete sich eine Zigarette an und Thomas warf ihr ein Handtuch zu, mit dem sie sich die feuchten Haare oberflächlich trocknete.
Es hatte nicht geregnet als sie losgefahren war, aber kurz bevor sie ihr Ziel erreicht hatte, hatte es einen plötzlichen Wolkenbruch gegeben, der jetzt in einen andauernden Nieselregen überging. Alle Fenster in dem kleinen Zimmer waren mit Jalousien versehen, die selbst im Sommer unten waren.
Thomas war ungefähr einsachtzig groß, hatte kurze, dunkle Haare, grüne Augen und eine seltsam kleine, platte Nase. Er hatte einmal gesagt, in seinem Stammbaum sei irgendwo ein Drache gewesen, der ihm diese Nase vererbt hatte. Die Drachengene wären natürlich von Generation zu Generation schwächer geworden, aber ein wenig waren sie immer noch vorhanden.
Anne fand, er sah gut aus.
Die reichen ••••••••n aus ihrer Schule hatten ihn und sie schon mehr als einmal ausgelacht, wenn sie mal zufällig zusammen gesehen worden waren.
Einmal hatte Thomas völlig nervös vor der Schule auf sie gewartet, weil er glaubte, einen Russischen Kommunikationssatteliten mit einem Hackerprogramm, dass er selbst entwickelt hatte, zum Absturz gebracht zu haben. Er hatte sich zwei Tage lang in Annes Zimmer vor Russischen Agenten versteckt. Sie war froh gewesen, dass ihre Eltern für vier Tage in Seattle gewesen waren.
Das alles wußten die Mädchen aus ihrer Schule natürlich nicht. Sie hatten einfach ein Problem mit allem, was anders als sie selbst war.
Sie konnten Anne sowieso nicht verletzen. Sprüche wie Na, tastet er dich auch ordentlich ab wenn ihr euch trefft waren einfach unter ihrem Niveau. Solche Kindergarten beleidigungen waren nicht mal mehr lustig, sondern schlicht und einfach langweilig.
Kapitel 1
Teil 2
Im Fluß.
Wie alles was Er errichtet hat.
Der Verstand fliegt und rast durch die Höhlen des alten was sich nun bald erneuern wird um Seine Macht freizugeben vom Anfang zum Ende von damals zu jetzt ein Geheimnis älter als die Angst das Haus ist Mächtig der Feind ist fast zerschlagen das letzte Opfer ist erwählt schneller schneller im Strudel der Sinne ein Zittern das seinen Körper überrennt Zähne die aufeinander schlagen Augenlider Zucken er ist da gleich gleich gleich ist er da ja da ist Er und er hört Ihn hört Seine Stimme und nun weiß er, wo, wann und was er tuen soll.
Andreas erwachte aus seiner Meditation. Er schlug vorsichtig die Augen auf und sah sich verwirrt um. Die Kerzen, die den kleinen Altar beleuchteten, waren fast herunter gebrannt und die Flammen flackerten im schwachen Windzug. Andreas erhob sich und zog sich seine Kleidung an. Er sah lächelnd auf den Altar. Das hier war besser als Koks. Nach jeder seiner, nein, ihrer Meditationen fühlte er sich, als hätte Gott ihn berührt und ihm einen Teil Seiner Kraft übertragen. Was vielleicht sogar der Wahrheit entsprach.
Andreas ließ die Kerzen brennen und verließ die Höhle.
Der heilige Ort, der ihm im Gefängnis durch eine Vision gezeigt worden war. Ebenso wie das Gebet, welches er sprach um seine Meditation zu beginnen.
Die Höhle lag praktisch mitten in der Stadt. Alles passte zu dem, was er erfahren hatte.
Die kleine ******** würde sterben und er war der, dem die Ehre zuteil wurde sie zu töten, wie er schon oft getötet hatte. Nur das es diesmal anders war. Sie war so jung, gerade 16 geworden, und sie war, mein Gott ja, sie war so verdammt unschuldig. Das perfekte Opfer. Wie lange hatten sie schon gesucht? Es war Unwichtig. Jetzt war es unwichtig.
Paul dachte immer noch, er hätte das Mädchen ausgesucht. Andreas mußte plötzlich kichern.
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